Riedlingen in alten Ansichten

Riedlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Aßfalg
Gemeente
:   Riedlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3448-4
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riedlingen in alten Ansichten'

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69. Mit dem Bau dieses Postgebäudes 'außerhalb der Stadt' 1907 war für die Posthalterei Mennet das Ende gekommen. Damit schloß eine Tradition, die über 226 Jahre dauerte. In acht Generationen stellten die Familien Fuchs-Mennet die Posthalter. Eine neue Zeit brach an. Von 1890 bis 1904 wurde das Telegrafennetz ausgebaut, und 1899 eine Telefonanstalt gegründet. Apotheker Brand stellte als erster den Antrag, Telefonleitungen verlegen zu dürfen. Er hatte die Rufnummer 1. Bis 1900 waren es 15, 1925 schon 128 Teilnehmer. Beim Umbau der Post 1931-1932 fiel der Abspannturm mit den Isolatoren der moderneren Technik zum Opfer. Er wurde nicht mehr benötigt. Die Bevölkerung vermißte nun aber nicht den Turrn, sondern die 'gut funktionierende Wetterfahne' auf ihm,

Riedlingen - Postamt

70. Noch heute sind vielen Riedlingern die fahrenden Landpostboten in vertrauter Erinnerung. Sie kamen täglich in die Stadt, führten Aufträge der Dorfbewohner aus und beförderten neben der Post allerhand Waren und Gebrauchsartikel. Ihre Pferde kannten jeden Stein auf dem Weg und konnten die Strecke blind gehen. Sie wußten jeden Halt in der Stadt, auch natürlich das Lokal, in dem sich der Landpostbete vor der Rückfahrt stärkte, Links ist es Philipp Stolz aus Uigendorf und rechts Josef Dilse aus Betzenweiler, die sich vor dem 'Engel' von Fotograf Josef Ulrich aufnehmen ließen. Mit der Motorisierung des Landpostverkehrs 1933 hörte diese Romantik auf. 'Möge er sein Schicksal nicht zu tragisch nehmen', schrieb die Zeitung, ais Stolz seinen Dienst einstellen mußte und weiter: 'Traurig stand der Rappen mit einigen Schicksalsgenossen vor dem Kronprinzen.'

71. Ein schon etwas moderneres Modell von 1930 hat sich inzwischen Otto Moll angeschafft, um seinem Beförderungsdienst zwischen Riedlingen und Uttenweiler mehr Attraktivität zu verleihen. Es sind nun schon fünfzig Jahre her, daß diese ersten motorisierten Verbindungen auch zwischen Ittenhausen-Riedlingen durch Gustav Gairing und Wilflingen-Riedlingen durch Hans Käppeler eingerichtet worden sind. Sie standen somit gewissermaßen in Konkurrenz mit den fahrenden Landpostboten oder lösten diese ab. Die Post rückte mit der Motorisierung erst 1933 nach.

72. Sie sind weder auf Postkutschen, fahrende Landpostboten, noch mögliche Omnibuslinien angewiesen, wenn eine Besorgung in der Stadt zu erledigen oder Markttag war. Wenn auch die Kuh nicht so recht vor das Bernerwäge1chen paßt, läßt sich doch alles befördern, was erforderlich ist. Natûrlich hat man sich fein gemacht für die Fahrt in die Stadt, auch wenn sie nur wenige Kilometer entfernt liegt. Vor dem Garten zum Mißmahl'schen Haus steht noch einer der Stadtbrunnen, wie diese auch auf dem Weibermarkt, dem Wochenmarkt und am Oberamtsberg zu finden waren.

73. Das Marktwesen spielt bis in die heutige Zeit eine wesentliche Rolle im Ablauf eines Jahres. Zwischen acht und vierzehn schwanken die Angaben für Krämer-, Vieh-, Roß- und Jahrmärkte. Wöchentlich aber fand der Schweine und Viktualienmarkt statt. Letzterer wurde beim stetigen Anwachsen des Schweinemarktes auf den Wochenmarkt verlegt, während der Schweinemarkt bis in unsere Zeit hinein auf dem Marktplatz abgehalten wurde. Ob diese beiden Schweinehändler, die sich in die Hände schlagen, ebenso reell abgeschlossen haben, wie die Reklame am Mohrenfenster dies vom Wein verspricht? Sicher haben die beiden letzteres anschließend ausprobiert.

74. Nur drei Jahre nach Gründung des Schwäbischen Albvereins (1888) hatte Riedlingen auch seine Ortsgruppe, die hauptsächlich von Turn- und Zeichenlehrer J. Jäger (dem ersten Vertrauensmann) und Josef Ulrich ins Leben gerufen wurde. Fünfzehn Mitglieder hatten unterzeichnet, unter ihnen Namen wie Brand, Burkart, Dinkelaker, Hierlinger, Müller Alfons, Stadtpfleger Sorger und andere. Das Vereinsleben gestaltete sich in den Gründungsjahren recht gemütlich und hatte mit dem Wandern im heutigen Sinne noch wenig zu tun. So wie die Herrschaften auf dem Bild angezogen waren, ging man üblicherweise auf Wanderspaziergang. Die Riedlinger Ortsgruppe betätigte sich stark beim Ausbau von Wanderwegen. Diese Schutzhütte auf dem Österberg wurde in den Albvereinsblättern 1902 lobend erwähnt.

75. Seit 1866 wird in Riedlingen satzungsgemäß Fastnacht gefeiert, weil in jenem Jahr die Narrenzunft 'Gole" gegründet wurde. Einer der Höhepunkte war und ist alljährlich das Froschkuttelessen, an dem nur behütete Männer teilnehmen dürfen. Ist das Essen beendet und dem Vortragen der Geschehnisse vom vergangenen Jahr mußte man früher aus dem ersten Stock der Wirtschaft mit Hilfe einer Leiter absteigen. Heute wird nicht mehr abgestiegen, sondern auf einer langen Rutschbahn abgerutscht. Daß dieses Essen früher im Gasthaus 'Storchen' in der Storchengasse stattfand, paßte in allen Punkten zusammen. Die Aufnahme von 1922 zeigt das 'Abrutschen' über eine Leiter aus dem 'Storchen', der diesem Treiben mit entsetzten Augen zusieht.

76. Jahr für Jahr ließen sich die Narrenfreunde neue Ideen einfallen, um an der Fastnacht etwas auf die Beine und Bühne zu bekommen. Für 1903 lautete das Motto: 'Prinz Karnevals Reise durch die 5 Erdteile', Schon im Dezember wurde in der Zeitung aufgefordert, diese wirklich gediegene Idee tatkräftig in der Vorbereitung zu unterstützen. Natürlich brauchte der Prinz eine standfeste Leibwache. Wer aber könnte sich dafür besser eignen als gestandene Feuerwehrleute? Sie stellen sich hier an der Stiege beim Zwiefalter Tor in Reih' und Glied auf: Schwanenwirt Narr, Sattler Meßmer, Sepp Munding, Schreiner Eiseie, Max Bek, Schneider Held und Dominikus Barth. Übrigens hatte ein echter Narr auf die Rückseite dieses Fotos geschrieben: 'Fastnacht 1904 war schöner!' Wer wollte da widersprechen?

77. Der Gole geht mit der Zeit und bleibt doch immer der alte. Das aufkommende Automobil reizt natürlich auch ihn und seinen Anhang, sich einmal so die Stadt zu besehen. Hirschwirt Sailer, Fabrikant Gairing und Weinhändler App stellten ihre durchwegs rechts gesteuerten Fahrzeuge zur Verfügung, Vor dem Friseurgeschäft Hörger und der Metzgerei Mönig am Oberamtsberg wurde dieser historische Moment für die Zunftgeschichte festgehalten.

78. Warum etwa vierzig Riedlinger Bürger zusammen mit dem Schullehrer Ritter 1843 auf die Idee kamen, ausgerechnet eine türkische Musikkapelle 'Janitscharia' zu gründen, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Immerhin hatte damals schon eine Streicher-Vereinigung bestanden. Aber man darf wohl davon ausgehen, daß die Janitscharen die Vorläufer der Stadtkapelle sind. Sie erhielten von der Stadt Gelder zur Beschaffung von Instrumenten. Um 1900 taucht in den Annalen der Musik der Name Adolf Schenzinger auf, ein Geschäftsmann aus der Donaustraße. Er war Dirigent der Stadtkapelle und unterrichtete zusätzlich eine kleine Gruppe junger Musikanten, die Jugendkapelle.

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