Rendsburg in alten Ansichten Band 1

Rendsburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wolfgang Thomsen
Gemeente
:   Rendsburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1223-9
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rendsburg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Rendsburgs Eintritt in die Geschichte liegt im Dunkel der Vergangenheit und läßt sich nicht gen au bestimmen. Urkundlich wird Rendsburg im Jahre 1199 als Reinholdsburg zum ersten Mal erwähnt. Im Schutze der Burg entwickelte sich Anfang des 13. Jahrhunderts eine Ansiedlung von Handwerkern, Kaufleuten und Schiffern, die die Lage der Siedlung am Kreuzungspunkt von Ochsenweg und Eider als günstig ansahen, um hier ihren Geschäften nachzugehen. Die Ansiedlung nahm ständig zu, und der Handel entwickelte sich zusehens. Schon 1253 wird Rendsburg als Stadt urkundlich erwähnt, und 1280 hat sie bereits Rat und Bürgermeister. Zu jener Zeit bestand die Stadt nur aus dem Altstädter Markt, der Mühlenstraße und der Hohen Straße.

Nach der großen Feuersbrunst von 1286 wurde die Stadt wieder aufgebaut und um die Neue Straße und die Nienstadtstraße erweitert. Damals entstand auch die Marienkirche. Unter dänischer Regierung erlangte Rendsburg als Festung eine besondere Bedeutung. Die

inselartige Lage der Stadt inmitten des Eiderstromes veranlaßte Christian lIl. 1539 Rendsburg zu einer starken Festung auszubauen. 1566 umfaßte die Stadt 160 Häuser und 250 Buden. In dieser Zeit wurde auch das alte Rathaus erbaut. Friedrich lIl. ließ dann 1669 die Festungswerke erweitern und unter Christian V. entstand der Stadtteil Neuwerk, der ebenfalls mit Festungsanlagen umgeben wurde. 1695 war der Bau der Festung vollendet.

Viele Jahrhunderte hat Rendsburg eine große Rolle als Festungsstadt gespielt, aber der Vorteil der äußeren Sicherheit der Stadt war für die wirtschaftliche Entwicklung ein großer Hemmschuh. Eingeengt in die Grenzen der Festung konnte die Wirtschaft sich nur mühsam weiterentwickeln. Erst der Bau des Eiderkanals, der 1784 fertiggestellt wurde und damals der größte Kanal der Welt war, brachte Schwung in Rendsburgs Wirtschaftsleben.

Als 1868 Rendsburg als Festung aufgegeben wurde, begarm für die Stadt die Zeit des Umbruchs. Die

Festungswälle wurden nach und nach abgetragen, und die Stadt konnte sich nun auch außerhalb der ehemaligen Festungsgrenzen ausdehnen. Eine rege öffentliche und private Bautätigkeit setzte ein, und es entstanden neue Wohnviertel, viele öffentliche Gebäude und eine große Zahl von militärischen Bauten.

Einen weiteren tiefgreifenden Einfluß auf die bauliche Entwicklung der Stadt hatte schließlich der Bau des Nord-Ostsee-Kanals in den Jahren 1887-1895. Mit dem Bau des Kanals wurde der Wasserspiegel der Eider um etwa zwei Meter gesenkt, und es entstanden völlig andere Wasserverhältnisse. Der Stegengraben, der Mühlengraben und der Holstengraben liefen leer, der Schiffbrückenplatz und der Hafen beim heutigen Stadttheater wurden trockenes Land, und heute vermag nur noch der kundige Betrachter die einstigen Spuren dieser Wasserläufe zu entdecken.

Schon dieser kleine Abriß Rendsburger Baugeschichte zeigt, welche Veränderungen die Stadt seit ihrer Gründung erfahren hat, und es gibt wohl kaum eine

Stadt in Schleswig-Holstein, deren Gesicht sich im Laufe weniger Jahrhunderte so verändert hat, wie gerade Rendsburg. Da ist es nicht nur für Einheimische interessant zu fragen, wie es eigentlich früher in Rendsburg ausgesehen hat.

Wie schon mein Buch 'Gruss aus Rendsburg', rnöge Ihnen auch dieser Bildband helfen, sich ein Bild unserer Stadt um die Jahrhundertwende zu machen. Die nach alten Postkarten und Fotos gefertigten Ansichten zeigen Rendsburg etwa zwischen 1880 und 1930 und sind zusammengestellt zu einem Spaziergang durch das alte Rendsburg. Wir sehen das Stadtbild wie es unsere Großeltern sahen, mit Gebäuden, die inzwischen der Spitzhacke zum Opfer gefallen sind, mit Wasserläufen, die heute nicht mehr vorhanden sind, und mit einstmals bekannten Persönlichkeiten.

Es war oft nicht leicht, die geeigneten Bilder zu beschaffen. Allen, die dabei geholfen haben, namentlich Herrn Franzen vom Stadtarchiv und Herrn KarlWilhelm Wittfoth, sei hier dafür gedankt.

1. Unseren Spaziergang durch Alt-Rendsburg wollen wir bei der Stadthalle - dem heutigen Stadttheater - beginnen. Der Grundstein für dieses im Renaissancestil aufgeführten Gebäude wurde im November des Jahres 1900 gelegt. Gerichter wurde der Bau am 2. Juni 1901, und bereits am 14. November 1901 wurde die Stadthalle feierlich eingeweiht. Die Baukosten betrugen einschließlich der künstlichen Gründung 277 136 DM und konnten nur durch eine großzügige Spende der Spar- und Leihkasse aufgebracht werden.

Jendsbul'g

Neue Kieier Landstrasse.

2. Diese Karte zeigt das Gebiet um den heutigen Wiggersplatz etwa im Jahre 1898. Links im Bild das alte Postamt und daran anschließend das Lyzeum mit der Turnhalle. Das Stadttheater fehlt auf diesem Bild noch. Es wurde erst einige Jahre später auf dem freien Gelände vor dem Postamt erbaut. In den letzten Jahren hat sich dieser Platz entscheidend verändert. Die Turnhalle wurde abgebrochen, und auch die Grünanlage davor besteht nicht mehr. Heute verläuft hier der Teil des innerörtlichen Verkehrsringes, der die Eisenbahnstraße mit der Bahnhofstraße verbindet.

3. Vom früheren Ravelin 'Prinz Wilhelm' (Liebeshügel) blieken wir auf den Eiderarm mit seinen Lösch- und Ladeplätzen. Im Vordergrund die Eisenbahnbrücke der damals noch eingleisigen Eisenbahnlinie nach Flensburg. Im Hintergrund die Herderschule und rechts hinter den Bäumen der Neubau des Postamtes. Als beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals der Wasserspiegel der Eider um etwa zwei Meter sank, lief auch dieser Eiderarm leer. Man füllte das Gelände mit Sand auf, legte Grünanlagen an und errichtete 1901 hier das Stadttheater.

Rendsburg

Partie a. d. Obereider.

4. Wir haben noch immer den Standort Ravelin 'Prinz Wilhelm' und blieken nun in entgegengesetzter Richtung zur Obereider hin. Nach Absinken des Wasserspiegels durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals führt der Eiderarm nur noch wenig Wasser und wächst langsam mit Schilf zu. Später wurde der Eiderarm dann ganz zugeschüttet und man legte auf dem Gelände Tennisplätze an.

RE NOS BURG, Altstadt

5. Vom Gasometer der 'städtischen Werke' haben wir im Jahre 1909 einen weiten Überbliek über den Obereiderhafen mit seinen Anlegebrücken und Kaianlagen und der sich anschließenden Altstadt. Im Vordergrund das Eiland mit der Badestelle und der Anlegebrücke für die Dampffähre nach Büdelsdorf.

Partie an der Obereider.

6. Sehr bedeutsam für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt erwies sich die 1861 auf dem Gelände an der Obercider erbaute Gasanstalt. Damit erhielten auch Rendsburgs Einwohner die Möglichkeit, an dieser billigen Energiequelle für Leucht- und Kochzwecke teilzuhaben. Gleichzeitig wurden auch die bisher mit Petroleum betriebenen Laternen der Straßenbeleuchtung auf Gas umgestellt und 219 Gaslaternen in Betrieb genommen. Nach dem Bau des Elektrizitätswerkes im Jahre 1895 wurden die Gaslaternen dann auf elektrische Beleuchtung umgestellt, und 1909 konnte die erste elektrische Straßenlaterne am Jungf'ernstieg eingeschaltet werden.

7. Als 1856 die neue Badeanstalt am Eiland entstand. war das Wasser der Obereider noch so sauber, daß es sogar als Trinkwasser benutzt wurde. Den Badenden standen damals zwei Badehäuser und eine Trinkhalle zur Verfügung, Diese Trinkhalle wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert, und es entstand daraus die 'Eiderhalle' . Vor der 'Eiderhalle' wurden Anlegestege für Boote geschaffen. Während die 'Eiderhalle" vor einigen Jahren abgebrochen wurde, erfreuen sich die Liegeplätze bei den Freizeitkapitänen noch heute großer Beliebtheit.

8. Vor dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals besaß Rendsburg an verschiedenen Stellen der Stadt Lösch- und Ladeplätze mit insgesamt 818 Metern Kaifläche. Diese wurden infolge des Absinkens des Wasserspiegels der Eider beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals unbrauchbar. Unter den Einwohnern Neuwerks und der Altstadt gab es daraufhin erregte Auseinandersetzungen über den Bau einer neuen Hafenanlage an der Obereider oder direkt am Kanal. Die Frage wurde schließlich zur beiderseitigen Zufriedenheit gelöst, indem man den heute städtischen Obereiderhafen und den heutigen Kreishafen am Kanal baute. Beide Häfen begründen heute den Ruf Rendsburgs als Seehafen im Binnenland.

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