Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 7

Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 7

Auteur
:   Fritz Witzig
Gemeente
:   Rheinfelden (Baden)
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6507-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 7'

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Einleitung

Gefächert in vielen Veranstaltungen wurde 1997 der Erhebung der kommunalen Gemeinschaft von Nollingen, Warmbach und Rheinfelden im Jahre 192 2 zur Stadt Rheinfelden gedacht und festlich gehuldigt. Die Kür desWappenschilds des Polpolz von Nollingen zum Rheinfelder Stadtlöwen bedurfte keiner besonderen Erwähnung. Er war ja überall aufEinladungen, Plakaten, Fahnen publizistisch aufgemacht mit dabei. Mit der Zahl 75 wurde viel jubiliert. Den Historikern war diese Zeitspanne zu lang. Sie begnügten sich mit der Dokumentation der Eingangsphase. Die 'verbrecherische' Zeitepoche unserer Väter, Großväter und Urgroßväter von 1933 bis 1945 blieb unbewältigt unerwähnt. Dem Zeitgeschehen der restlichen fünfzig Jahre wusste man nichts Festliches abzugewinnen. Darüber verwundert erklärte Oberbürgermeister Herbert King a.D. '40 der 75 Jahre habe ich mitgestaltet' .

In meinen bislang veröffentlichten Rheinfelder Bildbänden habe ichversucht, so viel zeitgeschichtliche Dokumentationen wie möglich unterzubringen. Diesen Grundsatz verfolge ich auch mit meinem 7. Band. Ohne pro und kontra will ich mit der Schilderung eigenen Erlebens etwas zu den 75 Jahren Stadtgeschichte beisteuern. Als gebürtiger Riedmatter begegnete ich in meiner Kindheit, als 1928/29 der Rhein zugefroren war, Rheinfeldern. Ab 1930 schickte mich meine Mutter täglich mit dem Fahrrad über die KWR-Industriebrücke in die Schweiz, um zollfreie kleine Warenmengen einzukaufen. Rheinfelder Altersgenossen begegneten mir und meinem Bruder, wenn wir am SonntagsZwölfer unserem Vater per Fahrrad das Mittagessen an seinen Arbeitsplatz in die Alu-Gießerei brachten. Verstohlen versuchten wir Riedmatter Buben, an Sonntagen zu den Heimspielen des FC Rheinfelden ohne Eintritt zu bezahlen zu gelangen. Oft verpfiff uns dabei die dreizentnerige Henriette Stall (Carrnelini). Am Sonntag nach dem 31. januar 1933 kamen uniformierte 'Hitler' mit ihrer Fahne in die katholische Kirche

in Beuggen, um damit den Dank ihrer Machtergreifung zu bekunden. Mein Vater, der SPD-Mitglied und bis 1933 Mitglied im Bürgerausschuss der Gemeinde Karsau war, schimpfte zu Hause wie ein Rohrspatz. Unsere Mutter, eine bibelfeste Protestantin, flüsterte uns drei Kindern zu: 'Ich wähl' den Adolf1' Heimlich verriet sie uns, sie tue das, damit wir Kinder, wenn wir aus der Schule sind, Arbeit haben. An Fasnacht 1933 beorderte mein Vater uns Riedmatter Buben zu seinem Parteifreund Friedrich Rüsch nach Beuggen. Frieder, der Buchhalter in der Degussa war, übte uns Buben mit seiner Ziehharmonika begleitend einen Spottvers folgenden Inhalts ein: 'Heil, heil, heil - De Hitler hangt am Seil. . .' Auf ein Lattengerüst als Hampelmann montiert übergab uns der Frieder den 'Hitler' . Wir zogen in Beuggen von Haus zu Haus, zogen an der Hampelmann-Schnur und sangen unseren Vers. Auch der Buchbindermeister Hirtle, der ein NSDPler war, lachte darüber und gab ein Trinkgeld. Im Krämerladen von Frieders Frau gedachten wir, das Geld in 'Gutsi' anzulegen. Plötzlich tauchte beim Haus Schöning in Beuggen ein Mann auf, der uns wortlos den 'HitlerHampelmanu' wegnahm. Hilfesuchend rannten wir zum Frieder. Er war sprachlos und schickte uns heim. Der Fallert Hugo, der bis 1933 die Freiburger 'Volkswacht' (SPD-Zeitung) austrug, trauerte mit uns. Mein Klassenlehrer in der Schule in Karsau kaufte sich eine Hitler-Uniform. Statt 'Grüß Gott Herr Lehrer' durften wir morgens zur Begrüßung 'Heil HitIer!' sagen. Er bot uns den Kauf eines Braunhemdes und den Eintritt ins 'Jungvolk' an. Das barsche 'Nein', das uns mein Vater unserer Bitte entgegensetzte, getrauten wir gar nicht so recht dem Lehrer anzuvertrauen. Nach Monaten (der Vater war mit uns Buben beim Soldatentreffen seiner 10ger-Leib-Grenadiere in Karlsruhe) sagte er aufunsere erneute Bitte kleinlaut 'Ja!'. Wie alle anderen Schüler waren wir Buben im Jungvolk. Mein Vater hörte täglich um 12.30 Uhr die Nachrichten des Schweizer

Senders Beromünster. Wir gehen einem neuen Krieg entgegen, resümierte er am Mittagstisch oft wutentbrannt. Der 'Wälder-Karli' (Karl Baumgartner), unser Lehrer in Karsau, sei da anderer Meinung, entgegneten wir zuweilen unserem Vater. Eine Tracht Prügel drohte uns, wenn wir Vaters Meinung nicht akzeptierten. Das Maul halten lehrte uns die Mutter. EinesTages holte die Mutter die SPD-Fahne desVaters vom Speicher und schneiderte Badehosen für uns zwei Buben. Mit dieser neuen Errungenschaft begegneten wir am Riedmatter Badeplatz Vaters Ex-Parteifreund Ignaz Bernpaintner und dessen beim Konsum in Rheinfelden tätigen Frau. UnserVater, ein Kraftmensch, erklärteTage darauf grobschlächtig unserer Mutter, dass sie Heiner eine andere Badehose zu nähen habe. Grund: Dem Ignaz habe es nicht gefallen, dass der Bub mit drei pfeilen auf dem Hinterteil am Badeplatz herumlaufe. Gesagt, getan! Schade für die SPD-Parteiabzeichen-Badehose; sie wäre heute nostalgisch so wertvoll. Im Ianuar 1935 verunglückte ich mit meinem Rodelschlitten. Nach der Schulentlassung war ich wegen der Unfallfolgen nicht in die 'H]' (Hitlerjugend) gegangen. Heiner, mein Bruder, tat 'Dienst' bei der NS-Motorsport-Jugend. Seine Motorradbegeisterung durfte er dann im Krieg als Krad-Melder abreagieren! Als Laufbursche - sprich Mädchen für alles - stand ich ab 17. August 1936 in den Diensten der Alu-Rheinfelden. In den Abendstunden belegte ich Kurse in Steno, Maschinenschreiben und Buchhaltung. Im Lohnbüro der Alu begegnete ich dem damals kommissarisch auf dem Rheinfelder Rathaus tätig gewesenen Bürgermeisterstellvertreter Otto Wagner, aus Sexau bei Freiburg. Mit ihm und der Lohnbüro-Mannschaft zusammen habe ich viele Samstagnachmittage ohne Bezahlung in der Rheinfelder Siedlung am Erdaushub von Kellern gearbeitet. Einmal besuchte ich mit dem Fahrrad an einem Sonntag Wagner in Sexau. Er hat mich nie darum gebeten, der HJ oder der NSDAP beizutreten. 1938 war ich als Helfer bei den im Saal des 'Oberrheinischen Hofes' von der Alu veranstalteten Werkserweiterungs-Richtfesten eingesetzt gewesen. Schichtweise war die Alu- 'Gefolgschaft' zu diesen Veranstaltungen eingeladen. Nach einer solchen Festversammlung bei der der Gauleiter RobertWagner aus Karlsruhe sprach, munkelte man, dass die Schweizer Alu-Herren

dem Wunsche des Gauleiters widersprochen hätten, die Alu-Rheinfelden in 'Hermann-Göring-Werke' umzugestalten. Am 1. September 1939 (es war ein Sonntag) hatten sich mein Vater und mein Bruder vom Brombeerwein (Marke Eigenbau) einen Rausch angetrunken. In der folgenden Nacht bekamen wir in Riedmatt im Rahmen der Markgräflerland-Evakuierung drei Flüchtlinge in unser Haus in Riedmatt. Es war die urchige 'Pfennig-Luis' aus Fischingen mit zwei ihrer Enkel. So erlebte ich den Kriegsausbruch. Leider muss ich hier meine zeitgeschichtliche Schilderung abbrechen, weil die limitierte Buchform keine Erweiterung zulässt.

FritzWitzig

Dankadresse: Zu danken habe ich für Mithilfe und Information meiner Frau, Franz Albietz, Eugen Baumgartner, Julius Birlin, Dr. Chr. Blocher, Feldmeilenl CH; G. Blocher, Pfarrer, HallauiCH; Aribert Blum, Kfm.; Karl Boll, pfarrer; Ewald Brugger, Hans Bühler, Lörrach; Walter Fritschi, Wyhlen; Annemarie Gass, Alfred Goldemann, Dr. Antoniette HabichJagmetti, Alfons Häbig, Herzog, Fricktaler Ztg.; Klara Honsel- Walz, Jürgen Ingold, Rektor; Michael Ingold, Leni Kicherer, Hornberg;

Dr. Bussmann, Stadtdirektor, Walsrode; RudolfLämmle, Ernst Lämmlin, Walter Löffler, Alfred Lorenz, Adele Merz-Hartmann, Richard Molinari, Stadtammann a.D.; Siegfried Morat, Herbert King, Oberbürgermeister a.D.; Dieter Mayer, Willfried Renner, pfarrer; Anton Rüsch, Ella Rüsch, Erika Rüsch, Schuster, Stadtarchivar; prof Dr. Gerhard Seiler, OB, Karlsruhe; Ewald Senger, Albert Steinegger, Dr. Heinz Strack, Andreas Steigerwald, Otmar Stöcklin, Heinz Walt er, Paul Weber, Stadtschreiber a.D.; Franz Jos. Zeier, Inge Zulauf, Lehrerin.

1 Das ist Kosmas Winterhalter, geboren am 7. April 1862 in Engelschwand, und seine Frieda Rieble, geboren am 17. Juli 1864 in Blumberg, an ihrem 25. Hochzeitstag am 24. Mai 1916 in Rheinfelden. Ihre Kinder von links: Heinrich, geb. 1892 in Konstantinopel, Matura am Conradihaus Konstanz, Leutnant und Freiheitskämpfer in Schlesien, Versicherungskaufmann in Mannheim;Willi, geb. 1902 in Rheinfelden, Verladerneister Degussa, aktiver FC-Fußballer; Josefine, geb. 1894 in Eschach/Bodensee, verh. mit Kfm. Albert Senger, Nollingen; Franz, geb. 1896 in Eschach, Futter- und Kohlenhandlung in Rheinfelden, FC-Fußballer und Vorstandsmitglied. In der Konstanzer Garnison verdingte sich Kosmas W nach seinem Aktivdienst als Bursche bei einem Oberstabsarzt. Die Frieda R. diente bei diesem als Köchin. Mit

dem Arzt machten beide die Versetzung nach Konstantinopel mit. Als Botschaftsbedienstete heirateten sie 1891 in der Türkei. Nach der Rückversetzung ihres Patrons war Eschach a.B. ihr neues Domi-

ziJ. Die 'Setalin' versetzte ihn dann um 1900 nach BadischRheinfelden, wo er den Hausmeisterposten bekam. Im Bilgerbräu-Walz-Hausblock erstanden sich die Winterhalters den Haus-

teil Friedrichstraße 27. Der vielgereiste Hotzenwälder ist ein markanter Pionier in Rheinfeldens junger Stadtgeschichte. Er starb 93jährig; seine Frau wurde 78 Jahre alt.

2 Im prof Fecht'schen Karsauer Ortsbeschrieb von 1857 steht 'Beuggen: Rüsch Gottf En grosHandlung von eng!. Stahl und Stahlwaaren'. R., geboren am 21. Mai 1825 war jüngstes von fünf Kindern der Eheleute Anton Rüsch undAloisia Klemm aus MinseIn. Er hat 1866 geheiratet. Der damalige pfarrer trug in das Familienregister ein: 'Dieser Gottfried ging, um eine vermögliche Frau zu bekommen, zu den Basler Pietisten über & starb auch eines plötzlichen Todes als solcher in Base!.'Vor seiner Heirat baute er 1863 auf dem Adelberg das im Bild beschriebene Anwesen, das seine Frau an Heinrich Ott verkaufte. Die KWR ersteigerte die Villa und verkaufte sie samt Gelände für 40 000 Mark imApril1899 der evangelischen Diaspora -Genossenschaft. Auf den Grundmauern der Ökonomie steht das Adelberg-Kirchlein. Heinrich Ott, selbst Glied der neuen evangelischen Gemeinde, lebte als Mieter in der westlich der Kirche gelegenen Villa. Sie diente ab 1899 dem pfarrer als pfarrhaus. Ott muss zeitweise Salz in den Räumen gelagert haben.

Wegen Feuchtigkeit wohnten die Pastoren dann im 'Sternen' und zuletzt im 'Salmegg'. Das so frei gewordene Haus bezog 1917 der Kirchenälteste und SPD-Gemeinderat, der in der Kronenstraße wohnhafte Hauptlehrer Kar! Nei-

decker. Die gegen ihn gelaufenen Räumungsklagen blieben ohne Erfolg. Erst als der von strenggläubigen Katholiken sehr geschätzte Schulmann 1945 als Rektor starb, wurde das Haus frei. Das Adelberg-Kirchen-

gelände übernahm wieder die KWR. Die unbewohnbare Villa von 1863 wurde abgerissen. Das Inserat erschien 1894 im 'Trompeter von Säckingen'.

3 Die Ministranten in den größeren katholischen pfarreien spielten vor siebzig Jahren in der eigenen kirchlich orientierten Mannschaft des DJK Fußball. Das sportliche Kräftemessen fand auch unter den DJKlern statt. Diese Mannschaften gab es damals in Rheinfelden, Nollingen, Herten, Wyhlen, Wehr, Öflingen und Säckingen. Für 700 Mark verkaufte die Anna Goldemann, geb. Fuhrler, ihre neben der Gärtnerei FritzTrüby im Gewann 'Brühl' gelegene Wiese der Freien Turnerschaft Nollingen (SPD-orientiert) mit der Auflage, dass die DJK Nollingen das Gelände als Sportplatz benützen dürfen. Neben der VHS hatte die DJK Rheinfelden damals ihren Kickplatz. Unser Bild entstand etwa 1934 kurz bevor durch die damaligen politischen Machthaber diese Organisation der 'Deutschen-Jugend-Kraft' in Nollingen verboten worden ist. Unser Bild,

sitzend von links: Ernst Grass, AdolfSteinegger und Ewald Steinegger. 2. Reihe: Hans Fath, Eduard Grass und Fritz Hilberer. Die letzte Reihe stehend: Alfred Goldemann, Alfred Senger, Helmut Senger und RudolfStreule.

4 In diesem vom Rheinfelder musisch geprägten Fotografen Martin Isele geschaffenen Konterfei ist sein Gesicht dargestellt, das viele Jahre im badischen Rheinfelden das gesellschaftliche Leben maßgebend beeinflusste. Das verschmitzte Lächeln war JosefBlum angeboren. Der Bodenseeschwabe, geboren am

4. August 1884 in Magenbuch, hat Hugenotten unter seinen Vorfahren. Neben seinen beruflichen Aufgaben hat sich Iosef Blum schon in seiner Jugend der Poesie verschrieben. Seine ersten Gedichtverse entstanden in englischer Kriegsgefangenschaft. 'Frühlingslocken' betitelte Josef Blum das 75 Seiten umfassende Büchlein mit Gedichten und Sinnsprüchen über Liebe, Natur und Leben. Peter Krauseneck hat es ihm gedruckt, das in seinem Rhybruck- Verlag erschienen ist. Viele seiner Verse erschienen auf Ansichtskarten graphisch mit Motiven aus der Heimat untermalt. Der beim Stadtbauamt tätig gewesene Erwin Preuß erwies sich bei diesen Kartengestaltun gen als wahrer Künstler. Der

Karlsruher Robert Pracht vertonte viele der Blumgedichte für Männer- und Jugendchäre. Bis in unsere Zeit gab es immer wieder Männerchäre, die über das Rheinfelder Kaufhaus Blum Notenmaterial für Blum-Lieder bezogen haben.

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5 In der Erwinstrasse 3 in Freiburg im Breisgau stand dieses 'Consumgeschäft', genauer gesagt ein Krämerladen. Das dargebotene Warensortiment war auf die Kundschaft abgestimmt und verlangte vom Inhaber viel Einfühlungsvermögen und Individualismus. Ihm zur Seite stand seine nüchterne Frau, die während des Krieges auf sich alleine gestellt, den Laden betrieb und sich um den Sohn Erwin, geb. 1909, zu kümmern hatte. In gemeinsamer Anstrengung meisterte der 'Händler' (auf unserem Bild mit Sohn Erwin) die 1923 endlich endende Inflationszeit. Es war eine Umstellung, ab 1931 dann in Rheinfelden ein neues Warensortiment insbesondere an Frauen zu bringen. Das vermittelte dem allzeit Frohgelaunten besinnliche Stunden. Das in englischer Gefangenschaft geübte Versereimen, Sinnsprüche zu formulieren, das gab seinem Leben neuen Inhalt. Davon ein paar Kostproben: 'In d' Friburger Bächli / Dappt mängger emol ni / Bi Nacht und bi Nebel/Vom Markgräfler Wy!'

'Ohne Hahnenschrei legt kein Huhn ein Ei!'

'Bekannt geht über 'verwandt'.' 'Bezahl' Dein Lehrgeld - und stirb.'

'In männerarmen Zeiten hat das letzte Hündchen seine Freundin!'

'Not lehrt schaffen! Hosen machen keine Männer!'

'Eine kluge Frau ist nicht jedes Mannes Traum!'

'Den Weibern ist in der Liebe kein Fuchs zu schlau, kein Esel zu grau!'

6 Emil Bichele war ein Freund der Familie JosefBlum. Er war gelernter Verlagskaufmann. In der Wehrstraße eröffnete er ein Porzel!anfachgeschäft mit Großhandlung. Mit Blums übersiedelte er zu diesem Zweck nach Rheinfelden. Als Emil am 26. März 1935 in Lindau seine Käthe heiratete war ihmJosefBlum Trauzeuge. Bei der Organisation der ersten großen Nachkriegsfasnacht, die Blum weitgehend selbst finanzierte, mischte Emil Bichele als Kalfaktor mit. Mit seinen Ideen ging der Emil noch viel weiter, als der 'Schmülzli Sepp' es sich erträumte. Emil setzte sich in abgerissener Verkleidung als 'Cranitzler' mit einem Koffer val! Kurzwaren vor Blums Kaufhauseingang. Vom Verkaufspersonal verständigt kreuzte der in seiner Berufsehre angegriffene Josef Blum sogleich bei der ungebetenen Konkurrenz auf 'Machen Sie, dass Sie fort-

kommen' herrschte er den Hausierer an. 'Sie können Ihre Ware am Bahnhof anbieten, aber doch nicht hier vor meinem Geschäft!' Schließlich gab sich dann der Emil zu erkennen. Der gefoppte Geschäftsmann brauchte natürlich für den Spott nicht zu sorgen. Der Martin Isele durfte dann den fasnächtlichen Straßenhändler im Bild festhalten. Emil Bichele verkaufte sein Porzel!angeschäft dem Kaufmann Fritz Schattmaier, der vielen betagten Rheinfeldern noch ein Begriff ist

7 Von Grenzach übersiedelte

19 19 Gustav Hartmann nach Warmbach, um käuflich in der Warmbacher Straße 34 die Metzgerei Kempter zu übernehmen, der nach Lörrach abwanderte. Am 4. November 1922 erschien im Rheinfelder Anzeiger ein Inserat 'Custav Hartmann-Chaisen, Break, Wagen, Moderne Fuhrwerke - Rheinfelden- Warmbach' mit einem Pferdesymbol. Plauschhalber betätigte sich der Metzger auch als pferde-Droschker. Zu dieser Zeit entstand vor der 'Sängerhalle' dieses Bild. Der aus Kanada aufUrlaub weilende Schwager des Zeitungsverlegers Peter Krauseneck ließ sich im Landauer durch das zur Stadt erhobene Rheinfelden-Baden kutschieren. Mit von der Partie war der Sohn des SängerhallenWirts Linsenmeier und der gewichtige Hund aus der Warmbacher Metzgerei. Hartmann hatte eine couragierte Frau, eine

Frieda, geb. Hornberger, aus dem 'Chäsacker' bei Kandern. Als junges Mädchen bediente sie schmuck in der Markgräfler Tracht herausgeputzt in der 'Krone' in Kandern, wo zuweilen die Großherzogin von BadenweiIer kommend einkehrte. Sie durfte neben ihrerTätigkeit hin-

ter der Ladentheke in der pferdekutsche die Leitseile führen. Im Galopp fuhr sie einmal eine Hochschwangere ins Krankenhaus nach Rheinfelden/Schweiz. 1925 baute der Architekt Ewald Steffen den Hartmanns in der Friedrichstraße in Rheinfelden eine neue Metzgerei.

8 Am 14. Mai 1900 hat die Kaiserliche Oberpostdirektion durch öffentliche Bekanntmachung die Errichtung einer oberirdischen Telegrafenlinie in der Gemeinde N ollingen beschlossen. Im Jahre 1908 waren 33 Teilnehmer an das Telefonnetz angeschlossen. Die Gespräche wurden beim Postamt durch Kabelstöpselung handvermittelt. Jeder Anschlussteilnehmer bekam im Keller eine Nassbatterie, die ein 'Telifönler' allmonatlich wartete, eingerichtet, die der Stromversorgung diente. Durch Betätigung einer Handkurbel wurde per Klingel die Telefonzentrale gerufen, die auf gleiche Art den vermittelten Teilnehmer verständigte. Es gab damals folgende Telefonanschlüsse: 1 Kraftübertragungswerke; 2 ehern. Fabrik Griesheim Electron; 3 Aluminiumindustrie AG; 4 Gasthaus Wasserturm; 5 Diamantin-Werke; 6 Würtenberger Hotel Bahnhof; 7 BucherManz, Pumpenfabrik; 8 Dr. August Bark, Arzt; 9 Peter Krauseneck, Rheinfelder Anzeiger; Jo Gasthaus Sonne, Nollingen; 11 Albert Motsch, Weinstube; 12 Hotel Bellevue; 13 Baumann -

Streule, Seidenweberei; 14 Elektrochem. Fabrik Natrium; 15 JosefBucher, Sägewerk; 16 Bürgermeisteramt Nollingen; 17 Albert Schröter, Baugeschäft; 18 Riegeler Bierablage; 19 Eugen Walz, Kaufhaus; 20 Zollamt Bad.Rheinfelden; 21 Mayer &

29 Postamt Bad.-Rheinfelden; 30 Otto Basler, Warenhaus; 31 St.Josefs-Anstalt, Herten; 32 Gustav Bampi, Tiefbauunternehmer; 33 Dir. FriedrichJung.

Schmidt, Schmirgelwerke; 22 Kath. pfarramt St. Josef; 23 Ferd. Mayer, Seidenweberei; 24 BahnhofBad.-Rheinfelden; 25 Gasthaus Oberrheinischer Hof; 26 Karl Sutter, Malermeister; 27 Gasthaus Sängerhalle; 28 Friedrich Scherer, Krämer, Warmbach;

Gruß aus Bad Rheinfelden

Gasthau8 zum Oberrhei"i8chen Hof Telefon Nr. 25

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