Reichenau in alten Ansichten

Reichenau in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Wehrle
Gemeente
:   Reichenau
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5145-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Reichenau in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. Ein einmaliges Bild eines alten Hauses auf der Reichenau. Es ist das ehemalige 'Leutnerhaus'. Der jeweilige Besitzer war Leutner (Glokkenläuten) der benachbarten Pfarrkirche St. Johann. Die Pfarrkirche und das Leuthaus stehen nicht mehr. Der Friedhof um die ehemalige Pfarrkirche besteht noch. Es wird erzählt, daß bis 1914 der letzte Besitzer, 'Leutner Stader', Fischer und Schuhmacher, jeden Abend vor Einbruch der Dunkelheit über die Straße ging, um das Friedhoftor zu schließen. Seine Gattin, die 'Leutneri', hatte neben ihrer Putzmacherei noch einen Maskenverleih. Von ihr holten sich Reichenauer Burschen ihr Kostüm, um an Fasnacht 'Maschgere' zu gehen. Aus dem Brunnengäßli, wo der Verleih war, sprangen die Burschen mit großem Geschrei auf die 'Hergete' (Ergat), um den Kindern einen Schrecken einzujagen, aber auch eine Freude zu machen.

20. Am 'Obersee, das heißt, an der Seestraße, die Oberzell mit Mittelzell verbindet. Ein Foto von 1925 zeigt noch den ländlichen Charakter dieser Straße, an der heute renovierte Häuser stehen und keine Misthaufen mehr zu sehen sind.

21. Ein Frühsommertag in Niederzell. Die Nachbarin hatte heute Waschtag, während der alte Fischer Spieker seine Netze in der milden Sonne trocknen läßt. Eine ländliche Idylle, die man mit etwas Glück heute noch manchmal erleben kann.

22. In der oberen Seestraße, am 'Obersee', hängen die Netze, während auf der anderen Seite im Hof des Landwirts das 'Güllefaß' auf eine neue Füllung wartet. Diese Gülle oder Jauche wurde von Stall und Küche gesarnmelt, um im Frühjahr zum Düngen der Spinat- und Salatfelder verwendet zu werden. Die Viehhaltung und damit auch die damalige Düngemethode wurde Mitte der sechziger Jahre ganz aufgegeben.

23. Ein Bliek von der Hochwart, dem höchsten Punkt der Insel, auf den Seerhein. Auf der linken Seite sieht man die Hänge des Seerückens im schweizerischen Kanton Thurgau und rechts einen Teil der Halbinsel Höri. An den Hängen der Hochwart standen um 1930 nur noch wenige Rebstöcke, die Felder wurden mit Gemüse und Kartoffeln bepflanzt, und es gab auch noch keine Flurbereinigung. Heute prägen Glashäuser für den Gemüseanbau und wieder neu angelegte Rebberge das Bild.

24. Das ehemalige Rathaus der Gemeinde Reichenau war lange Jahre ein Bauernhaus. Doch in den dreißiger Jahren konnte die Gemeinde das Haus zurückkaufen und nach langjähriger Renovation wurde es von 1945 bis 1976 wieder zum Inselrathaus. Heute birgt das stolze mittelalterliche Gebäude das Heimatmuseum , das 1982 eröffnet wurde. Die Grundmauern des Hauses stammen aus dem 12. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit war es der Sitz des Reichenauer Amanns, der vom Abt des Klosters als Richter über die Marktleute eingesetzt war. Im 15. Jahrhundert wurde auf das bestehende Mauerwerk das Fachwerk in alemannischer Abzimmerung aufgebaut. Das Haus war dann bis in das 19. Jahrhundert hinein Rathaus.

25. Es ist höchste Zeit für den Handarbeitsunterricht in der nahen Schule, wo die 'Strickrnorsteri' auf ihre Schülerinnen wartet. Es hat drei Tage lang geschneit und die Wege sind vom Bahnschlitten geräumt worden. Die Schlittenbahn auf der 'Burg' wurde von Alt und Jung benutzt und bis in die späte Nacht hörte man das Lachen und Jauchzen der Jugend.

26. Der Eiswinter 1928/29 brachte eine große Eisdecke bis hinüber zum Schweizer Ufer und alles huldigte auf dem zugefrorenen Untersee dem Wintersport. Der damalige Geschäftsführer des Strandhotels hatte auf dem Eis ein Kaffeetafel errichtet und Wanderer und Zollbeamte leisteten ihm Gesellschaft. Franz Beek und sein Bruder Emil, die Bootsbauer, hatten erstmals eine Eisyacht gebaut und segelten damit auf dem ganzen See herum. Das Strandhotel 'Löchnerhaus' wurde 1908 von einer Konstanzerin erbaut. Nach Kriegsende erwarben baltische Barone das Haus und 1925 kaufte der Württembergische Lehrerverein das Anwesen, das inzwischen zu einem modernen und bekarmten Hotel wurde.

27. Das Hotel 'Mohren' ist sowohl für die Reichenauer als auch für viele Besucher aus nah und fern ein Begriff. Um 1800 entstand der 'Mohren' aus einer Küferei und Weinhandlung, dessen Besitzer Mohr hieß. Viele prominente Gäste , Maler, Schriftsteller. Politiker und fürstliche Gäste sorgten für Reklame, nicht nur für das Haus, sondern auch für die Insel. Das badische Großherzogspaar kam oft von der nahen Mainau, um beim Inselbesuch Kaffeepause zu machen. Da sagte einmal die alte Mohrenwirtin beim Servieren des Kaffees: 'Frau Großherzog, des Schwarze isch der Kaffee und s'Wiss isch d'Milch.'

28. Die 'Kaiserpfalz", benannt nach der kaiserlichen Pfalz der karolingischen und salischen Kaiser, die einst unweit davon gestanden hatte. Nach der lahrhundertwende bis 1937 war es die 'Weinstube des Winzervereins Reichenau'. Nach erfolgtem Umbau wurde daraus ein Hotel. Vor 1900 gab es noch eine ganze Reihe von heute nicht mehr existierenden Lokalen, so das 'Lamm', den 'Hirschen', die 'Krone', die 'Sonne', den 'Schützen' und den 'Adler'.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek