Rügen in alten Ansichten

Rügen in alten Ansichten

Auteur
:   Karl und Barb Zerning
Gemeente
:   Rügen
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5613-4
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rügen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Ist es verwunderlich, daß gerade in den letzten Jahren so viele Bücher erschienen, die uns Eindrücke von der Insel Rügen zu vermitteln suchen? Worin, so fragt man sich, liegen die Gründe für die zunehmende Beschäftigung mit dieser größten und wohl auch schönsten Insel Deutschlands?

Sicherlich ließen sich verschiedene Antworten finden. eine der häufigsten aber dürfte sein: die Sehnsucht des Menschen naeh unverbrauehter Natur, nach wechselvoller und dennoch harmonischer Landschaft. oder das Verlangen, sich aus einem von flüchtigen Reizen überfluteten Alltag zu lösen und sich in Ruhe den Gedanken und Empfindungen hinzugeben.

Was immer die Gründe sein mögen, Rügen erleben zu wollen, hier erwarten den Besucher vielfältige Möglichkeiten zur Erholung, Freude an den Naturschönheiten, aber auch Angebote geschichtliche, kulturelle und künstlerische Besonderheiten kennenzulernen . Wir möchten Sie einladen zu einer Rundreise über die Insel, die Sie anhand von alten Ansichten um die Jahrhundertwende mit vielen und zum Teil berühmten Sehenswürdigkeiten Rügens bekanntmachen sollen. Zuvor jedoch sollten wir uns noch etwas über unser Reiseziel informieren, wie es interessierte und wissensdurstige Reisende zu tun pt1egen. Rügen ist eine Ostseeinsel von fast 1 000 Quadratkilometern Größe. Sie ist vielfach zerklüftet und zerrissen. das tief ins Land eingedrungene Meer bildet zahlreiche große und kleine Binncngcwässer , die landschaftlich reizvollen Bodden und Wieken. Durch sie entstanden Halbinseln, die zum Teil durch schmale Landengen untereinander verbunden sind wie durch die Schaabe zwischen Jasmund und Wittow oder durch die Schmale Heide zwischen Jasmund und dem Inseikern.

Im Norden liegt die Halbinsel Wittow, im Nordosten Jasmund, irn Südosten Mönchgut, im Nordwesten Ummanz und im Südwesten Zudar. Rügen umgeben einige kleine Inseln wie VHm,

Oie und Ruden im Greifswalder Bodden. sowie im Nordwesten die Insel Hiddensee. Der westliche Teil Rügens ist eben, im Nordosten erheben sich die schroffen, steilen Kreidewände der Stubbenkammer.

Die bedeutendsten Anhöhen im Inselinneren sind die Rugard bei Bergen und der Tempelberg in der Granitz mit ihren Aussichtspunkten. Die Insel durchfließen nur kleine Bäche, aber mehrere Binnenseen wie der Schmachter See, der Selliner See, die Waldseen in der Stubnitz und Granitz, geben der Landschaft ein liebliches Gepräge. Beeindruckend sind Rügens Wälder mit ihren alten Eichen- und Buchenbeständen in Stubnitz und Granitz sowie die schattenspendenden Bäume der Alleen. Der Boden ist, abgesehen von einigen Sandstrichen und Torfmooren, sehr fruchtbar und ergiebig. Getreide und Raps werden vorwiegend auf Wittow geerntet. Rügens Viehzucht hat kerniges Schlachtvieh und Pferde, und das Meer liefert der Bevölkerung Nahrung durch den Fischfang. Die Bewohner der Insel sind gute Schiffer, Lotsen und Fischer.

Um 1900 ist Rügen ein Kreis im preußischen Regierungsbezirk Stralsund mit 45 185 Einwohnern. Rügen hat zu jener Zeit zwei Städte (Garz und Bergen), 73 Landgemeinden und 247 Gutsbezirke.

Neben Bergen, Garz, Put bus und Sagard als wichtige Ortschaften Rügens sind Altenkirchen auf Wittow Saßnitz mit Crampas auf Jasmund bemerkenswerte Dörfer, und Binz, Lohme, Göhren, SeHin sind jetzt schon gern besuchte Seebäder.

Die Insel Rügen hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Funde von Jagdwaffen weisen auf eine Besiedlung in der Altsteinzeit hin. Die Insel war ursprünglich germanisch besiedelt, wurde nach der großen Völkerwanderung wendisch. Der Name Rügen ist wohl von den Rugiern oder Rugen, einem zur gotischen Gruppe der Ostgermanen gehörenden Starnm, der

im ersten Jahrhundert nach Christi in Pommern ansässig war, abzuleiten. Um 600 nach Christi wurde die Insel von Slawen (Ranen) besiedelt. 1168 wurde Rügen unter Waldemar I. von Dänemark und dem Bischof Absalon von Roeskilde von Arkona aus erobert, Fürst Jaromar I. wurde dänischer Lehnsträger.

In den Jahren 1648 bis 1815 war Rügen mit Unterbrechungen vorwiegend unter schwedischer Herrschaft; auf dem Wiener Kongreß 1815 wurde die Insel Preußen zugesprochen.

Mit der Weiterentwicklung des Verkehrswesens auf Rügen entwickelte sich auch das Bäderwesen, so daß Rügen recht bald ein beliebtes und begehrtes Reiseziel wurde.

Zahlreiche Persönlichkeiten weilten hier und hielten ihre Erlebnisse und Eindrücke in Reiseberichten und Kunstwerken fest. Zu ihnen gehörten: Erst Moritz Arndt, Gotthard Ludwig Kosegarten, Johann Jacob Grümbke, Moritz und Otto von Dycke, Gebhard Leberecht von Blücher, Friedrich Drake, Johannes Brahms, Gerhart Hauptmann, Karl Friedrich Schinkel, Alexander von Humboldt, Fritz Reuter, Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich, Friedrich Preller d.Ä., Carl Gustav Carus, Max Dreyer, Bernhard Trittelvitz, Alfred Haas, Franziska Tiburtius, Otto von Bismarck und viele mehr. Neben den Dampferlinien von Stralsund, Greifswald und Stettin nach Rügen verkehrte ab 1883 die Eisenbahn von Altefähr nach Bergen und nach Erweiterung des Streckennetzes 1891 bis Saßnitz. Auch zwischen Bergen und Put bus (1889) sowie zwischen Putbus und Lauterbach (1890) wurden Eisenbahnverbindungen geschaffen. Das Netz der Kleinbahnstrecken, das in den Jahren 1895 bis 1899 auf Rügen errichtet wurde, hatte eine Länge von insgesamt 97,66 Kilometern. Die Badeorte Saßnitz, Binz, Sellin, Göhren, um einige zu nennen, werden Anziehungspunkte und begehrte Reiseziele für erho-

lungssuchende Badegäste. 1909 haben sich 14 Ostseebäder zum 'Rügenschen Ostseebäder-Verein' zusamrnengeschlossen.

Neben der heilenden Wirkung der reinen Wald- und Seeluft, erfreuen sich die Gäste an der einzigartigen, noch fast unberührten Landschaft und Natur Rügens. Der aufmerksame Wanderer kann Küsten- und Wasservögel und manchmal sogar Seeadler, Falken und Kraniche beobachten; auch die mannigfaltige Flora der Insel birgt manche Kostbarkeit wie zum Beispiel den Orchideenreichtum der Stubnitz. In den Wäldern Rügens leben Rot- und Damhirsche, Reh- und Schwarzwild sowie Niederwild.

Eine Großzahl Bodendenkmäler wie Brugwälle, Großsteingräber und Findlinge weisen auf eine kulturgeschichtlich interessante Vergangenheit hin. Rügen ist ein sagenumwobenes Eiland - Geschichten und Sagen von Opfersteinen, Teufelsseen, Ringwällen, Tempeln und Thingstätten u.s.w., sowie Sitten, Bräuche und Muttersprache der Insel bleiben in der Bevölkerung lebendig und werden an die Nachkommen überliefert. Nicht nur die Rügenlandschaft mit ihren feinsandigen Stränden, den dunklen Hainen, weißen Kreidefelsen, malerischen Inseln und Halbinseln faszinieren den Besucher, auch alte Kirchen, Schlösser und Parks, Gutshäuser und Badeorte bezaubern durch ihre Schönheit und beeindrucken den Gast. Vieles davon existiert heute leider nicht mehr oder ist arg zerfallen; manches zerstörte menschliche Unvernunft.

Wir möchten Ihnen mit unseren Bildern einen Eindruck von Rügen vermitteln, so wie es sich um die Jahrhundertwende dem Besucher darbot. Begleiten Sie uns, steigen Sie in unsere Kutsche und reisen Sie rnit uns über die Insel!

1. Unsere Reiseroute führt uns von Stralsund nach Altefähr , Gingst über die Wittower Fähre auf die Halbinsel Wittow entlang der Schaabe zur Halbinsel Jasmund; von dort über die Schmale Heide zur Halbinsel Mönchgut, dann über Lauterbach, Putbus, Bergen. Garz und über die Glewitzer Fähre zurück zum Festland.

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RügisC'htr Bodden

2. In der alten Hansestadt am Sund kommen zumeist die Rügenbesucher an. Hier sehen wir den Bahnhof Stralsund um 1900. Auf dem Bahnhofsvorplatz warten Kutschen und Reisewagen. um die Reisenden zur Fähre zu bringen.

nach Rügen

3. Der Fährbetrieb mit kleinen Booten ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Ab 1856 wurde der erste Dampfer zur Überfahrt eingesetzt, der wegen seiner Breite im Volksmund als 'Flunder' verspottet wurde. Im Juli 1883 richtete die Königliche Eisenbahndirektion Stettin einen Eisenbahnfährschiffbetrieb von Stralsund nach Altefähr ein. Die Ansicht zeigt das Trajektschiff 'Bergen' auf der Überfahrt nach Rügen,

4. In den Jahren 1932 bis 1936wurde der Rügendamm überden 2,5 km breiten Strelasund gebaut. Für das Projekt wurden 2,6 Millionen Kubikmeter Boden bewegt, 11 800 Tonnen Eisen und Stahl, sowie 48 000 Kubikmeter Beton verbaut. Am 5. Oktober 1936 wurde der Damm, eine technische Meisterleistung, eingeweiht. Die Bilder zeigen uns den Beginn des Dammbaues und die Brücke kurz vor ihrer Fertigstellung.

· Ostseebad ALTEFÄHR a. Rügen - Badeanstalten

5. Wir nähern uns Altefähr. Vom Trajektschiff aus sehen wir schon die Badeanstalten des kleinen Ostseebades, das sich laut Reiseführer durch 'guten Wellenschlag' auszeichnet. Der Ort, mit seinen 900 Einwohnern, bietet seinen Gästen neben zwei Badeanstalten ein Kurhaus, das auf einer Anhöhe in einem schönen Park steht. Bemerkenswert ist die achteckige Turmhaube der Kirche.

6. Aufunserer Fahrt machen wir einen kurzen Abstecherzum Gutshaus Ralow. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut, ist ein zweigeschossiges Traufenhaus und besticht durch seinen Stufengiebel und eigenartige Fensterformen. Das Gut war im Besitz der Familie von der Hardt und Familie von Bagewitz. Die Sage bringt Ralow mit Störtebeker in Verbindung. An der Westküste Rügens soll die Raubburg der Ralunken in Ralow gewesen sein. von der Störtebeker mit den zwei Ralow-Brüdern Handelsschiffe gekapert haben soll.

7. In Gingst entwiekelten sich im 13. Jahrhundert die Handwerkerzünfte , besonders Tuchrnachcr, Weber und Schneider. Ende des 18. Jahrhunderts hat der Pastor Joharm Gottlieb Picht, ein Freund E.M. Arndts und eifriger Mitstreiter gegen die Leibeigenschaft, den Zweig der Damastweberei in Gingst gefördert. 1773 entläßt Pastor Picht als erster die Untertanen aus der Leibeigenschaft; diese wurde dann 1806 vom Schwedischen König für Rügen und Vorpommern aufgehoben.

8. Das Schloß Capelle, ca 1 km von Gingst entfernt, wurde um 1843/44 erbaut. Es befand sich im Besitz der Familie von Platen. Es ist umgeben von einem Park, der im englischen Stil angelegt wurde. Heute beherbergt das modernisierte Gebäude ein Alten- und Pflegeheim.

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