Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 1

Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Siegfried Thieme
Gemeente
:   Riesa an der Elbe
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5213-6
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 1'

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59. Stahlwerk Riesa 1919. Das Stahl- und Walzwerk Riesa als ein Teilbetrieb des Konzerns Linke-Hofmann-Lauchhammer A.G. umfaßte zu dieser Zeit etwa 25 ha mit industriellen Anlagen bebautes sowie 27 ha unbebautes Gelände. In ihm waren rund 4 000 Arbeiter und 400 Beamte beschäftigt. Die jährliche Produktion an Fertigerzeugnissen betrug zirka 180 000 Tonnen. Die Teilbereiche des Betriebes waren das Martinwerk mit 7 Siemens-Martin-Öfen, das Stabeisenwalzwerk, das Blechwalzwerk und das Röhrenwalzwerk. Die Auftragslage war in den Nachkriegsjahren außerordentlich gut.

60. Im Stahlwerk. Von den Beschäftigten wurde das Stahlwerk immer der 'Hamrner' genannt. Stets mußte schwere körperliche Arbeit verrichtet werden, Ordnung und Sauberkeit ließen in manchen Abteilungen zu wünschen übrig. Die Arbeiter kamen aus bis zu 40 km entfernten Orten an ihren Arbeitsplatz. Einer Statistik aus dem Jahre 1924 ist zu entnehmen, daß nur 25 Prozent der Arbeiter aus Riesa selbst kommen. 45 Prozent haben einen Weg bis zu 5 km zum Arbeitsplatz zurückzulegen, bei 20 Prozent beträgt der Arbeitsweg bis zu 10 km. Die restlichen 10 Prozent nahmen an jedem Arbeitstag einen noch längeren Anmarschweg in Kauf.

61. Dampfsäge- und Hobelwerke CF. Förster. Dieses Werk gehörte zu den ältesten Betrieben in der Stadt Riesa, es wurde am 9. April 1823 von Herrn Carl Friedrich Förster gegründet. Zunächst erstreckte sich der Gewerbebetrieb auf den Handel mit Holz, Sandstein, Dachschiefer, Zement, Stein- und Braunkohlen sowie Düngemitteln. Durch den 1866 in die Firma eingetretenen Sohn Carl Wilhelm Förster wurde 1889 das Dampfsägewerk und 1897 das Hobelwerk in Betrieb genommen. Bereits in den achtziger Jahren hatte er den Steinmetzbetrieb aufgenommen. Die in den Sandsteinbrüchen Herrenleithe bei Lohmen gebroehenen Steine wurden unter anderem bei Bauten im Residenzschloß Dresden, dem Reichsgericht in Leipzig und der Trinitatiskirche in Riesa verwendet. Während der Steinmetzbetrieb 1918 eingestellt wurdc, erfolgte die Holzbearbeitung bis in die fünfziger Jahre.

62. Sägewerk e.e. Brandt. Diese Firma gab es seit 1850 in Riesa. Nach dem Bau der Riesa-Chernnitzer-Eisenbahn verlegte Carl Christian Brandt seinen schon seit etwa 200 Jahren in Chemnitz bestehenden Holzhandel an die EIbe. Dazu veranlaBte ihn die Möglichkeit des vorteilhaften Bezugs von böhrnischem Rundholz per Floß. Die Dampfsäge- und Hobelwerke e.C. Brandt produzierten vor allem Kanthölzer und Bretter für Bauzwecke. Hauptabsatzgebiet war Westsachsen und Berlin, aber auch nach Hamburg und von dort nach Afrika, Ostasien und Südamerika sind größere Lieferungen gegangen.

63. Marmorwerke Gustav Schulze A.G. Schon seit Jahrtausenden findet Marmor als Baustoff eine vielseitige Verwendung. In Riesa wurde durch Herrn Gustav Schulze im Jahre 1862 ein Werk zum Bearbeiten von Marmor errichtet. Das Rohmaterial kam in großen Blöcken per Schiff oder Zug in Riesa an und wurde vorwiegend zu Platten verschiedener Stärken geschnitten. Das Werk entwickelte sich sehr schnell, es wurden bald Neubauten errichtet und die Maschinenanlagen wesentlich vergrößert. Heute wird das Betriebsgelände vom Autohaus 'Gute Fahrt' genutzt.

64. Die Bergbrauerei Riesa. Um 1850 wurden eiruge der alten Klostergebäude in eine Brauerei umgebaut, die sogenannte Schloßbrauerei. Neben dieser richtete der Gutsbesitzer Johann Friedrich Ziechner aus Saalbach 1872 einen Brauereibetrieb an der Poppitzer Straße ein. Dieser wechselte in der Folgezeit häufig seinen Besitzer, sodaß es kaum zu großen Veränderungen kam. Erst als die Gebrüder Friede 1892 die Brauerei käuflich erwarben, begarm eine Zeit energischer Vorwärtsbewegungen. So wandelten sie den Betrieb in eine untergärige Lagerbier-Brauerei urn, bauten ein geräumiges Sudhaus, und eine Kessel- und Dampfmaschinenanlage. 1904 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und trug fortan den Namen Bergbrauerei Riesa AG.

65. Turmmast an der Elbebrûcke. Dieser 37 m hohe Turmmast an der EIbebrücke wurde 1911 errichtet. Er war ein Teil der ehemaligen 270 m weiten Elbüberspannung der 50 km langen 110000-VoltEnergie-Übertragungsleitung von Lauchhammer nach Riesa, die am 24. Januar 1912 in Betrieb genommen wurde. Es war die erste derartige Anlage in Europa. Sie lieferte dem Stahlwerk Riesa die zum Betreiben der Öfen und Maschinen notwendige Energie. Ebenso wurde der Elektrizitätsverband Gröba, der von 1912 an die rund 300 000 Einwohner der Kreise Großenhain, Meißen, Döbeln und Oschatz mit Licht- und Kraftstrom versorgte, mit Elektroenergie beliefert. Die Leitung war bis in die fünfziger Jahre in Betrieb. Der Mast stand als ein technisches Denkmal noch bis in die siebziger Jahre.

RIESA

An der EIbebrücke

66. Hübler-Mûhle, Im Jahre 1889 erfolgte die Gründung einer offenen Handelsgesellschaft durch die Herren Hübler und Schönherr am Riesaer Elbufer. Die dort noch freie Fläche bot sich durch die Nähe des Flusses und die bereits vorhandenen Kaianlagen für eine industrielle Ansiedlung an. 1897 gründeten die Gebrüder Schönherr eine eigene Dampfmühle (im Bild ganz rechts). 1923 entstand die Hübler und Co. A.G., Mühlenwerke Riesa (Bildmitte). Das von vornherein großzügig angelegte Werk zählte bald zu den bedeutendsten Mühlenbetrieben in Sachsen. Eigener Bahnanschluß und eine pneumatische Sauganlage für Schiffsentladungen gehörtenzur modernen Ausstattung, genauso wie ein 140000 Zentner fassendes Silo.

67. Konsumbetriebe Riesa. Zur Deckung ihrer Bedarfswirtschaft errichtete die Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Kousurnvereine, gestützt auf die Verbrauchskraft von über 1 Million Mitglieder, 1910 in der Nähe des Riesaer Hafens eine größere Industrieanlage. Vorn links sehen wir die Teigwarenfabrik. Der Holzlagerplatz rechts daneben gehört zur Zündholzfabrik, das Produktionsgebäude ist in der Mitte des Bildes zu sehen. Rechts daneben sind die Anlagen der Seifenfabrik. Die gesamte Anlage umfaßt ein Gelände von 10 ha. Der linke hintere Bildteil wird von den Einrichtungen und Lagerplätzen des Hafen-, Hobel- und Sägewerkes eingenommen, das 1902 hier errichtet wurde.

68. Hafen. Einen hervorragenden Anteil an der Entwicklung von Industrie und Handel in der Stadt Riesa hatte die Errichtung der Hafenanlagen. In den Jahren 1887-1889 wurde zunächst der erste Abschnitt von der Eibe bis zur Strehlaer Straße gebaut. Bald erwies sich aber diese Anlage als zu klein. Der ständig steigende Umfang des Umschlagsverkehrs erforderte eine Erweiterung der Anlage, die in den Jahren 1899-1901 erfolgte. Danach hatte das Hafenbecken eine Länge von 1 340 m und eine Breite von 60 m. Der Riesaer Hafen war von allen Binnenhäfen am E1bstrom einer der bedeutendsten, in Sachsen stand er an erster Stelle. Möge er das bald wieder erreichen.

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