Rheinbrohl in alten Ansichten

Rheinbrohl in alten Ansichten

Auteur
:   Hansfried Schaefer
Gemeente
:   Rheinbrohl
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4778-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinbrohl in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Rheinbrohl ist einer jener uralten Orte am Rhein, deren Ursprung im Dunkel der Geschichte verschwindet. Die Kelten bauten ihren 'caer' , das heißt 'Wohnstätte' , am Ende des Kaltenbachtales. Da die Rheinbrohler Rheintalaufweitung damals größtenteils versumpft war, wurde diese Wohnsiedlung 'Brohl' genannt, was in unserer heutigen Sprache nichts anderes als 'Sumpf bedeutet. Eine Namensgebung, die im Rheinland öfters vorkam. Das veranlaßte später die Römer, die Namen dieser gleichlautenden Orte zu differenzieren. So benannten sie die Heimat unserer Vorfahren 'Brule trans rhenum', das 'Brohl jenseits des Rheines' , woraus im späten Mittelalter 'Rheinbrohl' wurde. Die älteste, uns erhaltene Urkunde vom 9. Mai 877, weist den Flecken als alten Besitz der Abtei Nivellen in Brabant aus. 1260 fällt die Herrschaft an die Grafen von Sayn, 1613 an Kurtrier und 1815 an Preußen.

Der seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ummauerte Ort erstreckte sich als schmaler Streifenvon der Gertrudenkapelle zur Pfarrkirche. Hauptstraße war bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts die Kirchstraße, an die die Gotteshäuser, öffentlichen Gebäude und wichtigsten Höfe angrenzten.

Fast 2 000 Jahre lang waren Land-, Wald-, und seit der Römerzeit, Weinwirtschaft die Haupterwerbsquellen der Rheinbrohler Bevölkerung. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ändert sich das grundlegend. 1866 beginnt der Bahnbau, 1867 gründet Jakob Hilgers seine Fabrik, 1897 wird der Arienheller Sprudel erbohrt und 1898 beginnt der Basaltabbau. Für Rheinbrohl hatte das Industriezeitalter begonnen. Die bis dahin übliche Abwanderung junger Rheinbrohler wurde gestoppt, und es erfolgte ein Zuzug auswärtiger Familien. Die Bevölkerungszahl begann stetig zu steigen, und mit der damit verbundenen Bautätigkeit dehnte sich die Ortschaft weit über die alten Grenzen hinaus aus. Eine Entwicklung, die sich bis zum Zweiten Weltkrieg fortsetzte.

Zu damaliger Zeit begann auch für eine Technik der Siegeszug, die heute zum Allgemeingut geworden ist, die Fotografie. Sie ermöglichte das dauerhafte Festhalten des Ortsbildes, der Heimat- und Familienfeste. Im Feuersturm des Zweiten Weltkrieges verlor Rheinbrohl besonders viel an Bausubstanz, Kulturgut und persönlichem Eigentum. So können wir froh sein, daß sich in einigen Familien alte Fotos erhalten haben, die das Rheinbrohl unserer Großeltern zeigen und Einblick geben in ihre Lebensumstände.

Es kann nicht Sinn dieses Buches sein, möglichst vollständig das Rheinbrohl zwischen 1880 und 1930 zu zeigen. Das wäre mit diesen wenigen erhaltenen Momentaufnahmen wohl auch kaum möglich. Vielmehr soll es den Älteren eine Rückbesinnung ermöglichen und für die Jüngeren die Möglichkeit bieten, sich eine Vorstellung zu machen, wie es in Rheinbrohl vor mehr als fünfzig Jahren aussah und wie die Menschen in jener Zeit hier lebten.

An dieser Stelle danken wir all jenen Bürgern, die uns freundlicherweise die alten Aufnahmen zur Verfügung stellten und so mithalfen, dieses Werk entstehen zu lassen. Besonders danke ich Herrn Robert Scharrenbach, der bei der Bildauswahl wesentlich mithalf, Frau Trudel Zimmermann, welche die Begleittexte in eine lesbare Form brachte, sowie Herrn Gregor Pütz, der die Korrektur las.

Rheinbrohl, imMärz 1989

Hansfried Schaefer

1. Rheinbrohl um 1880 von der anderen Rheinseite aus gesehen. Deutlich ist noch die alte Bebauungsstruktur mit der Massierung der Häuser beidseitig der Kirchstraße zu erkennen.

Im Vordergrund sehen wir dominierend die 'Maas', den Hof des Klosters Sankt Thomas in Andernach, jahrhundertelang vorher Besitz der Abtei Kaiserswerth. Auf ihm sind zwischenzeitlich Kamine emporgewachsen, denn seit 1867 betreibt Jacob Hilgers seine Fabrik auf diesem Gelände. Die neue Verzinkerei ist rechts neben dem alten Hofgebäude zu sehen.

Die 'Rheinische Eisenbahn' verläuft noch auf Straßenniveau, wie an der Gei:trudenkapelle zu sehen ist. Der alte Bahnhof fehlt noch, dafür ist aber die heute verschwundene große Scheune des Gertrudenhofes gut zu sehen, in derem oberen Geschoß vermutlich das Gesinde wohnte. Die Bebauung nach Norden endet mit der alten Volksschule, die 1975 abgerissen wurde.

Am Fuße des Kirchturmes kann man noch das kleine 'Nachtwächterhaus' , das an der Stelle der heutigen 'Lourdesgrotte' stand, ausmachen. Über der Verzinkerei kann man jenseits der Hauptstraße, neben dem Saalbau des Hotels 'Zur Traube', sehr gut das Gebäude der Rheinbrohler Synagoge erkennen.

2. Wenn man nach der Jahrhundertwende von Süden auf Rheinbrohl blickte, stand fast einsam das Haus Schwarz am südlichen Ortsende. Hier mündete auch die alte 'Leisgasse' , vom Gertrudenhof kommend, an den ersten Hilgersgebäuden diesseits der Eisenbahn vorbei, in gewundenem Lauf duch die Felder führend, auf die alte Landstraße nach Hammerstein. Ihren Namen soll sie vom alten 'Elisabethenkloster' gehabt haben, dem ersten Rheinbrohler Hospital zur Versorgung der Kranken. Es lag ungefähr im Bereich des heutigen Güterbahnhofes, war jedoch bereits Ende des 16. Jahrhunderts während der Reformation aufgegeben worden.

Zwischen der Leisgasse und der Landstraße verlief ein weiterer Weg, an dem die Hilgersschen Stallungen und die Hilgerssche Villa lagen, der bis zur heutigen Poststraße führte.

~russ aus Rheinbrohl

3. Bliek vom Minneberg auf die Hilgerssche Fabrik. Um die Jahrhundertwende hat die Hilgers A.G. bereits eine wesentliche Ausdehnung erreicht. Die Betriebsanlagen nehmen schon jenseits der Bahn die ganze Fläche zwischen heutiger Fährstraße und Schulstraße ein. Am Rheinufer ist zwar noch zwischen den Kaminen das mächtige Walmdach der früheren 'Maas' zu erkennen, in dem wohl noch die Verwaltung untergebracht war, denn rechts im Bild steht bereits die 'Hilgerssche Villa', in der nunmehr die Familie FlescheHilgers wohnt. Diesseits der Eisenbahn steht bereits das Gebäude, in dem sich heute der Haupteingang zum Werk befindet, mit einer neuen Werkhalle links davon.

Rechts zwischen Hilgers und dem Gertrudenhof kann man recht gut den 'alten Bahnhof erkennen. Davor das als Eckhaus errichtete 'Bahnhofshotel' mit seinem langgestreckten Saalbau entlang der Bahnhofstraße, der heutigen Poststraße. Es scheint auch über ein großes Gartenrestaurant verfügt zu haben.

In Bildmitte das Stallgebäude von Hilgers mit Kutscherwohnung. Davor rechts das villenartige Gebäude, in dem über mehrere Jahrzehnte der bekannte Rheinbrohler Arzt Dr. Boesch seine Praxis betrieb.

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Schüssler Rheinbrohl 1900.

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4. Bis zum Ersten Weltkrieg hatte sich das Bild Rheinbrohls schon wesentlich geändert. Die Bebauung entlang der Hauptstraße reichte im Süden, wie heute noch, bis zum Haus 'Löwenherz' und im Norden bis zur Abzweigung Maria-Hilf-Straße.

Die Vogtstraße war nur bergseitig, Schulstraße und Wilhelmstraße waren dagegen fast ganz bebaut. Einsam stand in der heutigen Pfarrer-Volk-Straße ein Haus an der Kleinbahn, die vom Malberg zum Rheinbrohler Rheinufer führte. Hier sind zwei Verladestationen zu erkennen, an denen die Schiffe beladen wurden. Eine befand sich in Höhe der Kirchstraße vor den Hilgers-Werkhallen und die zweite an der Stelle, wo heute noch die Verladenanlage der Firma Kali-Chemie ist.

An großen Gebäuden sind zu erkennen: links das neue Pfarrheim, unterhalb des Pfarrhauses das Kloster, darunter die zwei großen Schulgebäude in der Schulstraße und ganz rechts der neue Bahnhof.

Die 'Maas' ist verschwunden und an deren Stelle stehen neue Werkhallen.

Rheinbrohl, vom Schloß Rnemeck gesehen

5. Um 1920 herum erschienen die ersten Luftbilder, oft aus Zeppelin-Luftschiffen heraus gemacht.

Dieses Foto zeigt bei einem Anflug von Süden den Bereich Hauptstraße vom Hause Spitzlay bis zum Markt. Deutlich ist im rechten Vordergrund, zwischen Haus Bündgen und dem Postgebäude, das relativ kleine Gotteshaus der jüdischen Gemeinde, die Synagoge, durch eine Pappelgruppe leicht verdeckt, zu erkennen. Gegenüber sieht man das Gasthaus 'Zur Traube' mit Saalgebäude und darüber die großen Wohnhäuser hinter der Post, die heute noch stehen.

Ganz links am Bildrand erkennt man Saal und Kelterhaus des 'Winzervereins', am Marktplatz gelegen, und auf der gegenüberliegenden Straßenseite das ehemalige Rheinbrohler 'Bankenviertel' . In dem größeren Haus, früher Gasthaus 'Zur Sonne', an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße, betrieb die Familie Floer die 'Rheinbrohler Darlehenskasse' und versorgte Landwirte und Feierabendgärtner mit Saatgut und Düngemittel. Im danebenliegenden Gebäude, mit dem Giebel zur Hauptstraße weisend, hatte die Kreissparkasse ihren Schalterraum. Anstelle dieser beiden Häuser steht heute das große Wohn- und Geschäftshaus, in dem die Volksbank untergebracht ist.

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