Rinteln in alten Ansichten Band 1

Rinteln in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Rinteln
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3486-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rinteln in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Rinteln, die Perle des Wesertales, die wir Ihnen in alten Ansichten zeigen möchten, liegt inmitten des 'Rintelner Beckens', 50 Meter über dem Meer, zu beiden Seiten der Weser. Bis zur Verlegung der Verwaltung nach Stadthagen war es Kreisstadt des Niedersächsischen Kreises Grafschaft Schaumburg. 1978 hat es 26 500 Einwohner (infolge Eingemeindung von 18 Nachbargemeinden), während es 1925 5 605 Einwohner zählte. Die Stadt liegt sehr günstig an der Bahnstrecke Braunschweig-Hameln-Löhne und an der Bundesautobahn Köln-Berlin (Abfahrt Bad Eilsen, 3 Kilometer). Autobuslinien führen nach allen Richtungen von Rinteln aus. Die Kleinbahn RintelnStadthagen wurde stillgelegt und wird mit Busverbindungen betrieben. Die Extertalbahn Rinteln-Barntrup in das entzückende Tal der forellenreichen Exter beginnt jetzt ab Exten bei Rinteln. Bereits 1939 konnte Rinteln sein 700 jähriges Bestehen als Stadt feiern: 1239 erhielt die schon bestehende Siedlung NeuRinteln das Stadtrecht von Lippstadt durch Graf Adolf IV. von Schaumburg und wurde stark befestigt. Wechselseitig ist die Geschichte der Stadt, die wir hier nur kurz streifen können; bei einzelnen Beschreibungen der Ansichten werden wir noch einiges darüber erfahren. 1623 wurde Rinteln vom 'tollen Christian', Herzog von Braunschweig und Heerführer gegen

Tilly, erstürmt und später von Tilly und anderen Heerführern ausgeplündert. 1633 widerstand es einem kaiserlichen Heer. 1651 wurde Rinteln Regierungssitz der 1647 an die Landgrafschaft Hessen-Kassel gefallenen Hälfte des Schaumburger Landes. Die unter Landgräfin Hedwig-Sophie von Hessen-Kassel 1665-1668 neu erbauten starken Festungswerke wurden 1807 von den Franzosen teilweise geschleift , Über 300 Jahre war Rinteln Hauptort des Kreises und deshalb eine Behörden- und Schulstadt; es ist wirtschaftlicher Mittelpunkt der Umgebung und das kulturelle Zentrum des schaum burgischen Wesertales.

Im Jacobskloster am Kollegienplatz wurde 1621 die Universität durch Graf Ernst von Schaumburg gegründet, die 'Ernestina'; diese wurde 1810 unter der westfälischen Regierung König Jerörnes durch Napoleon wieder aufgelöst. An ihre Stelle trat 1817 ein Gymnasium (Ernestinum). Außer ihm sind zu nennen die Mädchenschule, später Lyzeum, dann Realschule, Wirtschaftsgymnasium, Akademie für Wirtschaft und Technik, Landesfinanzschule, 2 Stadtschulen, Berufsschule, Sonderschule. Außer Finanzamt und Arntsgericht hat Rinteln ein modernes Krankenhaus. Bedeutendste Industrie bildet die Glasfabrik Hermannshütte, dazu kommen Möbelfabriken, Betonwerke, die weithin bekannte Obstweinkelterei 'Pomona' , Glas-

schleifereien, Textilfabriken, große Speicherbauten am Hafen.

Von der reichen, wechselvollen Geschichte Rintelns zeugen auch die zum Teil aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen vielgestaltigen Fachwerkhäuser mit bunten Schnitzbalken aus der Gotik und Renaissance, die wohlhabende Kaufleute und Handwerker erbaut hatten.

Der Schaumburger Adel errichtete seine Stadthöfe wie den 'Burghof' , .'Parkhof', das Stadthaus der Schaumburger Grafen, das dasjetzige Amtsgericht gewesen sein dürfte sowie das 'Archivhäuschen', das wir uns noch ansehen werden. Im 'Weserrenaissancestil' wurde der Ratskeller (das ursprüngliche Rathaus) erbaut. Im 19. Jahrhundert schufen aufgeschlossene Bürger westlich der Altstadt Anlagen aus den ehemaligen Festungswerken (den Redouten und Courtinen) wie den 'Blurnenwall'. Die Nikolaikirche mit ihren wertvollen Gemälden wurde als städtische Marktkirche im 13. Jahrhundert erbaut. An ihr wirkte Josua Stegmann, als Prediger wie als Kirchenliederdichter bekannt. Die St. Jacobikirche der reformierten Gemeinde entstand 1656 als Klosterkirche. Die katholische Kirche St. Sturmius ist im Jahr 1886 eingeweiht worden. Im nah gelegenen Todenmann ober-

halb der Stadt Rinteln schrieb Franz Freiherr von Dingelstedt, der in Rinteln aufwuchs, im Gasthaus Reese das Weserlied 'Hier hab' ich so manches liebe Mal', wie urkundlich erwiesen ist. Durch seine hervorragende Lage in der Nähe prächtiger Buchenwälder in den Weserbergen und im nordlippischen Bergland wurde Rinteln das Ziel vieler naturverbundener, wanderfreudiger Menschen. Ebenso wurde es Ruhesitz für viele Personen, zumal eine Anzahl von Bädern wie Eilsen, Oeynhausen, Salzuflen, Pyrmont und Nenndorf in der Nähe liegen. Hinzu kamen für Sport-, Bade- und Campingfreunde moderne Anlagen mannigfacher Art; auch ein Segelflugplatz, Tennisanlagen und Reitwege wurden angelegt.

Aus Platzgründen muß der Chronist diese kurze Einleitung zu den alten Ansichten schliessen, jedoch nicht ohne eine Liebeserklärung an das Kleinod Rinte1n: seit Geschlechtern her mit der Stadt verwoben und in idyllischer Lage am Rhein wohnend, wandert er oft im Geist durch Rintelns Straßen und hört wie einst durch das geöffnete Fenster das Schluchsen der Nachtigall im Blumenwall zu Rinteln, von dem eine Schrift mit Recht aussagt daß es in einer der schönsten deutschen Landschaften liegt...

1. Die alte Luftaufnahme zeigt Rinteln in seiner ursprünglichen Gestaltung. Wir erkennen die Bogenbrücke über die Weser; rechts davon die alte Badeanstalt. Davor der Turm der katholischen St. Sturmiuskirche. In der Bildmitte hebt sich der Turm der Nikolaikirche ab, während nach links hin zum Blumenwall das Amtsgericht und links davon der Turm der reformierten Kirche zu sehen sind.

Die vom Rintelner Verschönerunpverein mit Farbenzeichen versehenen Wege.

DRintein - Waldkater - Vorberg - Rinte!ner Klippenturm.

Vorbcrg' - Eilsen.

Eilsen - Rintelner Klippenturm. Vcrberg - Steinbergen,

Vorberg - Rintelner Klippenturm - Steinbergen - Arènsburg - Schaurnburg Paschenburg.

Vorberz - Todenmann.

Vorberg - Papenbrink - Porta.

Rinteln - Papenbrink überTodenmann oder Försterei.

Rinteln - Schaurnburg - Paschenburg über Deckbergen oder Ostendorf.

Rinteln - Grafensteinerhöh - Steinbergea Fußweg,

Steinbergen - Grafensteinerhöh - Waidkater - Todenmann.

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Rinteln - Exten - Uchtdorf.

Wennenkamp - Ludwigsturm - Friedrichsburg-Alter Fritz-Forellental-Hameln.

Rinteln - Hobenrode - Ludwigsturm -

Wennen kamp - Rott - Bremke, Bremke - Uffoburg.

Rinte!n - Nottberg.

Nottberg - Langenboizbausen - Niedermühle - Winterberg - Vlotho.

Langenbolzhausen - Bomstapel.

Arensburg

2. Die Karte des Rintelner Verschönerungsvereins bringt rechts eine alte Ansicht der 'Arensburg' (heute Autobahnraststätte) bei Steinbergen und links die in verschiedenen Farben gekennzeichneten Wanderwege der Umgebung Rintelns. Nach der Generalversammlung des Verschönerungsvereins am 4. Oktober 1922 im Hotel 'Stadt Bremen' zu Rinteln, auf der Studiendirektor F.W. Ande als Vorsitzender und Bürgerrneister Dr. Wachsmuth als Stellvertreter gewählt wurden, ging der Verein tatkräftig an das Werk, die Aufgaben, die er sich gestellt hatte und die nach dem Ersten Weltkrieg liegengeblieben waren, durchzuflihren. Wir werden im folgenden noch darüber lesen, Inzwischen konnte der Verschönerungsverein am 14. Februar 1978 sein 100 jähriges Bestehen feiern.

3. Der Marktplatz von Rinte1n mit links der Engel-Apotheke (damals Apotheker H. Wowra), gegründet 1620, und in der Mitte das 'Neue Rathaus', ein nüchterner Fachwerkbau des 19. Jahrhunderts, 'unterstreicht in seiner schlichten, schmucklosen Form die Schönheit der Gruppe St. Nikolai-Rathaus' (heutiger Ratskeller), wie der unvergessene Walter Maack 1949 schreibt. Rechts sehen wir ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, den Turm der Nikolaikirche, die aus dem 13.-14. Jahrhundert stammt. Er ist 49.5 Meter hoch und hat einen gotisch quadratischen Unterbau. Sein achteckig barocker Aufbau mit Laterne ist schön gegliedert. Zwischen Ratskeller, den wir gleich betrachten, und Eisenhandlung Wikke inzwischen veränderte Häuserfronten.

4. Im Ratskeller entdecken wir das schönste Beispiel für Weser-Renaissance, das wir in Rinteln besitzen. Hier war das frühere Rathaus, ein zweiteiliger Renaissancebau, der ähnlich dem Schloß und Rathaus von Stadthagen circa 1560 erbaut worden ist. Der Ostbau ist wesentlich größer und mit einer schmaleren Auslucht (Erker) versehen, die rnit Ornamentik verziert ist, während der Westbau zwei breitere Erker besitzt. Am Ratskeller erkennen wir einen Stein mit der Jahreszahl1583.

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5. Links: Dieses Albumblatt zeigt ein Gedenkblatt für eine 'Nagelung' während des Ersten Weltkrieges. Die Bevölkerung der Stadt wurde aufgerufen, zu Gunsten der Kriegshilfe zu spenden und Nägel zu kaufen. Diese wurden in eine Holzplatte genagelt und bildeten nach Fertigstellung das Bild eines Eisernen Kreuzes. Dieser Aufruf fand damals im gesamten Deutschen Reich statt. Die Nagelung fand im Vorraum des vorseitig gezeigten Ratskellers statt.

Rechts: Menue-Karte des Hotels 'Stadt Bremen' zum Festessen aus Anlaß der Feier des Gebnrtstages Kaiser Wilhelrn Il. arn 27. Januar 1889, also nach dem 'Drei Kaiserjahr' von 1888! Gedruckt von der Firma Schroeder & Wagner, Rinteln. Es gab unter anderem 'Schmalthierbraten' , von Majestät Allerhöchst selbst erlegt; 'Brauneberger' (Moselwein) M.2.-; Niersteiner M.2.-; Bordeaux 'Margau' M.2.S0; Matheus Müller (Champagner) M.6.-!

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6. Betreten wir nun das romanische Portal an der Südseite der Nikolaikirche. Das bronzene Taufbecken, das 1582 Heinrich von Damme, Bückeburg, schuf ist vermutlich eine Nachbildung eines romanischen Beckens. 1935 wurde das Kircheninnere wieder hergestellt. Der heutige Altar stammt aus dem abgebrochenen Kinderchor, da der alte gotische Altarschrein in der Mitte des 19. Jahrhunderts beseitigt worden ist. Die Kanzel ist eine Stiftung der Kramergilde des 17. Jahrhunderts. Im nördlichen Seitenschiff hängt ein Bild Josua Stegmanns, Professor der Theologie, Superintendent, erster Pfarrer, Geistlicher und Liederdichter (1617-1632) in Rinteln. Er schrieb unter anderem: 'Ach bleib mit Deiner Gnade ... ' Das Bild wurde gemalt von einem Mitglied der Rintelner Kunstmalerfamilie Berend Woltemathe. Stegmanns Grabstein wurde zum 300. Gedenktag 1932 wieder hergestellt.

7. Bürgermeister Dr. Karl Wachsmuth vor der Begrüßungsansprache aus Anlaß der 700 Jahrfeier der Stadt Rinteln unterhält sich auf dem Marktplatz vor dem Ratskeller mit Offizieren der Wehrmacht.

8. Eine Trachtengruppe tanzt vor dem Neuen Rathaus auf dem Marktplatz von Rinteln im Jahr 1939, als die Stadt ihr 700 jähriges Bestehen feierte. Dort fand auch das Festspiel 'Hasphurt' statt. Tönnies Hasphurt war in Rinte1n Bäckermeister und von 1624 bis 1646 Burgermeister der Stadt; er wußte deren Schicksal geschickt durch die Kriegsläufte zu bringen. Hasphurt entstammte einer angesehenen, eingesessenen Bürgerfamilie, deren Mitglieder Bürgermeister, Ratsherren und Pfarrer stellten.

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