Rheinbrohl in alten Ansichten

Rheinbrohl in alten Ansichten

Auteur
:   Hansfried Schaefer
Gemeente
:   Rheinbrohl
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4778-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinbrohl in alten Ansichten'

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Rheinbrohl - Hauptstraße

21. Am 8. Januar 1903 kaufte Pfarrer Volk vom Rheinbrohler 'Winzerverein' ein Grundstück an der Hauptstraße, um darauf eine 'Bewahrschule' zu bauen. Viele hielten damals eine solche Anstalt für Rheinbrohl als überflüssig. Sehr langsam flossen die Mittel, so daß der Kirchenvorstand erst fünf Jahre später an's preußische Kultusministerium ein Gesuch zur Errichtung einer 'Bewahr-, Handarbeits- und Kochschule' richten konnte.

1910 wurde dem Antrag stattgegeben und Ostern 1912 konnte der Betrieb eröffnet werden.

Das repräsentative Gebäude war von den Architekten Lang und Grod aus Essen entworfen und hauptsächlich von Rheinbrohler Handwerkern ausgeführt worden. Unser Bild ist um 1920 entstanden und zeigt das Haus in seiner ursprünglichen Gestalt. Es beherbergte im Dachgeschoß noch einen dritten, großen Saal. Wie gut wirken doch die alten Sprossenfenster gegenüber den blassen Ganzglasfenstern unserer Tage. Interessant ist auch das Warnschild im Vordergrund des Bildes. Es warnte vor einer Straßenschranke in Höhe der heutigen Gärtnerei Becker, weil dort die Mahlberg-Kleinbahn die Hauptstraße überquerte.

22. In der Vogtstraße stehen gegenüber dem Gertrudenhof zwei alte Gebäude, die mit zu den schönsten gehören, die sich in Rheinbrohl erhalten haben. Das rechte wurde 1585 und das Eckhaus 1622 erbaut. Ursprünglich zum 'Andener-Marienhof' gehörig, wurden sie 1647 an die Karthause zu Köln verkauft, daher auch der heute noch volkstümliche Name 'Karthaus' .

Das Bild zeigt die Situation um 1920. Noch sind die alten Sprossenfenster erhalten, die nachts durch Schlagläden geschützt wurden. Das Bild gibt uns auch einen guten Einblick in die untere Kirchstraße. Es zeigt uns links das damalige Aussehen der Bäckerei Scharrenbach und des Gasthauses 'Im Krug zum grünen Kranze'. Darüber steht das Haus des Schneidermeisters Koch, das jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. An gleicher Stelle steht heute ein Neubau, der noch im Besitz der Familie ist.

Eine saubere, ruhige Straße, noch nicht von parkenden Autos versperrt.

23. Auch der Marktplatz zeigt heute ein gänzlich verändertes Aussehen.

Hier ein Bild von der Südwestecke des Marktplatzes. Keines der hier abgebildeten Häuser hat den Zweiten Weltkrieg überstanden. In den zwanziger Jahren hatte der Metzgermeister Michael Emmel die frühere Bäcker- und Konditorei Walter übernommen und zu einem gutgehenden Gasthof mit Metzgerei ausgebaut. Der Name des Lokals 'Zum Ehrenmal' wurde wohl bei dem Bau des Ehrenmales auf der Lay übernommen.

Der Klinkerbau mit seinem ausgebauten Mansardendach, übrigens eine Bauart, die sich an anderen Stellen in Rheinbrohl einige Male erhalten hat, machte einen sehr repräsentativen Eindruck.

An gleicher Stelle steht heute ein Nachkriegsbau, in dem Tochter und Schwiegersohn unter demNamen 'Zum Hölz' die Gaststätte des Vaters weiter betrieben.

Das Haus Bündgen, links im Bild, sowie die schönen Fachwerkhäuser in der Bachstraße sind nach der Zerstörung durch Neubauten ersetzt worden.

24. Der Bliek in die obere Kirchstraße zeigt heute auch ein wesentlich verändertes Bild. Die rechte Seite hat im Zweiten Weltkrieg ebenfalls schwere Schäden erlitten und ist, soweit hier sichtbar, durch neue Häuser ersetzt worden. Die Häuser der linken Straßenseite sind in ihrer Substanz erhalten geblieben.

Das große Haus im Vordergrund, Besitz des Schuhmachermeisters Reuschenbach, hat heute zur Kirchstraße hin ein modernes Schaufenster, und der Eingang ist zur Ecke hin verlegt. Das darunter stehende Haus wurde nach dem letzten Krieg sorgfältig vom Putz befreit und das darunter gelegene Fachwerk freigelegt. Gleiches geschah am Haus Baer durch den heutigen Besitzer Bündgen.

Das Interessanteste an diesem Bild ist wohl der große Brunnen an der Straßenecke, an dem fleißige Frauen das für den Haushalt notwendige Wasser in verzinkten Eimern holen.

Das Foto dürfte um 1910 entstanden sein, weil1911 der Brunnen bereits abgebaut und die obere Kirchstraße ans Wassernetz angeschlossen war.

25. Der Brunnen ist auch in diesem Bild rechts im Vordergrund zu sehen, beim Bliek auf das Haus des damaligen Gemeindevorstehers und Weingutsbesitzers Joh. Krumscheid in der oberen Kirchstraße.

Die ausladende Dachgaube am Gebäude hatte einen sehr realen Zweck. Sie diente sozusagen als 'Kranausleger', an dem eine Rolle für einen Seilzug angebracht war. Mit diesem Seilzug wurden die Weinfässer in und aus dem Keller gehievt. Derartige Kellereingänge waren zumeist mit einer Falltür verschlossen, wie man sie auch heute noch vereinzelt im Ort finden kann. Im geöffneten Zustand ermöglichten sie einen weit besseren Zugriff von oben als bei unseren heutigen Kellereingängen.

Nach der Jahrhundertwende lies der Hausbesitzer vor seinem Haus eine Mariensäule mit davorstehendem Altartisch errichten, der am Fronleichnamsfeste als vierter Segensaltar während der Prozession diente. Nicht nur deshalb wurde das Haus damals im Volksmund 'Vatikan' genannt, sondern auch, weil die dort betriebene Gastwirtschaft hauptsächlich Stammlokal mehrerer katholischer Vereine war.

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