Rheinsberg in alten Ansichten

Rheinsberg in alten Ansichten

Auteur
:   Karin Niemann
Gemeente
:   Rheinsberg
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5544-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Rheinsberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Grau sind die Anfänge der Geschichte, vieles läßt sich nur mutmaßen. Die Wennen hatten die Gegend verlassen, und Auswanderer aus dem Rheinland ließen sich nieder, 1335 taucht der Name Rynesperg erstmals auf. Als Kar! V. Otto die Mark abkaufte, herrschte überall das Faustrecht, aber nur für kurze Zeit zog relative Ruhe ein. Nicht umsonst betete das geplagte Landvolk abends 'vor Lüderitz und Köckeritz, vor Bredows, Quitzows, Itzenplitz behüt uns, lieber Herrgott'.

Vom Kurfürsten Joachim I. wurde Joachim von Bredow 1524 mit Rheinsberg und den dazugehörigen Ländereien belehnt. Das Verhältnis zwischen Joachim von Bredow und den Rheinsbergern scheint nicht immer ganz einfach gewesen zu sein. Aus Beschwerdebriefen der Bürger an den Kurfürsten und aus den drastischen Reaktionen Joachims geht das jedenfalls hervor.

Die Stadt besteht zu der Zeit aus dreißig gespannhaltenden Bürgern, die Spanndienste zu leisten hatten, während die anderen Bürger zu Handdiensten verpflichtet waren. Mit dem Übertritt Joachims n. zur evangelischen Religion 1539 wurde Rheinsberg protestantisch.

Der Dreißigjährige Krieg läßt Rheinsberg nicht unberührt: 1634 wird die Stadt niedergebrannt, 1637 kommt die Rinderpest und ein Jahr später die richtige Pest. Der kurze Frieden reicht nicht, sich

von den Folgen zu erholen, denn bereits 1675 fallen die Schweden ein, nur sieben Häuser und die Kirche sollen die Verwüstungen überstanden haben.

Als Friedrich Wilhelm I. für seinen Sohn die Stadt 1734 erwarb, erließ er gleichzeitig eine Ordre: Die Straßen sollten gepflastert, die Häuser mit Ziegeln statt mit Stroh gedeckt und Manufakturen angesiedelt werden. Mit der kronprinzlichen Hofhaltung kam tatsächlich ein wirtschaftlicher Aufschwung für die Stadt.

Eine entscheidende Veränderung erfuhr das Stadtbild nach der großen Brandkatastrophe am 16. April 1740. Von den ehemals 69 Häusern wurden nur 19in der Mühlenstraße verschont, was den heutigen Straßenverlauf erklärt, Kein geringerer als Baron von Knobelsdorff, inzwischen Königlicher Intendant, erhielt den Auftrag, die Stadt neu zu projektieren. Der Grundriß weist ein durchgehendes Straßennetz mit sich rechtwinklig kreuzenden Straßen auf. Alle Bürgerscheunen wurden konsequent aus der Stadt verbannt, für die Häuser entwarf Knobelsdorff Typen in Traufstellung, die durch Spiegelung und Erweiterung ein einheitliches aber abwechselndes Bild ergaben. Für die Ausführung war Bauinspektor Feldmann zuständig. Noch heute ist die Stadt davon geprägt.

1744 schenkte Friedrich Il. seinem jüngeren Bruder, dem Prinzen Heinrich, Rheinsberg. Dessen aufwen-

dige Hofhaltung erforderte ein ganz anderes Gewerbespektrum. Die Zahl der Ackerbürger ging zurück, dafür gab es 23 Schuster, 21 Schneider und Perükken-, Hut- und Handschuhmacher.

Am Schloß gab es auch äußerlich sichtbare Umbauten, Z.B. wurden die stadtseitigen Eckpavillons 1786 von Boumann d. J. angesetzt. Der Park konnte durch Ankauf der Bürgeräcker erweitert werden und erhielt zahlreiche Architekturen. Besonderen Anteil daran hatte in den ersten Jahren der Baron von Reisewitz. Von der Hofgesellschaft der Veruntreuung beim Prinzen bezichtigt, nahm er sich das Leben. Zu nächtlicher Stunde soll er im Boberow noch immer keine Ruhe gefunden haben.

Da nach Heinrichs Tod 1802 das Schloß nicht mehr ständiger Wohnsitz der Herrschaft war, stagnierte die Entwicklung der Stadt zunächst. Die Lage stabilisierte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts, sank aber in die Bedeutungslosigkeit anderer Kleinstädte zurück.

Berühmte Reisende weckten das Interesse der Öffentlichkeit an Rheinsberg. Theodor Fontane begann 1882 mit seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg' , ihm folgte der englische Reisende Andrew Hamilton mit seinem 'Rheinsberg' buchstäblich auf dem Fuße. Durch Kurt Tucholskys 'Rheinsberg' 1912 setzte ein regelrechter Ansturm ein.

Der Bau der Eisenbahnlinien und der Straßen hatte Rheinsberg einfach leichter erreichbar gemacht. Die Stadtväter setzten infolgedessen schon früh auf Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor , wobei sehr wohl zwischen Sommergästen und 'Turisten' unterschieden wurde. Traugott Pinkert ist der erste Chronist, der unter diesem Aspekt veröffentlichte. Beschrieben werden das Schloß und der Park einerseits und andererseits die Hotels und die Gasthöfe. Ähnlich einseitig ist das Spektrum bei den Postkarten. Es war relativ leicht, solche von Schloß und Park oder von den Gasthöfen zu finden, aber schwer, solche von Vereinen, Innungen oder auch Häusern ohne offensichtliche Geschichtsträchtigkeit.

Vielleicht helfen die alten Bilder betagteren Bewohnern, sich zu erinnern, 'nachzukramen' und vor allem weiterzuerzählen; jüngeren Betrachtern geben sie vielleicht die Möglichkeit, Unbekanntes zu erfahren, sehr sorgsam mit dem noch Erhaltenen umzugehen und sich mit ihrer Stadt zu identifizieren. Die Verfasserin bedankt sich für die Leihgaben bei Frau Kraft, Frau Teßner, bei den Familien D. Klein, D. Rönnefahrt, H. Schütz, K. Pfützner, D. Schulze, den Geschwistern Kolbow, bei der Feuerwehr und der Steingutfabrik und dankt vor allem für die vielen schönen und interessanten Gespräche.

1. In spätbiedermeierlicher Manier wird dem Betrachter ein Bild wie im Märchen dargeboten: der See, das Schloß, das Kavalierhaus, die Stadt und die alles bewundernden Spaziergänger. Der Stich bildet das Zentrum einer Serie von weiteren zehn Bildern, die alle in gleicher rührender Weise die Sehenswürdigkeiten der Stadt und des Parkes zeigen: den Triangelplatz, den Marktplatz, das Schulhaus und die Kirche, das Portal, das Grabmal des Prinzen Heinrich, den Freundschaftstempel, den Salon, die alte und die neue Grotte und den Obelisken. Damit wird fast ein Programm für spätere Werbung vorgeschlagen.

RHEI SBER6, MARK

2. Der preußische König Friedrich Wilhelm 1. hatte 1734 für seinen ältesten Sohn, den Kronprinzen Friedrich, die Herrschaft Rheinsberg erworben, damit dieser mit seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern eine eigene Hofhaltung führen konnte. Dem Baudirektor der kurmärkischen Kammer, Kemmeter, wurde zunächst der Umbau aufgetragen, allerdings mit dem deutlichen Hinweis, sparsam zu bauen. Nach Knobelsdorffs Rückkehr aus Italien übernahm er in zunehmendem Maße die Bauleitung. Die zum See hin offene Dreiflügelanlage mit dem Kolonnadengang zwischen den beiden Rundtürmen bezaubert noch immer die Besucher und ist in unzähligen Bildern festgehalten worden.

3. Gleichsam als verkleinerte Dreiflügelanlage zeigt sich das Kavalierhaus, in der vorliegenden Form von Hennert aus einem Knobelsdorffhau entwickelt. Der hintere Flügel beherbergte das prinzliche Schauspielhaus, was erst 1774 gebaut worden war. Durch Umbauten im Innern erhielt Prinz Heinrich 59 möblierte Zimmer für die Damen und Kavaliere, denn immerhin bestand seine Hofhaltung aus 110 Personen, während die des Kronprinzen nur etwa vierzig zählte.

4. Genau wie Friedrich liebte Heinrich Theater und Musik. Ein kleineres Theater hatte ihm nicht mehr gereicht. Durch den Intendanten Hennert wurde das Kavalierhaus seeseitig durch den Theaterflügel ergänzt. ' ... zwey Reyen Logen übereinander, mit blau und weiß gemahlten Blumengehängen ausgezieret, werden von Termen und gewundenen Säulen getragen, und schließen nebst dem Parterre den Platz für die Zuschauer ein.' Und wenn man der Marquise de Sabran, die als Emigrantin an Heinrichs Hof lebte, glauben darf, gab es zweimal in der Woche Theater, abwechselnd große Oper und Schauspiel. Heinrich unterhielt eine eigene Kapelle und Schauspielertruppe und schrieb, wie Friedrich, selbst Dramen für seine Bühne. Bei der Einstellung seiner Bedienten achtete er darauf, daß sie musikalisch waren und schauspielerische Talente besaßen.

5. Über die Billardbrücke fällt der Bliek auf den Südflügel des Schlosses, den sogenannten Klingenbergflügel, der ursprünglich eine Uhr trug, die möglicherweise Anlaß für den Namen des Turmes bzw. des Flügels war. Der Turm, der allerdings in seinen Proportionen verändert wurde, und der Seitenflügel waren von den Baumeistern in die Gesamtkonzeption einbezogen worden. Das seeseitige Parterre ist mit Statuen Cybeis geschmückt, Apoll ist umgeben von den vier Elementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Ältere Besucher erinnern sich noch gern an die Sonnenuhr, die ebenfalls das Parterre schmückte.

6. Vom Gartensaal ausgehend, führt eine Achse über die Billardbrücke, am Orangerierondell vorbei über die Sphinxtreppe bis zum Südportal. Am Ende der Achse steht als 'point de vue' der Leuchtturm, den man mehr ahnt, als man ihn sieht. Dieses dem Barock verpflichtete Achsenmotiv entstand vor 1740 durch das glückliche Zusammenwirken von Knobelsdorff mit dem Gärtner Sello. Der damalige Blickpunkt war ein hölzerner Obelisk. Eine ähnliche Situation findet sich in Potsdam-Sanssouci.

7. Prinz Heinrich ist der jüngere Bruder Friedrichs II. Von ihm bekam er 1744 Rheinsberg zum Geschenk, allerdings war ihm eine eigene Hofhaltung erst nach der Eheschließung mit Wilhelmine von Hessen-Cassel1752 möglich. Bis zu seinem Tode 1802 erfuhren die Anlagen bedeutende Veränderungen. Die abgebildete Grabpyramide ist wohl das letzte von ihm initiierte Bauwerk; eine von ihm selbst verfaßte Inschrift, worin er sein Leben charakterisiert, endet verallgemeinernd: 'Wanderer, gedenke daran, daß auf Erden keine Vollkommenheit wohnt. Bin ich nicht der beste der Menschen gewesen, so gehöre ich wenigstens nicht zu der Zahl der ganz schlechten.'

8. Der Pavillon ist das übriggebliebene Mittelteil einer von Knobelsdorff begonnenen Orangerie; davon leitet sich der Name Orangerierondell ab. Umgeben ist der Pavillon von vier Statuen, die Jahreszeiten darstellend. Dem aufmerksamen Besucher wird nicht der kleine Amor unter der Kuppel entgehen, der mit seinem Pfeil jeden trifft. Leider fehlt von den römischen Kaiserbüsten auf den Konsolen jede Spur, während von den Sandsteinvasen drei geborgen werden konnten. Im Sommer finden dort häufig kleine Konzerte statt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek