Riedlingen in alten Ansichten

Riedlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Aßfalg
Gemeente
:   Riedlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3448-4
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riedlingen in alten Ansichten'

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49. Das ist Margarita Ulrich, die Tochter des Stefan Ulrich, im Alter von zwölf Jahren. Sie hatte die Aufgabe, die nach auswärts gehenden Exemplare der Riedlinger Zeitung (es waren um 1900 immerhin schon etwa viertausend Abonnenten) mit dem Zeitungsesel zum Bahnhof zu fahren, von wo aus sie in die Ortschaften gebracht wurden. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1909.

50. Was nicht mit der Post oder Bahn befördert wurde, kam durch Austrägerinnen in die Häuser der Abonnenten. So holte zum Beispiel die Zeitungsfrau aus Groningen oder Pflummern die neuesten Nachrichten direkt beim Verlag ab und beförderte sie selbst an ihren Wohnort. Im Winter sicher ein beschwerlicher Weg! Wohl in den Ferien haben diese 'Zeitungsmädel', wie sie auf der Aufnahme von 1892 betitelt wurden, mitgeholfen, für ein paar Pfennige die Zeitungen auszutragen.

51. Im September 1902 fand in der Gegend um den Bussen das große Kriegsmanöver der 26. Division statt. Riedlingen selbst hatte Einquartierungen hauptsächlich durch Mannschaften des Infanterieregiments Nummer 119 und des Feldartillerieregiments Nummer 65 in der Gesamtstärke von etwa 900 Mann und 271 Pferden. In der Gegend des Bahnhofes war die Feldbäckerei aufgeschlagen, die in einer Woche fünfzehntausend Laib Kommisbrot zu backen hatte. Die 'Bäcker' waren im 'Schwanen' bei Georg Narr einquartiert und stellten sich natürlich zusammen mit der Schwanenwirtin (links) und der Wirtin Töchterlein Lena (rechts) zum Gruppenfoto. Daß es die Herren Soldaten mit den schneidigen Bärten dort bequem hatten, läßt sich aus den Hausschuhen des vorne rechts liegenden schließen, die er selbst für das Foto nicht wechselte.

52. Während des Ersten Weltkrieges hatte Riedlingen nahezu zwei Jahre lang die Einquartierung der 3. Kompanie des Landsturrninfanteriebataillons Rottwei1. Diese Soldaten waren gern gesehene Gäste in der Stadt, wie Zeitungsberichte von damals aussagen. Sie waren in Privatquartieren untergebracht. Die Landsturmkompanie half immer dann, wenn die Not am größten war. Ob es galt, Brände zu löschen oder die Eisweiher in den Mißmahlschen Anlagen frei zu schufeln, die Landsturmsoldaten hatten solche Arbeiten übernommen. Das Bild zeigt vermutlich den Ausmarsch in das Feld, denn nur dabei durften sich die Soldaten mit Blumen schmücken. Hauptmann AndeJfinger auf seinem Schimmel führt die Kompanie die Donaustraße hinunter, vorbei an zahlreichen Zuschauern, um am Bahnhof den Militärzug zu besteigen.

53. Es war am 17. November 1915 morgens, als der Lazarettzug H auf seiner fünfzigsten Fahrt zwischen Kriegsgebiet und Heimat fünfzig Verwundete aus der Champagne nach Riedlingen brachte. Stabsapotheker Brand (mit einer weißen Mütze bei der Zahl50 stehend) leitete diesen Zug bewußt nach Riedlingen, weil er vor dem Ersten Weltkrieg hier lebte, Mit auf dem Erinnerungsfoto sind, von rechts, Posthalter Mennet, Edmund Eichelser (vierter) und Apotheker Weißmann (sechster) zu erkennen.

54. Diese Gruppe Verwundeter im Lazarett des Bezirkskrankenhauses nahm an Exerzitien teil, die 1917 vermutlich von Stadtpfarrer Aicher (in der Mitte der drei Geistlichen) gehalten wurden. Links von den Geistlichen sitzt Frau Traber, neben ihr und hinter ihr (mit Brille) sind ihre Söhne, die beide Geistliche waren. Rechts, zwischen den beiden Geistlichen sitzend, erkennt man Dr. Hammer, Seine Schwester Josefine Hammer steht hinter ihm; sie tat als Rotkreuzschwester Dienst. Neben der Schwester Oberin steht die Rotkreuzschwester Therese Traub. Der Zivilist in der zweiten Reihe rechts ist Lehrer Mäußnest. Wie der 'Marinierte' in das Riedlinger Lazarett gelangte, wird wohl immer ungeklärt bleiben.

55. Es ist unklar, aus welchem Anlaß sich diese Gruppe dem Fotografen stellte. Auf der Treppe des damaligen Bezirkskrankenhauses stehen zwischen Soldaten aus dem dort untergebrachten Lazarett einige Riedlinger, die unter Umständen ein Ständchen gebracht haben könnten. Zweiter von links ist der Dirigent der Stadtkapelle, Adolf Schenzinger. Rechts neben ihm steht Malermeister Heinrich Schwarz, Alfred Miller zum Vollmer und am Geländer lehnend Schneidermeister Baur. Der Herr mit Hut hinter ihm ist Max Breitfeld und eine Stufe höher steht Schneidermeister Held. Links von ihm erkennt man Franz Letseh, ebenfalls mit Hut und in der Mitte der Treppe steht Xaver Haid mit Melone. Etwas verdeckt steht links von ihm Max Heim und der Herr beim Fenster, mit dem Hut tief im Gesicht, ist Sägmüller Josef Kehle.

56. Im Kriegsjahr 1915 spielte eine aus den Schulen zusammengestellte Theatergruppe das Volksstück 'Vater zieht ins Feld'. Die Zeitung war voll des Lobes über die Aufführung und die Laiengruppe mußte es verschiedene Male wiederholen. Der Erlös kam schließlich auch den Soldaten an der Front zugute. Eingeübt wurde das Stück von Friseurmeister Autbert Nußbaum, der nach dem Ersten Weltkrieg auch Zunftmeister war. Das Bild ist deshalb besenders reizvoll, weil es einen weitbekannten Riedlinger, der erst 1977 verstarb, zeigt. In der unteren Reihe als zweiter von links, kniet August Braun, der spätere, als Rundfunkprediger bekanntgewordene Pater Heinrich Suso Braun. Auch Präzeptor Gebhard Treß (links oben), der von 1913 bis 1924 der katholische Volksschule verstand, ließ sich mit seinen Schülern aufnehmen.

57. Für die Schwerarbeiter der Waffenfabrik Oberndorf a.N. sammelte der Bezirk Riedlingen und Buchau zu Kaiser's Geburtstag 1917 eine ansehnliche Menge Lebensmittel. Diese freiwillige Hindenburgspende wurde von Dr. M. Schermarm organisiert und als Beweis für die einheilige Opferwilligkeit und treue vaterländische Gesinnung gewertet. Einige Namen seien aus diesem Gruppenbild genannt, das aufgenommen wurde, bevor die Schlitten zum Bahnhof gezogen wurden: links der Posthalter Mennet, oben Mitte Dr. Schermann (links) und Praeceptor Maier. Der weiße Spitzer im Vordergrund gehörte dem Fotografen Josef Ulrich und taucht auf mehreren Aufnahmen auf, der schwarze Hund gehörte dem Posthalter Mennet.

58. 'Was gibt es Neues auf dem Rundgang? ',scheinen sich die beiden Uniformierten zu fragen. Rechts Karl Staiger, der städtische Amtsdiener und links Anton Haberbosch, Schutzmann in städtischen Diensten, waren mit all den Aufgaben, die ihnen zugeteilt waren, sicher voll beschäftigt. So mußte der Schutzmann zum Beispiel allabendlich die Wirtschaften abbieten, wozu man heute 'Überwachen der Polizeistunde' sagen würde. Neuigkeiten wurden natürlich mit der Glocke von beiden im Städtchen verkündet.

Vor dem Lokal wartet ein Pferdegespann, bis die Bäuerin aufgestiegen ist. Der 'Staigerbeck' hat seinen Laden ausgekippt, über den er montags und donnerstags verkaufte.

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