Röhlinghausen in alten Ansichten

Röhlinghausen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Lührig und Gerhard Schmitz
Gemeente
:   Herne
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6535-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Röhlinghausen in alten Ansichten'

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59 Kindheitserinnerungen von Hans Schmitz rechts und Bruder Gerhard links im Bild, aufgenommen in der Kolonie Im Lakenbruch im [ahre 1935. Gespielt hat diese Generation auf den Straßen und Wegen, in den Höfen und Gärten der Bergmannssiedlungen. Die damaligen Kinderspiele aus den Kolonien zeichneten sich durch viel kreative Fantasie aus. Viele Spielgeräte wurden selber angefertigt, wobei nur einfache und billige Materialien verwendet wurden. Oft halfen Eltern oder auch ältere Geschwister beim Bauen aus und so entstand ein solches 'Spielgerät' , die Räucheroder Schleuderbüchse. Sie wurde vorwiegend van Jungen gebaut. Zur Verwendung kam eine große, leere Konservendose, die mit einem dikken Nagel am Boden und am Mantel mehrfach durchbohrt

und durchlöchert wurde, so daß sie wie ein Sieb aussah. Um diesen Vorgang besser auszuführen, setzte man sie auf einen passenden, runden Gartenpfosten. Am oberen Rand der Büchse wurde dann ein Draht oder ein starkes Band befestigt. In der Büchse entzündete man ein kleines Feuer, das immer wieder mit abgetrocknetem Gras aufgefüllt wurde. Durch das Herumschleudern der Büchse entfachte man immer wieder das Feuer, denn die Löcher dienten der Luftzufuhr. So quoll stetig der Rauch aus dieser Räucherbüchse, daß uns Jungen sehr erfreute.

60 Diese Ansicht zeigt den Festumzug anläßlich des 25jährigen Bestehens der Stadt Wanne- Eickel im [ahre 1951. Der Festwagen mit dem Wanne- Eickeler Stadtwappen befindet sich an der Kranzplatte in Röhlinghausen. Viele Menschen stehen auf dem Trümmergrundstück Bochumer Straße 1 73. Der Betrachter schaut in die Plutostraße hinein; rechts im Bild das Textilhaus Becker.

61 Ruhrgebiets typisch, die Trinkhalle von Franz Gröne an der Bochumer Straße, aufgenommen im [ahre 1930. Die ersten Trinkhallen entstanden um 1850 und wurden vor Zechen und Fabriken aufgestellt. Sie waren unter dem Namen Selters- oder Wasserbude bekannt, eine Bezeichnung die heute noch bei vielen Bürgern geläufig ist. Die Bude, wie sie auch liebevoll bezeichnet wurde, hatte eine Versorgungsfunktion. Hier bekam man neben "Tratsch und Klatsch' , 'Knickerwasser' (Selters), Zigarren, Zigaretten (Marke Orienta), Soleier und 'Klûmp kcs' (Bonbons) auch Schnaps und andere alkoholische Getränke. Viele Jugenderinne-

rungen verbinden wir heute noch beim Anblick dieses Büdchens. 'Fûr einen Groschen Gemischtes', oder die Flasche mit dem Lakritzwasser ader die spätere Sammelleidenschaft mit den Wunder-

tüten, die immer dasselbe enthielten: Fußballbilder und ein bißehen Puffreis. Rund 18 000 Trinkhallen existieren heute noch im Ruhrgebiet, ein System, das funktioniert.

62 Blick über den noch nicht regulierten Hüller Mühlenbach, später kanalisierter Abwasserkanal zur Emscher, in der Pluto-Kolonie um 1910. Links zu erkennen das Haus Rolandstraße 88. Der Hüller Bach ist der größte linksseitige Zufluß der Emscher, der jedoch erst unterhalb der Kläranlage BochumHordel nach der Einmündung von Marbach und Hofsteder Bach den Namen Hüller Bach trägt, bis dahin Goldharnmer Bach heißt. Der Hüller Bach, der an der Grenze Röhlinghausen und GelsenkirchenHüllen in die Emscher mündet, ist als 'Köttelbecke' im Volksmund besser bekannt. Der Kinderspruch 'Der schönste Fleck im deutschen Eck, ist Röhlinghausen an der Köttelbeck' verdeutlicht dieses.

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63 Bauer Wilhelm Röhlinghaus mit seinen Gehilfen bei der Erntearbeit mit einem Selbstbinder für Getreide, aufgenommen 1937/38. Wilhelm Röhlinghaus war offizier im Ersten Weltkrieg. Sein heute noch auf der Hofstraße gelegenes Bauernhaus wurde 191 1 vom Wattenscheider Architekten Beckmann erbaut. Als Vorlage diente ein Hof in Wattenscheid-Eppendorf. Im gleichen [ahr war nämlich der alte Erbhof, der ganz in der Nähe lag, abgebrannt. Heute ist sein Sohn Friedhelm Eigentümer der 64 Morgen Ackerland beiderseits der Hofstraße zwischen Hüller Bach und Bahndamm am Röhlinghauser Kommunalfriedhof. Er ist damit der 'letzte Baucr' im früheren Wanne-Eickeler Stadtgebiet. Die landwirtschaftlich ge-

nutzte Fläche von 16 Hektar ist zur Zeit an einen Bochumer Landwirt verpachtet, der heute hier Getreide anbaut. Die Stallungen des Hofes an der Hofstraße 42 sind heute an einen Reithof vermietet.

64 Diese Aufnahme zeigt eine Ansicht der Barbarastraße mit den Hausnummern 18 und 20. Der Straßenname trägt zu Ehren der heiligen Barbara ihren Namen. Seit altersher ist die heilige Barbara einer der vierzehn Nothelfer und Schutzpatronin der Bergleute, ihr Festtag ist der 4. Dezember. Alljährlich an diesem Tag stellen die Bergleute zum Zeichen ihrer Dankbarkeit einen Kirschbaumzweig in eine Vase, der am Weihnachtstag zu neuem Leben erblüht. Diese Aufnahme aus dem [ahre 1930 zeigt im Vordergrund auch die neuangelegten Grünanlagen, gestaltet von Gärtnermeister Franz Bagenberg, am Röhlinghauser Volkshaus, dem früheren Stratmannshof.

65 Das neue Volkshausgebäude aus dem [ahre 1959, erbaut nach den Plänen des Architekten Werner Henrich. Das Gebäude wurde auf dem Gelände des bis 1944 befindlichen alten Volkshauses errichtet. Es wurden zwei doppelgeschossige Gebäudeteile erbaut, die durch einen eingeschossigen Verbindungstrakt von den Wirtschaftsräumen und Saalbau abgetrennt wurden. Hier liegt auch der Eingang zum Saal und zum Restaurant. Besonders wirkungsvoll ist die Verglasung des Saales. Im Inneren haben in den Sitzreihen 600 Personen, an Tischen rund 3 SO Personen Platz. Die Bühne ist elfMeter breit und acht Meter tief. Der Saalläßt sich für Veranstaltungen aller Art benut-

zen. Ende der 1980er [ahre war das Volkshaus so abgewirtschaftet, daß eine Generalüberholung im Werte von 6,4 Millionen DM erforderlich war. Im Dezember 1994 konnte die Röhlinghauser Be-

völkerung ihre Begegnungsstätte wieder nutzen.

66 Ansicht der Ecke Bochumer Straße, heute EdmundWeber-Straße, undAuf der Wilbe, aufgenommen im [ahre 1920. Im Eckhaus, Edmund-Weber-Straße 240 befand sich das Tapetenfach geschäft des Malermeisters Fidora. Links ist derTurm der evangelischen Lutherkirche zu sehen. Rechts im Bild der Stratmannsweg. Das Gebäude mit dem Zwiebelturm der Familie Maria Schmitz geborene Timmerbrink an der heutigen Ecke zur Friedensstraße, wurde durch einen Luftangriff am 6. November 1944 zerstört. Im Erdgeschoß des zerstörten Hauses Bochumer Straße 232 befanden sich die Heißmangel Möllenkamp und das Obst- und Gemüsegeschäft Wolters.

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67 Der katholische Gesellenverein, die heutige Kolpinsfamilie St. Barbara Röhlinghausen, maschierte am Sonntag, dem 9. September 1934 nachmittags zu dem Gedenkstein ihres ersten Seniors Gusta v Werner an der Friedrichstraße, um dort einen Kranz niederzulegen. Am 17. August 1923 wurde der Gründungssenior des katholischen Gesellenvereins Röhlinghausen, Gustav Werner, an der Unterführung Friedrichstraße der Köln-Mindener Bahnstrecke, Wanne-Eickel Hbf - Gelsenkirchen Hbf, von einem französischen Wachposten erschossen. Es war zur Zeit der Besetzung des Ruhrgebiets durch belgische und französischeTruppen. Der Gedenkstein der Kolpingsfamilie

steht heute auf dem katholischen Gemeindefriedhof an der Günnigfelder Straße. Der Fotograf dieser Aufnahme stand auf der Brücke an der Görres-Schule und blickte in

Richtung der Straßen Auf der Wilbe links und Stratmannsweg rechts. Im Hintergrund links erkennen wir den Kirchturm der evangelischen Lutherkirche.

68 Gastwirtschaft und Pferdehandlung von Hermann Verstege in der Wanner Straße 3, heute Gelsenkircher Straße, im [ahre 1910. Der pferdehändler Hermann Verstege war zu Beginn unseres [ahrhunderts der einzige pferdehändler in Röhlinghausen. Er vermietete pferde an Zechen, die diese bis 1925-1930 im Untertagebetrieb in der Kohlenförderung einsetzten. Sein großer Konkurrent war der pferdehändler Bischof aus Gelsenkirchen. Er galt in der Branche als Unternehmen, das die meisten Zechen im Ruhrgebiet mit pferden versorgte. Ein gutes Grubenpferd mußte von der Statur schwer sein, da seine Zugkraft von seinem Gewicht abhing, und

klein im Stockmaß, um auch in niedrigen Strecken noch eingesetzt zu werden. Viele Gedichte und Geschichten wurden im Laufe der Zeit von Grubenpferden und pferdejungen erzählt, sie waren oft

die besten Kameraden. Ein Pferdejunge sagte einmal: 'Wer die Menschen kennt, der liebt die Tiere!' Dabei klopfte er seinem Kumpel Pterd den Hals, und das Tier legte ihm den Kopf auf die Schulter und

war ganz still, als verstände es ihn. Das letzte Grubenpferd im Ruhrgebiet versah bis 1960 seinen Dienst auf der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen.

Gruß aus Röhlinghausen

GastwirtschaFt und Pferdehandlung von Hermann Verstega

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