Rheinbrohl in alten Ansichten

Rheinbrohl in alten Ansichten

Auteur
:   Hansfried Schaefer
Gemeente
:   Rheinbrohl
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4778-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinbrohl in alten Ansichten'

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31. Auch die alten Einzelgehöfte in der Gemarkung hatten noch in den zwanziger Jahren ein völlig anderes Aussehen.

Hier der 'Lampenthaler Hof' im Jahre 1926. Er beherbergte damals noch Wohnung und Stallung unter einem Dach. Das um 1800 erbaute stabile Bruchsteinhaus war zur Hälfte, hier im Vordergrund, als Wohnhaus ausgebaut, während der Rest als feste Stallung, hauptsächlich für Milchkühe, diente.

Parallel zum Haupthaus stand, auf dem Bild fast ganz von Bäumen verdeckt, eine Scheune, die im Zweiten Weltkrieg abbrannte und später durch eine neue, größere, am gleichen Ort ersetzt wurde.

Das alte Haupthaus hat die Zeiten überstanden und wirkt nun fast wie ein Nebengebäude des heutigen, aus mehreren Wohn- und Wirtschaftsbauten bestehenden ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens.

32. Die gewerbliche Tätigkeit der Menschen um die Jahrhundertwende war noch ganz vorn Handwerklichen bestimmt.

So arbeiteten in der nicht sehr geräumigen Schuhmacherwerkstatt in der oberen Kirchstraße Meister Reuschenbach mit Sohn, einern weiteren Gesellen und zwei Lehrlingen. Der Meister ist mit der Anfertigung eines Maßschuhes beschäftigt, neben ihm hängen an der Wand die Leisten für die verschiedenen Schuhgrößen. Sein Sohn, in der Mitte des Fotos, zeigt stolz die Nähmaschine, die, ähnlich wie die Haushaltsnähmaschinen der Frauen damals, mit einer Fußwippe angetrieben wurden. Der Geselle arbeitet an einer Lederpresse, die mit dem großen Handrad betrieben wurde. Die beiden Lehrlinge sind mit Schuhreparaturen beschäftigt.

An den dunklen Wintertagen wurde die Werkstatt mit einer Petroleumlampe erhellt, die von der Decke herabhängt.

Alles in allem ein Bild der ruhigen, ausgeglichenen Tätigkeit, ein absoluter Gegensatz zu der Hektik im Arbeitsleben unsererTage.

33. Auch in der Hilgers A. G. stand die handwerkliche Tätigkeit 1896 noch stark im Vordergrund.

Die Schmiede possierten sich mit ihren schweren Hämmern und großen Zangen, um ihren Meister geschart, vor ihrer Werkstatt zum Erinnerungsfoto. Die großen Handwerkzeuge lassen die Schwere der Arbeit in der Schmiedewerkstatt erahnen, wo der Stahl in der Esse zur Weißglut erhitzt, mit Hammer und Vorschlaghammer auf dem Amboß in seine zukünftige Form gebracht wurde. Einige fertige Teile werden auch auf dem Bild vorgeführt, wie der dicke Flanschring rechts im Vordergrund und das Schmiedeteillinks im Bild.

Der Lehrjunge, vorne links im Bild, wird wohl anfangs viele Stunden den Blasebalg getreten haben, bevor ihn sein Meister in die Künste der Eisenbearbeitung mit Hammer und Amboß eingeführt hat.

34. Im Jahre 1918, bald nach Kriegsende, lieB die deutsche Heeresleitung in Rheinbrohl eine zusätzliche Brücke auf Hilgerspontons über den Rhein schlagen. Die Rheinbrohler Brücke diente etwa 80 000 Soldaten als Rheinübergang, die möglichst schnell auf das rechte Rheinufer gelangen muBten, um einer eventuellen Gefangenschaft zu entgehen. In Rheinbrohl muBte der letzte Raum freigemacht werden, um die übermüdeten Soldaten aufzunehmen. Die Einquartierung betrug zeitweise 2 000 Mann pro Nacht.

Auf unserem, vom Rheinbrohler Rheinufer aufgenommenen Bild, kommt gerade eine Kompanie Soldaten mit wehender schwarz-weiB-roter Fahne von Brohl herübergezogen. In der Mitte kann man einen reitenden Offizier erkennen, und der Dampf dahinter dürfte von einer in Betrieb befindlichen, fahrbaren Feldküche stammen.

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35. Die Lage am Rhein hat für die Anliegergemeinden nicht nur ihre schöne Seite durch den landschaftlichen Reiz, sondern auch Gefahren. Jahr für Jahr beobachten die Anwohner, besonders der unteren Ortsteile, das Anwachsen des Stromes im Advent und im Frühjahr nach der Schneeschmelze. 'Wird er über die Ufer treten? Welche Höhe wird das Wasser erreichen?' Nicht jedes Jahr, aber sehr oft, haben die Menschen dann mit den Tücken des Hochwassers zu kämpfen.

Im Jahre 1924 war ein besonders extremes Hochwasser, wie wir auf dem Bild von der Hilgersstraße sehen können. Das Wasser stand kurz unter den Fensterbänken der dortigen Häuser, so daß die Wohnungen in den Erdgeschossen ganz überflutet sein mußten. Wie heute noch, so versuchte auch damals die Feuerwehr den Anwohnern zu helfen und sie mit einem Nachen zu erreichen, um sie mit dem Notwendigsten zu versorgen.

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