Reichenbach in alten Ansichten Band 2

Reichenbach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Werner Nitzschke
Gemeente
:   Reichenbach
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6433-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Reichenbach in alten Ansichten Band 2'

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49 Die Frauenklinik in der Albertistraße 46 ließ Frau Dr. med. Else Riedel in den [ahren 1930/31 erbauen. Nachdem ihre Praxis vom Solbrigplatz 8 hierher verlegt worden war, folgte am 19. Juni 1931 die Eröffnung. Während das Warte- und Sprechzimmer sowie die Behandlungsräume im Erdgeschoß untergebracht waren, befanden sich die Klinik, der Tagesraum und das Kinderzimmer im Obergeschoß. Das zweite Obergeschoß mit den Wohnräumen der Schwestern und des Personals besaß noch einen, von den Patientinnen gern aufgesuchten windgeschützten Vorbau. Viele Reichenbacher und auch aus den umliegenden Orten stammenden Kinder erblickten hier das Licht der Welt.

SO Die große Wohnungsnot in der Stadt Ende der zwanziger [ahre versuchte man mit dem Bau von Siedlungshäusern, aber auch mit sogenannten Wohntürmen zu begegnen. Es entstanden an der Gabelsbergerstraße in den [ahren 1930 bis 1932 durch die Baufirma Curt Feiler zwei Wohntürme 'Typ Feiler' mit 13 und 16 Wohnungen. Die unmittelbare Nähe zu einer stark frequentierten Eisenbahn-Hauptstrecke wirkte sich allerdings negativauf die Wohnqualität aus.

5 1 Die durch Reichenbach geführte Strecke der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn machte 1844/45 das Aufschütten eines Erddammes zwischen der heutigen Gabelsbergerstraße und dem Güterbahnhof notwendig. Die nach Zwickau, Leipzig und Cunsdorf führenden Straßen überquerten gemeinsam am Güterbahnhof die Bahngleise. Das machte eine Schrankenanlage mit Läutewerk notwendig. Für den Schrankenwärter, damals 'Schlagzieher' genannt, diente ein kleines Wohnhaus. Der zunehmende Straßen- und Eisenbahnverkehr gestaltete den Übergang zu einem Hindernis. 1876 kam es zum Bau einer Straßenunterführung. Das Foto zeigt links die Brücke über die Zwickauer Straße und davor abzweigend die Cunsdorfer Straße. Das ehemalige Schrankenwärterhaus

kam im November 1912 zum Abbruch. Ein gußeiserner 'Prcller ' an der Gaslaterne schützt diese vor Beschädigung durch Fuhrwerke.

52 Die 1876 erbaute Eisenbahnbrücke trennte die Zwickauer Straße amtlich in eine 'Innere' und 'Äußere' Zwickauer Straße. Die bebauung entlang der ansteigenden Äußeren Zwickauer Straße war von der Wasserversorgung abhängig. Um 1880 erbaute die Firma Glaß & Sohn, mechanische Weberei, ein großes Fabrikgebäude. Das benötigte Wasser bezog diese aus einer längs des Bahndammes verlegten Leitung. Nach 1922 übernahm die Vogtländische Baumwollweberei Geßner & v. Haller A.G., um 1926 die Ledertuchfabrik und Weberei von Bernhard Maerker aus Treuen die Betriebsräume. Schließlich ging 1931 das Fabrikgebäude in den Besitz der Druckerei Haun & Sohn über.

53 Der Buchbinder Christian Friedrich Haun kaufte 1 844 das Herausgaberecht für das seit 1833 erscheinende 'Adress- und Anzeige- Blatt für Reichenbach, Lengenfeld und Mylau'. Während anfangs dieses in fremden Druckereien verlegt wurde, errichtete Haun 1851 mit seinem Sohn Friedrich Otto eine eigene Druckerei. Die anfangs wöchentlich erscheinende Zeitung erweiterte sich bald im Umfang und Größe und ab 1. Oktober 1881 erschien sie schließlich als 'ReichenbacherTageblatt und Anzeiger'. 1904/1905 entstand ein großes Druckereigebäude am Roßplatz. Obwohl dieses großzügig geplant war, machten sich durch Aufnahme weiterer Erzeugnisse in die Produktion zusätzliche

Betriebsräume notwendig. Diese fand man in einem leerstehenden Fabrikgebäude an der Zwickauer Straße. 1931 wurde dieses erworben und anschließend ausgebaut, erweitert und modernisiert.

Ein Rundbau mit Verwaltungsräume gab dieser Betriebsstätte ein angenehmes Äußeres.

S4 Die gemeinnützige Baugenossenschaft Gartenstadt wurde 1910 gegründet. Noch im gleichen [ahr erwarb die 'Gartenstadt Reichenbach i. v:

Bauland auf dem Höhenrücken nördlich der Eisenbahnanlage und der Flur ' Am Vogel'. Ebenfalls im gleichen [ahr entstanden nach einem Bebauungsplan die Straßen in diesem Baugebiet. 1911 wurden die ersten zehn Häuser mit dreißig Wohnungen und großen Gartengrundstücken fertiggestellt, darunter die auf dem Bild sichtbaren. Die neue Straße erhielt den Namen Rosenstraße.

55 Auf der Stadtflur 'Saugemein', dem ehemaligen Weideplatz des Viehs der Reichenbacher Ackerbürger,

legte man 1876 den neuen Friedhof an. An diesem vorbei führte von der Äußeren Zwickauer Straße ein abkürzender Wirtschaftsweg zur Cunsdorfer Straße, der nach 1890 immer mehr von Fuhrwerken benutzt wurde. Um diese Zeit begannen die Arbeiten am 'öffentlichen Garten', dem späteren Stadtpark. Für die Gestaltung des Parks gab es viele Geld- und Sachspenden. So spendete auch die Witwe Agnes Löscher eine ansehnliche Geldsumme. Als 1905 der Weg zur Straße ausgebaut wurde, gab man dieser am 4. Dezember 1905 aus Dankbarkeit und zum Andenken den

Namen Agnes- Löscher-Straße. Die Bebauung setzte 1923/24 mit der Villa von Arthur Bley ein. 192 5 /2 6 folgte die Villa van ErnstWürker (rechts) und 1926/27 von Erich Werner (Mitte).

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S6 Nachdem 1876 an der Äußeren Zwickauer Straße der neue städtische Friedhof angelegt war, errichtete man am Eingang die Leichenhalle und das Verwaltungsgebäude. 1878 kam eine Kapelle mit Glockenturm im gotischen Baustil, entworfen und ausgeführt von Baumeister Paul Schneider, hinzu. Nach wenigen [ahrzehnten genügten Kapelle und Leichenhalle nicht mehr den Anforderun gen. Hinzu kam der Wunsch nach einem Krematorium. 1929 waren die Voraussetzungen für einen Neubau gegeben und es kam zumAbbruch der alten Kapelle. Dabei erfolgte am 9. Juli 192 9 die Sprengung des Turmes und der Giebelwand.

57 Nach dem Entwurf des Architekten RudolfLadewig entstand auf dem nunmehrigen Hauptfriedhof ein modernes Gebäude mit angefügten Krematorium. Es stellte in seinem Entwurf und der Ausführung ein Schmuckstück in der Friedhofsanlage dar. Die künstlerische und feierliche Ausstattung der Sprechhalle entspricht dem Empfinden aller Bekenntnisse und Weltanschauungen. Den Eingang zur Sprechhalle ziert eine aufstrebende nackte Mädchenfigur. Diesen Architekturgedanken vollendete der Leipziger Bildhauer Göldel mit einer Steinplastik. Am 17. März 1930 wurde die neue Sprechhalle mit Krematorium eingeweiht.

58 Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert brachte viele Arbeitskräfte in die Stadt. Ihre Mietswohnungen hatten wenig Sonne und düstere Höfe. Das erweckte den Drang nach einem Eigenheim mit Garten. Die Stadtverwaltung stellte Bauland zwischen der Zwickauer Straße und dem Friesenbach zurVerfügung. Auf dieser unwirtschaftlichen Fläche waren zwei Ziegeleien angesiedelt. Die in diesem wasserreichen Gebiet stehenden vielen Erlen führten bereits im 17. [ahrhundert zum Flurnamen Erlicht. Es entstanden 1923 zwei städtische Wohnhäuser mit je zwölfWohnungen. Bald folgten vom Architekten Paul Reinhold entworfene Zweifamilien -Doppelhäuser in aufgelockerter Anordnung. Die Straße benannte man

192 2 'Erlicht' .

Reichenbach I. V. - Siedlung Erllcht

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