Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 4

Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Fritz Witzig
Gemeente
:   Rheinfelden-Baden
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5941-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 4'

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EINLEITUNG

Parallel zu meinem 3. Bildband erschien an Weihnachten 1993 in CH-Rheinfelden von meinem Kollegen Hans Steiger das Büchlein 'Rheinfelden/Aargau in alten Ansichten Band 1:

Rheinbrücke und Altstadt'. In dankenswerter Weise kommentierte Hans Steiger im Vorwort seines Büchleins mein Schaffen auf der badischen Rheinseite. Plötzlich waren die 'rauchenden Schlote' aus der industriebetonten Nachbarschaft im Kurort aktualisiert, bei schweizer Lesern gefragt und für gut befunden. Das beflügelte mich ganz besonders mein 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten' Band 4 bewußt in den Dienst unseres alten und jungen Rheinfelden zu stellen.

Auf der Suche nach heimatgeschichtlichen Begebenheiten begegnete ich 1950 in der alten Waldstadt dem damaligen Präsidenten des Fricktalmuseums, Buchbindermeister Willi Schaffner. Bei dem Heimatkundler, aber auch bei seiner Frau Gertrud geb. Zimmermann wurde ich mit offenen Armen aufgenommen. Die blamable Vergangenheit, die uns Menschen 'vo ähne am Rhy' nach unserem Bankrott von 1945 bedrückte, bekam ich nie zu spüren. Im Gegenteil, Willi Schaffner munterte mich zuweilen mit der Feststellung auf: 'Mi Großmueter isch vo Steine g'si - die Lüt ussem Badische sin rächt g'si - ich bedur des Schicksal, in das si g'rote sin.'

Mein väterlicher Freund ließ mich begreifen. was Heimat über alle Grenzen hinweg bedeutet. Als Lörracher PH· Studentin machte unsere Tochter Inge die Schulgeschichte von CH· Rheinfelden zum Thema ihrer Zulassungsarbeit zum Eintritt in den Schuldienst. Auf Schaffners Anraten bekam Inge von Stadtammann Molinari und Stadtschreiber Weber einen Generalschlüssel für das Rathaus ausgehändigt, damit sie zu jeder Tages- und Nachtzeit sonntags wie werktags im dortigen Stadtarchiv und in dem ihr zur Verfügung gestellten Zimmer ungestört arbeiten konnte. Solches Vertrauen ehrt und prägt!

Alle Rheinfelder, hüben wie drüben, bitte ich, wenn sie unsere auf der Rheinbrücke ausgelegte Grenze überschreiten, zu be-

denken, daß, bevor es 1803 zu dieser Grenzziehung kam, die zur alten Grafschaft Rheinfelden zählenden Lande im Fricktal und Rheintal während fünf Jahrhunderten unter der Krone des habsburgischen Österreichs schicksalhaft miteinander verbunden waren. Zur Talschaft Rheintal unter dem österreichischen Doppeladler gehörten die Ortschaften Wyhlen, Herten, Degerfelden. Adelhausen, Eichsel, Minseln, Nordschwaben, Riedmatt, Karsau, Warmbach und Nollingen.

In den Jahren 1933-1935 erschienen im Druck die drei Rheinfelder Urkundenbücher, in denen 2 020 im alten Rheinfelden verwahrte Urkunden beschrieben sind. Autor der Bände war der in Kehrsatz wohnhafte Historiker Dr. Friedrich Emil Welti. Er (geboren am 15. Juni 1857) war Sohn des Zurzacher Ständerats, studierte in Bern Jura und war leitend in der CH· Versicherungsbranche tätig. Dessen erste Frau, Lydia Escher (sie wählte nach einem Liebesabenteuer mit dem Kunstmaler Karl Stauffer den Freitod), hat mit ihrem großen Vermogen die Gottfried-Keller-Stiftung ins Leben gerufen. Welti, Autor des CH-Rheinfelder 'Stadtrechts', galt als enger Vertrauter von Dr. Walther Merz. Von den Rheinfelder Urkunden stammen 165 aus unseren heutigen badischen Gemeinden. Sie wurden zwischen 1394 und 1710 von den in den rheintalischen Dörfern tätig gewesenen Vögten gefertigt. Diese bedienten sich dabei des Landschreibers, der Angestellter des landesherrlichen Burgvogtes auf dem 'Stein' war. Alle auf den Dörfern gefertigten bzw. ausgehandelten Urkunden sind von den in Diensten Habsburg gestandenen Burgvögten gesiegelt. Die Landschreiber (sie wohnten in Rheinfelden) waren Künstler im Umgang mit dem Gänsefederkiel. Die schönen Pergament-Urkunden liegen in Rheinfelder Archiven.

Landschreiber Ludwig Egs gestatteten 1550 die Rheinfelder eine Düchelverlegung zu seinem Haus zum Bezug von 'Irinkwasser. Sein zu dieser Zeit für die Stadt tätiger Kollege hieß Johannes Adelschwiler, der auch als Notar und als Ungelter

fungierte. Die Beurkundungen fanden in den Dinggerichten bei den Kirchen in den Dörfern statt. Vom Vogt waren dazu die Geschworenen aufgeboten. In Wyhlen, Herten, Nollingen, Beuggen und Eichsei waren diese Voraussetzungen gegeben. Die Degerfelder mußten mit ihren Beurkundungen nach Herten und die Minsier nach EichseI. Gericht wurde auch in der in Privathand betriebenen Gaststätte 'Aue' beim rechtsrheinischen Brückenkopf gehalten. Für den Burgvogt amtierten in der 'Aue' Vögte aus Gemeinden aller drei Talschaften (Rheintal, Möhlinbach und Fricktal). In die 'Aue' wurde nur ausgewichen, wenn dies ein größeres Personenaufgebot erforderlich machte. Die Zollstation Kaisten vor der Stadt war linksrheinisch auch als Landesherrliche Gerichtsstätte in Benützung. Viele der registrierten Urkunden tragen Siegel von Rheinfelder Schultheißen und anderer Persönlichkeiten. Für diese galten die Bestimmungen des Rheinfelder Stadtrechts. Die Ritter von Herten, Degerfelden, Nollingen und Beuggen siegelten in eigener Kompetenz. Um 1423 gestattete der Landvogt Frischhans von Bodman dem Karsauer Vogt Hans Mathis und dem Hertener Vogt Hans Becherer die Siegelung einiger unbedeutender Urkunden. Beispiel: Der Rheinfelder Bürger Alfred Wäscher zahlte dem Degerfelder Hans Bretziker 12 rh. Gulden für den Vertrag vom 19. August 1420, der den Degerfelder verpflichtete, alljährlich l Ohm (150 L) süßen Wein ab Trotte an Wäscher zu liefern. Zu einem Gerichtstermin in Schwörstadt waren am 19. Februar 1509 aufBefehl des Ritters Melchior von Schönau dortige Zinspflichtige des Rheinfelder Spitals aufgeboten. Sie weigerten sich, dem Rheinfelder Spittelmeister Kilchholtz ihre Zinsgüter zu benennen. Vogt Hans Schmid (anscheinend selbst zinspflichtig), der die Verhandlung mit zehn aufgebotenen Schwörstadter Zeugen leitete, bequemte sich schließlich, die in 14 aufgeführten Bann-Namen aufgeführten Güter zu benennen. Im Jahre 1518 tauchte Hans Schmid als Burger von Rheinfelden auf. Die Schwörstadter Urkunde ziert

ein schönes Schönau-Siegel. Zwischen 1431 und 1664 urkundeten folgende Nollinger Vögte: Heintzman Ludi, Kleinwernli Hasler, Klewi Sturm, Hans Hensinger, Hans Conrat, Hans Drüby, Conrat Sturm, Hans Mathis, Sebastian Conrad, Felix Knobloch, Hans Steinegger und Hans Hoek.

Von 1405 bis 171 0 'in dez landez gedinghoff Gericht ze Herten':

Hentzman Welti, Heine Löli, Rudi Herr, Cuni Welti, Heini Hertner, Hans Studer, Jerg Herr, Hans Seiler, Friedli Steinegger, Hans Zeyher, Hans Herr und Hans Adam Renk. Degerfelder Vögte von 1481 bis 1630 in Herten aktiv: Clewi Spin dier, Dipolt Resi, Friedlin Jäckler, Hans Streuwlin und Ueli Weber. Vogt Lienhart Colmar aus Eichsei 1444. Bartlin Märkin aus Minsein 1601 in EichseI. Von Karsau: 1400 Hans Mathys; 1505 Hans Hüpscher.

Für die Talschaftbewohner, die oft in Diensten der Stadt und bei deren Zunfthandwerkern standen, galten die Gesetze der Stadt. Die Stadt Rheinfelden richtete im 16. Jahrhundert die Hexenprozesse aus. Über den Rhein hinweg wurde viel und gern geheiratet. Die drei Zugbrücken (Eingang Böckersturm, Eingang zur Insel, Eingang zur Stadt) blieben in der Nachtzeit unpassierbar. Waren beispielsweise die Nollinger im Fricktal auf Kareß, mußten sie die Sandgruben-Fähre unterhalb Beuggen für eine nächtliche Rückkehr benützen. Die ab dem Rathausbrand von 1531 im CH-Rheinfelder Archiv lückenlos verwahrten Ratsprotokollbücher sind eine wahre Fundgrube für reminiszente Geschichtchen, die sich rechtsrheinische Bewohner in der Waldstadt geleistet haben. CH-Rheinfelden hat ja bekanntlich ein bis dato intaktes Stadtgefängnis.

Fritz Witzig

1. Nollingen ist wesentlich älter als das von den Zähringern gegründete Rheinfelden. Sicher haben die Edeln von Nollingen als Dienstmannen der Zähringer beim Bau des Rheinübergang-Stützpunktes tatkräftig mitgewirkt und sich im neu geschaffenen, bestens befestigten Gemeinwesen baulich und wirtschaftlich (zwei Mühlen) gut eingenistet. Eckardus von Nollingen ist in der Urkunde (IK 244) von 1212 als 'aduocatus de Rinvelden' tituliert. Im neu gegründeten Rheinfelden zählten die Ritter von Nollingen zur regierenden Oberschicht. Ihr Stammsitz (im Jahrzeitbuch Fol. 34 beschrieben) war ansehlich und eine gute Basis für gute eheliche Verbindungen der Nachkommenschaft. Nollingens Wasserburg und der Ort selbst ist ab dem 13. Jahrhundert nicht mehr Domizil der Ritter von N ollingen. Wie der Edelknecht WolpoJtz von Nollingen zum Löwen in seinem Wappen gelangte, ist nicht feststellbar. Die St.Blasien-Urkunde von 1384 mit seiner Löwen-Petschaft ist verschollen. Stammte der Löwe aus einer Verbindung mit den Habsburgern oder den von Klingen? Bei der Stadterhebung von Rheinfelden-Baden 1922 hätte neben dem Löwen auch das Nollinger Engel- oder das Storchen-Wappen zum Stadtwappen kreiert werden können.

2. 'Elisabetha Rennin fromme Ehefrau mit Fridolini Brombach ist im 34. Lebensj ahr gestorben am 8.8.1757. Vom ersten Ehemann Josepho Steinegger dem jüngeren hatte sie zwei Kinder, welche sie zurückließ. Von Brombach aber zwei, von denen das erste gleich gestorben ist. Und bei der 2. Schwangerschaft starb die Mutter. Beim Todeskampf stand ich ihr bei und gab ihr die Absolution und später sorgte ich, daß aus dem Mutterleib das Kind herausgenommen wurde. Der ehrenwerte Johannes Fuhrler führte dies nach meiner Instruktion durch. Später taufte ich das Kind in Anwesenheit dreier Männer, welches nach einiger Zeit starb und zusammen mit der Mutter beerdigt wurde. Rex in Pace.' So lautet der Eintrag von Pfarrer Bußy im Totenbuch. Den 'Kaiserschnitt' führte der Totengräber Fuhrler aus. Mechtundis, geb. 11.4.1752 und Maria Ursula (Steinegger) geb. 19.10.1753, waren die beiden hinterbliebenen Kinder. Bevor Jos. Nik. Bußy 1737 nach Nollingen kam, war er zwölf Jahre Pfarrer in Rikkenbach. Das Titelblatt des Toténbuches von 1738 stammt von seiner Hand.

3. Im Atelier des Carl Sevecke in CH-Rheinfelden entstand dieses Bild. Es ist eine alte Nollinger Familie darauf festgehalten. Von links:

Marie Fischcr, vwo Zumsteg, geb. GaB; Anna GaB, verh. Steinegger; Hermine GaB, verh. Steinegger; Ernst GaB, Josef GaB, Luise GaB, verh. Bröll; Maria GaB, geb. Goldemann; Josef GaB, Gerneinde-Einzüger; Emma GaB, verh. Steinegger; wohnhaft gewesen Untere Dorfstraße 37. Die Gaß-Sippe zählt zu den ältesten Geschlechtern Nollingens. Der vom Ordenshaus Beuggen 1656 von Rickenbach nach Nollingen versetzte Pfarrer Zircher taufte am 5.1.1660 die Anna Barbara, Tochter von Hans Fridolin GaB und Susanna Weisgof. Am 4.3.1727 trugen die Taufpaten Anna Hogg und Fridolin Brutschi den Fridolinus Casimir, Sohn des Henrico GaB und der Anna Steinegger in die Kirche. Am 21. November 1740 tauften Reguia GaB und Joh. Waldmeyer eine Maria Cecilia. EinenJacobus tauften am 21.7.1743 der Felix GaB und Elisabeth Streulin. Seinem Bruder Joseph war am 5.4.1745 der Nollinger Lehrer Jacob Trybi Pate. Dessen Schwester Eva Maria hatte den MinseIner Vikar Hagenbuch und den 'ludimagister' Trübi als Paten.

4. Im Rheinfelder Stadtarchiv sind zwei Aktenbündel mit der Bezeichnung Jahresrechnung 1795/96 und 1796/97 verwahrt, deren Verschnürungen mit rotem Siegellack gesichert ist. Diese beiden Siegelungen sind mit der damaligen Gemeindepetschaft gestempelt. Offensichtlich hatten die Nollinger damals den auf ihren Dächern wohnenden Storch zum Gemeindewappen. Als Schildhalter fungiert schwach auszumachen ein Löwe, der aus dem Wappen der Ritter von Nollingen, aber auch aus dem Wappen der habsburgischen Landesherrschaft stammen könnte. Die Krone in diesem Nollinger Gemeindewappen ist der habsburgischen Landesherrschaft zuzuordnen, der das Dorf über 500 Jahre bis 1805 unterstand. Im eingangs erwähnten Aktenbündel von 1796/97 befindet sich ein Protokoll, in dem die Namen der an der Jahresrechnung beteiligten Bürger Anton Krebs, Mathias Keister, Johannes Merkt, Franz Sales Wildpreth, Josef Benz, Michael Roniger, Niklaus Fuhrler und Jakob Vrach genannt sind. Das im 19. Jahrhundert bis zur Stadterhebung 1922 verwendete Nollinger Gemeindewappen muß noch vor der Zehntablösung um 1830 entstanden sein. Bis zu diesem Zeitpunkt galt noch die alte österreichische Bezeichnung 'Vogtey' für das Rathaus.

5. Geldverdienen wollten alle die Leute, die die 'Kraftübertragung' aus dem Rhein gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in den Raum RheinfeJden angelockt har, Zu ihnen zählte diese Familie. Bürgermeister Adolf Senger und sein Ratschreiber Hermann Steinegger verfaßten dem aus Tegernau gekommenen Schmiedemeister Johann Gutmann im Frühjahr 1899 einen Vertrag, wonach dieser in N ollingen auf dem Gelände seiner Schwester, Anna Maria Hartfelder, geb. Gutmann, eine neue Werkstatt erbauen durfte. Der Säckinger Architekt G. W. Ehmig baute diese Schmiede mit Wohnhaus im Unterdorf. Auf dem Bild: von links Johann, Albert, seine Frau Rosa, geb. Herr aus Eimeldingen, und Rosa, verh. Stemmle, die hochbetagt im Dentschiweg wohnt. Bei einem Sturz vom Kirschbaum starb der tüchtige Hut- und Wagenschmied. Das Geschäft übernahm von ihm dann Schmiedemeister Adolf Tröndle, Die Gutmanns zählten zu den ersten Evangelischen, die damals in das katholische Nollingen kamen.

6. So etwa könnte die Burg der Edlen von Nollingen ausgesehen haben, die einst südlich der Kirche im Burgweiher stand. Hermann Steinegger hat sie in seinem 1935 im Verlag Peter Krauseneck, Rheinfelden, erschienenen 'Heimatbuch Rheinfelden-Nollingen' näher beschrieben. Eine Reihe Persönlichkeiten des Nollinger Rittergeschlechts, die aber alle nicht mehr in Nollingen seßhaft waren, sind im 13. Jahrhundert in Rheinfelder Urkunden vertreten. Offenbar von Nollingen ausgewandert haben sich die Ritter im zwischen 1130 und 1150 entstandenen ersten Stadtteil Rheinfeldens eingenistet. Die heutige 'Löwen-Apotheke' in der Marktgasse in CH- Rheinfelden war das Nollinger Ritterhaus. Es war gleichzeitig Nordostpfeiler der Stadtmauer. Heute noch ist in dem turmartig erbauten Haus das einstige Flachdachgebälk des Turmes zu bewundern. Die überdimensionalen Mauern des Hauses zeugen vom Befestigungscharakter in der Ursprungsphase. Bei der späteren Stadterweiterung mußte man die Ausladungen des Nollinger Turmhauses in das angebaute Haus integrieren. Im benachbarten heutigen Fricktal-Heimatrnuseum bekommt man das im Dachgeschoß zu sehen.

7. Nollingen spielte in der badischen Zeit ab 1806 eine gewichtige Rolle im Obstbau und in der Rinderzucht. Die Industrialisierung brachte dann ab 1900 eine erneute Wende. Dies verdeutlicht das 1902 erbaute Schulhaus, daneben die 1898 errichtete KWRTrafostation, dann das Haus von Kaufmann Senger, das 1900 mit Telefon und Telegraf bestückt wurde. Ab 1.4.1901 befand sich das Gebiet des neuen Badisch-Rheinfelden in der kommunalen Administration des Nollinger Rathauses (2. Gebäude von links). Vor dem Haus Lammer steht bei dem Leiterwagen Joseph Roniger. Das Geschlecht der Roniger reicht in Nollingens Dorf-Chronik weit zurück. In einer Urkunde im CH-Rheinfelder Stadtarchiv vom 11.2.1664 sind die Gerichtsleute Hans Steinegger, Jakob Krebs und Basehen Roniger sowie der amtierende Nollinger Obervogt Hans Hoek genannt. Dem Sohn Johannes der Rosina Goldemann waren am 15.4.1689 Anna Maria Roniger und Hans Streule Taufpaten. Bei der Heirat dieser Anna Maria Roniger mit dem Johann Ren wirkten der Obervogt Hog und der Bartholomä Goldemann am 1.5.1691 in der Nollinger Kirche als Trauzeugen. Die Traumesse zelebrierte Pfarrer Joanne Adamo Molitore, der am 12.3.1691 die Pfarrei übernahm von Pfarrer Isaaco Zircher, gebürtig aus Bremgarten. Zircher, von 1656 bis 1659 Pfarrer in Rickenbach, hatte in Nollingen den aus der Schweiz stammenden Jacobus Buecher zum Vorgänger.

8. Die 1894 neben dem Bahnhof 'bei Rheinfelden' entstandene Seidenweberei der Zürcher Fa. Baumann-Streule & Co. trug mit dem Bau von sieben Häusern in der Kapuzinerstraße hervorragend zur Unterbringung ihrer Mitarbeiter bei. Für Rheinfeldens Gründung waren die 'Sidi-Hüser' eine segensreiche Einrichtung. Etwa 1922 entstand unser Bild. Es zeigt von links Eugen Rogg, Schwiegervater von Buchhändler Ebi, als Oberleutnant gefallen; Leopold Rogg, Alu-Bediensteter und Rheinfelder SüdkurierChronist; Erwin Rogg, Schlosser, Degussa, dann Landwirt in Heppenschwand; Friedrich Rogg, Omnibus-Unternehmer und Vater der Buben; Otto Effenberger, KWRAbteilungsleiter und in der Wohnbaugenossenschaft Rheinfelden aktiv; Hilda Effenberger, verh. Pfitzer; Ernst Rogg, Laborant in der Alu Rheinfelden und Wutöschingen; Kurt Klasterer. Wie die Rogg's von Attlisberg nach Rheinfelden kamen, ist an anderer Stelle beschrieben. Von Mährisch-Rothwasser stammte Otto Effenberger sen., der in der Seidenweber-Hochburg Mährisch-Schönberg volontierte, um dann bei Baumann-Streule, Zürich, zu arbeiten. Von dort kam er 1905 nach Rheinfelden als Webermeister in die 'Sidi'. Aus Mährisch-Schönberg ließ er 1908 seine Anna Klössner nachkommen, um sie zu heiraten. Kurz vor Kriegsende ist er 1918 gefallen.

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