Rheine in alten Ansichten

Rheine in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Ludwig Mengels und R. Breuing
Gemeente
:   Rheine
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1727-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheine in alten Ansichten'

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29. Im Jahre 1891 wurde die alte Barockorgel, die 1813 aus dem aufgehobenen Franziskanerkloster Rheines in die Pfarrkirche überführt worden war, durch ein großes Werk des Orgelbauers Eggert aus Paderborn ersetzt. Dafür erwies sich die alte Orgelbühne von 1585, die wir auf dem Foto von 1894 noch im letzten Joch des nördlichen Seitenschiffs erkennen, als zu klein. Also mußte im Turmjoch über dem Westportal eine hölzerne Empore eingezogen werden, auf der das hochaufragende neue Positiv im historisierenden Geschmack der Zeit in der Form gotischer Kirchtürme aufgestellt werden konnte. Nach wiederholten Umbauten wurde diese Orgel mit ihrem romantischen Klang im Jahre 1976 durch ein neues Werk mit modernerer Disposition im Südseitenschiff ersetzt.

30. Die Innenausstattung von St. Dionysius war im Laufe der Geschichte häufigen Veränderungen unterworfen. Als um das Jahr 1771 der Chor im barocken Geschmack umgestaltet wurde, mußte das große gotische Sakramentshaus aus der Zeit um 1500 dem raumgreifenden Hochaltar weichen, Als in den Jahren 1894-95 der Landeskonservator von Westfalen A. Ludorff Rheine besuchte, um die hiesigen Kunstwerke zu inventarisieren und zu fotografieren, entdeckte er die Reste dieses aus der Werkstatt der Bildhauerfamilie Bunickmann in Münster stammenden Kunstwerks in einer Wiese an der Ems. Kurz darauf konnte das Sakramentshaus ergänzt und wiederhergestellt und seiner ursprünglichen Bestimmung in der Pfarrkirche zurückgegeben werden.

31. Die Häuser des Marktes mit ihren prächtigen Schauseiten kehren ihre schlichten rückwärtigen Giebel der Dionysius-Kirche zu, Bis zum Abbruch des Rathauses (1898) trennten sie als geschlossene Häuserzeile den rechteckigen Marktplatz von dem runden Kirchhof. An der Marktseite befanden sich meistens repräsentative Giebelfronten aus Sandstein, die Rückseiten am Kirchplatz waren aus Fachwerk mit Lehm- oder Steinfüllungen errichtet. Um ein Durchfeuchten der Wände zu verhindern, muisten die Fassaden häufiger mit Weißkalk getüncht werden, was die Gebäude in einen malerisohen Gegensatz zum Braungrau der Kirche brachte. An der Rückseite befanden sich im Giebelfeld auch die Kranba1ken zum Hochziehen von Waren auf den Dachboden.

32. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts verlief der Graben der Stadtbefestigung in einer Schleife dicht um den Hügel des Kirchplatzes herum. Dieser war außen von einer hohen Stützmauer umgeben, die unser Foto vom Anfang unseres Jahrhunderts noch teilweise -erhalten zeigt. Als gegen 1460 die Stadtbefestigung auch um den Thie herumgezogen wurde, hatte die alte Mauer samt Graben ihren Sinn verloren. So konnte der schmale Geländestreifen bauwilligen Bürgern zur Errichtung von Wohnhäusern zugeteilt werden. Allerdings mußten diese Gebäude, um den knappen Platz auszunutzen, über die Mauer und bis in den Graben hinein gebaut werden.

33. Während in Rheine der Typ des engbrüstigen Giebelhauses vorherrscht, entstanden überall dort, wo die alten Befestigungswerke aufgelassen wurden, zahlreiche Traufenhäuser, die sich besser der geringen Tiefe des Baugrundstücks anpassen ließen. Das längst abgebrochene breitgelagerte Fachwerkhaus auf unserem Foto ist charakteristisch für diesen Typ, der über die Festungsmauer hinweg auf der Grabenböschung errichtet wurde. Es ist ein 'overgetimmertes' Haus, dessen oberes Stockwerk auf Knaggen vorkragt. So gewann man einerseits oben einen breiteren Grundriß und konnte andererseits mit dieser patenten Konstruktion das üble Durchhängen der Deckenbalken verhindern. Allerdings mußte man nun auf den Dachstuhl ein vorkragendes Kranhäuschen setzen.

34. Bliek vom Thie in die Marktstraße in Richtung Markt um 1910. Die Marktstraße verbindet die ursprünglich außerhalb der Stadtmauern gelegene Thiesiedlung mit der Siedlung um den Markt, die 1327 die Stadtrechte erhielt. Die Bebauung der linken Straßenseite ist bis heute im wesentlichen unverändert, während durch den Abriß des Hauses auf der rechten Seite die Marktstraße erheblich verbreitert worden ist, Damit ist sie einerseits verkehrsgerechter geworden, andererseits jedoch hat die verbreiterte Marktstraße die Geschlossenheit des Marktes an dieser Stelle erheblich beeinträchtigt.

35. Im 18. Jahrhundert erfuhr der bis dahin von bescheidenen Wohnbauten umrandete Thie eine Bereicherung durch einige repräsentative Häuser, deren Fassaden mit denen der wohlhabenderen Altstadt zu konkurrieren suchten. Das Haus Auf dem Thie 6, früher Kurze Straße, bekam am Ende des 18. Jahrhunderts eine vorgeblendete Schauseite aus sorgfältig gearbeiteten Werksteinquadem. Das für viele Wohnhäuser der Stadt so typische Krüppelwalmdach des Obergeschosses konnte vom Baumeister geschickt hinter den seitlich hochgezogenen Frontmauern, sogenannten 'Holländischen Schultern', vor dem Bliek des Betrachters versteekt werden. Das Foto von 1929 zeigt die Fassade noch in ihrer ursprünglichen Ausgewogenheit ohne spätere Umänderungen und entstellende Zutaten.

36. Der Thie um die Jahrhundertwende von der Marktstraße aus gesehen. Außer dem Markt ist der Thie die einzige platzartige Freifläche in der sonst so engen Altstadt. Allerdings wird der Thie im Mittelalter wohl kleinflächiger gewesen sein als um das Jahr 1900, wie die unterschiedlichen Pflasterflächen an der linken Straßenseite andeuten. Der Thie ist also der Marktplatz der Thiegemeinde, die erst um 1460 durch eine gemeinsame Mauer mit der angrenzenden Stadt Rheine verbunden wurde. Die Bebauung des Thies hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt, jedoch ist der städtebauliche Grundriß unverändert geblieben.

37. In einer sanften Schwingung verläuft die Tiefe Straße vom Fa1kenhof in Richtung Erns, Die unterschiedliche Pflasterung läßt, wie auf dem Thie, auf eine Verbreiterung der Straße schließen. Bis zum Bau der Emsbrücke im 14. Jahrhundert ist die Tiefe Straße die Hauptverkehrsachse gewesen, an der das wichtigste Gebäude lag, der Palkenhof. Heute stehen nur noch wenige Häuser aus der Zeit um 1910. Die Linienführung der Straße wurde durch den Abbruch des vorspringenden weißen Giebelhauses im Hintergrund begradigt, und damit ging die besondere Note der Tiefen Straße weitgehend verloren.

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38. Zusammen mit der Dionysius-Kirche wird der Falkenhof erstmals im Jahre 838 urkundlich erwähnt. Damals schenkte Kaiser Ludwig der Fromme (813-840) seinen Besitz, der bis dahin als Schutz der Emsfurt gedient hatte, dem Benediktinerinnenkloster Herford. Seitdem wohnten hier in Rheine adlige Verwalter, zu denen auch die Familie Valke gehörte, nach welcher der Hof noch heute benannt wird, Im Laufe seiner mehr als tausendjährigen Geschichte wurde das Hauptgebäude vielfach verandert und erweitert, Unser Foto von 1895 zeigt den Adelssitz vor seiner letzten Erneuerung von 1949-1976 in stark verwahrlostem Zustand, nachdem die adligen Besitzer schon lange fortgezogen waren. In dem inzwischen abgebrochenen verwinkelten Bauteil rechts befand sich damals das Standesamt von Rheine.

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