Rheine in alten Ansichten

Rheine in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Ludwig Mengels und R. Breuing
Gemeente
:   Rheine
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1727-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheine in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Frühjahr 1975 veranstaltete der Heimatverein Rheine im Bürgersaal des Falkenhofes die Ausstellung 'Alt-Rheine', Die dreihundert Postkarten und Fotos belegten einen wichtigen Zeitabschnitt in der Geschichte der Stadt. Es wurde nämlich deutlich, daß der Anschluß an das Eisenbahnnetz und die Ansiedlung der Textilindustrie die kleine mittelalterliche Ackerbürgerstadt in eine rasch wachsende industriell bestimmte Stadt verwandelte.

Mehrere Tausend Bürger besichtigten die Ausstellung; und viele Hinweise zu einzelnen Ausstellungsstücken konnten vom Heimatverein gesammelt werden. Die Ausstellung konnte nur dadurch zustande kommen, daß viele Bürger alte Postkarten und Fotos bereitstellten. Für den Heimatverein sammelte K.-G. Hoffkamp jahrelang all diese Dokurnente, die noch durch Fotos des Landesdenkmalamtes Westfalen-Lippe in Münster ergänzt wurden. So sei hier allen gedankt, die zu der Ausstellung 'Alt-Rheine' und damit auch zu diesern Bildband beigetragen haben; denn die Fotos bilden eine Auswahl der im Jahr 1975 ausgestellten Bilder.

Da die meisten Postkarten die Altstadt und die altstadtnahen Teile darstellen, ist der Bildband in diesem Bereich nach Straßen und Gassen geordnet, während das übrige Stadtgebiet schwerpunktartig in seinen Stadtteilen erfaßt wird.

Der Bildband erreicht nur dann seine volle Aussagekraft,

wenn seine Dokumente in die geschichtliche Entwicklung der Stadt eingeordnet werden. So findet die Stadt ihren Ursprung in zwei Kernbereichen, nämlich einmal im Falkenhof, den Ludwig der Fromme im Jahr 838 dem Kloster in Herford als Königshof Reni schenkte, und zum anderen in der St. Dionysius-Kirche, die den Bereich der münstersehen Bischöfe mit dem Stadtrecht von 1327 kennzeichnete. Der Königshof bestand schon wohl zur Zeit Karls des Großen (768-814) als Schutz für die nahe Emsfurt. Um diesen Kern bildete sich die Thiegemeinde, die erst gegen 1460 mit der unmittelbar angrenzenden Stadt um die Dionysius-Kirche durch eine gemeinsame Schutzmauer verbunden wurde.

Mit der Vereinigung der beiden bisher selbständigen Gemeinden war die Festung Rheine geschaffen, welche besonders die schon im 14. Jahrhundert erwähnte Ernsbrücke sichern sollte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts umgaben Mauer und Graben die Stadt, so daß sle sich vierhundert Jahre lang nicht ausweiten konnte und stets nur um zweitausend Einwohner hatte.

Der Eisenbahnbau und die Textilindustrie führten zu wachsenden Einwohnerzahlen, so daß ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Stadttore abgebrochen, die Festungsmauern geschleift und der Stadtgraben eingeebnet wurden. Um das Jahr 1900 hatte Rheine etwa zehntausend Einwohner, die in

der erweiterten Altstadt und vornehmlich in den neuen Stadtteilen rechts und links der Ems wohnten. Rheine hatte somit den entscheidenden Schritt von einer mittelalterlichen Landstadt zu einer industriell geprägten Stadt vollzogen.

Sowohl diesen Übergang als auch die weitere Entwicklung der Stadt bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges belegt dieses Buch mit wichtigen Fotos.

Während des Zweiten Weltkrieges zerstörten zahlreiche Bombenabwürfe besonders die Eisenbahnanlagen, mehrere Fabriken und den Stadtteil 'Hinter der Bahn', so daß erst nach den Jahren des Wiederaufbaues an eine langfristige Entwicklungsplanung gedacht werden konnte, die neben dem industriellen Bereich besonders verschiedenartige Einrichtungen zentraler Dienstleistungen berücksichtigte. Die Bedeutung der Stadt Rheine ist schon allein daran zu erkennen, daß sie seit der Eingemeindung des Amtes Rheine mit etwa 72 000 Einwohnern die größte Stadt des Kreises Steinfurt ist.

Augenblicklich erfährt die Altstadt in einigen Teilen eine durchgreifende städtebauliche Umgestaltung, die erhaltenswerte Gebäude zu berücksichtigen und neue Baukörper dem gewachsenen Bestand einzugliedern versucht. Aber nicht nur die Bebauung spiegelt die geschichtliche Entwicklung der Stadt wider, sondern auch das Netz der Straßen und Gassen

der Altstadt. So kann auch eine teilweise Änderung des Stadtplanes das kleinteilige Grundstücksgefüge des Stadtkerns in große Parzellen umwandeln, so daß die nachfolgende Bebauung das bisher harmonische Stadtbild überlastet und verzerrt.

Möge dieses Buch den Leser dazu veranlassen, sich mit der Geschichte und Gegenwart der Stadt noch stärker zu beschäftigen, so daß ein wacher Bürgersinn auch die Zukunft dieser Stadt mitgestaltet.

Fotos:

Landesdenkmalamt Westfalen-Lippe in Münster: 23, 27-30, 35, 38, 39,45,52,57,58,68, 73, 77, 120, 121, 128, 138, 139, 140, 146-148, 155.

Foto-Brand, Rheine: 89.

Texte:

R. Breuing: 3, 14-33, 35,38, 39, 45, 50-61, 67-73, 76, 77, 83,86,93,96-99, 107, 117, 119-121, 128-131, 136-156. K,-L, Mengels: Einleitung, 1, 2, 4-13, 34, 36, 37, 4044, 46-49, 62-66, 74, 75, 78-82, 84, 85,87-92,94,95,100-106, 108-116,118,122-127,132-135.

1. Die Altstadt mit St. Dionysius, Emswehr und Schleusenanlage um die Jahrhundertwende. Die dichtgedrängten kleinen Bürgerhäuser werden von der Stadtkirche überragt, die das Erscheinungsbild der Altstadt kennzeichnet. Nicht nur die Größe, sondern auch die erhöhte Lage am Rande der Emsaue machen St. Dionysius zum zentralen Banwerk. Weniger auffallend ist der helle Streifen vor dem weißen Giebelhaus am jenseitigen Emsufer. Es handelt sich dabei um die Stelle, an der die Frauen die Wäsche mit Emswasser wuschen. Noch heute bezeichnet der Volksmund diesen Teil der Altstadt als 'dat Waschkeschapp'.

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Emswebr

Pfarrkirche

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2. Wie um das Jahr 1910 verläuft auch heute noch der Schleusenkanal an der rechten Emsseite vom Wehr bis zur zweiten Schleuse. Nach einer Vereinbarung zwischen Georg IV. von Hannover und Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurde 1845 der Schleusenkanal mit der Schleuse fertiggestellt. Diese Anlage ist der Nachfolgebau einer Schleuse, die der bischöfliche Baumeister J.C. Schlaun schon 1746 bis 1748 errichtet hatte, Der Bau der Eisenbahnlinien ab 1856 und der 1899 fertiggestellte Dortmund-Ems-Kanal machten die Emsschiffahrt entbehrlich, so daß sie kurz nach dem Ersten Weltkrieg eingestellt werden mußte.

3. Es ist kaum zu leugnen, daß die Emsseite der Altstadt um 1905 einen wenig ansprechenden Eindruck auf den Betrachter machte. Die Bewohner der dichtgedrangten Häuserzeile auf der Uferböschung mußten Jahr für Jahr mit gefährlichen Hochwassern rechnen, gegen die man sich zu schützen hatte. Die Ufer wurden mit hölzernen Balken und Bohlen gegen Abspülung befestigt, und die Wohngeschosse der engen Häuser konnten durch allerlei kuriose und provisorische Anbauten nur oberhalb der Wasserlinie erweitert werden. Beides war wegen der Leichtigkeit der Bauweise und durch die Feuchtigkeit einem raschen Verfall unterworfen, den die ärmere Bevölkerung der Stadt, die hier von alters her wohnte, kaum aufzuhalten vermochte.

RHEINE

Emswasserfall

4. Das Emswehr zwischen Schleuse und fürstlicher Mühle um das Jahr 1900. Als der Fürstbischof Franz von Waldeck um 1550 das steinerne Wehr mit einem 'Verlaet' bauen ließ, wollte er damit die Kalkfelsen im Flußbett für die Schiffahrt passierbar machen. Das Wehr wurde wohl an der seichtesten Stelle auf den Kalkfelsen gegründet, die bis dahin einen natürlichen Emsübergang darstellten. Dieser Emsfurt verdankt die Stadt Rheine ihre Entstehung, denn der schon 838 erwähnte Falkenhof, ursprünglich als Schutz für den Emsübergang angelegt, wurde zum Siedlungsansatz für die heutige Stadt.

5. Auf dem Kalkfelsen steht das Fabrikgebäude der Firma H. Jackson. Dicht am Emsufer gruppieren sich das kleine Schleusenwärterhaus und zwei große Gebäude, die vornehmlich als Lagerhäuser und später als Wohnhäuser dienten. Zeitweise wurde hier auch eine Papiermühle betrieben. Um das Jahr 1895 behinderte noch nicht die dicht bewachsene Flußinsel entlang dem linken Emsufer die freie Aussicht auf die rechte Emsseite. In den Jahren 1974 und 1975 wurden das Fabrikgebäude einschließlich der späteren Erweiterungsbauten und die drei Gebäude an der Schleuse abgebrochen. Ein Teil des freigelegten Geländes wird heute als Parkplatz benutzt.

6. Um das Jahr 1920 drängen sich die Häuser der Milchstraße bis unmittelbar an die Ems. Vom jenseitigen Emsufer bietet sich die einmalige Gelegenheit. die gesamte Häuserzeile einer Altstadtgasse mit einem Bliek zu erfassen. Dabei ergibt sich ein äußerst abwechslungsreiches Gesamtbild kleinburgerlicher Häuser mit zahlreichen Aus- und Anbauten. Bis auf das Gebäude am rechten Bildrand sind alle Häuser nach und nach abgebrochen worden. Das freigelegte Gelände soll zukünftig zu einem Uferweg urngestaltet werden.

7. Das Foto zeigt die Emsuferbebauung, wie sie sich um 1905 dem Fotografen von der rechten Emsseite aus darbot. Von der Dreiergruppe steht heute nur noch das Haus mit dem Mansarddach, Heilig-Geist-Platz 2; die beiden anderen Gebäude sind einschließlich der übrigen Häuser an der Wallstraße vor kurzem im Rahmen der Uferneugestaltung abgebrochen worden. Im Jahr 1976 wurde unmittelbar vor dem Haus Heilig-Geist-Platz 2 eine Fußgängerbrücke gebaut, die in Fortsetzung der Kirchstraße die Ems überspannt. Diese Brücke soll die Altstadt mit dem geplanten Kulturzentrum auf der rechten Emsseite verbinden.

Rheine

Partie an der Ems

8. Man blickt vom rechten Emsufer auf die Altstadt mit der St. Dionysius-Kirche. Die alte Emsbrücke, auch Nepomukbrücke genannt, verbindet die Altstadt mit den neuen Stadtteilen rechts der Ems. Auf drei Brückenpfeilern aus Sandsteinquadem lagert eine Holzkonstruktion mit einem Holzgeländer, die 1907 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt worden ist. Die drei Brückenpfeiler sind am Ende des 17. Jahrhunderts errichtet worden und tragen noch heute die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erneuerte Stahlkonstruktion. Am rechten Emsufer wasehen zwei Frauen im sauberen Emswasser Wäsche, die sie in einer hölzernen Schiebkarre mitgebracht haben.

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