Rheine in alten Ansichten

Rheine in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Ludwig Mengels und R. Breuing
Gemeente
:   Rheine
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1727-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheine in alten Ansichten'

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9. Der Bliek von der Hohen Lucht auf die rechte Emsseite erfaßt die neuen Stadtteile um 1905. Die Schornsteine weisen darauf hin, daß außerhalb der mittelalterlich bestimmten Altstadt neue Stadtteile durch die Textilindustrie entstanden sind. Auffallend sind die mit Sträuchern und Bäumen dicht begrünten Emsufer in ihrem natürlichen Zustand und die baumreichen Gärten in unmittelbarer Nähe der Ems.

10. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Foto von der neuen Emsbrücke aus gemacht. Die Altstadt erscheint in einer ungewohnten Ansicht, denn die dicht gedrangten Häuser sind unter dem Gewirr der Dächer nur zu erahnen. Neben der Dionysius-Kirche überragt ein rechteckiger Schornstein die Dächer der Stadt. Dieses industrielle Bauwerk im Coesfeld, das noch heute erhalten ist, weist auf den Ursprung der Textilindustrie in Rheine hin. Hier richteten I.F. Timmerman und C. Kümpers 1844 eine Maschinenschlichterei ein. Als 1846 auf dem Mühlenkamp am rechten Emsufer die erste mechanische Baumwollspinnerei Westfalens gebaut wurde, begann für Rheine das Zeitalter der Industrie.

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Em partre, Ba ean tal, Bo t ha

11. Um das Jahr 1910 bestand am linken Emsufer die erste Badeanstalt der Stadt, die das klare Emswasser nutzte. So hatte man im Jahre 1887 keine Bedenken, durch eine Rohrleitung dem Pütt auf dem Markt Emswasser zuzuführen, um in Dürrezeiten die Trinkwasserversorgung zu sichern. Das zweistöckige weiße Fachwerkgebäude mit Veranda, Balkon und den beiden seitlich angebauten Schuppen war das Bootshaus des Ruderclubs aus dem Jahr 1908. Es stand bis zum Bau der neuen Emsbrücke, 1928, an der Hohen Lucht. Ein Jahr zuvor hatte der Ruderclub an der rechten Emsseite sein neues Bootshaus errichtet.

12. Im März 1911 fand der zweite Freiballonstart in Rheine statt, und zwar auf dem Gelände an der Münsterstraße, unmittelbar vor dem ehemaligen Münstertor. an der heutigen Kreuzung Kardinal-GalenRing/Münsterstraße. Jung und alt umringten zu Hunderten den Freiballon, der wohl mit der Flagge des Deutschen Reiches (Schwarz-Weiß-Rot) geschmückt war. Die festliche Kleidung der Herren, die fast alle mit dem kleinen runden Hut, auch Melone oder Bowler genannt, erschienen waren, deutet darauf hin, daß der Freiballonstart ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis war.

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PZldie an der Ems.

13. Bliek vom rechten Emsufer auf die Häuser der Münsterstraße mit der evangelischen Jakobikirche um 1900. Am jenseitigen Ufer liegt der Platz der 'Hafenbahn'. Zwei Bremsprellböcke und rnehrere Holzstapel weisen auf den Verladeplatz hin. Die Hafenbahn verband die Ems über den Horstkamp mit dem Schienennetz der Reichsbahn. Mit der Fertigstellung des Schleusenkanals am Emswehr (1845) nahm die Schiffahrt einen starken Aufschwung. Mit jeweils etwa eintausend Schiffen erreichte sie in den Jahren 1856 und 1857 einen Höhepunkt, da wohl ein Teil der Baustoffe für den Eisenbahnbau durch die Emsschiffahrt herangeschafft wurde.

Rheine i. W.

Markt

14. Wuchtig erhebt sich der Turm der spätgotischen St. Dionysius-Pfarrkirche über den behäbigen Bürgerhäusern des Marktplatzes. Hier ist noch heute das charakteristische Gepräge einer mittelalterlichen Stadt des Münsterlandes fast unversehrt erhalten geblieben. Aus zwei Wurzeln erwuchs dieses Gemeinwesen, aus einer geistlichen und einer weltlichen. Der geistliche Bereich mit der Pfarrkirche im Zentrum des runden Kirchhofs mit den Grabstätten der Einwohner dient der transzendentalen Bestimmung des Menschen von der Geburt bis über den Tod hinaus, und der Bezirk um den rechteckigen Marktplatz ist die Bühne des weltlichen Lebens der Burgerschaft. Beide bilden, fest verklamrnert, den untrennbaren historischen Kern der Stadt Rheine.

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15. Zu den einträglichsten Gerechtsamen einer mittelalterlichen Stadt gehörte die landesherrliche Erlaubnis, Märkte innerhalb der Mauern abhalten zu dürfen. An den Markttagen, die genau im Kalendarium festgelegt waren, kamen Kaufleute und Krämer von nah und fern und brachten Waren, Geld und Neuigkeiten in die beschauliche Kleinstadt, auf deren weiträumigem Marktplatz ein ungestörtes Kaufen, Handeln und Feilschen stattfinden konnte. Wie ein solcher Markttag in früheren Zeiten ausgesehen haben mag, kann man sich mit Hilfe unseres Fotos aus der Zeit um 1900 noch einigermaßen vorstellen. Erst der Strukturwandel unserer Städte in jüngster Zeit hat wie vielenorts auch in Rheine dem Marktplatz seine ursprüngliche Funktion genommen.

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16. Bis zum Abbruch im Jahre 1898 stand am Markt vor dem Eingang zur Dionysius-Kirche das Rathans der Stadt Rheine. Es war ein breitgelagertes Traufenhaus. Unser Foto von etwa 1895 zeigtes in dem Zustand, der durch einen gründlichen Umbau im Jahre 1829 bewirkt worden war. Damals hatte man das im Kern gotische Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert im Geschmack des Klassizismus verändert, indem man die gotischen Spitzbögen an den Eingängen vermauerte und die Steinkreuzfenster herausbrach und versetzte. Die Fassade wurde mit einer flachen und sehr dezenten Wandpfeilerordnung überzogen, wodurchdie Schauseite in ein syrnmetrisch-harmonisches Gleichgewicht gebracht wurde.

Altes Haus am Während der Belazerung 16~8 vielmals von Kugeln getrotten

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?... v 17. Von einem tragischen Kapitel der Geschichte Rheines erzählt das Haus Markt 15, welches das Foto um das Jahr 1900 noch im originalen Zustand der Erbauungszeit vor dem Einbruch großer Schaufenster im Erdgeschoß zeigt. Dieses Haus mit seinem an niederländische Vorbilder erinnernden Giebel hatte einen Vorgänger, Nach Aussage der alten Inschriftbänder in den Obergeschossen wurde dieser noch im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges während einer Belagerung Rheines durch schwedische Truppen am 21. September 1647 von glühenden Kugeln getroffen und mitsamt weiteren dreihundert Häusern der Stadt eingeäschert, Das bereits im felgenden Friedensjahr wiedererrichtete Haus bewahrt zum Andenken an dieses schreckliche Geschehen noch acht vermauerte Kanonenkugeln in seinem Giebel.

18. Neben den laufenden Wochenmarkttagen findet auf Marktplatz und Thie in größeren Abständen der Krammarkt statt, in dem die acht historischen Jahrmärkte Rheines lebendig geblieben sind, Der berühmteste ist der 'Kolle Markt', der in der Woche vor dem 21. Dezember gehalten wird, Noch heute herrscht, so wie auf dem Foto um 1905, ein reges und abwechslungsreiches Treiben, wenn auch die Buden und Zelte etwas komfortabler geworden sind und an die Stelle von Pferdewagen und Handkarren der fahrenden Händler das Auto getreten ist, Doch noch immer wird der Kleinkram für Haus und Bekleidung wohlfeil zum Kauf angeboten, und der Kranz der behäbigen Bürgerhäuser gibt dem Gedränge und Gewühle einen festen und würdevollen Rahmen.

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