Rheine in alten Ansichten

Rheine in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Ludwig Mengels und R. Breuing
Gemeente
:   Rheine
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1727-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheine in alten Ansichten'

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69. Hinter dem Garten des Staelschen Hofes liegt das ehemalige Neue Hospital zum Heiligen Geist mit der Bönekerskapelle. Es geht auf eine Stiftung durch den Besitzer des Staelschen Hofes, Johann Grüter, aus dem Jahre 1484 zurück. Das Foto zeigt noch die ehemals abseitige Lage in einem stillen Winkel der Altstadt. Mit dem Abbruch des Staelschen Hofes 1957 und der Anlage eines Parkplatzes hat sich der Charakter dieses Stadtviertels gründlich geändert, Die alten Leute, die hier im Marienheim ihre Bleibe hatten, sind zum ländlichen Stadtrand nach Eschendorf ausgezogen, und nur noch die kleine Kapelle von 1685 und das schlichte Spitalgebäude des 19. Jahrhunderts bewahren ein letztes Andenken an die mittelalterlichen Armenanstalten Rheines.

70. Während in Rheine seit dem 15. Jahrhundert mehrere Hospitäler zur Aufnahme armer und kinderloser alter Leute durch Stiftungen mildtätiger Bürger gegründet und unterhalten wurden, mußte die Pflege der Kranken ausschließlich in der Familie stattfinden. Erst im Jahre 1851 wurde ein Krankenhaus in Rheine eingerichtet, und zwar auch diesmal auf der Grundlage der Stiftungen eines wohlhabenden Bürgers, des Kaufmanns Mathias Bonse. In der Innenstadt, am Ende der Klosterstraße, wurde ein alter Burgmannshof erworben und nach und nach zu dem verschachtelten Gebäudekornplex des alten Mathias-Spitals ausgebaut. Er mußte im Jahre 1950 dem Bau der Dechant-Pietz-Schule weichen.

71. Große medizinische Probleme brachten noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die immer wieder auftretenden epidernischen Krankheiten, vor allem Diphterie, Scharlach und Typhus. Um eine allzu große Ausbreitung dieser damals noch kaum zu bekämpfenden Seuchen zu vermeiden, baute man gesonderte Isolierhäuser wie das der heiligen Elisabeth geweihte Haus am Ende der Klosterstraße. Es wurde im Jahre 1908 eingeweiht und bestand seine härtesten Bewährungsproben während der schweren Typhusepidemien 1914 und 1925. Doch schon ab 1929, nach der Errichtung des neuen Mathias-Spitals, diente es als Altersheim bis zum Abbruch im Jahre 1949, als es dem Bau der DechantPietz-Schule weichen mußte.

72. Die Emsstraße, neben der Münsterstraße die Hauptverkehrsachse der Altstadt, erhielt früher ihr charakteristisches Aussehen durch das Nebeneinander von recht bescheidenen und durchaus repräsentativen Hausfassaden, Unser Bild vom Anfang der zwanziger Jahre zeigt noch zwei dieser schlichten Wohnbauten, von denen der linke, das Café Richters, einen für Rheine ganz charakteristischen Typ des 18. Jahrhunderts vorstellt, der eine lange mittelalterliche Tradition bewahrt. In zahlreichen Varianten beherrschte dieses Giebelhaus mit Krüppelwalrndach das Straßenbild der Stadt, ein- oder zweistöckig, schmalbrüstig oder breit behäbig. Es war der Haustyp des kleinen handwerklichen Mittelstandes,

73. Eine anspruchsvollere Note besaßen die Häuser der begüterten Kaufmannsfamilien, wie das Haus an der Ecke Münsterstraße/Emsstraïse, das sich der Rheinenser Bürgermeister Meyer zu Messingen irn 17. Jahrhundert erbauen ließ. Es wurde, wie viele Häuser des Mittelstandes, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im klassizistischen Stil umgebaut und war bis zu seinem Abbruch im Jahre 1967 ein gutes Zeugnis für das Repräsentationsstreben des begüterten Bürgertums. In seinen Anklängen an niederländische Vorbilder zeugte es zudem auch für die weiträumigen Geschäftsverbindungen der Rheinenser Kaufmannsfamilien, die bis tief nach Holland hineinreichten.

74. Um das Jahr 1910 belebten Fußgänger die Straßen und Gassen der Stadt, wie hier die untere Emsstraße. Vereinzelt tauchten Radfahrer und Pferdefuhrwerke auf. Jedoch die Fußgänger beherrschten das Straßenbild. Bürgersteige waren entweder nur in kümmerlichen SchmaIformen angelegt oder überhaupt nicht vorhanden. Heute stellt sich die Emsstraße als Fußgängerzone dar, die seit 1975 endgültig ausgebaut ist,

75. Ein Bliek von der Ecke der Münsterstraße in die untere Ernsstraße um das Jahr 1910. Die Hauptstraße der ländlichen Kleinstadt mit etwa zehntausend Einwohnern war so breit, daß sich zwei Pferdefuhrwerke begegnen konnten. Die Emsstraße war die einzige Durchgangsstraße für den emsüberschreitenden Verkehr. Im Hintergrund deutet die St. Antonius-Basilika die neuen Stadtteile an, die mit der wachsenden Textilindustrie entstanden.

76. Als in den Wirren des Dreißig[ährigen Krieges die Stadt Rheine im Jahre 1647 in Schutt und Asche sank, wurde auch die Kapelle des Alten Hospitals zum Heiligen Geist an der Ecke Emsstraße/Mühlenstraße eingeäschert. Beim Wiederaufbau 1650-52 versah man das vor 1444 erbaute gotische Kirchlein, an das noch die beiden Strebepfeiler der Südseite erinnern, mit neuen Giebeln in Renaissanceform und setzte den achteckigen Dachreiter auf, der früher einen zierlichen Akzent ins Stadtbild Rheines brachte, Nach einem von Kindern verehrten Standbild des heiligen Nikolaus wurde sie seither Nikolauskapelle genannt. Sie war bis zur Auflösung des Hospitals im vorigen Jahrhundert die Hauskapelle des Armenhauses. Im Jahre 1912 wurde sie abgebrochen.

77. Nach der Auflösung des Heilig-Geist-Spitals geriet die Nikolauskapelle in argen Verfall. Erst die neue Verwendung als Gymnasialkirche ermöglichte im Jahre 1860 eine sorgfältige Wiederinstandsetzung. Damals gab man auch den Resten eines gotischen Passionsaltares, die vermutlich zu dem gegen 1770 entfernten Hochaltar der Dionysius-Kirche gehört hatten, einen neuen Rahmen mit gotisierenden Ornamenten. In Rot und Gold paßte er sich gut in die teppichartige Bemalung des Kapellenraumes ein. Beim Neubau der Gymnasialkirche St. Peter wurde der Altar dorthin überführt, So, wie ihn unser Foto von 1895 am alten Standort zeigt, haben ihn noch viele Dionysianer aus ihren Schulgottesdiensten in Erinnerung. 1970 wurde der Rahmen beseitigt.

78. Die Nepomukbrücke mit den eng stehenden Häusern der Altstadt urn 1900. Das Foto zeigt deutlich die drei Pfeiler aus Sandsteinquadern aus dern Jahr 1691 mit dem hölzernen Überbau, der später durch stählerne Streben an den Brückenpfeilern verstärkt worden ist, Obwohl 1907 die Holzkonstruktion durch einen Stählernen Oberbau ersetzt worden ist, blieb das ursprüngliche Erscheinungsbild einer Balkenbrücke erhalten. So bildet die Nepomukbrücke bis heute einen reizvollen Gegensatz zu der höher liegenden Ludgerusbrücke, die in einem Bogen die Erns überspannt.

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