Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 3

Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Museumsverein Riesa e.V.
Gemeente
:   Riesa an der Elbe
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3725-6
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Riesa an der Elbe in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Es war für die Mitglieder der Arbeitsgruppe 'Unsere Heimat' des Museumsvereins Riesa mehr Vergnügen denn Pflicht, sich der Aufgabe zu stellen, den bisherigen zwei Bänden 'Riesa in alten Ansichten' von Siegfried Thieme einen dritten folgen zu lassen. Dem Wunsch des Verlages entsprechend, war die Zeit von 1920 bis 1960 darzustellen. Vier historische Zeiträume haben in diesen vierzig [ahren ihre Spuren in unserer Stadt hinterlassen: die Weimarer Republik, der Faschismus, die Nachkriegszeit und das erste [ahrzehnt der Deutschen Demokratischen Republik. Es war an uns, aufSpurensuche zu gehen, herauszufinden und darzustellen, wie sich Charakteristisches für diese Zeiten im Leben unserer Stadt widerspiegelte. Für vieles haben wir fotografische Belege gefunden. Einiges musste offen bleiben. Nicht immer konnten Quellen erschlossen werden. Deshalb sind wir für ergänzende Hinweise dankbar.

Von vornherein stand fest, eine vollständige Stadtgeschichte in Bildern würde es nicht werden. Schon die Vorgabe, die die Anzahl der Bilder betrifft, brachte es mit sich, das Wesentliche dieser Zeitetappen herauszufiltern, wobei im Kreise der Heimatfreunde oft unterschiedliche Betrachtungsweisen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen waren. Riesa als Industriestadt an der Elbe zu zeigen, das war der Grundtenor. Dass dabei das Stahl- und Walzwerk als metallurgischer Großbetrieb eine dominierende Rolle spielte, ist wohl verständlich.

Doch Riesa, das war damals schon mehr. Riesa war mit Fluss, Schienen und Straßen der Verkehrsknoten in Nordsachsen. Riesa, das war zu jener Zeit eine Stadt mit bedeutenden künstle-

rischen und sportlichen Leistungen. Riesa, das war aber auch eine vom Militär geprägte Stadt. Es war eine Stadt, in der Demokratie das gesellschaftliche Leben ebenso bestimmte wie Diktatur. Wenn über Riesa zwischen 1920 und 1960 zu berichten ist, dann gehören dazu auch die ersten zwei Eingemeindungswellen. Die Bedeutsamste war sicher die in den zwanziger [ahren, als die Gemeinden Gröba, Weida und Merzdorf zu Riesa kamen. In den fünfziger [ahren folgten Pausitz und Poppitz. Einen Einschnitt in die Stadtgeschichte brachte zweifelsohne auch das [ahr 1952 durch die Bildung des Kreises Riesa. Riesa rückte aus seiner Randlage im damaligen Kreis Großenhain nun in den Mittelpunkt einer von Industrie und Landwirtschaft geprägten Verwaltungseinheit. Riesa als Kreisstadt - dieser Fakt beeinflusste fortan die Stadtentwicklung.

Vierzig [ahre sind eigentlich wenig für einen Ort, der fast neunhundert [ahre Geschichte geschrieben hat. Es waren bewegte [ahre, die das Ende der pferdebahn und die ersten Omnibusse mit sich brachten. [ahre, in denen die Marmorwerke, die Tafelglas- und die Waagenfabrik sowie die Sägewerke und die Schiffswerft an der EIbe aus dem Stadtbild verschwanden. [ahre in denen ein neues Martinwerk und ein Reifenwerk ins Blickfeld rückten. Es waren [ahre, in denen Brücken gesprengt und wieder aufgebaut wurden, in denen man Arno Wolf zu Grabe trug und Willy Arlt als Fußballidol feierte. Man badete in jenenjahren anfangs noch in der EIbe und später im neuen Stadtbad. Wohnungen entstanden an der Reußner Straße und auf dem Gucklitz, später in der 'Delle ' und an der Alleestraße. Man ließ auf dem Hindenburgplatz den Führer hochleben und an der gleichen Stelle auf

dem Rathausplatz Wilhelm Pieck. Es waren [ahre, in denen viele Riesaer zu Laubenpiepern wurden oder frenetisch jubelten, wenn ein Riesaer im 'Stern' seinen Gegner k.o. geschlagen hatte. Von all dem und noch manchem mehr soll dieser Band berichten.

Wie schon gesagt, mehrere Köche haben das Menü zubereitet, das Sie, liebe Leser, nun richtig auskosten sollen. Wir hoffen, das hier Servierte ist recht bekömmlich. Wir wünschen Ihnen einen guten literarischen wie bildlichen Schmaus.

Das Autorenkollektiv:

Jörg Geier Ramona Geißler Wolfgang Grimm Herbert Küttner Irrnn Manns Frank Ringleb Günter Scheiblieh DietmarTöwe DieterWeidl Annelies Wendt

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1. Riesa im [ahre 192 S. Deutlich sind die noch vielen weißen Flecken auf dem Besiedlungsfeld, aber auch die geplante Bahnlinie um Riesa zu erkennen. Die Stadt hatte damals rund 2S 000 Einwohner, die auf einer Fläche von etwa 23 Quadratkilometern lebten.

PlAN DER STADT RIESA

mi! Umgebung

2. Riesa im [ahre 1955. Die Stadt hat sichtbar an Fläche gewonnen. Das Territorium umfasste etwa 30 Quadratkilometer. In Riesa lebten in dem genannten [ahr 37 000 Einwohner. Neue Wohngebiete wie in Merzdorf und an der Pausitzer Straße waren im Entstehen.

3. Luftaufnahme um 1925. Im Vordergrund der rege Schiffsverkehr auf der Elbe, dahinter das Mühlen- und Silogebäude der Weizenmühle Hübler & Co. Rechts davon sind die Schönherr-Mühle und das Sägewerk der Fa. e.e. Brandt zu sehen. Hinter der Wohnbebauung an der Bahnhofstraße sind die Betriebsgebäude und der Holzlagerplatz der Fa. e.F. Förster sichtbar. Links neben dem Schornstein am rechten Bildrand steht das Gebäude der Reichsarbeitsmeldestelle (Gesundheitsamt) an der Ecke Bahnhof- und Berliner Straße. Die große freie Fläche am oberen Rand in der Mitte ist der ehemalige 'Schwarze Platz", umgrenzt von der ehemaligen 'Siedlung Neue Hoffnung', den Produktions- und Wohngebäuden der Glasfabrik MenzeI (der Schornstein raucht) und den Gebäuden derVon-der-GoItz-Kaserne an der Lommatzscher Straße. Der am linken oberen Rand vor einem Gebäude stehende Schornstein gehört zum Riesaer Ölwerk Einhorn.

Heidclbergslraße

Gruß aus Weida

4. Die früheste Nennung des Dorfes liegt von 1226 vor, damals widowe geschrieben. Weida war ursprünglich nach Seerhausen lehnpflichtig, seit 1696 gehörte es zum Rittergut Riesa. 1721 wohnten im Ort 32 Besitzer, unter ihnen zehn Häusler und viele Kleinbauern. Die kleine Kirche in Weida gehörte bereits 1226 zum Besitz des Klosters Riesa. 1753 wurde der barocke Turm errichtet, 1854 das Langhaus vergrößert und der Chor angebaut. Das Anwachsen der Anzahl von Beschäftigten in den Riesaer und Gröbaer Industriebetrieben verlangte immer mehr Wohnraum, so dass sich Weida zu einer Arbeiterwohngemeinde entwickelte. Bereits 1880 bis 1890 entstand der Ortsteil Neuweida entlang der Straße nach Riesa mit Mehrfamilienhäusern für Handwerker, Geschäftsleute und Arbeiter. 1923 wurde Weida eingemeindet. Seit den sechziger [ahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich dieser Stadtteil zu einem modernen Wohngebiet.

5. Zu den tragischen Folgen des Ersten Weltkrieges gehörte die ausgeprägte Wohnungsnot. Doch ohne zu übertreiben kann festgestellt werden, dass in Riesa Jahre reger Bautätigkeit folgten. Bauwillige schlossen sich zu Siedlerverbänden zusammen. So wurde zum Beispiel 1924 das Gelände zwischen Stegerstraße und Friedhof an Siedler übergeben. Am 14. Dezember 1925 erhielt der Sächsische Siedlerverband Ortsgruppe Riesa e.v. die Grundstücke 'Stiller Winkel' in Neuweida zur Errichtung von Wohnstätten. Das [ahr 192 5 wird in einigen Unterlagen bereits als [ahr des Baubeginns angegeben. Charakteristisch sind die Lamellendächer. Dadurch entstand mehr Raum im Obergeschoss. Die Häuser wurden in Schüttbauweise errichtet. 1926 konnten die ersten Bewohner, vorwiegend Beamte von Post und Bahn, ihre neuen Heimstätten beziehen.

6. Auf der Gröbaer Kirchstraße befinden sich die ältesten Häuser des Stadtteiles. In den zwanziger [ahren des vorigen Jahrhunderts waren hier über zwanzig Geschäfte und Gaststätten. Der 'Anker', 1880 von A.G. Pietsch erbaut, erhielt seinen Namen während des Hafenbaus (1886-1888). 1889/90 errichtete der SohnAlbert Pietsch ein zweites Gebäude mitTanzsaal und eröffnete ein Gartenlokal. Im Zweiten Weltkrieg war das Gasthaus Gefangenenlager, danach zeitweilig Jugendklubhaus und Konsumgaststätte. Seit 1971 befindet sich hier der Probensaal des Riesaer Orchesters. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion ist das prachtvolle Gebäude Sitz der Neuen Elbland Philharmonie. Vor dem historischen Rathaus (1901 erbaut, seit 1902 Zweigpostanstalt von Riesa) hält ein Bus des 1924 in Betrieb genommenen Städtischen Kraftverkehrs. Die repräsentative Bauweise des Eckhauses zur Strehlaer Straße legt Zeugnis vom damaligen wirtschaftlichen Aufschwung der bis 1923 selbstständigen Gemeinde G röba ab.

7. Diese sichelartig aussehende Stahlbogenbrücke mit oben liegendem Fußweg erhielt im Volksmund den Namen Mondbrücke. Romantiker nannten sie Mondscheinbrücke, denn der lauschige Elbweg war und ist noch heute ein beliebter Spazierweg, nicht nur für die Gróbaer, 1887 führte ein 1,6 km langer Abzweig der Elbkaibahn zum Westende des Riesaer Bahnhofs. Die 25-30 m lange Fußgängerbrücke - mit Holzbohlen belegt - ermöglichte eine direkte Fortsetzung des Elbweges über die Gleisanlagen. Mit der Rekonstruktion des Stabwalzwerkes und dem geplanten Bau einer Sinterwasseraufbereitungsanlage wurde die Brücke um 1965 im Ganzen weggehoben und verschrottet. Ein Geländeeinschnitt in Höhe des Finanzamtes lässt die Existenz nur noch erahnen.

Gasthof Merzdort

8. Merzdorf erstreckt sich am südlichen Döllnitzufer. Ur- und frühgeschichtliche Funde weisen auf eine frühzeitige Besiedelung hin. Merzdorf seiner Dorfform nach eine ehemalige Gutssiedlung, gehört zu den wenigen Orten der Umgebung, die einen deutschen Namen führen. Der bereits 1445 genannte Rittersitz in Merzdorf, aus dem sich zunächst ein Vorwerk, später ein Rittergut entwickelte, wurde 1919 von der Gemeinde Gröba gekauft. 1925 kam es als Stadtgut zu Riesa. Dieser zweigeschossige Barockbau mit 19-Fenster-Front, Mansarde und Walmdach bekam etwa 1920 einen Balkon auf fünf Sandsteinsäulen über dem Eingangsportal. Merzdorf wurde 1925 nach Riesa eingemeindet.

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