Reichenbach in alten Ansichten Band 2

Reichenbach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Werner Nitzschke
Gemeente
:   Reichenbach
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6433-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Reichenbach in alten Ansichten Band 2'

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291mjahre 1929 erlebte das 'Volkshaus' auf dem Markt einen größeren Um- und Ausbau. Im ersten Obergeschoß entstanden zusätzliche Schankräume und durch Anheben des Daches weitere Gästezimmer. Ein Erkeranbau verlieh dem Gebäude ein angenehmes Äußeres. Nach dem Fassadenputz brachte man 1930 'Volkshaus' im neuen Schriftzug an. Im Hintergrund dominiert das Postund Telegrafenamt mit einem Telefonkäfig auf dem Turm, von wo die meist oberirdisch verlegten Telefonleitungen ihren Anfang nahmen. Selbst den Marktplatz überquerten Telefonleitungen.

30 Der Roßplatz war ein Teil der einstigen Stadtbefestigung. Zu einer Hohle vertieft, trug er den Namen 'Langer Graben'.Anfangdes 19.]ahrhunderts verschwand die Stadtmauer und auf deren Verlauf entstanden Gebäude. So war es das Wirtschaftsund Stallgebäude (1) vom 'Goldenen Anker' mit Ausfahrt zum Roßplatz. Das größere Wirtschaftsgebäude (2) gehörte zum Gasthof 'Goldener Stern' am Markt, in dem bis 1833 die Poststation untergebracht war. 1851 kaufte der Staat das Grundstück und verlegte das Königliche Gerichtsamt vom]ohannisplatz nach hier. Die Fenster des Wirtschaftsgebäudes wurden vergittert und das Gebäude wurde als Gefängnis eingerichtet. Mit der Fertigstellung des neuen Amtsgerichtsgebäudes an der Moltkestraße und die Verlegung der Dienst-

stellen im September 1899 dorthin, wurde das Gefängnis hinfällig und 1919 abgebrochen.

3 1 Der Roßplatz nach der Neugestaltung im Iahre 1938. Nachdem die Firma Haun & Sohn in den [ahren 1903/1904 ein mehrstöckiges Druckereigebäude erbaut hatte (am linken Bildrand) , kam es 1932 zum Bau des Arbeitsamtes. Als drittes Bauwerk in der Gebäudereihe entstand 1936 des Stadtbad. Der Vorplatz, eine alte Berme der Stadtbefestigung, wurde durch eine Futtermauer abgestützt und mit einem Geländer gesichert.

32 Im 1936 erbauten Stadtbad befindet sich neben medizinischen und Reinigungsbädern auch eine 6,25 mal 12,5 Meter großes Schwimmbecken, daß von Schulklassen für den Schwimmunterricht genutzt wird. Über viele [ahre hinweg war der Schwimmeister Herbert Schmidt für die Betreuung und Aufsicht verantwort lich.

33 Die Kreuzung Mylauer Tor - Amtmannsgasse und Roßplatz - Landstraße im [ahre 192 8. Vom Marktplatz führte einst die schmale Gasse 'Mylauer Tor' steil hinab zur Fernstraße, die von der Altstadt über die Landstraße und Roßplatz gleichmäßig ansteigend zum oberen Tor verlief. Manches Fahrzeug, das vom Markt nach Mylau wollte und auf der Kreuzung ins Tal hinab abbog, verlor hier Fracht oder stürzte sogar um. Aus diesem Anlaß erfolgte um die Jahrhundertwende eine Anhebung der Kreuzung und die Umleitung des Verkehrs nach Mylau über die Amtmannsgasse. Dadurch erhielt die Landstraße einen steileren Verlauf.

34 Die katholische Gemeinde erwarb 1877 vom Fabrikanten Robert Tröltzsch das Grundstück Amtmannsgasse 4. Nach Umbau des 1823 erbauten Hauses und dem Anbau einer Notkapelle erfolgte am 25. November 1877 die Weihe und die erste heilige Messe. Zahlreiche Stiftungen vervollständigten die Ausstattung der Kapelle. Der Plan für ein eigenes Kirchengebäude mußte immer wieder verschoben werden. Doch zum SO. Gemeindejubiläum im [ahre 1927 sollte der Plan Wirklichkeit werden. Der Architekt Rudolf Ladewig wurde mit dem Entwurf, die Firma Eckerscham & Sohn mit der Bauausführung beauftragt. Im Februar/März 1927 brach man die alte

Kapelle ab und schon am 1 3. August gleichen [ahres fand die Weihe der Kirche 'St. Marien' statt.

35 Blick von einem Neubau an der Schützenstraße über die Altstadt in den Heinsdorfer Grund. Um 1895 entstanden die ersten Häuser an der noch nicht straßenmäßig ausgebauten Schützenstraße (im Vordergrund). Am Zaun der links sichtbaren Eisengießerei der Maschinenbaufabrik von Je. Braun führt von der Amtmannsgasse der alte Mühlsteig hinab zur ehemaligen Ratsmühle an der Burgstraße. Der Steilheit wegen nannte der Volksmund den Steig 'Hirnmclslcitcr'. Auf der bewaldeten Höhe rechts am Horizont entspringt der Raumbach, der auf seinem Weg zur Göltzsch den Heinsdorfer Grund und die Reichenbacher Altstadt durchfließt.

36 Die Schützenstraße entstand aus einem Fußweg, der die kürzeste Verbindung von der Stadt zum Schützenplatz an der Burgstraße war. Dieser führte am Hang des Burgberges hinab ins Tal des Raumbaches. Uralte Steinbrüche, vermutlich aus der Zeit, als die Stadt ihre Befestigungsanlage erbaute, liegen an ihm. Mit Beginn der Bebauung im [ahre 1895 benannte man den steinigen Weg in Schützenstraße. Im [ahre 1 928 begann der Bau von zwölf Wohnhäusern für 132 Familien an der Südseite der Straße. Im Auftrag der Stadtgemeinde hatte der Architekt RudolfLadewig diese architektonisch interessanten Mehrfamilien - Reihenhäuser entworfen.

37 Zur Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses wurde am 14. April 1890 vom Kaufmännischen Verein 'Hansa' eine Fachschule gegründet. Bis 1892 belegte diese Fachschule drei Räume in der Bürgerschule, der heutigen Weinholdschule. Anschließend verlegte man sie für 15 [ahre in das Erdgeschoß des vom Holzhändler Oelschlägel neuerbauten Wohnhauses in der Moltkestraße, der heutigen Heinrich-Heine-Straße. Hier führte man mit fünf Lehrkräften den vollen Tagesunterricht ein. In dieser Zeit erwarb der Verein 'Hansa' mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt und von Firmen ein Grundstück für die Errichtung eines eigenen Schulgebäudes. Doch

bis zur Fertigstellung im [ahre 1910 mußte die Fachschule 1907 in den neuerbauten Seitenflügel des Realschulgebäudes an der Ackermannstraße nochmals umziehen. Am 3. Oktober 1910 nahm die Han-

deIsschule Besitz von diesem architektonisch schönen und mit Fassadenschmuck reich versehenen Schulgebäudes.

38 Das Haus Bahnhofstraße I/Ecke Marktstraße stand im 18. Jahrhundert vor dem oberen Tor. Hier führte der gesamte Fernverkehr in die Stadt hinein und wieder heraus. Zur Zeit des Kurfürsten August des Starken von Sachsen setzte man auf dessen Anweisung 1724 vor diesem Haus eine Distanzsäule. Diese war für den Fernverkehr ein wichtiger Wegweiser. Die Stadtbrände, zuletzt im [ahre 1833, vernichteten dieses Haus. Es wurde 1834 wiederaufgebaut. Um 1870 kommt das große Grundstück in den Besitz des Klempnermeisters Franz Kölbel. Kurz vor Kriegsende, am 21. März 1945, wurde dieses Gebäude durch Bomben schwer beschädigt

und 1952 abgebrochen. Seit dieser Zeit erinnert der Name 'Kölbelsches Eck' an den einstigen Standort dieses großen Gebäudes.

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