Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 2

Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Fritz Witzig
Gemeente
:   Rheinfelden-Baden
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5528-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Daß das relativ junge Rheinfelden-Baden an heimatlicher Vergangenheit interessiert ist, das bekam ich jüngst nach Erscheinen der dritten Auflage meines 1984 herausgegebenen Bändchens 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten' durch mancherlei Resonanzen zu spüren. Mein Filius, der sich mit seiner russischen Quellekamera die mikroskopische Biodiplomarbeit zusammenfotografierte, gab mir nach meiner Pensionierung zu erkennen, mit welch bescheidenen Mitteln ich Reprofotografie betreiben kann. Es wurde ein Hobby daraus. Das Material, das sich zwischenzeitlich aus meiner Heimat in meinem Fotoarchiv angesammelt hat, will ich hiermit in einem zweiten Bändchen präsentieren.

Auf's Neue beschäftigte mieh die Entstehung von Rheinfelden-Baden. Die Technik nach neuesten Erkerintnissen kommerziell in den Dienst des Menschen zu stellen, das war damals der auslösende Faktor. Wer sich die Mühe machen will, sich über den Start zu informieren, dem ernpfehle ich, die vier nachstehend benannten Bücher zu studieren: 'Die Kraftübertragungs-Werke Rheinfelden', herausgegeben von der AEG Berlin, Druck von H.S. Hermann 1896; dann 'Emil Rathenau und das elektrische Zeitalter' von Felix Pinner, Leipzig, Akademische Verlags-Gesellschaft mbH 1918; weiter 'Carl Fürstenberg - Die Lebensgcschichte eines deutschen Bankiers 1870-1914' von seinem Sohn Hans Fürstenberg, im Verlag Ullstein, Berlin 1931; und zuguterletzt 'Die Entwicklung von Bad.-Rheinfelden' von Dr. Hans Kampffmeyer, Braunsche Hofdruckerei, Karlsruhe 1910.

Den Namen Rheinfelden-Baden haben sich Behörden zugelegt, bevor es ihn offiziell gab. Das fing um 1837 an mit dem Großherzoglichen Hauptzollamt, das im heutigen Landespolizeigebäude zu existieren begann. Einige Zeit später kam die Post mit ihrem Stempel 'Rheinfelden-Baden' hinzu.

Nichts 'am Hut' haben wollten mit diesem Ortsnamen die Rathäuser in Karsau und in Nollingen. Karsau ist ja die eigentliche Mutter der Industrieansiedelung. Kommunal wußten die Karsauer mit dem 'Kind' nicht so recht umzugehen. Entzückt waren sie über den auf sie zugekommenen steuerlichen Fundus. Dem Zufall hingegen überließen sie die infrastrukturellen Erfordernisse (Wasser, Straßen, Schule, Bebauung). Die Industriefirmen schlugen bei der Landesbehörde Alarm, daß es so nicht weitergehen kann. Landeskommissär Freiherr von und zu Bodrnann, der nachmalige badische Innenminister, trat im Dezember 1900 auf den Plan und führte mit den Gemeindevätern in Karsau und in Nollingen Verhandlungen über zu erfüllende gemeindliche Aufgaben im neuen Industrieort. Sogar der Zusammenschluß beider Orte wurde erwogen. Schlußendlich gaben die Karsauer ihr halbwegs geliebtes Kind zur Adoption frei. Es bestand aus 110 Hektar Karsauer Gemarkung, die im Westen an die Notkirche St. Josef grenzte. Die Noltinger durften für den ab 1. April 1901 gültigen Handel an Karsau 200 000 Goldmark bezahlen. Mit dem 'Kind', das ihnen über den Kopf zu wachsen drohte , waren die Nollinger aber auch nicht so glücklich. Ihre Steuersätze waren und blieben gegenüber denen von Karsau wesentlich höher. Behörden und Industrie pochten auf den neuen Gemeindenamen 'Rheinfelden-Baden'. Urn keinen Preis gaben die Nollinger ihren alten Dorfnamen auf. Letztlich einigte man sich mit zwei getrennten Ortschaftsnamen in einer Gemeinde Nollingen. Rheinfelden-Baden begann also entgegen anderslautender Meinungen schon am 1. April 1901 zu existieren. Für Rheinfelden-Baden haben die Nollinger viel auf ihren Schultern verkraftet. Im Vergleich zu Karsau stagnierte in Nollingen unter dieser Anstrengung so manches.

Im Freiburger Staatsarchiv ist ein Brief folgenden Inhalts verwahrt: Elektrochemische Werk GmbH Biuerfeld, 18.

Sept. 1897. An das Großherzoglich Badische Bezirksamt Säckingen. Von der dem Gemeinderat zu Karsau übersandten Beschlußfassung in Sachen Erteilung einer Schankkonzession, nahmen wir dankend Kenntnis und erlauben uns zu bemerken, daß wir die geplante Wirtschaft selbst betreiben resp. unter unserer ControlIe verpachten wollen. Zu lhrer Orientierung bemerken wir, dass es nunmehr in unserer Absicht liegt auf eigene Rechnung ausser des bereits geplanten Gebäudes für eine Wirtschaft, Metzgerei und Bäckcrei, eine größere Anzahl von Arbeiterwohnungen zu erstellen und wir alsdann eine Wirtschaft für unerlasslicn halten. Da die Unterbringung unserer Monteure in den Wirtschaften auf badischer Seite wegen Platzmangel unmöglich und in Rheinfelden auch mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist, so sollen in den Wirtschaftsgebäuden eine Anzahl von Zimmern zur Aufnahme derselben eingerichtet werden. Unsere voraussichtliche Arbeiterzahl wird sich auf ca. 170 Mann belaufen und dürfte sich die der bei den Kraftûbertragungswerken und Aluminiumfabrik beschäftigten ziemlich gleich hoch belaufen. In dem wir uns der Hoffnung hingeben, dass Ihrerseits der Concession nichts im Wege steht, teilen wir Ihnen ergebenst mit, dass wir uns in einigen Wochen erlauben werden Ihnen über die Wohncolonie ein ausführliches Projekt zu ûberreichen. Hochachtungsvollst! (gez.) Dr. W. Rahtenau. Der Verfasser dieses Briefes, der damals 30jährige Walther Rathenau, ist ohne Zweifel die schillerndste Figur in der Badisch-Rheinfelder Entstehungsgeschichte. Carl Fürstenberg, der große Rheinfelder Finanzier, nahm Walther R., weil er kein rechtes Verhältnis zu seinem Vater fand, unter seine Fittiche. Er steckte den wissensdurstigen jungen Mann volontierend in die AIAG in Neuhausen am Rheinfall. Mit kräftigen Anteilen haben Fürstenberg und Rathenau sen. diese erste Aluminiumfabrik Europas 1888 in der Schweiz gründen helfen. An der Seite des Metallurgen Dr.

Kiliani wurde Walther Rathenau in Neuhausen zum Erfinder der Chlorelektrolyse, die er 1898 in der Griesheim Electron in Rheinfelden mit vier im Rheinkraftwerk betriebenen werkseigenen Gleichstromgeneratoren in Gang setzte. Wie kaum ein anderer machte sich Walther R. im neuen Rheinfelden daran, die dort herrschenden infrastrukturellen Mängel zu beheben. Jedenfalls ist es seinem Zutun zu verdanken, daß im damaligen Oberrheinfelden neben seiner Fabrik 1898 das Gasthaus 'Rheinkanal' und der Krämerladen Basler (Erbauer Gebr. Motsch, Atzenbach) sowie in einem weiteren Haus eine Metzgerei in Szene gingen. Wahrscheinlich mit Rathenaus Zutun baute zu gleicher Zeit der Karsauer Alfred Rietschle die erwünschte Bäckerei (später Konsumbäckerei) im heutigen Gebäude Friedrichstraße 83. Zu Ehren der Rheinfelder Pioniere haben wir eine Karl-Fürstenberg- und eine Emil-Rathenau-Straße. Dem bestimmt ebenso bedeutenden Industriepionier und nachmaligen großen Politiker Walther Rathenau ist bis dato in seinem Rheinfelden noch kein Zeichen der Anerkennung gesetzt.

In Schwörstadt und in Dossenbach bin ich mit meinen Großeltern verwurzelt. Beide Orte befinden sich in der Rheinfelder Verwaltungsgemeinschaft. Das bewog mich, diese alten schmucken Dörfer in dieses Bändchen aufzunehmen.

Meiner Mutter, EIsa geb. Scheffel, verdanke ich viele Einser in meinem Zeugnisheft während meiner Schulzeit in Heimatkunde. Meiner Schwiegermutter, Franziska Fluhrer geb. Späth, ein Vorbild in Bescheidenheit und Sparsarnkeit, verdanke ich während Notzeiten Spontanitäten für meine Familie. Den beiden Unvergeßlichen widme ich dieses Büchlein.

Fritz Witzig

1. Foto aus dem Atelier des Malers Isaak Miiglin, Basel. Aus der Dynastie des alten, auf dem Füllenplatz zu Karsau beheimatet gewesenen Bauernadels der 'Zimber-Donis' (so der Hausname) entstammt dieses Familienfoto. Auf der Rückseite der Aufnahme verewigte sich der Fotograf mit seinem Familienwappen und der Inschrift 'Phothographisches Atelier 1. Mäglin, Maler, Basel & Rheinfelden'. Im Trompeter von Säckingen' empfahl sich Mäglin mit angefügtem Inserat. Aus diesem Atelier existieren im Raume Rheinfelden alte Fotos, die Mäglin zum Teil farbig retuschierte. Der Basler Porträtist machte sich damals die aufkommende Fotografie zu eigen, um auf schnellere und billigere Art Bildnisse von Personen zu schaffen. Personen: Richard Friedrich, geboren 1843, Elise geboren 1866 (Frau des nachmaligen Bürgermeisters) und Luise, geboren Brombach, geboren 1846. Frau Friedrich trägt die bis in unser Jahrhundert in den Dinkelberg-Gemeinden gebräuchliche Markgräfler Tracht.

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Gasthaus & Restaurant "Zum .,Wasserturm"

von 'Th. Drever, had. Rheinfeiden,

Weine und Spirituo en en gro .

2. Gasthaus und Restaurant 'Zum Wasserturm'. Natürlich mit Wechseln baute 1899 der Karsauer Karl Schrnid neben das Wahrzeichen des entstehenden 'Neu-Rheinfelden' sein Gasthaus. Seine Kalkulation ging nicht auf. Der Bauboom am 'Canal' ward gelaufen. Es gab keine Bauleute mehr zu verköstigen. Sein Nachfolger Th. Dreyer machte damals den 'Wasserturm' zum Stammlokal der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Rheinfelden. In der Gartenwirtschaft und auf der angrenzenden Wiese feierten die Badisch-Rheinfelder viele groß aufgezogene Feste. Aus dieser Tradition entwickelte sich der heutige Festplatz 'Richterwiese'.

3. Karsau Baden Amt Säckingen. Der 'Kunstanstalt Hans Pernat Pasing-München 1920' verdanken wir die Schaffung dieser Ansichtskarte. Am 27. April 1848 hielt sich nach dem Gefecht bei Dossenbach zwischen den Freischärlern und den WürttembergSoldaten der Freischarenführer Georg Herwegh und seine Frau in dem als Rathaus bezeichneten Gebäude versteekt, Ihr Helfer , damals Gastwirt 'Zum Badischen Hof', Jakob Bannwarth, verhalf den Herweghs noch am gleichen Tag zur Flucht nach RheinfeldeniSchweiz. Ab 1855 diente der einstige Gasthof der Gemeinde bis zur Jahrhundertwende als Rathaus und Schulhaus. In diesem Rathausgebäude sind bis 1901 alle administrativen Genehmigungsverfahren für die Industrieansiedelungen in Badisch-Rheinfelden abgewickelt worden. Gegen Zahlung von 200 000 Goldmark hat die Gemeinde Karsau zum 1. April 1901 das 110 Hektar umfassende Industriegebiet (Rheinkraftwerk und drei Fabriken) an die Gemeinde Nollingen übertragen. Von diesem Geld bauten die Karsauer die auf dem Bild dargestellte Schule mit Feuerwehrgeräteraum. Ein Großteil des Geldsegens ging in der Inflation 'bachab'!

4. Das Deutschordenshaus Beuggen 1785. Aus der Zeller-Dynastie, die 1819 in den Gebäulichkeiten der ehemaligen Deutschordensritterkomturei Beuggen, die erste seminaristische Lehrerbildungsstätte auf deutschem Boden gründete , entstammt der als Lehrer und Verwalter in Beuggen tätig gewesene Heinrich ZeIler. Ihm verdankt Beuggen eine große Zahl Federzeichnungen auf Ansichtskarten und Illustrationen. Eine solche schuf er um 1890 für den Verlag Benziger & Co in Einsiedeln. Diese Zeichnung ziert auch die von seinem Bruder Eugen Zeiler, Inspektor an der Anstalt Beuggen, und dessen Kollegen J. Klentschi, Lehrer in Frenkendorf, verfaßte Schrift 'Das Deutschordenshaus Beuggen einst und jetzt. 1246-1894', erschienen in der Buchdruckerei von M. Werner-Riehm 1894 in Basel. Auf dem Bild festgehalten sind, zwischen Firmerie und der Mühle , die Kapelle, die 1911 abgebrannte Zehntscheuer, der Wehrturm an der Ostflanke und daneben die Versorgungsgebäulichkeiten mit dem Eiskeller darunter.

5. Chateau de Beuggen. Der Bau der Eisenbahn von Basel nach Säckingen im Jahre 1856 bewirkte große Einschnitte im Gelände entlang des Hochrheins. Junge Mädchen waren mit zweiräderigen Schnappkarren mit Materialtransporten für die Darnmaufschüttungen tätig, um sich Brautaussteuern zu beschaffen. Die tiefen Gruben bei der Finken-Brücke an der B 34, bei der Gärtnerei Fingerlin in Beuggen und beim AussiedIerhof Brombach in Riedmatt, sind zwischenzeitlich zugeschüttet. Zwei kostspielige Bahnunterführungen mit Treppen baute man 1856 den Riedmatter Waschfrauen als Zugang zu ihren Waschplätzen am Rhein. Verschütt ging beim Bahnbau der Eingang zur Tschamberhöhle. Das Mündungsdelta des Riedmatter Sägebaches um 1850 hat aufunserem Bild der Basler Birmann festgehalten. Auf dem Bild fehlen die Waschbretter der Waschfrauen.

6. Rheinfelden (Baden) vom Flugzeug aus. In den zwanziger Jahren entstand diese Luftaufnahme. Von der St.-Josephs-Kirche als Orientierungspunkt ausgehend lassen sich die einzelnen Straßenzüge und die damals bestandenen Gebäulichkeiten gut fixieren. Es ist schon enorm wie verdichtet sich der Stadtkern baulich verändert hat. Als dunkler Baumgürtel schlängelt sich der Dürrenbach durch das Luftbild. Völlig unverbaut ist noch das Gelände, wo heute die 'Siedlung', die Bauten der 'Schildgasse' und des 'Vogelsangs', der Realschule, der Goetheschule und des Bürgerheimes stehen. Neben dem Salmegg-Haus ist die damals dort bestandene Rebenpflanzung zu erkennen.

7. Biickerei, Konditorei und Kaffee Friedrich Ringwald. Um 1910 erschien diese Ansichtskarte. Im Vordergrund die Rheinfelder Musik in Feuerwehr-Uniformen bei der Fronleichnamsprozession über den Oberrheinplatz. Hinter der Musik defilieren die Mitglieder des katholischen Kirchenchores. Das Kaffee Ringwald im Hintergrund ist heute Geschäftsstelle der Badischen Zeitung, Freiburg. Zirkusaufführungen und Vereinsdemonstrationen fanden auf dem Oberrheinplatz bis Ende der zwanziger Jahre statt.

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8. Partie beim Wasserturm. Von 1897 bis 1968 versorgte dieser Wasserturm die Badisch Rheinfelder mit Trinkwasser. Auf dem damaligen Gelände der Gemeinde Karsau ist der Turm von den Kraftübertragungswerken Rheinfelden erbaut und betrieben worden. Das Trinkwasser ist aus Tiefbrunnen, die sich im Gelände der von Walther Rathenau erbauten Fabrik Griesheim Electron befanden, zum Turm gepumpt worden. Die 'Chemische Hüüser' an der Friedrichstraße (oben) fielen in den sechziger Jahren einer Werkserweiterung zum Opfer. Neben dem Wasserturm das Haus Schreinerei Werkmeister und das Gasthaus 'Zum Wasserturm', 'Colonie' hieß im Volksmund das Gelände östlich des Wasserturms, dort wohnten die Fabrikler. Die gutbürgerlichen Nollinger Bauern nannten sie auch Baraber. Beim Wasserturm fanden bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Feste der Rheinfelder Vereine statt. Das hügelige Gelände auf unserem Bild diente den Neu-Rheinfelder Kindern im Winter als Schlittenbahn.

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