Rheine in alten Ansichten

Rheine in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Ludwig Mengels und R. Breuing
Gemeente
:   Rheine
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1727-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheine in alten Ansichten'

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59. Während sich die frühen Fabrikantenvillen noch dicht bei der Altstadt befanden, erlaubte die Motorisierung bald ein immer weiteres Abrücken vom Stadtkern und auch von den Fabriken. Besonders an der Münsterstraße und an ihrer Verlängerung, der Kaiserallee, reihten sich in großen Gärten die Häuser der Wohlhabenden auf. Die Kürnperssche Villa auf unserem Foto von etwa 1910 wurde im Zweiten Weltkrieg beschadigt und verlor mit ihrem reich dekorierten Dach auch den anspruchsvollherrschaftlichen Charakter ihrer äußeren Erscheinung.

60. Unser Foto aus den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg zeigt einen Bliek von den Emswiesen aus über das Gelände der Hafenbahn hinweg auf den Turm der Jakobikirche, dessen im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstörter spitzer Turmhelm einen charakteristischen Akzent in das Grün des Villenviertels an der Münsterstraße setzte. Die Jakobikirche war 1869-73 von dem Regierungsbaumeister Baltzer aus Münster für die evangelischen Christen Rheines als dreischiffige Halle in gotisierender Art errichtet worden, weil sich die kleine evangelische Gemeinde nach der Anlage der Bahnstrecken ab 1856 vor allem durch die Angehörigen der Reichsbahn erheblich vergrößert hatte.

61. An den Landstraßen, die von Rheine aus in alle Himrnelsrichtungen führten, standen früher zahlreiche Wegkreuze und Bildstöcke, die heute großenteils den Straßenverbreiterungen, dem Hausbau oder der Verwitterung zum Opfer gefallen sind so wie der Bildstock aus dem Jahre 1768 an der Ecke Münsterstraße/Kaiserallee. Er war eine Station auf dem Prozessionsweg zur Emskluse, der früher an den Bittagen vor Christi Himmelfahrt in feierlicher Prozession begangen wurde. Der Bildstock zeigt die für zahlreiche ähnliche Exemplare des nördlichen Münsterlandes typische Kornbination von gerahmtem Relief und Gebetsinschrift am Sockel. Er dürfte ein Werk des 1704 geborenen Bildhauers Heinrich Frerckmann aus Beerlage bei Laer sein.

62. Ecke Bahnhofstraße/Klosterstraße um 1900. Das Dielentürhaus auf der rechten Straßenseite gibt einen Hinweis auf die ackerbürgerliche Vergangenheit der Stadt. Noch um 1850 hielt jede Familie durchschnittlich zwei Schweine und eine Ziege. Jede dritte Familie hatte zusätzlich eine Kuh und jede sechste Familie ein Pferd. Alle Haushalte besaßen Garten- und Ackerland vor den Mauern der Stadt. Familiengebundene Leineweberei deckte den Eigenbedarf an Textilien, während die Wollweber ihre Erzeugnisse besonders auf dem Allerheiligen-Markt und dem Kalten Markt verkauften.

63. Wie in vielen anderen Städten Deutschlands stand auch auf dem Rathausplatz in Rheine eine Bronzestatue Kaiser WilheIms I. Er war die Symbolfigur für das Deutsche Reich von 1871. In ihm fand der Gedanke der nationalen Einheit seinen Ausdruck, Später stand das Denkmal auf dem Platz am Kolpinghans. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die bronzene Statue entfernt und eingeschmolzen. Der Sockel wurde in den fünfziger Jahren abgetragen.

64. Das frühere Franziskanerkloster um das Jahr 1900. Das heutige Rathaus wurde 1662 als Franziskanerkloster erbaut. An der Stelle des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem heutigen Rathausvorplatz befand sich die einschiffige Klosterkirche, die nach der Aufhebung des Klosters durch Napoleon I. zunächst ausgeplündert und 1822 schließlich abgebrochen wurde. Der barocke Hochaltar von 1715 befindet sich in der Kirche zu Fürstenau, und die wuchtige Kanzel steht in der Basilika zu Oldenzaal. Das Klostergebäude selbst wurde 1888 aufgestockt, und gleichzeitig wurde der runde Treppenturm hinzugefügt,

65. Am 21. September 1909 schmücken Fahnen und Girlanden den Vorplatz des früheren Franziskanerklosters. Es ist ein besonderer Anlaß; denn das Gymnasium Dionysianum bezieht an diesem Tag das neue Schulgebäude an der Anton-Führer-Straße, Gegründet wurde die Schule 1658 von den Franziskanern. Aber schon 1683 wurde das Dionysianum auf Beschluß des münstersehen Domkapitels geschlossen und konnte erst 1706 wieder eröffnet werden. Nach der Aufhebung des Franziskanerklosters übernahm ein Schulvorstand 1819 die Trägerschaft des Gymnasiums, das von 1820 bis 1909 im ehemaligen Kloster untergebracht war. Seit diesem Zeitpunkt wird das Klostergebäude als Rathaus genutzt.

66. Die Herrenschreiberstraße führt vom Staelschen Hof, heute Parkplatz gegenüber der Bönekerskapelle, zum Marktplatz. Die Mauer umgrenzte den Garten des Marienstiftes, dessen alter Baumbestand noch um 1955 eine Grüninsel in der Altstadt bildete. Die Herrenschreiberstraße, früher Herrenstraße, weist auf den bischöflichen Amtshof des Drosten hin, der nach der Zerstörung der Bevergerner Burg im 17. Jahrhundert in Rheine seinen Amtssitz hatte. Vor dem Bau des Klosters, des heutigen Rathauses, bewohnten die Franziskaner zwei Häuser an der Herrenstraße. Nach der Neuplanung für die westliche Innenstadt bleibt die Bönekerskapelle mit dem Marienstift erhalten.

67. Zu welch merkwürdigen, aber auch reizvollen architektonischen Lösungen die räumliche Enge der Altstadt führen konnte, bezeugte bis zu seinem Abbruch im Jahre 1957 der sogenannte Schumannsche Konsum. Um den kostbaren Raum zwischen Herrenschreiberstraße und Kreuzstraße auszunutzen, wurden im 18. Jahrhundert vier einzelne Häuser zu einer dichtgedrängten, schmalgiebligen Gebäudegruppe vereinigt, deren mittelalterlich anmutende Steilheit nur die Folge der Raumenge war. Trotzdem erweiterte sich die Emsstraße hier zu einem winzigen Platz, denn der Schumannsche Konsum diente im Jahre 1805 als Posthalterei, vor der die Postkutschen einen Halteplatz benötigten.

68. Nachdem Rheine im Jahre 1327 vom Fürstbischof in Münster die Stadtrechte erhalten hatte, wurde es zu einer starken Landesfestung mit Mauerring und Graben ausgebaut. Die Verteidigungsaufgaben mußten die Bürger übernehmen; die besonders gefährdeten Abschnitte im Süden vertraute der Bischof jedoch adligen Burgmannen an, die ihre Höfe mit Haus und Garten neben der Stadtmauer anlegten. Von den sechs Burgmannshöfen Rheines ist keiner mehr vorhanden; der letzte, der Staelsche Hof, den unser Foto zeigt, wurde 1957 abgebrochen. Links im Hintergrund ist noch das gelbe Ziegelhaus der Kaufmannsfamilie Sträter zu sehen, das im Jahre 1888 an der Stelle des bischöflichen Amtshofes erbaut worden war. 1971 wurde es abgebrochen.

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