Ribnitz und Damgarten in alten Ansichten

Ribnitz und Damgarten in alten Ansichten

Auteur
:   Gabi Raskop
Gemeente
:   Ribnitz und Damgarten
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5600-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ribnitz und Damgarten in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Unweit der Ostseeküste an der Einmündung der Recknitz in den Ribnitzer See, einem Teil des Saaler Boddens, liegt die Stadt Ribnitz-Damgarten. Im Jahre 1950 kam es zum Zusammenschluß des mecklenburgischen Ribnitz und des vorpommerschen Damgarten.

Vor dieser Zeit hatten beide Städte jahrhundertelang ihre eigene Entwicklung mit manchen Gemeinsamkeiten durch ihre Nachbarschaft.

Die beiden Städtenamen gehen auf die slawische Besiedlungszeit zurück: Ribnitz - ryba-nitz bedeutet Fischort weist auf den Fischreichturn der naheliegenden Gewässer; Damgarten - dame-ehere bedeutet Eichenberg - erinnert an große Eichenwälder, die das Land bedeckten.

Als Stadt wurde Ribnitz 1233 zum erstenmal urkundlich erwähnt; Damgarten erhielt 1258 das Stadtrecht. Als Grenzstädte am nördlichsten Hauptverkehrsweg entlang der südlichen Ostseeküste hatten beide Orte mehr als andere Kleinstädte dieses Gebietes unter den Durchzügen von Truppen, Einquartierungen und Plünderungen in den Kriegen vergangener Jahrhunderte zu leiden, in deren Folge auch noch Hungersnöte und Seuchen ausbrachen. Die Menschen bauten immer wieder auf, was zerstört worden war und entwiekelten ihr wirtschaftliches und politisches Leben.

Im vorliegenden Band wird die Entwicklung beider Städte in Einzeldarstellungen geschildert. Der umfangreiche Bildteil zeigt Stadtansichten von Ribnitz und Damgarten aus den Jahren um 1880 bis etwa 1930.

RIBNITZ

Es ist anzunehmen, daß bald nach der Stadtgründung die erste Befestigungsanlage um den Ort herum entstanden ist. Dabei hat es sich wohl um einen Plankenzaun gehandelt. Die späteren, steinernen Stadtmauern und -tore waren wahrscheinlich Anfang des 14. Jahrhunderts fertiggestellt. An drei Seiten der Stadt boten damals auch natürliche Gegebenheiten einen zusätzlichen Schutz: im Süden das sumpfige Gelände - später der Klosterteich, im Westen der Graben oder Klosterbach und im Norden der Ribnitzer See. Nur im Osten waren besondere Maßnahmen notwendig.

Außer der Stadtmauer, den Wällen und Gräben bot das starke Marlower Doppeltor einen sicheren Schutz im Falle der Verteidigung. Im Westen der Stadt schützte das trutzige Rostocker Tor die Stadt vor ungebetenen Gästen. Nach Süden führten das Mühlentor und das Steintor aus der Stadt heraus, im Norden stellte das Fischertor die Verbindung zum Bodden her.

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann der Verfall der Stadtbefestigung. Kriegsereignisse, verheerende Stadtbrände und andere schwere Heimsuchungen führten dazu, daß oft das nötige Geld zum Erhalt der Mauern und Tore fehlte, der größte Teil der Anlage bestand aber noch bis 1840. Danach erfolgte die Abtragung der Stadtwälle und die Niederlegung des alten Mauerringes, Es dauerte kaum ein Jahrzehnt, und vom mittelalterlichen 'Ribbenizze' war kaum noch etwas vorhanden.

Nun war Platz geschaften worden für die Ausdehnung der Stadt. In den folgenden Jahrzehnten entstanden neue Stadtviertel vor dem Rostocker Tor im Westen, ebenso wie an der Ostseite des Ortes, Der Bebauung in südlicher

Richtung waren zunächst noch Grenzen gesetzt durch die Klosterwiese und den Klosterteich. Über die Entstehung von neuen Straßen im Osten der Stadt wird im Bildteil des Buches mehr berichtet.

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erhöhte sich die Bautätigkeit durch die gute Auftragslage der Segelschiffswerften und den Höhepunkt der Seeschiffahrt. Dr. Pa ui Kühl schrieb in seiner Chronik 'Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz' von 1933: 'In der Blütezeit der Schiffahrt um die Mitte des vorigen Jahrhunderts und bis 1870/71 wurde manch schmuckes Haus als Ruhesitz in der Stadt und vor den Toren erbaut. Ribnitz war ... damals als stille Rentnerstadt, namentlich als Wohnsitz alter Kapitäne und Landleute der Umgegend ... bekannt.'

Anlagen entstanden, zahlreiche Alleen wurden geschaffen, und all das trug zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Am Anfang des Jahrhunderts wurde der Begriff geprägt: 'Ribnitz, die Perle am Bodden.' Es gab im ersten Drittel des Jahrhunderts mehrere große Projekte, wie den Bau eines Wasserwerkes und die Anlage weiterer neuer Straßen, die das Leben in der Stadt angenehmer machten.

DAMGARTEN

Die Damgartener Befestigungsanlage bestand aus dem Palisadenzaun und einem Wassergraben, zur Verbindung nach außen gab es die Stadttore - im Süden das Ribnitzer, das Barther im Norden und das Stralsunder Tor im Osten der Stadt.

Der J aromarsturm soll ein hoher, mächtiger Wehrturm gewesen sein, der 1260 im Auftrag des Fürsten Jaromar H. errichtet wurde. Er lag außerhalb der Stadtanlage und

diente ebenfalls dem Schutz und der Verteidigung.

Ihren Lebensunterhalt sicherten die Bürger von Damgarten hauptsächlich durch Ackerbau und Viehzucht. Handwerk und Handel entwiekelten sich allmählich.

Die schon erwähnten Kriege mit ihren Folgen unterbrachen jede Entwicklung immer wieder aufs neue. Besonders das 17. Jahrhundert brachte den Damgartenern Tod und Elend; die Stadt hatte zeitweise nur noch wenige, verarmte Einwohner. Im 18. Jahrhundert kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Nikolaus Dierling gründete 1764 eine bedeutende Segelschiffswerft, die über drei Familiengenerationen geführt wurde. Diese Schiffe fuhren in jener Zeit unter hiesigen Kapitänen auf allen Weltmeeren. Im 19. Jahrhundert kamen weitere Unternehmen dazu (siehe Bildteil).

Eine Besonderheit Damgartens sei unbedingt erwähnt: 'Die älteste bisher festgestellte Erwähnung, welche die Damgartener Schützenzunft betrifft, ist in dem Stadtbuche unter dem Jahr 1562 eingetragen.' Das hielt Dr. jur. Anklam 1916 in seiner 'Chronik der Stadt Damgarten' fest und beschrieb im folgenden eindrucksvoll das Damgartener Vogelschießen oder 'Königsschießen' mit seinem Volkstestcharakter, dessen Sieger - der Schützenkönig - für die Schilderkette ein Schild mit seinem Namen und seinem Zeichen stiften durfte. Auch jahrzehntelange, durchweg notgedrungene Unterbrechungen schafften es bis heute nicht, dieses traditionelle Fest sterben zu lassen.

Der Betrachter von heute wird manches auf den folgenden Ansichten Dargestellte nicht mehr finden. Andere Gebäude und Straßen werden ihm vertraut sein.

Was nicht eine bestimmte, gemessene und gewidmete Zeit hat, wird allewege auf ewig verstanden. (Volksweisheit.)

1. Schon 1290 wurde in alten Urkunden das Rostocker Tor erwähnt. Unmittelbar nach der Anlage der Stadt war es wohl nur aus Holz erbaut worden, doch nicht lange danach hat man es im Zuge des Mauerbaues auf einem festen Fundament wehr- und dauerhaft errichtet. Nach einigen Restaurierungen zeigt es sich als einzig erhaltengebliebenes von den ehemals fünf Stadttoren noch heute dem Betrachter in seiner ursprünglichen Bauweise. Es ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Die Aufnahme kurz nach der Jahrhundertwende zeigt, daß man damals ein Stück von der Mauer an der linken Straßenseite abgerissen hat, um den bis dahin sehr engen Zugang in die Stadt zu verbreitern.

NibnHz

2. Ein Bliek über den Klosterbach, an dieser Stelle auch Graben genannt, auf die Brücke und das dahinterliegende Rostocker Tor. Im Jahre 1905 wurde die hier sichtbare linke Brückenseite rekonstruiert. Rechts am Tor ist die damals noch vorhandene Torschreiberbude zu erkennen. Sie wurde 1930 abgerissen, ebenso wie das dahinter liegende Haus, um den Bedürfnissen des wachsenden Verkehrs zu genügen,

Ostseebad Ribniiz i. M.

LangestraBe mit Rostocker Tor

3. Ein Bliek aus der Langen Straße auf die Innenseite des Rostocker Tores läßt gut erkennen, daß das Tor schräg zur Straße steht. Das war zur Zeit der Erbauung im Mittelalter ein taktischer Zug. So konnte verhindert werden, daß die anstürmenden Feinde bei einem Einfall durch das Tor in die auf der Straße befindlichen Verteidiger schossen. Das Haus im Vordergrund links gehörte der Familie Nizze. Zwei Bürgermeister (Vater und Sohn) wirkten von 1835 bis 1870 bzw. von 1870 bis 1902 sehr zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.

4. Ein Kranz von Linden und Kastanien umgab die Stadtkirche St. Marien um die Jahrhundertwende. Die Anfänge dieses Sakralbaues liegen im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts; sie fallen also mit der Zeit der Stadtgründung zusammen. Durch Feuersbrünste wurde die Kirche mehrmals erheblich zerstört. Nach dem letzten großen Stadtbrand von 1759 blieb sie lange ohne Turmdach. Erst 1818119 wurde die vierseitige Schweifkuppel errichtet, und 1841 war der laternenartige Aufsatz als krönender Abschluß fertig.

NibnUz i. m;·

Markt mit Kirehe

5. Diese Aufnahme aus der Zeit um 1910 gibt einen Eindruck davon, wie mächtig sich der Bau der Stadtkirche von den ihn umgebenden Häusern abhebt. Der bedeutende Physiker Albert Einstein, der zwischen 1920 und 1930 einigemal auf seinen Reisen zum Fischland durch die Stadt kam, hat sich später in der Erinnerung an Ribnitz sehr freundlich darüber geäußert. Er meinte, daß kaum eine andere Kleinstadt einen so schönen Markt hätte, mit seinem netten, repräsentativen Rathaus und der behäbigen, architektonisch schönen Kirche. Diese sei ihm immer wie eine gute Glucke vorgekommen, die alles in ihren Schutz nehmen wolle.

6. Im ersten Viertel dieses Jahrhunderts schweifte der Bliek vom Kirchturm in die westliche Richtung über den Bodden und weite Felder hinter dem damaligen Stadtrand. Zu erkennen ist schon eine dichtere Bebauung an der Rostocker Straße, am Körkwitzer Weg waren erst wenige Häuser errichtet worden. Im Vordergrund des Bildes sieht man das alte Amtsgerichtsgebäude in der Mühlenstraße.

Kurhaus Tannenheim, KörkUlilz b. Ribnilz

7. Nach den Aussagen alter Ribnitzer Einwohner war das Kurhaus 'Tannenheim' in Körkwitz einst ein beliebtes Ausflugsziel. Auf Vorschlag des Ribnitzer Senators Bradhering war das Haus 1906 im Auftrag der Stadt erbaut worden. Unter dem Motto 'Den Kranken zum Heil, den Gesunden zur Erquickung' warb man um Gäste. Bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurde diese schöne Ausflugsgaststätte genutzt. Damals war eine Wanderung dorthin auf dem von Autos wenig befahrenem Weg noch eine Erholung.

Ribniiz i. m.

Markt mit Rathaus

8. Das Ribnitzer Rathaus wurde von 1832 bis 1834 nach Plänen des Baumeisters Johann Georg Barca als schlichter klassizistischer Putzbau errichtet. Der Mittelrisalit mit dem Dreieckgiebel ist im 20. Jahrhundert verändert worden. Das vorherige Rathaus hatte an der Westseite des Marktes gestanden und wardem Stadtbrand von 1759 zum Opfer gefallen. Über siebzig Jahre wurden die Ratsgeschäfte der Stadt in einem Wohnhaus getätigt. Beim Betrachten dieses Bildes von 1907 kann man sich die Markttage jener Zeit gut vorstellen. Kaufleute anderer Städte kamen mit ihren von Pferden gezogenen Planwagen. Handwerker boten ihre Waren an. Die Bauern aus der Umgebung handelten mit ihren Erzeugnissen. Der Herbstmarkt war auch immer mit einem Viehmarkt verbunden.

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