Rheinsberg in alten Ansichten

Rheinsberg in alten Ansichten

Auteur
:   Karin Niemann
Gemeente
:   Rheinsberg
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5544-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinsberg in alten Ansichten'

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29. Die schloßartige Villa Miralonda stand im Norden der Stadt am Ufer des Sees. Um 1880 soll sie der Fabrikbesitzer Vogt aus Berlin bauen lassen haben. Alte Rheinsberger wissen auch immer noch von der Tochter des Zirkus Renz, die irn angrenzenden Park einen Reitplatz hatte. 1945 wurde die Villa durch Brandstiftung einRaub der Flammen.

30. Der Ratskeller galt immer als beste Adresse am Ort, und berühmte Gäste logierten hier: Theodor Fontane, Andrew Hamilton, Adolph Menzel, Gerhard Hauptmann und Kurt Tucholskys Claire und Wölfchen. Der Ratskeller war ein Geschenk Friedrichs an seinen Kammerherm Fredersdorff, später wurde der Keller, der eigentlich keiner war, für das Zolldepartement angekauft, dann durch den Prinzen August der Stadt geschenkt, die ihn jedoch verkaufte und sich nur einen Teil als Rathaus reservieren ließ. Der spätere Besitzer Franz Otto förderte mit seinem Unternehmen den Fremdenverkehr, der immer mehr für Rheinsberg typisch werden sollte.

31. Es gehörte zu den erkermbaren Gestaltungsabsichten Knobelsdorffs, daß die Eckbauten zweigeschossig waren und sich in der äußeren Form sehr ähnelten. Der Vergleich des hier abgebildeten Hotels 'Zum alten Fritz' mit dem 'Kronprinzen' und dem 'Deutschen Haus' bestätigt das sofort. Trotz solcher wichtigen Modernisierungen, auf der Rückseite vermerkt, wie Zentralheizung, fließendes Wasser und Garagen, wurde der Baukörper mit wichtigen Gliederungselementen erhalten. Statt der alten Wasserpumpe wird nun die Tanksäule zum Statussymbol.

32. In der Teßnerschen Chronik befindet sich zum 'Deutschen Haus' eine hübsche Anekdote. Bereits unter dem Besitzer Krause war das 'Deutsche Haus' ein bekanntes Gasthaus. 'Der alte Krause war nebenbei noch Landwirt, in der Hauptsache und seinem Wesen nach Sänger und Lautenspieler. Des Morgens pflegte er seine Gäste mit vollem Baßton zu wecken: "Früh Morgens, wenn die Hähne krähn." Abends versammelten sich die Kinder häufig vor dem Fenster und hörten die allen bekannte Weise: "Es ist ein Gebrause im Hause bei Krause; im Hause bei Krause, fidel, didel, didel dum." Sie antworteten: "Dern alten, alten Onkel wünschen wir, so lange er lebt, ein gut Glas Bier." Mit Laute und Gesang zog er auch bei Sonnenaufgang aufs Feld.' Nach Krause besaß August Bartels das Haus.

33. Am Markt Ecke Königsstraße, dem Hotel 'Deutsches Hans' gegenüber, stand das Hotel 'Kronprinz'. Gast- und Logierzimmer befanden sich in der oberen Etage, während Gast- und Gesellschaftszimmer sowie der große Speisesaal sich unten befanden. Wie in allen Gasthäusern war es möglich, im Freien zu sitzen und hier den Bliek auf den Markt oder seitlich auf den See zu genießen. Die prächtigen Lorbeerbäume wurden im Winter in der Orangerie der Schloßgärtnerei betreut.

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I'ritz, ::1 chlies end Schauspielhaus im Schlosspark Dan-pïe.brückc - Terrassen - Lanbengänge ~ Angelr - Rudern - Segeln

34. Das Badehaus ist Teil des Hotels 'Fürstenhof' , dessen Vorderfront zur Marktbebauung gehörte und der sich fast bis an den See erstreckte. Von den Loggien des Hotels genoß der Besucher einen herrlichen Bliek über den Grienericksee. Sicher hat der alte Fritz hier nicht gebadet, und es war auch nicht sein Badehaus. Aber in unmittelbarer Nähe stand zur Kronprinzenzeit ein chinesisches Tee- und Angelhans.

35. Um 1910 dürfte die Ansicht von Rückheims Konditorei verbunden mit Restauration entstanden sein. Genau wie auf dem Markt waren auf dem Triangelplatz Tische und Stühle aufgestellt, so daß die Gäste im Schatten der Kastanien auch bei sengender Hitze sitzen konnten. Als 1925 die Steingutfabrik durch Brandstiftung in Flammen stand, begab sich auch der Konditoreibesitzer Gustav Rückheim zur Brandstätte. 'Infolge des Schreckens über die gewaltige Feuersbrunst' erlag er einem Herzschlag. Seine Witwe ist als Tante Lenchen in die Stadtgeschichte eingegangen.

36. Hotel und Lichtspielhaus 'Zu den vier Jahreszeiten' ist seit mehreren Generationen Familienbesitz. Zu dem üblichen Gastraum kam ein Versammlungsraum, ein großer Saal mit Bühne und eine überdachte Veranda. Bis zum heutigen Tage ist das Haus traditioneller Treffpunkt des Gesangvereins. Schon in Tucholskys 'Rheinsberg', das 1912 erschien, geht das Paar ins Kino: 'Natur! Malerische Flußfahrt durch die Bretagne. Koloriert. Der Apparat schnatterte und warf einen rauchigen Lichtkegel durch den Saal. Eine bunte Landschaftserscheinung, bunt, farbenprächtig, heiter. Die Kolorierung war der Natur getreu nachgebildet: Die Bäume waren spinatgrün, der Himmel, wie in einem ewigen Sonnenuntergang, in Rosa und Blau schwimmend ... ' Klavier bzw. Harmonium begleiteten den Kinoabend.

Vil a .l:ind~nhof

Gruss aus 1heinsberg i. ]Vi .

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Sil.aÏl t!fl, w~l)m ~cl) m.tell ·~udlll'e~.c. 5l)IC wollen feicdidl mir jagen: S!)ir träumt, ein prinalidj Uol)t3eug gleitct.

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GelI~u', groçer ~eiil .. wit'~ nie letalt.et, Giel)' ~udj, wie rtidj e~ jid} entfaltet,

!lBa. !lu et)d}uI f nul Sorg' uno Wlul)'; !lcin ltcóe~ ::lugtllll~an~iouci! ?

. 'I'raugott Pinkert.

37. Traugott Pinkert hat im August 1899 eine kleine Chronik über 'Rheinsberg in Wort und Bild' herausgegeben. Über die Villa 'Lindenhof' berichtet er, daß sie an der belebten Berliner Straße liegt gegenüber dem Park des Fabrikbesitzers Schanz. 'Lindenhof ist eine windgeschützte, sehr freundliche Besitzung, die vor etwa acht Jahren durch Anlage eines größeren Parks begründet wurde. Die Villa selbst aber, die rings vom Park umgeben ist, wurde erst im Jahre 1898 gebaut; sie bildet mit ihren Seitenflügeln ein vollständig geschlossenes Gehöft und steht auf trockenem, reinem Mauersande .' Mit der Abbildung solch prächtiger Privathäuser, die fast alle Gäste aufnahmen, wurde für den Fremdenverkehr geworben.

38. Die Chaussee nach Mecklenburg war ein gepflasterter Weg und führte an Schlaborn und Hohenelse vorbei über Zechlinerhütte und Zerlang. Innerhalb der Stadt hieß sie Königsstraße. Die damals stadtübliche Gasbeleuchtung und die Gehsteige aus Zementplatten sind deutlich zu sehen. Die übrigen Flächen waren mit Katzenköpfen gepflastert. Es war die Aufgabe der Kinder, das Unkraut zwischen den Steinen zu zupfen.

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