Reichenbach in alten Ansichten Band 1

Reichenbach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Nitzschke
Gemeente
:   Reichenbach
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5334-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Reichenbach in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Stadt Reichenbach liegt im Nordosten des Vogtlandes und zählt zu den ältesten auf dem einst von den Vögten verwalteten Territorium. Der günstigen Lage an alten Fernstraßen verdank sie ihre Entstehung und Entwieklung. Heute ist Reichenbach eine Kreisstadt mit rund 25 000 Einwohnern. Sie liegt an wichtigen Verkehrsstraßen, so an der Bundesautobahn 72 (Chemnitz-Plauen-Hof; letzteres Teilstück war wegen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit nicht fertiggestellt worden und sieht einer baldigen Vollendung entgegen) und den Bundesstraßen 173 (Dresden-Chemnitz-PlauenHof) und 94 (Greiz-Rodewisch). Der frühe Eisenbahnanschluß im Jahre 1846 trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Nach dem Bau der beiden vogtländischen Riesenbrücken, die Göltzschtalbrücke und Elstertalbrücke (1846-1851), und der raschen Entwicklung des Eisenbahnnetzes in Deutschland, wurde Reichenbach an der Nord-Süd-Strecke Leipzig-HofNürnberg ein wichtiger Knotenpunkt im Personen- und Güterverkehr.

Die rund 15 km' große Stadtflur liegt zwischen 330 und 471 m u. NN, was im Stadtgebiet zu teilweise steilen Straßenzügen führt. Zur Unterscheidung zu den vielen Orten gleichen Namens führt die Stadt die Beinennung 'Reichenbach im Vogtland'.

Reichenbach entstand vermutlich aus einer slawischen Ansiedlung und einer Niederlassung fränkischer Siedler zur Zeit der deutschen Ostexpansion im 12. Jahrhundert im Gebiet der heutigen Altstadt unterhalb der PeterPaul-Kirche, Die damals wasserreichen Bäche gaben der 'Siedlung am (wasser)reichen Bach' den Namen, der für weitere Siedler warb. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1212. Begünstigt durch die Lage an alten

Handelsstraßen, wurde von den Verwaltern der Burg Mylau (3 km von Reichenbach entfernt, mit der einzig vollständig erhaltenen Burganlage im sächsischen Vogtland) und der Siedlung Reichenbach planmäßig die Stadt auf einem Felsplateau oberhalb der ursprünglichen Niederlassung angelegt. Nach und nach entstand die Befestigung durch Mauer, Gräben und Tore, wobei die Altstadt und die Peter-Paul-Kirche (erstmals 1225 bezeugt) außerhalb des 740 m langen Mauerringes zu liegen kamen. In einer Urkunde von 1271 wird Reichenbach als 'civitas Richinbach", eine befestigte Stadt, bezeichnet. Da als Stadtgründer der 1240 verstorbene Heinrich V. von Greiz in Frage kommt, dürfte spätestens in diesem Jahre die Erhebung Reichenbachs zur Stadt erfolgt sein. Die Stadtmauer besaß zuletzt vier Tore. Mauer und Tore wurden im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts abgetragen und die Gräben zugeschüttet. Ein Mauerrest der einstigen Stadtbefestigung ist am heutigen Sebastian-BachPlatz erhalten und genießt Denkmalschutz. 1260 wurde der Deutsche Ritterorden zu Plauen mit der Reichenbacher Pfarrkirche belehnt. 1315 wird erstmals urkundlich ein Ordensgeistlicher als Lehrer genannt.

1526 führte der Gerichtsherr Joseph Lewin Metzsch, befreundet mit Martin Luther, die Reformation in Reichenbach ein. Die Tuchmacherei seit dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts, und der Tuchhandel, vor allem in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, trugen wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei.

Mehrere verheerende Stadtbrände, die letzten 1720, 1773 und 1833, verwüsteten fast vollständig die Stadt, vernichteten historische Sachzeugen und schwächten Reichenbach ökonomisch. Der Bau der 'Sächsisch-bayrischen Eisenbahn' erreichte 1846 von Leipzig-Alten-

burg- Werdau her die Stadt. Nach Fertigstellung der beiden großen Eisenbahnbrücken über die Täler der Göltzsch und Elster wurde 1851 der Verkehr nach Plauen-Hof weitergeführt. Der frühe Eisenbahnanschluß gab der 1812 begonnenen Industrialisierung einen bedeutenden Aufschwung. So entstand die Textilindustrie mit Spinnereien, Webereien, Tuchfabriken, Färbereien und Appreturanstalten. Seit 1841 wird die Dampfkraft zum Maschinenantrieb genutzt. Für den ansteigenden Transport von Kohle und Roh- und Fertigware machte sich eine Eisenbahnnebenstrecke vom oberen Bahnhof in Reichenbach über Oberreichenbach zum unteren Bahnhof und nach Mylau notwendig. 1895 nahm man diese Strecke in Betrieb, und die Bahnstationen wurden Güterumschlagplätze. 1902 kam noch eine schmalspurige Industriebahn vorn unteren Bahnhof nach Oberheinsdorf für die Fabriken entlang des Raumbaches hinzu.

1848 wurde eine Webschule gegründet, die Vorläuferin der heutigen Ingenieurschule für Textiltechnik. 1927 bezog diese das neuerbaute Lehrgebäude mit Technikum an der Klinkhardtstraße. 1908 erfolgte die Eingerneindung von Oberreichenbach. Dieses Reihendorf starnmt aus der Zeit der Besiedlung durch fränkische Bauern. Erstmals wird der Ort 1317 als 'Oberrichinbach' genannt. Heute ist der Stadtteil vornehmlich eine Wohngemeinde mit einigen Industriebetrieben. Die Eingerneindung von Cunsdorf, nördlich der Stadt gelegen, erfolgte 1924. Die erste urkundliche Erwähnung als 'Cunratsdorf' stammt aus dem Jahre 1367.

Die Entwicklung der Industrie - zu den Textilbetrieben kamen Ende des 19. Jahrhunderts noch Betriebe der Eisenverarbeitung und Anfang des 20. Jahrhunderts papierverarbeitende Betriebe hinzu - brachte eine stete Zu-

mahme der Einwohnerzahl mit sich. Waren es 8 815 im Jahre 1852, so stieg die Zahl1930 auf 31 723 Einwohner. Der notwendige Wohnungsbau (anfangs waren es nur Mehrfamilien-Miethäuser, später kamen Wohnsiedlungen mit Gartenstadtcharakter hinzu) führte zur Stadterweiterung auf höhergelegene Flur. Für die Trinkwasserversorgung entstand 1926 ein 28 m hoher Wasserbehälter auf der Galgenleite (438 m ü. NN). Als Wasserturm prägt er seit dieser Zeit die Stadtsilhouette und wurde somit zum Wahrzeichen der Stadt Reichenbach.

Durch einen Bombenangriff am 21. März 1945 und die Tieffliegerangriffe an den letzten Kriegstagen, erlitt die Stadt neben zahlreichen Todesopfern beträchtliche Schäden an Wohn-, Arbeits- und Kulturstätten. Zu den ersten wiederaufgebauten öffentlichen Gebäuden gehörte der damalige 'Kaiserhof" , ein Ballhaus und Vergnügungslokal. 1949 wurde daraus ein Theater und Konzerthaus, das den Namen der 1697 im Gerichtshaus am Johannesplatz geborenen Theaterreformatorin und Schauspielerin Friederike Caroline Neuber (genannt die Neuberin) erhielt.

Die einleitende Stadtgeschichte kann auf dem verfügbaren Raum nur unvollständig beschrieben werden. Sie soll zum besseren Verständnis des ausgewählten Bildmaterials dienen. Herrn Johannes Bögel, Bürgermeister der Stadt Reichenbach im Vogtland, danke ich an dieser Stelle für die freundliche Ergänzung des Bildmaterials.

1. Die Stadtansicht von 1753 zeigt die nach dem Brand von 1720 wiederaufgebaute Stadt. Ein Chronist schreibt zu dieser Katastrophe , daß 502 der besten Häuser verwüstet wurden , darunter sämtliche in der Ringmauer befindlichen, auch gefüllte Schennen, beide Kirchen, das Gerichts- und Rathaus, die Schule und alle Wohnungen der Geistlichen. In der Ansicht sehen wir links die Stadtkirche St. Peter und Paul, rechts die Kirche St. Trinitatis. In der Mitte des Bildes überragt der Rathausturm die umliegenden Häuser am Markt.

2. Vom 'Hausberg' der Reichenbacher , der Hutleite (416 m ü. NN), blickt man auf die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zur Höhe hinauf wachsende Stadt. Das herrliche Panorama von dieser Höhe führte 1888 zum Namen 'Schöne Aussicht.

3. Die Stadterweiterung nach der nordöstlich gelegenen Höhe führte zu Schwierigkeiten in der Wasserversorgung. Diese wurden im Jahre 1909 mit dem Bau eines Erdbehälters und 1926 mit Errichtung eines 28 m hohen Stahlbetonbehälters auf der Galgenleite (438 m ü. NN) beseitigt. Der weithin sichtbare 'Wasserturrn' prägt seitdem die Stadtsilhouette und wurde damit zum Wahrzeichen. Den Turm selbst überragt nur der Schornstein der Tuchfabrik F.W. Keßler an der Zwickauer Straße.

4. Mit Beginn der Industrialisierung entstanden ab 1812 in der Altstadt entlang des Raumbaches viele Fabrikunternehmen. 1841 nahm die Baumwollspinnerei von Samuel Petzold die erste Dampfmaschine in Reichenbach in Betrieb. 1847 wurde die weit bekannte Firma Georg Schleber A.G. gegründet. Die zahlreichen Schornsteine im Vordergrund zeugen von der raschen Entwicklung dieser Färberei und Appreturanstalt. 1859 kam die Gasanstalt mit einem achteckig umbauten Gasbehälter hinzu. Steigender Gasbedarf führte 1866 zu einem weiteren größeren Gasbehälter. Die Ansichtskarte von der Altstadt um 1895 zeigt die Gasanstalt im Vordergrund rechts.

5. Ein Bliek vom Flugzeug auf die Altstadt vermittelt die Entwicklung der Industrie im Jahre 1930. Alle Fabriken haben sich ausgebreitet und modernisiert. Die Baumwollweberei von C.H. Müller an der Wiesenstraße im Vordergrund wurde 1868 gegründet und entwickelte sich zu einem Exportbetrieb von feinsten Baumwollerzeugnissen nach Übersee. Auch die Gasanstalt, im dunklen Wolkenschatten liegend, führte neue Methoden zur Gasgewinnung ein. Im Jahre 1907 kam diese Aktiengesellschaft in den städtischen Besitz.

Reichenbach 1. V.: :larkt.

6. Der Marktplatz von Reichenbach wurde im 13. Jahrhundert angelegt. Die rechteckige Form verrät die deutsche Besiedlung. An ihm stehen Handels- und Geschäftshäuser, die jedoch im Jahre 1895 nicht mehr den einstigen Wohlstand der Bürger zeigen. Mehrere Stadtbrände, der letzte 1833, vernichteten alle Häuser am Markt. Auch das Rathaus mitten auf dem Platz mit seinem stolzen Turm sank mit zu Schutt und Asche. Strengere Bauvorschriften verhinderten den Wiederaufbau des Rathauses an alter Stelle. Dieses entstand als Repräsentationsgebäude an der Nordseite des Marktes und wurde 1839 in Dienst genommen. Der Brunnen auf dem Platz verrät den einstigen Standort.

7. Die Ansichtskarte zeigt den Marktplatz um 1930. Im Jahre 1897 entfernte man den Brunnen und errichtete ein Denkmal für Kaiser Wilhelm I. Es wurde zum 100. Geburtstag am 22. März 1897 geweiht. Links am Bildrand steht neben dem 'Stadthaus' mit der hellen Fassade das dunklere 'Volkshaus' . Bis 1919 war es der Gasthof 'Zum goldenen Anker', 1934 wurde es das Hotel 'Goldner Anker'.

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8. Bliek vom Rathaus zur Südseite des Marktplatzes um 1900. Im großen Gebäude etablierte sich 1870 der Verlag 'Reichenbacher Nachrichten und Anzeiger", ein Konkurrenzunternehmen zum Verlag 'Reichenbacher Tageblatt und Anzciger', der 1833 von Haun & Sohn gegründet wurde. Wie ein ungleicher Bruder wirkt das anstehende schmale Haus des Uhrmachers Theodor Mittag.

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