Riedlingen in alten Ansichten

Riedlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Aßfalg
Gemeente
:   Riedlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3448-4
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riedlingen in alten Ansichten'

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29. Der Vollmer Garten war Treffpunkt zahlreicher Gesellschaften. Direkt an der Donau bei der Wasserstapfe gelegen, brachte er von da aus schon viele Vorteile mit sich. Unter großen, schattigen Bäumen saßen die Gäste im Freien. Die Kegelbahn durfte auch nicht fehlen, ebensowenig das Podest für die Musikkapelle. Vielleicht war Firmtag, daß so viele festlich gekleidete Mädchen und Buben mit den sonntäglich angezogenen Erwachsenen am Ufer stehen und darauf warten, bis die Bootsmänner zurückkehren und neue Passagiere aufnehmen. An dieser Stelle überspannt heute die Holzbrücke den Fluß. Das Haus des Küfers Rothmund wurde nach einem Brand abgebrochen. Den Garten hat anfänglich die Wirtschaft 'Zum Vollmer', später 'der Greifen' umgetrieben.

30. Viele Geschäftshäuser haben in heutiger Zeit zwar nicht ihre Gesamtform verändert, jedoch hat sich durch Vergrößerung der Laden- und Verkaufsf1ächen die Gestaltung der Erdgeschoße wesentlich gewandelt. In einigen Häusern waren früher zwei Geschäfte untergebracht, wie hier im heutigen Heudorfer'schen Haus. Neben dem Waffenschmied Wetzel befand sich Uhrmacher Felix Mayer. Zum Erinnerungsfoto stellte sich F. Mayer mit Tochter Anna und Enkelin vor das Geschäft. Beim Waffenschmied kündigt sich bereits ein neuer Berufszweig an. Als Aushängeschild dient nicht mehr Schild und Schwert, sondern ein Rad.

31. 'So sieht jetzt der Ochsen in Riedtingen aus, vollständig niedergebrannt' steht auf der Karte geschrieben. Leicht hätte es zu einer Katastrophe führen können, als am 25. Mai 1915 gegen 18.30 Uhr das Gebäude der Familie Sauter zu brennen begann. Die Gäste im Lokal saßen noch gemütlich beim Bier, als es schon brannte. Erst durch die Feuerrufe wurden sie aufmerksam und konnten sich rechtzeitig retten. Feuerwehr und Landsturmkompanie hatten alle Hände voll zu tun, um das Übergreifen des Feuers auf die dicht an dicht stehenden Häuser zu verhindern. Besonders gefährdet war das Haus Dorner. Gebäude und Inventarschaden beliefen sich auf 49000 Mark. Der Neubau erhielt ein völlig anderes, das heutige Aussehen und dabei konnte gleichzeitig die Haldenstraße um zwei Meter verbreitert werden.

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32. Große Bedeutung mußten für die Stadt in früheren Jahrhunderten die Mühlen gehabt haben, denn verschiedene Namen leiten sich davon ab: Mühlvorstadt, Mühlinsel, Mühltorstraße und Mühlbach. In den zwanziger Jahren verschwanden die letzten Betriebe dieser Art. Die Waagmühle, welche seit 1415 bestand, ging 1787 in den Besitz der Familie Kehle über, Viel Geschichte rankt sich nicht nur um den Namen, sondern auch um die Mühle am Donauwehr. Von dem Anwesen steht heute nur noch das ehemalige Wohnhaus. Die Mühle, der Anbau und die Ökonomie wurden abgebrochen.

33. Frühzeitig erkannte Gustav Kehle die Bedeutung der Wasserkraft im Hinblick auf die Strornerzeugung. Er versorgte Teile der Stadt als erster mit der neuen Energie in den Jahren 1894-1895. Leitungen wurden gelegt, Straßenlampen errichtet, die Telefone wurden eingebaut, Fabriken stellten vom Dieselmotor aufElektrobetrieb um. Doch schon 1905, nach dem Tod des Waagmüllers, mußte die Wasserkraft verkauft werden. Die Amtskörperschaft als neuer Besitzer trat zunächst der Vereinigung Oberschwäbische Elektrizitätswerke bei, löste sich aber 1922 wieder aus dem Verband und versorgte die Stadt weiterhin aus dem früheren Kehle'schen Werk. Das Bild zeigt den Austritt des Mühlbaches aus dem Elektrizitätswerk.

34. Im Jahre 1924 erst trat die Amtkörperschaft Riedlingen wieder der Vereinigung Oberschwäbischer Elektrizitätswerke bei. Im gleichen Jahr und das Jahr darauf wurden grundlegende bauliche Veränderungen vorgenommen. Der gesamte Mühlenbereich wurde abgebrochen. Die Begegnung mit den überdimensionalen unterschlächtigen Wasserrädern war für die Bevölkerung ein nachhaltiges Erlebnis. Josef Ulrich, der diese Fotos machte, schrieb an seinen Sohn, daß die Aufnahmen reißend verkauft würden.

35. Eine Steinwüste blieb übrig, als die Gebäude abgebrochen waren. Das neue, zu Munderkringen gehörende Elektrizitätswerk wurde quer zur Flußrichtung als Turbinenanlage erstellt. Damit erlosch im Waagmühlbereich ein Stück Geschichte, das die der Hammer'schen Lohmühle und der Messerschleifereien, die sich an die Kehle'sche Wasserkraft angeschlossen hatten, einschloß. Hier stand auch die Keimzelle späterer bedeutender Unternehmen. Die ursprünglich bei Gustav Gönner beschäftigten Maschinenbauer Stoll und Schmidt machten sich 1873 selbständig und bauten Strickmaschinen. Sie konnten sich in Neubaufragen nicht mit der Stadtverwaltung einigen und gingen 1880 fort von Riedlingen. Stoll gründete in ReutJingen eine später weltbekannte Strickmaschinenfabrik gleichen Namens und Schmidt baute in Neckarsulm Fahrräder unter dem Markennamen NSU.

36. Gegenüber der Gustav Kehle'schen Waagmühle, sozusagen am Anfang des Donauwehrs lag die Sägmühle des Josef Kehle. Auch er nützte die Wasserkraft und betrieb damit ein Sägewerk und eine Mühle. Das Anwesen wurde Ende der zwanziger Jahre abgebrochen und an dessen Stelle 1928 die heutige Volksbank errichtet. Im vorderen Teil des Gebäudes befand sich die Sägerei, während die Mühle im hinteren Teil untergebracht war. Bereits 1540 wird in den Stadtannalen eine Sägmühle an der Donau erwähnt.

37. Im Jahre 1929 brach im Gasthof 'Brücke', einem alten Winkelbau, Feuer aus und vernichtete das ganze Anwesen. Angeblich soll es beim ersten Feuer nicht ganz gereicht haben, sodaß es nochmals brennen mußte. Dieser Gasthof war damals weiturn als Treffpunkt der Landfahrer und 'Kende' bekannt. Im Hofraum gastierten auch gerne die Wanderzirkusse. Dokumentarischen Wert hat diese Aufnahme insofern noch, als die Donaubrücke von 1884 zu sehen ist, die 1945 von Deutschen gesprengt wurde. Anlaß der Aufnahme war wohl ein Fußballspiel der damals noch sehr jungen Abteilung im TSV, die mit der Gastmannschaft Weingarten vom neuen Fußballplatz an der Schwarzach in die Stadt zurückkommt.

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~ I 38. Keine Schrift erinnert heute mehr an den Gasthof und doch blieb es im Sprachgebrauch 'der Engel', die Heimat der Riedlinger Familie Baier. Neben dem Gasthof wurde noch eine Landwirtschaft umgetrieben, die im Hinterhaus gelegen, äußerst mühevolles Arbeiten mit sich brachte. Seit eh und je weiß man in Erdgeschoß auch eine Bäckerei, hier noch der 'Staiger Beek', Zum Erinnerungsfoto von 1914 durfte sich auch der Knecht hinstellen (links), neben ihm stehen Max Baier, Frau Staiger und Max Munding, Frau und Herr Maiser von gegenüber haben den Polizist Haberbosch und den Amtsdiener Staiger in ihre Mitte genommen. Links ragt das Wirtshausschild des früheren 'Adlers' ins Bild.

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