Rheinbrohl in alten Ansichten

Rheinbrohl in alten Ansichten

Auteur
:   Hansfried Schaefer
Gemeente
:   Rheinbrohl
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4778-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinbrohl in alten Ansichten'

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11. Der Gertrudenhof ist der traditionsreichste Hof Rheinbrohls, aufs engste mit seiner Geschichte verbunden. Er ist etwa seit Mitte des 7. Jahrhunderts historisch zu erfassen als Besitz der Abtei Nivellen in Brabant, die auch bis ins hohe Mittelalter die Landeshoheit über Rheinbrohl ausübte.

Die älteste, uns bekannte Urkunde mit der Erwähnung Rheinbrohls, vom 9. Mai 877, befaßt sich mit den Besitzungen des Gertrudenhofes. Erst 1706 verkaufte Nivellen den Hof an den Trierer Kurfürsten Hugo von Orsbeck, der sein Wappen über der Tür zur Kapelle anbringen ließ. Über seine Geschwister gelangte der Hof in die Hand des Adels und erst 1961 durch Kauf in den Besitz der Gemeinde Rheinbrohl. Diese übergab durch einen Schenkungsakt die Kapelle an die katholische Pfarrgemeinde.

Unser Bild zeigt den Getrudenhof um die Jahrhundertwende als Bauernwirtschaft des Grafen von Dorth, Burg Neckarsteinach. Durch einen Anbau ist das Wohnhaus noch mit der Kapelle verbunden, ebenso sind an der Vogtstraße noch große Stall- und Scheunenbauten vorhanden. Auf der Wetterseite ist das, heute auch hier freiliegende, Fachwerk, noch verschiefert. Das Dachgeschoß wurde zur Lagerung von Futter und Stroh verwendet. Am Turmfenster der Kapelle kann man noch den alten, romanischen Bogenfries erkennen, der heute leider überputzt ist.

12. Dieses Bild zeigt den Altar der Gertrudenkapelle etwa um die Jahrhundertwende. Gearbeitet wurde er etwa Mitte des 17. Jahrhunderts. Er war gekrönt von einem zwischen zwei Engeln 'gen Himmel fahrenden Bischof. Eigenartig an dieser Figur ist, daß der Bischof seine Mitra nicht auf dem Kopf trägt, sondern sie steht zu seinen Füßen. Als Mittelbild ist Sankt Gertrud zu sehen, eine Statue des 19. Jahrhunderts.

Das Antependium an der Altarunterseite ist ein Ölgernälde von 1765 und zeigt Sankt Gertrud, Brot an Bedürftige verteilend. Es befindet sich noch heute am gleichen Platz.

Die Wände der Kapelle waren bemalt, aber sehr stark durch aufsteigende Feuchtigkeit beschädigt. Aus diesem Grund war auch der Sockel mit Wandplatten verkleidet, ähnlich denen in der katholischen Pfarrkirche. Rechts und links des Altares stehen auf Konsolen die alten, wertvollen Figuren der heiligen Gertrud und des heiligen Nepomuk, die 1936 vom damaligen Besitzer nach Neckarsteinach verbracht wurden.

13. Lange Zeit stand, fast einsam, am Eingang zum Lampental die Maria-Hilf-Kapelle. Erst Ende der zwanziger Jahre begann die Wohnbebauung an der Maria-Hilf-Straße, bis in die Nähe der Kapelle heranrückend. Diese kleine Andachtsstätte ist das Vermächtnis von Fräulein Gertrude Roos, die ihr Leben lang unermüdlich tätig war, um diese Gnadenstätte der Gottesmutter zu erbauen und zu erhalten. An diesem Platz stand vorher in einem sehr verfallenen Bildstock eine Madonnenstatue, die im vorigen Jahrhundert bei einem Hochwasser angeschwemmt worden sein soll. Fräulein Roos begann zu werben und um Gaben zu bitten, um diesem Gnadenbild eine würdige Unterbringung zu verschaffen. So konnte 1871 der Grundstein gelegt und am 2. Juli 1874 die Maria-Hilf-Kapelle kirchlich eingesegnet werden.

Die ganz aus Spenden errichtete Gnadenstätte ist den Rheinbrohlern sehr ans Herz gewachsen. Besonders in den Jahren der großen Kriege suchten viele Frauen und Mütter hier im Gebet Zuflucht und fanden Trost bei der Gottesmutter.

14. Das Bild zeigt den Altar der Maria-Hilf-Kapelle in seiner früheren Gestalt. Das Gnadenbild steht in einem einfachen Schrein, der spitzgiebelig abgedeckt ist. Dieser Schrein ist vermutlich nachträglich auf den Tabernakel des Altares aufgesetzt worden.

In den Fenstern erkennen wir noch die relativeinfache Verglasung. Die Fensterfaschen waren farblich abgesetzt und die Gewölbe mit Sternen verziert. Das Gestühl war uneinheitlich, wie man an den Bankwangen erkennen kann.

Das schmiedeeiserne Gitter mit der handgearbeiteten Opferbüchse in der 'hiergeöffneten Tür', stammt aus der Erbauungszeit der Kapelle und ist eine Arbeit des Schmiedemeisters Bündgen von der Hauptstraße. Die alte Schmiedewerkstatt hat sich, obwohl heute nicht mehr benutzt, im Hause Frömbgen in der Nähe der Post, erhalten.

15. An exponierter Stelle an der Hauptstraße errichtete die Gemeinde ein Krieger-Denkmal für die Gefallenen der Kriege 1866 gegen Österreich und 1870/71 gegen Frankreich. Es wurde am 1. August 1909 enthüllt. Das mit dem preußischen Adler gekrönte Denkmal trug unter dem eisernen Kreuz acht Namen. Unter dem Datum 1866: Unkel Heinrich. Unter dem Datum 1870/71: Anheuser Heinrich Kramer Franz Kramer Jakob Labonde Peter Loewenherz Samuel Schneider Anton und Zwick Bernhard.

Dem heutigen Betrachter des Bildes mutet es fast unheimlich an, daß an den beiden Seiten des Denkmals offensichtlich Platz belassen wurde für weitere Marmortafeln. War es nur ein architektonisches Element oder ahnten die damaligen Erbauer bereits, daß genau fünf Jahre später ein weiterer, furchtbarer Krieg beginnen würde? Dieser forderte so viele Kriegstote, daß der belassene Platz kaum ausgereicht hätte, um später die Namen anzubringen.

Das Denkmal wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Zwei unzerstörte Namenstafeln wurden später an der Außenwand der neuen Friedhofskapelle befestigt, nachdem auf dem Denkmalgrundstück ein neues Wohn- und Geschäftshaus erbaut wurde, in dem sich heute die Gaststätte 'Adria' befindet.

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