Riedlingen in alten Ansichten

Riedlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Aßfalg
Gemeente
:   Riedlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3448-4
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riedlingen in alten Ansichten'

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79. In gleicher Uniform und unter demselben Dirigenten wurde wenige Jahre später aus der früheren Jugendkapelle Schenzinger ein kleines Salonorchester. Sicher kann diese Gruppe nicht identisch mit der Stadtkapelle gewesen sein. Auf der Trommel steht der Titel 'Musik Schule Riedlingen, 1909'. Zu den Bläsern kamen nun die Streicher sowie Gitarristen und Zitherspieler. Neben dieser Gruppe leitete Adolf Schenzinger noch einen Jugend-Spielmannszug, den er zusammen mit Dr. Scherrnann in den Jahren 1912-1915 aufgebaut und betreut hatte.

80. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Alfons Treß die Leitung der Stadtmusik übernommen. Großen Aufschwung erlebte dann die Stadtkapelle Ende der zwanziger Jahre, als 'Meister Schranz' - er war Hausmeister am Gymnasium - mit seiner zwölfjährigen Erfahrung als Militärmusiker die Kapelle übernahm. Sein großes Können brachte ihm auch das Amt eines Bezirksdirigenten ein. Für ihn war es selbstverständlich, eine Jugendkapelle aufzubauen, mit der er bei Wertungsspielen schöne Erfolge erzielte. Noch mancher aus der damaligen Jugendkapelle bläst in der heutigen Stadtkapelle rnit. Die Bilder zeigen die beiden Kapellen um 1930.

81. Die Kolpingsfamilie Riedlingen ist eine der ältesten Gründungen dieser Art in Deutschland, die noch zu Lebzeiten des Adolf Kolping 1865 erfolgte. Das Erinnerungsbild stammt von einem Ausflug auf den Lichtenstein und zeigt den Riedlinger Gesellenverein, wie er damals noch hieß. Durch die um diese Zeit schon vorhandenen Omnibusse der Firmen Mollund Gairing war es möglich, solche Ausflüge durchzuführen. Während heute beim Ausflug die ganze Familie mit darf, war dieses Vergnügen damals offenbar nur den Herren vorbehalten.

82. Freunde des Laientheaters hatten sich in Riedlingen berelts 1860 zusamrnengeschlossen, um der Bevölkerung die Literatur von der Klassik bis zum Volksstück näher zu bringen. Anfänglich durfte die 'Liebhaber- Theater-Gesellschaft', wie sie sich nannte, nicht im Stadttheater spielen, das auch erst 1877 eine Bühneneinrichtung erhielt. Der Theatersaal war im 'Schwanen', Dann aber, als das Stadttheater auch noch elektrisch beleuchtet werden konnte (1895), war der Gesellsohaft der Weg freigegeben. Namen wie Nußbaum, Lorch, Haueisen, Brand, Völkle und Breitschwerdt stehen in der Schauspielerliste. Einen langjährigen Höhepunkt erlebte die Gesellsohaft unter Autbert Nußbaum. Zusammen mit ihm begingen sie das sechzjgjährige Jubiläurn, an das diese Fotomontage aus jener Zeit erinnert.

83. Bei der Auswahl der zu spielenden Stücke setzte sich die 'Liebhaber-Theater-Gesellschaft' kaum Grenzen. Autbert Nußbaum (links), der unermüdliche Theaterregisseur und Direktor in einem, wie die Zeitung schrieb, spielte meist auch selbst mit. 'Die versunkene Glocke', 'Schneewittchen', 'Johannisfeuer', 'Lumpazivagabundus', 'Aschenbrödel' oder 'Kabale und Liebe' sind nur einige wenige Titel aus dem Repertoire. Hier fiel schon die später berühmte Kammersängerin Res Fischer in einigen Rollen als großes Talent auf. Großen Anklang fand das Volksstück 'Andreas Hofer', indem der heutige Professor Albert Burkart die Hauptrolle spielte. Den Pater (neben ihm) spielte übrigens Karl Butscher und Therese Staiger (rechts), war als unermüdliche Helferin die Souffleuse.

84. Eine Kleinkinderschule zu haben, war für damalige Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Auf dem Wochenmarkt wurden die ersten Anf'änge gesetzt, angeregt aus der Bürgerschaft, unterstützt von den Untermarchtaler Schwestern. Der Name Schwester Ladisla (links im Bild) ist für Generationen Riedlinger zu einem Begriff geworden. Sie leitete über einige Jahrzehnte die Kleinkinderschule, hier zusammen mit Schwester Imelda. Einige aus diesem Gruppenbild von 1905 werden sich freuen, wenn sie diese Aufnahme sehen. Daß einer in der dritten Reihe ausgerechnet im Moment der Aufnahme nach hinten blickt, ist sein persönliches Pech. Es sind übrigens über hundert Kinder, die von den beiden Schwestern gebändigt werden mußten.

85. Die Zeit der Kleinkinderschule ist vorüber für diese achtzehn Buben, die sich hier voll Erwartung dem Fotografen stellen. Gespannt warten sie wahrscheinlich auf dem angekündigten Vogel, der aus dem Apparat hüpfen soll. Was sie im bevorstehenden Leben erwarten kann, wollen diese Schulanfänger darstellen: vom Schäfer über den Kaminkehrer, den Schutzmann bis hin zum Maler, Lehrer und sogar einem Pater steht ihnen alles offen. Es ist der Jahrgang 1893-1894, sodaß die Aufnahme aus dem Jahr 1899 stammen dürfte. Sicher haben sie alle einen Beruf ergreifen können, sicher aber mußten sie auch alle in den Ersten Weltkrieg ziehen, was zur Aufnahmezeit wohl niemand als Möglichkeit in Betracht gezogen hatte.

86. Während die Lateinschule im Rathausgebäude untergebracht war, befand sich die Volksschule im Gebäude in der Schulgasse, das sich auf dem Bild wie eine mächtige Burg erhebt. Zuvor war die 'deutsche Schule' in der Pfaffengasse untergebracht, Die Schulvorstände von 1895 bis 1933 waren die Lehrer Döser, Treß Max, Treß Gebhard, Bertseh und Thuma. Das Schulhaus beherbergte fünf Klassen mit insgesamt etwa 250 Schülern. Zur gleichen Zeit bestand eine Klasse der evangelischen Volksschule irn evangelischen Pfarrhaus. Heute ist der Platz um das alte Schulhaus mit machtigen Bäumen bewachsen. Beim Bau der Kirchstraße wurden um 1900 zwei Häuser (wovon eines die Kleinkinderschule war) abgerissen, um eine Verbindung zum Kirchplatz herstellen zu können,

87. Sie schauen alle sehr ernst drein, die Kinder der Jahrgänge 1899, 1900 und 1901, die sich hier zusammen mit Oberlehrer Bertsch und Stadtpfarrverweser Wernado 1913 im Hof des nun schon zehn Jahre alten Schulgebäudes ein Gruppenbild machen lassen. Sicher waren diese Kinder genauso fröhlich und lustig wie heute, aber die Anwesenheit des gestrengen Herrn Lehrers und des Ortsschulinspektors bewirken diesen scheinbaren Ernst. Übrigens findet man auch auf diesem Bild, wie auf fast allen Gruppenaufnahmen jener Zeit einen Kopf, der unscharf ist. Stillhalten fällt ja auch so schwer, Herr Fotograf!

88. Es karn damals sicher auch einer Befreiung aus großer Schulraumnot gleich, als dieses Gebäude an der Grabenstraße für über 200000 Mark erstellt wurde. Am 15. September 1903 wurde es in einern Festakt seiner Bestimmung als Volks- und Reallateinschulgebäude übergeben. Eingeladen hatte dazu Dr. Krieg als Vorstand der Reallateinschule, Franz Xaver Maier als Stadtschultheiß und Philipp Schmitt als Stadtpfarrer und Ortsschulinspektor. Der Bau wurde am 5. Mai 1902 begonnen und von meist ortsansäßigen Firmen ausgeführt, Übrigens waren damals schon Arbeitskräfte aus Italien in Riedlingen, die sich auf Sichtmauerwerk spezialisiert hatten. In der Presse wurde das neue Gebäude mit einern Palast verglichen, die Fassade aber auch als fremdartig bezeichnet, Das Geländer auf dem Dach ist heute nicht mehr vorhanden.

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