Riedlingen in alten Ansichten

Riedlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Aßfalg
Gemeente
:   Riedlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3448-4
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riedlingen in alten Ansichten'

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39. Auf eine lange Geschichte kann dieses Haus zurückblicken. An der Einfahrt zur Stadt, hinter dem 1837 abgebrochenen Brucktor gelegen, befand sich hier in früheren Zeiten die Badstube. Später ging es in den Besitz der Familie Malser über. (Die Hut-Maiser stammen ebenfalls von hier). Bevor eine Haushälfte an die Engel-Drogerie überging, hatte hier Xaver Sorger seine Seifenfabrikation. Die Drogerie wurde von Josef Ulrich gekauft, der zuvor die Buchhandlung am Marktplatz führte, Vor dem Haus steht Karl Maiser mit seiner Frau.

40. Auf der Rückseite dieser Postkarte steht geschrieben, daß sich Nummer 1 in Holland befinde, Nummer 2 in Amerika, Nummer 3 in Fürth und Nummer 4 in Hamburg. Eine reise- und unternehmungsfreudige Bevölkerung in der Weilerstraße zwischen Gasthaus UImer, Grünem Baum und Weibermarkt! 'Das glaub ich, daß Nummer 1 in Holland war', sagte Kar! Traub, als er das Bild sah, 'das bin nämlich ich!' Die Nummer 2 ist Julie Schweizer, die in Amerika einen Bäcker heiratete, Nummer 3 ist Helene Hammer vom Weibermarkt und Nummer 4 Emilie Traub. Neben ihr steht noch Klara Sendele, die in die Metzgerei in der Lange Straße gehörte (heute Klosterapotheke).

Partie an der Donau.

41. Im Jahre 1883 wurde eine einfache Uberquerung des Mühlbaches gegen die neue, aus Holz gefertigte Mangbrücke ausgetauscht. Dies war damals der schönste Bliek auf die noch unzerstörte Kulisse der Donaustadt. Der Zellemeesturm, die Stadtpfarrkirche (mit einem Zifferblatt), das Walz'sche Haus im Hintergrund und die sogenannte Nachprädikantenwohnung mit dem reizenden Türmchen stehen in Sicherheit hinter und auf dem Stadtmauerring, der hier noch alles umschließt. Diese Karte schrieb und verschickte Stadtschultheiß Franz Xaver Maier sicher auch deshalb, weil sie Riedlingen von damals besonders hübsch darstellt. Das Gewässer ist allerdings nicht die Donau, sondern der Mühlbach,

RJedlingen.

Stadtpfarrkirche.

42. Die drei katholischen Kirchen Riedlingens, in Art und Ausstattung alle Schmuckstücke ihrer StiJrichtung, haben bis auf die Spitalkirche, zum Teil wesentliche Veränderungen im Lauf der Jahrzehnte hinnehmen müssen. Kirchen waren von jeher beliebte Objekte vorherrschender Kunstrichtungen, wenn es etwas zu renovieren galt. Die Stadtpfarrkirche (Mitte) erhielt Ende des 19. Jahrhunderts eine stark entstellende Innenausstaltung, die den 'Eindruck des Düsteren, Schweren und Überladenen' (Oberamtsbeschreibung) erweckte. Auch die Weilerkapelle war, wie das Bild zeigt, stark über- und ausgemalt. Nahezu unverändert über die Jahrhunderte hinweg blieb die ehemalige Kapuzinerkirche, die ein Musterbeispiel zeitgenössischer Bettelordenskirchen darstellt.

43. Erst um 1891 erhielt die evangelische Kirchengemeinde Riedlingen, neben Pt1ummern und Buchau die einzige im Oberamt, einen eigenen, ständigen Pfarrer. Bereits 1879 wurde jedoch am Graben eine neue Kirche gebaut, nachdem bis dahin die Spitalkapelle am Wochenmarkt zu Gottesdiensten genutzt werden konnte. Der neue Kirchenbau, dem 1887 das Schul- und Pfarrhaus folgte, erhielt einen reizenden Rundturm, der sicherlich das Pendant zum Rundturm in der Stadtmauer bilden soll. Übrigens wurde die Kirche erst zum 50jährigen Jubiläum verputzt. Bis dahin hatte sie Backstein-Sichtmauerwerk. Der Hof ist noch eingezäunt und vor dem Pfarrhaus liegen einige Festmeter Holz. Der nächste Winter kam bestimmt!

44. In einem kleinen Nebenraum des Posamentiergeschäftes Ferdinand Gröber hatte die fabrikmäßige Herstellung von Kappen, Hauben und ähnlichem 1852 ihren Anfang genommen. Der Absatz war so gut, daß fünf Jahre später bereits ein neues Fabrikgebäude mit Wohnhaus in der Gammertinger Straße erstellt wurde. Jedoch nach zehn Jahren verkaufte Gröber an Gustav Gönner und Richard Straub, welcher sich später selbstständig machte. Schon vor 1900 hatte die Wirkwarenfabrik Gönner bis zu fünfzig Arbeiter und Absatzgebiete in England, Niederländisch-Indien, Nord- und Süd-Amerika und Spanien, 1911 wurde an der Altheimer Straße der heutige Neubau bezogen, eingerichtet mit 30 modernsten Maschinen. Zu den 50 Arbeitskräften im Betrieb kamen etwa 50 Heimarbelter hinzu, so daß hier ein Produktionsbetrieb von namhafter Größenordnung gewachsen war.

45. Es gibt und gab in Riedlingen wohl keinen Arbeitnehmer mehr, der eine so lange Betriebszugehörigkeit nachweisen konnte wie J. Diethelm. Geboren 1852 in der Schweiz, arbeitete er seit 1875 mit nur unbedeutender Unterbrechung bis zu seinem Tode 1936 in der Wirkwarenfabrik Gönner. Als Wirkmeister war er maßgebend an der Gestaltung der jeweiligen Kollektion beteiligt. Das Bild zeigt ihn an einem der Handkettstühle, die um die Jahrhundertwende eingeführt worden waren.

46. Nach 1900 entstanden an der Unlinger Straße, in unmittelbarer Bahnhofsnähe, zwei fabrikmäßige Betriebe. Zunächst errichtete Georg Thumer das Dampfsägewerk mit einer Kistenfabrik. Das Absatzgebiet war weit gesteckt, so daß der Betrieb florierte. Zeitweise waren hier über vierzig Arbeitskräfte beschäftigt. 1922 ist das Werk an eine Münchner Firma verpachtet worden.

Inmitten saftiger Wiesen entstand 1907 die landwirtschaftliche Maschinenfabrik Vinzenz Widder, Seine Produkte - eigene Erfindungen - Pflugeggen und Kultivatoren fanden nahezu in ganz Europa Absatz. Vinzenz Widder war auch als Lehrer an der Königlichen Landwirtschaftlichen Berufsschule tätig. Er fiel bereits im ersten Kriegsjahr.

47. Schon vor Mitte des 19. Jahrhundert begann Anton Gairing mit dem Brennen von Ziegeln. Die Gruben an der Ziege1hüttenstraße waren bald erschöpft, sodaß 1848 am heutigen Platz der Neubau errichtet worden war. Um die Jahrhundertwende wurden dann am Österberg neue Lehmgruben erschlossen und das Material mit einem kleinem Transportzug hereinbefördert. Daneben wurde 1922 die Maschinenfabrik Gairing gegründet, die in der Hauptsache Schürapparate herstellte. Die Vorteile eines solchen Unternehmens in Form des voIlgummibereiften Lastwagens wußte man auch schon zu nützen. Die 'Fidelen Brüder' machten mit dem Fahrzeug so manchen Ausflug, hier 1921.

48. Im Jahre 1712 begann der Riedlinger Bürger, Valentin Ulrich, damit, Bücher und Schriften zu drucken. Bereits zwei Jahre später gab derselbe eine regelmäßig erscheinende Zeitung heraus, die somit die älteste Tageszeitung Württernbergs ist. Zweihundert Jahre später stellten sich die Ulrichs im Garten der 'Drucke' vor der trophäenbehangenen Laube zum Jubiläumsfoto. Senior auf dem Bild ist Stefan Ulrich (dritter von rechts), etwa in der Mitte mit weißem Hut steht Friedrich Stefan Ulrich, der Redakteur war, und links von ihm Josef Ulrich, der am Marktplatz die Buchhandlung leitete. Von ihm stammen nahezu alle wichtigen fotografischen Aufnahmen aus jener Zeit.

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