Rehburg-Loccum in alten Ansichten

Rehburg-Loccum in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Werner Hübner
Gemeente
:   Rehburg-Loccum
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2162-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rehburg-Loccum in alten Ansichten'

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39. Schon in alter Zeit spielten in Loccum die Gasthäuser eine große Rolle, waren doch durch die Klosterbesucher immer Unterbringungsmöglichkeiten gefragt. Wenn man aus dem Denkertor kam, lag vor dem Besucher oder Wanderer im Zentrum des Ortes das alte Gast- und Logierhaus von Heinrich Seele. Seit dem 1. Oktober 1867 hatte der Raseur Heinrich Seele von dem Besitzer Karl Stegemann mit einem befristeten Vertrag bis zum Jahr 1873 das Gasthaus gepachtet. Danach ging es in den Besitz der Familie Seele über. Der auf der rechten Seite des Bildes haltende Leichenwagen war durch einen alten Rezeß an das Haus gebunden.

40. Um 1900 zeigte uns ein Bliek in die Dorfstraße von Loccum, daß das alte Buschmannsche Hotel, das rechts hinter Büschen und Bäumen teiJversteckt liegt, recht baufällig war, als es in andere Hände überging. Auf der Straße stehend ist links der alte Besitzer zu erkennen. Im Mittelbild sieht man unter den Eichen und dahinter den Holzlagerplatz und reparaturbedürftige Ackerwagen des Stellmachermeisters Droste. Vor dem Fachwerkhaus im Hintergrund ist die Wegegablung Stadthagen-Minden zu erkennen.

41. Wer heute in Loccum vor dem einladenden Hotel Rode steht, hat keine Vorstellung, das es um die Jahrhundertwende ein schöner Fachwerkbau war. Ehe das Hotel im Jahre 1907 von der Familie Rode übernommen wurde, diente es seit dem Jahre 1608 bereits der Bewirtung von Gästen. Vor dem Jahr 1907 war es als Buschmanns Hotel bekannt. Ursprünglich war es der 'Koberg'sche Hof', wahrscheinlich ein mehr landwirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen.

42. Der 20. Juni 1913 brachte dem Ort große Aufregung, denn Kaiser Wilhelm Il. besuchte das Kloster. Der gesamte Ort und das Kloster waren geschmückt und am Bahnhof, das heißt am Hotel 'Bahnhof" (Inhaber Heinrich Beushausen), hatte man eine Ehrenpforte aufgestellt, an der das Empfangskomitee des Ortes Seine Majestät begrüßte. Schumacher 218, Richter 23, Oppermann, Wohlgemuth, Seele, Beußhausen, Schumacher 33, Lampe 142, Krogemann, Scheele, Wiebke 284, Kläfker 34, Wiegrebe 236, nicht lesbar, Lampe 100, Heumann und Meier.

43. Am Eingang zur Klosterkirche wurde der Kaiser vom Abt Dr. Hartwig ernpfangen, der in einer 45 Minuten langen Predigt auf das 750-jährige Bestehen und die Bedeutung des Klosters hinwies, Der Besuch des Kaisers hatte auch eine politische Bedeutung, denn das Kloster hatte durch den 1866 verlorenen Krieg im Jahre 1878 einen preußischen Kurator erhalten, der die Vermögensverwaltung übernommen hatte.

44. Wenn man einen nicht alltäglichen Bericht aus alter Zeit macht, sollte man den im Jahre 1896 geborenen charmanten, geistreichen Conferencier, Maler und Karikaturist Fritz Hiddessen nicht vergessen. Er war der Grandseigneur des damals in hoher Blüte stehenden Kabaretts. Die Bretter der Scala und des Wintergartens in Berlin waren ihm genau so bekannt wie die der Roten Mühle in Hannover oder des Mellinitheaters. In fast allen großen Städten des In- und Auslandes hat er unzähligen Menschen Freude gespendet und sie für Stunden von ihren Sorgen befreit.

45. 'Turner auf zum Streite' flötet wahrscheinlich der Spielmannszug, als der Loccumer Turnverein zu einem Jubiläumsfest um die Jahrhundertwende an Piepenbrinks altem Haus vorbei marschiert. Im Hintergrund sehen wir das Haus, das später umgebaut, die Gemeindeverwaltung beherbergte.

46. Wenn früher ein kleiner lustiger, aber auch listiger Mann auf einem Darnenfahrrad mit einer Pingel aus der Jackentasche ragend, durch Loccum radelte, wußte jedes Kind, daß sich Wilhelm Schumacher, auch Tüffeler genannt, auf Dienstfahrt befand. Wilhelm war am 16. Januar 1897 geboren, kannte jeden Winkel in Loccum und wußte über alles Bescheid. Nach streng vorgeschriebenem Zerernoniell verkündete er an bestimmten Plätzen des Ortes alle Neuigkeiten und Verordnungen, und hing an seine Mitteilung immer noch einen kleinen Witz an, oder hatte von Jemandem einen Auftrag anzusagen. Das Offizielle wurde in voller Lautstärke verkündet, die Anhängsel eine Tonstufe tiefer und deutlich leiser. Überall war er beliebt und jeder freute sich schon auf sein Kommen. Vergessen haben ihn die Loccumer bis heute nicht.

47. In Loccum gab es, wie in fast allen Dörfern um diese Zeit, mehrere Rauchhäuser. Unser Bild zeigt das Dörge'sche Rauchhaus, das im Jahre 1906 abgerissen wurde. In der Tenne war eine abgemauerte Stelle, in der ständig ein Feuer schwelte. Der sich entwickelnde Rauch zog durch keinen Schornstein ab, sondern breitete sich im ganzen Haus aus und ging in das strohgedeckte Dach, wo er einmal eine abdichtende Wirkung hatte, zum anderen das Ungeziefer abhielt. Unter dem Dach hing an langen Hanfstrippen das Eingeschlachtete und wurde dort getrocknet und gleichzeitig geräuchert. An den langen Schnüren konnte sich kein Ungeziefer halten, so waren Speek und Wurst vor Mäusen und Ratten sicher. Über dem Feuer hingen an Kesselhaken eiserne Töpfe und Kannen, in denen das Essen zubereitet und Wasser heiß gemacht wurde.

48. Das Handwerk hatte um die lahrhundertwende eine Blütezeit. Einen leichten Anfang hatten Diejenigen, die ein Haus besaßen, in dem der Beruf schon ausgeübt wurde. Viele Neugründungen gab es zu dieser Zeit. Das an der Straßenkreuzung gegenüber dem Hotel Beushausen stehende Geschäftshaus des Bäckermeisters Buhr macht, mit seinem hübschen Baustiel und einladenden Geschäft, schon etwas her.

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