Rickenbach in alten Ansichten

Rickenbach in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Helmut Faller
Gemeente
:   Rickenbach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4921-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rickenbach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Gemeinde Rickenbach liegt im Südwesten des Hotzenwaldes in einer Höhenlage zwischen 600 und 1 000 Metern. Sie entstand 1975 in ihrer jetzigen Größe durch die Gemeindereform aus vormals sechs selbständigen Gemeinden. Das jetzige Gemeindegebiet ist fast identisch mit der Pfarrei Rikkenbach und mit einem ehemaligen Verwaltungsbezirk der Grafschaft Hauenstein , der Einung Rickenbach.

In Rickenbach finden wir wenig sichtbare Zeugen der Vergangenheit. Es fehlen kunstvolle Bauwerke, wie sie uns in den Städten begegnen. Dafür sind auf dem Höhenrücken zwischen Egg und Hütten seit 1931 an verschiedenen Stellen viele kunstvoll bearbeitete Steine aus der Mittleren Steinzeit gefunden worden. Nach der Ietzten Eiszeit und nach der allmählichen Erwärmung müssen die noch fast unbewaldeten Höhen des Hotzenwaldes für den steinzeitlichen Jäger interessant gewesen sein. Die umfangreichen Funde lassen darauf schließen, daß diese noch nicht seßhaften frühen Menschen die Lagerplätze wiederholt aufsuchten und längere Zeit belegten. Wir wissen sehr wenig über die Kultur und das Nomadenleben unserer Vorfahren, die vor über 7000 Jahren gelebt haben. Sie haben jedoch bei der Herstellung von Waffen und Geräten aus Stein eine perfekte Technik entwiekelt über Jahrtausende hinweg, die erst durch die Bronzezeit vor 4 000 Jahren abgelöst wurde.

Die Besiedelung unseres Gebietes setzte im frühen Mittelalter ein, Kelten, Römer und Alemannen haben den dichtbewaldeten Schwarzwald gemieden. Zuerst wurden die fruchtbaren Talauen besiedelt. Mit der Zunahme der Bevölkerung setzte die Rodung und Besiedelung des Hotzenwaldes ein. Vom Süden kamen die Leute des Stiftes Säckingen und siedelten in den Orten Egg, Wieledingen und Schweikhof schon im 9. Jahrhundert. Vom Westen her kommen die Siedler der Herren von Wehr im 10. Jahrhundert und roden den Westteil unseres Gemeindegebietes. Im 11. Jahrhundert haben die Rodungsbauern den vorderen Hotzenwald fast ganz in Besitz genommen, zumindest dürften dort, wo heute Dörfer und Weiler sind, schon einzelne

Höfe gestanden haben. So werden zum Beispiel in Wehrer Urkunden die Siedlungen Rüttehof und Hütten als Höfe auf dem Wald erwähnt.

Nach Abschluß der Besiedelung erstreckte sich die Herrschaft Wehr von Hütten, Rüttehof, Atdorf, Hornberg über Ober- und Niedergebisbach, Altenschwand und Rikkenbach bis nach Bergalingen. Bis nach Jungholz und Willaringen kam die Rodung von Säckingen her.

Im 12. Jahrhundert haben die Herren von Werrach die Grafschaft Wehr inne. Sie sind Vasallen des Bischofs von Basel, der ihnen das Vogteirecht über das Kloster St. Blasien verliehen hat. Den Grafen von Werrach folgen im 13. Jahrhundert die Herren von Klingen, ein Thurgauer Grafengeschlecht. Sein bedeutendster Vertreter war Walther von Klingen, ein Minnesänger, der in Wehr das Kloster Klingental gegründet hat. Ihm verdankt Rickenbach die erste urkundliche Erwähnung: am 12. Juni 1257 schenkt Walther von Klingen dem Kloster Klingental die Hälfte einer Mühle in Rickenbach.

Gleichzeitig mit Walther von Klingen taucht das Rittergeschlecht der Herren von Wieladingen auf. Diese hatten sich als Dienstadelsfamilie des Stiftes Säckingen hochgearbeitet und besaßen als Inhaber des kleinen Meieramtes eine besondere Stellung in der Verwaltung der Klostergüter. In den Säckinger Dinghöfen Murg, Oberhof und Herrischried übten sie die niedere Gerichtsbarkeit aus. Im 12. Jahrhundert hatten sie über einer Steilwand des Murgtals in strategisch sicherer Lage ihre Ritterburg gebaut. Der weithin sichtbare Bergfried war sowohl Sinnbild der Wehrhaftigkeit dieses Rittergeschlechtes wie seiner machtvollen politischen Präsenz in dieser Landschaft. Der erste bekannte Träger des Namens war Rudolf von Wieladingen, der um 1260 starb. In der Folgezeit verarmte das Geschlecht, und viele Wieladingischen Besitzungen wurden an das Stift Säckingen oder an den Ritterorden in Beuggen verkauft. Der letzte des Geschlechts Hartmann von Wieladingen gab sein Meieramt für 875 Gulden an das Stift Säckingen zu-

rück. Mit ihm verschwanden die Wieladinger aus der Landschaft.

Ein weiteres Geschlecht bedarf der Erwähnung, das in unserer Landschaft bescheiden anfing sich Macht und Ansehen zu verschaffen, um später zu Weltgeltung aufzusteigen: die Habsburger. Bereits 1173 erhielt ein Habsburger die Vogteihoheit über das Kloster Säckingen. Hundert Jahre später hatte Rudolf von Habsburg eine machtvolle Position am Hochrhein erreicht, als ihn die Kurfürsten zum Deutschen König wählten. Er besaß nunmehr die Vogteirechte über das Kloster St. Blasien, die Herrschaft über die Grafschaften Rheinfelden und Wehr, sowie die Hochgerichtsbarkeit über den ganzen Wald und das Rheintal zu seinem bisherigen Besitz im Elsaß und in der Schweiz. Fortan bestimmten die Habsburger in ihren Vorderösterreichischen Landen das politische Geschehen bis zum Übergang an Baden im JahreI806.

Um 1300 verfügte Rudolfs Sohn König Albrecht eine neue Verwaltungsorganisation, bei der die Dörfer auf dem Wald zu einem 'Waldamt' zusammengefaßt werden. Unter dem Namen Grafschaft Hauenstein bildete es ein besonderer Verwaltungsbezirk mit einer eigenartigen bäuerlich-genossenschaftlichen Selbstverwaltung. Die Grafschaft Hauenstein gliederte sich in acht Verwaltungsbezirke, die Einungen. Rickenbach wurde Zentralort einer Einung, zu der jetzt die Orte der alten Herrschaft Wehr gehörten, An der Spitze der Einung stand der Einungsmeister, der alljährlich am Georgitag (23. April) für ein Jahr gewählt wurde. Die Einungsmeister wählten aus ihrer Mitte einen Sprecher, den Redmann. Zu den besonderen Freiheiten der Hauensteiner gehörten: eine weitgehende Selbstverwaltung, eine gewisse Autonomie im Finanz und Steuerwesen und eine eigene Gerichtsbarkeit. Gemeinsam leisteten auch alle Hauensteiner die militärische Dienstpflicht im 'Hauensteiner Landfahnen' , der von einem Milizhauptmann angeführt wurde. 500 Jahre lang gab es die Einung als Verwaltungseinheit. Nach dem Übergang an das Großherzogtum Baden

1806 entstanden auf unserem heutigen Gemeindegebiet sechs selbständige Vogteien, die als politische Gemeinden bis zur Gemeindereform 1975 bestanden.

Sehr alt ist die Pfarrei Rickenbach. In der oben erwähnten Urkunde von 1257 tritt als Zeuge der Pfarrer Dietrich, der Viceplebanus in Rickenbach auf. Eine alte Kirche wurde 1840 abgerissen und durch einen großen Neubau, die jetzige Kirche ersetzt. Das Gebiet des Kirchspiels hat sich in den letzten 200 Jahren mal vergrößert, mal verkleinert. 1787 wurden Hütten, Rüttehof und Atdorf von der Pfarrei Wehr und der Ort Egg von der Pfarrei Obersäckingen nach Rickenbach eingepfarrt. 1812 folgte Hottingen von der Pfarrei Hänner. 1897 trat Rickenbach die Orte Ober- und Niedergebisbach an die Pfarrei Herrischried ab.

Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs war das Leben in der Gemeinde Rickenbach bäuerlich geprägt. Die kargen Granitverwitterungsböden und die rauhe Höhenlage boten einer wachsenden Bevölkerung eine immer knapper werdende Nahrungsgrundlage. Ein Mittel, um der Übervölkerung zu begegnen, war die Auswanderung, zunächst in die Österreichischen Donauländer schon im 18. Jahrhundert und im letzten Jahrhundert in die neue Welt nach Amerika. Neben dem bäuerlichen Handwerk und der Waldarbeit bot die Hausindustrie (Hausweberei) zusätzliche Erwerbsmöglichkeit. Eine starke Abwanderung in die Tallagen setzte ein, nachdem dort Fabriken Arbeit und Brot boten.

In den letzten vierzig Jahren erfolgte ein gewaltiger Umbruch. Den Start gab ein Sanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg 1.953, das die Verbesserung des Straßennetzes, und der Wasser- und Stromversorgung brachte. In der Landwirtschaft kam es durch die Mechanisierung zu einem kurzen Aufschwung, danach haben viele Kleinbetriebe aufgegeben. Ein gut ausgebautes Straßennetz und die starke Motorisierung sind Gewähr für das rasche Erreichen des Arbeitsplatzes, sie sind andererseits auch Voraussetzung für einen florierenden Fremdenverkehr in unserer schönen Landschaft.

1. Das Luftbild von Riekenbach, aufgenommen am 28. September 1929, von der Firma Strähle aus Schorndorf zeigt den Kirchspielort mit seiner mächtigen Kirche am linken Bildrand. üben am rechten Bildrand fällt der Bliek auf das abgesetzte Gebäude der Berufsschule. Der helle Putz verrät, daß diese Schule erst 1927 fertiggestellt wurde. Das große freie Feld in der oberen Bildhälfte ist jetzt fast vollständig zugebaut. Seit 1960 wurde dieser Südhang, das Baugebiet 'Widmen', in mehreren Etappen für den Wohnungsbau erschlossen. Auf zwei alten Bauernhäusern im Vordergrund sind noch Reste der alten Strohbedachung zu erkennen (Haus Geschwister Sutter, Haus Jehle Konrad.)

Kirdle

"Kath. Pfarrkirdle. Rickenbadl Amt Säckinllen"

Pfarrhaus

2. Kirche und Pfarrhaus. Die jetzige Kirche wurde in den Jahren 1841-1846 erbaut, nachdem man die 800 Jahre alte kleine Kirche, die zuvor an dieser Stelle stand, abgerissen hatte. 2000 Personen haben Platz in der neuen Kirche. Im damaligen Kirchspiel zählte man über 4 000 Seelen. Heute ist die Pfarrei und die aus der Gemeindereform hervorgegangene Gemeinde Rickenbach fast deckungsgleich und zählen etwa 3 500 Einwohner.

"Kath. Pfarrkirdle, Ridtenbadl Amt Sädtingen"

3. Innenraum der Pfarrkirche. Das Bild zeigt den Innenraum, wie er sich nach der Renovation durch Pfarrer Marzei Bausch Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts dem Bliek darbot. Von der ursprünglichen Ausmalung nach dem Bau der Kirche sind keine Bilder mehr vorhanden. Die Altarrückwand mit Bildern aus dem Marienleben mußte zuerst erneuert werde, wie das nächste Bild zeigt.

4. Im Jahre 1935 ließ Pfarrer Alexander Waidele die Chorwand hell ausmalen. Das Bild zeigt links und rechts über dem Altar anbetende Engel und darüber in der Mitte das Symbol der Heiligsten Dreifaltigkeit auf einer Scheibe, von der die Strahlen ausgehen. Als Abschrankung zum Chor steht noch die Kommunionbank. Im Kirchenschiff erkennt man das alte Gestühl mit dem Mittelgang.

5. Im Jahre 1932 wurde zum ersten Mal zum Weihnachtsfest diese Waldkrippe vor dem Hochaltar gebaut. Initiator war der damalige Vikar Diewald, dem begeisterte Helfer aus den Reihen des Jungmännervereins Beistand leisteten. Über dem Altar die rindenverkleidete Grotte, darin sich die Krippenfiguren befinden, überragt von einem Wald junger Fichten, an denen Lametta und beleuchtete Sterne hängen. Bis zum Beginn der Innenrenovation der Pfarrkirche 1971 wurde alljährlich diese Krippe aufgebaut.

6. In beiden Weltkriegen wurden die Glocken vom Turm geholt und für die Waffenproduktion eingeschmolzen. Nach dem Ersten Weltkrieg dauerte es fast neun Jahre bis 1927 wieder Glocken zu hören waren. 1950, fünf Jahre nach Kriegsende, wurden die vier abgebildeten Glocken vor dem Hochaltar geweiht. Die kleinste Glocke stiftete der Rickenbacher Ehrenbürger Pfarrer LR. Leo Hofmann, die Kosten für die große Glocke übernahm die damals reichste Gemeinde Hottingen. Bei deren Abladen wurde dem damaligen Bürgermeister Leopold Gerspach der große Zeh abgequetscht. Spötter sprachen alsdarm von der 'großen C-Clocke'.

7. Kirchliche Feste waren Höhepunkte im Gemeinschaftsleben des Kirchspiels. Vereine, Feuerwehren, Musik- und Gesangverein nahmen an den Festgottesdiensten und den Prozessionen teil. Unser Bild entstand arn Fronleichnamstag 1912 nach dem Gottesdienst und zeigt die Hottinger Feuerwehr mit ihrer Musikkapelle an der Spitze auf dem Weg nach Hause. Am Straßenrand mit Hund steht Philipp Thoma, damals 18 Jahre alt, der spätere Gemeinderechner und Genossenschaftsrechner von Altenschwand.

8. Firmung am 29. Mai 1931 in Rickenbach. Vor der alten Pfarrscheuer stehen die Geistlichen mit dem Weihbischof abfahrbereit. Das Auto des Max Gugelberger wird sie nach Herrischried fahren. Von links: Pfarrer Leber, Rickenbach, Dekan Klär, Öflingen, Max Gugelberger im weißen Mantel, Weihbischof Burger, Freiburg, sein Hofkaplan, der Pfarrer von Hänner und Pfarrer Rombach von Herrischried.

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