Rheinsberg in alten Ansichten

Rheinsberg in alten Ansichten

Auteur
:   Karin Niemann
Gemeente
:   Rheinsberg
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5544-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rheinsberg in alten Ansichten'

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Warenihin b. Rheinsberg

49. Wer keine Lust harte, am Ufer des Grienericksees, durch den Boberower Forst und schließlich am Rheinsberger See entlangzulaufen, konnte sich für 30 Pfennige mit der 'Alexander' schippern lassen. Das abgebildete Gasthaus ist reizend am Wasser gelegen, und der Besucher konnte ohne viel Mühe zur sagenhaften Remusinsel rudern.

Forsthaus Reiherholz

Zechliner Hütte

50. Das Forsthaus Reiherholz gehört zum Revier gleichen Namens, das sich zwischen Zootzensee und dem Rheinsberger See erstreckt. Der Name taucht schon im 16. Jahrhundert auf, und auch heute gibt es in diesem Revier eine beachtliche Reiherkolonie. Am Ufer des Sees schwimmt Floßholz, davon war das Bild der Seenkette bis in die fünfziger Jahre geprägt. Am gegenüberliegenden Ufer liegt der Ort Zechlinerhütte, der erst 1736 als Hütte für die Glasherstellung gegründet worden war. Die Unmengen Holz für die Glasschmelze karnen aus den ausgedehnten Wäldern, die faulen Buchen, Rüstern und Linden gab es zum Pottaschebrennen umsonst. Derfehlende weiße Sand karn aus Freienwalde. 1889 war die Glashütte nicht mehr konkurrenzfähig. Seit 1900 setzt der Ort auf den Fremdenverkehr.

51. Auf dem Schwarzen See schwimmen Stämme, die zum Verflößen bereits zusammengestellt sind. Außerdem ist das Schiff 'Friedrich der Große' zu sehen, von dem noch die Rede sein wird. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Fremdenverkehr wieder zunahm, reichte die Kapazität der Fahrgastschiffe nicht mehr aus. Der Kreis Ostprignitz, zu dem Flecken Zechlin gehörte, half der Reederei Schneider bei der Finanzierung eines neuen Schiffes. 1928 trat die 'Ostprignitz' in den Dienst; sie konnte 130 Personen befördern.

52. Die älteste Badeanstalt dürfte die gewesen sein, die sich auf dem Bild als Pfahlbau zeigt. Der kleine Dampfer ist Rudolph Schneiders 'Friedrich der Große' von 1902. Der in Neuruppin gelernte Schiffbau- und Maschinenbaumeister hatte den alten Schlepper 'Marie' auseinandergenommen und für die Dampfmaschine verlängert. Im Ersten Weltkrieg wurde 'Friedrich der Große' zum Heeresdienst eingezogen. Zunächst wurde nur die Linie Zechlinerhütte und Flecken Zechlin befahren. Die 'Ilse' kam 1911 zusätzlich in den Dienst; das kleine Schiffchen 'Alexander' war nur für Warenthin zuständig.

53. Die Koppesche Badeanstalt im See soll am Eingang eine vergoldete Krone zum Andenken daran gehabt haben, 'daß hier der hochseelige Kaiser Friedrich lIl. als Kronprinz bei seinen Rheinsberger Besuchen badete'. Das Badehaus enthielt sieben verdeckte, unter sich getrennte Badezellen und ein gemeinschaftliches, offenes Schwirnrnbassin, tüchtige Schwimmer durften natürlich auch den offenen See benutzen, allerdings waren die Badezeiten für Damen und Herren nach einem Reglement geordnet.

54. Eine neue, den modernen Ansprüchen genügende Freibadeanstalt wurde im Juni 1929 am 'weißen Sand' eröffnet. Im Mittelteil ist ein Restaurant untergebracht, und in der oberen Etage wohnt der Betreiber, Rechts und links befinden sich die Umkleidekabinen für Knaben und Mädchen oder einzelne Zellen für Damen und Herren. Weit in den See reichende Stege schaffen eine geschützte, aber offene Atmosphäre.

55. Um 1900 entstand das Foto der Bäckerei Hermann Läge in der Berliner Straße. Rheinsberg hatte zu dieser Zeit etwa 2 500 Einwohner und mindestens fünf Bäckereien. Der Gildebrief des Bäckergewerkes ist vom Mai 1735: 'Wer nun die Backer-Gilde nicht gewonnen, dem soll keineswegs gestattet seyn, für andere zu backen: Massen, ob wir es zwar bei der Observantz, daß ein Bürger zu seines Hauses Nothdurft backen möge, bewenden lassen, dennoch dernselben nicht erlaubt sein soll, Profession davon zu machen.'

56. Rheinsberg bekommt ein Kaufhaus. Im Zentrum KirchstraßelEcke Seestraße baut Paul Gundlach für Hermann Bröcker ein Kolonial- und Eisenwarengeschäft. Alles gab es da zu kaufen: Äxte, Spaten, Nägel, Kraut vom Faß und andere Lebensmittel; für die Kinder gab es die herrlichen Gläser voller Bonbons. Bis in die sechziger Jahre schätzten es unter anderem die Campingfreunde und WassersportIer sehr, auch einmal nur 1/4 Pfund Zucker kaufen zu können. Die kleinen und Kleinstmengen war der Ladenbesitzer von seinen Kunden aus früherer Zeit gewöhnt.

57. Im Jahre 1913 konnte die neue Schule in der Schloßstraße bezogen werden. Die Baukosten betrugen 160 000,- Mark, von denen die Stadt immerhin 110 000,- Mark tragen konnte. Nachdem der Direktor des öfteren auf den baufälligen Zustand der alten Schule hingewiesen hatte, entschloß man sich zum Neubau. Der Kulturminister veranlaßte die Kontrolle im Handfertigkeitsunterricht, der mit folgendem Schreiben seine Wertung erfuhr: 'Im Auftrage der Königlichen Regierung soll ich Ihnen anerkennend aussprechen, daß es Ihnen gelungen ist, die Knabenhandarbeit zu einer Kraftquelle zu machen ... Namentlich auch in bezug auf den künstlerischen Schmuck des neuen Schulhauses.' Zu Elternabenden, die nun in der Turnhalle stattfanden, wurde deklamiert und wurden kleine Theaterstücke aufgeführt. Das von den Eltern gespendete Geld1917 waren es zum Beispiel190,35 M - wurde für die Schülerbibliothek verwendet.

58. Nach einem Elternabend brannte in der Nacht vom 21. vom 22. Dezember 1920 die Turnhalle aufunerklärliche Weise ab. Das Feuer zerstörte den Bau vollständig, es konnte nichts gerettet werden. Zum Glück war es der Feuerwehr gelungen, den Brand vom Hauptgebäude fernzuhalten, jedoch wurden Zeichensaal und Physikraum stark beschädigt. 'Selbst bei diesern großen Unglück zeigte es sich, wie gerade alteingesessene Ackerbürger so gar keinen Gemeinsinn besaßen, sie weigerten sich teilweise, ihr Pferd zum Führen der Wasserwagen aus dem Stalle zu holen. Anerkennend sei der Frauen und Mädchen gedacht, die teilweise bis zur Erschöpfung Wasser schleppten.' So klagt der Schulchronikschreiber.

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