Rheinbach in alten Ansichten

Rheinbach in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Wilfried Matanovic
Gemeente
:   Rheinbach
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3011-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinbach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Sammeln von Ansichtskarten, das um die J ahrhundertwende schon einmal sehr beliebt war, hat sich in den letzten Jahren zu einer besonderen Form der Freizeitgestaltung entwickelt. Die heutigen Sammler verdanken dabei der Sammelleidenschaft ihrer Urgroß- und Großeltern, daß überhaupt noch eine größere Zahl von Abbildungen über die bauliche, industriell-technische und gesellschaftliche Entwicklung um 1900 vorhanden sind. Die um diese Zeit aufgenommenen privaten Fotografien würden sicherlich nicht ausreichen, um den heutigen Heimatforscher und -sammler oder denjenigen, der es als Ansichtskartensammler zu werden beginnt, genügend Material zur Verfügung zu stellen. Somit kann die bebilderte Postkarte, von der die ersten Exemplare um etwa 1870 hergestellt wurden, für diesen Zeitraum allmählich die Funktion übernehmen, die für die vorangegangenen Zeiten Radierungen und Stiche hatten.

Der vorgelegte Bildband geht fast ausschließlich auf alte Ansichtskarten von Rheinbach und seiner Umgebung zurück, die zum größten Teil von früheren Rheinbacher Verlagen hergestellt wurden und durch das Sammeln und Tauschen aus vielen Gegenden Deutschlands sowie dem angrenzenden Ausland

(Niederlande, Belgien, Frankreich) wieder zusammengebracht worden sind.

Dern Charakter des Buches entsprechend war es nicht als Aufgabe gestellt, eine historisch-wissenschaftliche Fotodokumentation über die jahrhundertlange Geschichte der Stadt Rheinbach zusammenzustellen. Auch kunstgeschichtliche Fragestellungen bleiben im Hintergrund. Es ist vielmehr beabsichtigt, dem Betrachter einen optischen Eindruck Rheinbachs vor rund 70 bis 80 Jahren zu vermitteln. Es soll ein Bild - eine Art 'Schnappschuß' , nicht ein historischer 'Film' - aus dieser geschichtlichen Zeit der Stadt und dem Leben ihrer Einwohner entstehen.

Die Aufgabe des Begleittextes besteht allein in einer Unterstreichung der Bildaussage. Gerade der Leser, der das Dargestellte nicht mehr aus eigener Anschauung kennt, soll sich hierdurch informieren können. Der Text wurde nach eigenen Ermittlungen und unter Benutzung von Literatur geschrieben. Für ihre erhebliche Unterstützing ist vor allem den alteingesessenen Rheinbachern Jakob Berg und Michael Krautwig zu danken.

An Literatur wurde insbesondere verwandt:

Führer durch Rheinbach, seinen Wald und dessen

nächste Umgebung. Herausgegeben von W. Bung, Essen-W. 1904.

Carl-Wilhelm Clasen, Stadt Rheinbach, 1. Auflage, Rheinische Kunststätten, Heft 249, Neuss 1981. Rheinbach, 3. Auflage, Schriftenreihe 'Die schöne Eifel'. Herausgegeben vom Eife1verein, Trier 1982. Faltblatt: Rheinbacher Burg. Herausgegeben von der Stadt Rheinbach, Text: H. K1aes, o. J.

Für den Leser mit besonderem historischen Interesse und als Hintergrund sei noch ein kurzer Abriß der Geschichte Rheinbachs gegeben.

Rheinbach liegt am Nordrand der Eifel, wo sich die frühmittelalterliche Heerstraße Aachen-Frankfurt mit einer Abzweigung der ehemals römischen Straße Köln-Trier kreuzt. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet wurden römische Siedlungsreste nachgewiesen. In karolingischer Zeit wird die 'villa Reginbach' Königsgut, die 762 von König Pippin und seiner Gemahlin Bertrada der Abtei Prüm übertragen worden war. Im Jahre 1178 bricht mit Emelricus de Rheinbach die Herrschaft des Rheinbacher Rittergeschlechtes an. Als letzter Prümer Lehnsmann überträgt 1246 Friedrich von Hochstaden das Rheinbacher Lehen

seinem Bruder Conrad, dem Erzbischof von Köln.

Im Jahre 1299 wird Reymbach als eine befestigte Stadt mit Mauer, Markt und Bürgerrecht bezeichnet. Der Erzbischof von Köln erwirbt 1343 alle Rechte an Burg und Stadt und setzt Amtmänner an die Stelle der Ritter. 1427 wird Rheinbach erstmals vom Erzbischof von Köln an den Amtmann Johann von Ringsheim verpfändet. Von weimarischen und hessischen Truppen wird die Stadt 1644 niedergebrannt, 1673 von den Soldaten des Prinzen von Oranien zerstört. Einige Jahre später vernichten Brände viele Häuser.

Von 1794 bis 1815 ist Rheinbach nach der Besetzung durch französische Truppen Kantonshauptstadt. Im Jahre 1816 wird Rheinbach Kreisstadt. Der Landkreis Rheinbach wird 1932 an die Landkreise Bonn und Euskirchen verteilt. Die heutige Stadt entsteht 1969. Sie wird aus der ehemaligen Stadt Rheinbach und den Gemeinden des Amtes Rheinbach-Land gebildet. Diese Gemeinden sind Flerzheim, Hilberath, Neukirchen, Niederdrees, Oberdrees, Queckenberg, Ramershoven, Todenfeld und Wormersdorf.

1. Wer zwischen 1900 und 1910 vorn Hexenturm hinunter auf Rheinbach in Richtung Pfarrkirche sah, diirfte dieses Stadtpanorama vor sich gehabt haben, das einen großen Teil des heutigen Stadtkerns umfaßte. Links im Bild ist die Bachstraße zu erkennen. Das quer verlaufende Dach im Vordergrund gehörte zu einern Sägewerk, das noch mit Wasser angetrieben wurde. Hier steht heute die Grundschule. Das sich links am Rande in mittlerer Bildhöhe deutlich abzeichnende Backsteinhaus war die Vikarie; heute ist hier das Jugendheim.

2. Der obere Teil der Abbildung zeigt eine Gesamtansicht von Rheinbach aus der Richtung Peppenhoven/Rarnershoven im Jahre 1901. Deutlich sind die Türme, Pfarrkirche und Wasserturm erkennbar. Die Eisenbahn fährt in Richtung Meckenheim. Das 'Kreisgebäude' (unteres Bild) dürfte das mirtelalterliche Rathaus gewesen sein. Es stand gegenüber der heutigen Pfarrkirche arn ehemaligen Marktplatz (heute 'Am Bürgerhaus'). Das 'Kriegerdenkmal' (Abbildung darüber) stand früher arn Wilhelmsplatz.

Rheinbach. fm Eulenlurm



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3. Der Hexenturm ist einer der drei Türme, die neben dem Burgtor und einem Torbogen bis heute noch von einer einst sehr ansehnlichen Burg und den Stadtbefestigungen erhalten sind. Er war der Bergfried der Burg und wurde wie diese im 12. Jahrhundert erbaut. Der Name stammt von seinem Kellerverlies, das zeitweilig als Hexenkerker diente. Während des Dreißigjährigen Krieges, als es überall in Deutschland Hexenprozesse gab, ist es in Rheinbach und Meekenheim zu besonders schrecklichen Verfolgungen gekommen. Zwischen 1631 und 1636 sollen allein im Raum Rheinbach ungefähr 130 Personen verbrannt worden sein. Der Hexenturm, hier mit der früheren Tombergerstraße abgebildet, wurde wegen seiner späteren 'Insassen' auch Eulenturm genannt.

4. Dieser Bliek auf den Hexenturm aus dem Jahre 1913 zeigt im Vordergrund die heutige Burgstraße. Das erste Haus rechts gehörte einem Lumpensammler. Der Hexenturm trägt hier noch nicht die spitze Dachhaube, die später - in Anlehnung an die mittelalterlichen Soldatenspitzzelte - als Regenschutz aufgesetzt wurde.

5. Von der heutigen Weiherstraße aus gesehen, ist der Hexenturm hier abgebildet. Im Vordergrund ist einer der Wassergräben ('Weiher') erkennbar, die die Stadtmauer umgaben und heute nicht mehr erhalten sind, Auf den rechts des Weihers liegenden Wiesen wurde Wäsche gebleicht ('op de Bleech'). Links im Bild sind die Scheunen des ehemaligen Himmeroder Hofes erkennbar.

6. Dieser spitze Torbogen der Burg steht heute noch in restaurierter Form - in der Nähe des Hexenturms. Die Madonnenstatue auf dem Tor ist nicht mehr erhalten.

7. Dieses ehemalige Burgtor, 'Orgel' genannt, steht hier noch inmitten einer grünen Landschaft. Es befindet sich in der Nähe des Hexenturmes, wurde restauriert und trägt heute wie die Türme ein sehützendes Dach. Dieses Burgtor, der Torbogen (Nr. 6) und der Hexenturm sind heute in den Komplex der 1948/49 erbauten Grundschule an der Bachstraße einbezogen.

8. Auch der Wasemer Turm an der Ecke Prümer WalljPützstraße trug früher, als er noch von Bäumen eingerahmt war, kein Spitzdach. Er wurde als dreigeschossiger Rundturm im 12. Jahrhundert an der Südwestecke des ehemaligen Befestigungsringes aus Bruchstein errichtet. An der rechten Seite des Turms ist ein überdachter Steigerturm der freiwilligen Feuerwehr zu erkennen, der zu Übungen oenutzt wurde. Er ist Anfang 1950 abgerissen worden.

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