Rinteln in alten Ansichten Band 1

Rinteln in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Rinteln
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3486-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rinteln in alten Ansichten Band 1'

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9. Die Extertalbahn Bösingfeld-Rinteln fährt zu der Haltestelle Marktplatz, den wir ein paar Seiten zuvor sahen, Die Extertalbahn wurde von 1925-1929 gebaut und diente nicht nur der Erschließung des forellenreichen Extertales für den Personenverkehr, sondern auch dem Güterverkehr mit Weiden, Weidenkörben, Steinen, Gütern, zum Beispiel von Rohbraken, das damals Reichsminister Hugenberg gehörte. Die Fahrt mit dieser Bahn durch das idyllische Lipperland war für die Besucher Rintelns stets ein eindrucksvolles Erlebnis. Bei dem zunehmenden Verkehr bildeten jedoch die breiten Rillen der Schienen in der Stadt eine Gefahr, sodaß die Bahn den Verkehr dort einstellte; die Schienen wurden schließlich beseitigt. Busse übernahmen 'den Transport. Jetzt fährt die Extertalbahn bis zum nahgelegenen Exten bei Rinteln.

10. Drehen wir uns nach Anblick des vorigen Bildes auf dem Absatz herum, so haben wir in etwa den Bliek in Richtung Weserstraße, wie er damals war. Die Schienen der Extertalbahn liegen noch oder besser: schon. Stammt doch das Bild, das uns wie einige andere Verlag W. Droste überließ, aus dem Jahr 1934. Vor uns die Hindenburgbrücke, die wir noch genauer betrachten werden und der weithin sichtbare Klippenturm. Auf der 300 Meter hohen Luhdener Klippe gelegen und 20 Meter hoch wurde er seinerzeit 1889 vom bereits erwähnten rührigen Verschönerungsverein mit Hilfe einer Lotterie errichtet.

11. Wir gehen die soeben gezeigte Weserstraße in Richtung Brücke entlang und haben von der Exterbrücke aus den Bliek in Richtung Marktplatz. Rechts der Gasthof 'Zum Nesselblatt' , der damals bereits den Namen 'Stadt Bremen' trug und heutzutage einem Neubau weichen mußte. Während der Betrachter nach links zur Mühlenstraße gelangt, kommt er nach rechts zum Blumenwall über den Pferdemarkt. Rechts hinter den Steinen ist das 'Café Wellblech' (nur für Männer) und dahinter das Zollamt (bitte, wir befinden uns ja zur Zeit in anderen Zeitepochen, während wir dies Album betrachten!). Zu der Zeit des Bildes, 1938, konnten wir auch noch nicht zerstörte Dächer links in der Müh1enstraße zeigen, wie wir das später tun. Man sieht aber bereits die erwähnten gefährlich breiten Rillen der Extertalbahn.

Rinteln a. d. Weser

Luth. Kirche u. alle Fachwerkhäuser

12. Wir gehen die Weserstraße zurück über den Marktplatz und gelangen hinter der Kirche zu einer der schönsten Ansichten der Stadt, die leider nur schwarz-weiß gezeigt werden kann: links das Renaissance-Haus, das Magister Christian Bockelmann 1621 erbaute, das 'Alte Museum'. Betrachten wir die prachtvoll géschnitzte Holzfassade. Im ihm befand sich das Heimatmuseum mit dem DingelstedtZimmer. Das Museum befindet sich jetzt in der 'Eulenburg', die wir später anschauen werden. 1908 stellte Louis Voß das ihm gehörende Haus auf Initiative des Verschönerungsvereins zur Verfügung. In der Mitte vom Bild die lutherische Nikolaikirche und rechts das 'Vedder'sche Haus', das 1565 entstand und reformatorische Inschriften hat, zum Beispiel 'nud. ingress, - nud. egred' (nackt wirst Du hineingehen - nackt wirst Du herausgehen).

13. Ein weiterer Blick auf die Nikolaikirche und den Marktplatz daneben, auf dem sich sonst das bunte Leben und Treiben der Marktstände und -besucher abspielt. Rechts in der Gruppe erkennen wir Pastor Hermann Noltenius, der von 1918 bis 1930 hier amtierte, daneben Fritz Pape, der eine Kohlenhandlung hatte. Amtsbrüder von Pastor Noltenlus war unter Anderen: Bicker, Trußheim, Wendeburg, Oehlert, Noltenius, Precht, Eckeis, Kokemöller, Diestelkamp und Superintendent Hube. Rechts wieder das 'Vedder'sche Haus', Dieses Foto und einige andere stammen von dem bekarmten Geschäft Carl Hachmeister, Weserstraße, dem wir exzellente Bilder Rintelns verdanken. Jetzt ist in dem Vedder'schen Haus, in dem früher Fritz Lange, wie man lesen kann, einen Bierverlag hatte, schon lange die Kaffeegroßhandlung Nierneier darin.

14. Wir gehen durch die Brennerstraße bei 'Ludchen Beißner' vorbei (Hotel 'Georg von Weimar') - und welcher ehemaliger Gymnasiast kennt ihn nicht? ! und erblicken am Ende der Straße links den 1939 errichteten Festungsturm, der im Innern die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne der Stadt trägt. Links ist auch noch ein Teil der Stadtmauer zur Weser hin zu erkennen. Der Festungsturm war mit der Stadtmauer 1646 von den Schweden seinerzeit niedergelegt worden. Vor uns die katholische Kirche St. Sturmius, die 1886-1888 gebaut wurde, und zwar auf dem Hessenwall. Vor der Kirche befindet sich ein Kreuz, das 1904 vom St. Josephs Verein gestiftet worden ist, wie eine Schrift auf einem Stein ausweist; über dem Eingang zur Kirche ist 'anno 1888' eingemeißelt. Das Haus rechts bewohnte zeitweise Herr Gottschalk, der bei dem Dachdeckermeister Krüger arbeitete. Heutzutage hat sich das Haus zu einem Schmuckstück 'gemausert'.

15. Zurück durch die Brennerstraße gelangen wir zur Ritterstraße und sehen das Archivhäuschen des Obristen Hilmar von Münchhausen, ein Renaissancebau aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das in der Hofmauer ist. 'Reizvoll durch seine eigenwillige Form und naive Plastiken', schreibt Walter Maack. 1966 wurde es in Stand gesetzt und repariert; eine weitere Initiative des Verschönerungsvereins. Daneben die Renaissance-Scheune der VOR Münchhausens, die seit dem 13. Jahrhundert in der Grafschaft Schaumburg leben und seit über 40Ó Jahren hier den großen Burgsitz haben. Einen alten kleinen Burgsitz erhielten sie bereits 1525 in Rinteln.

16. Eine zweite reizvolle Aufnahme der Lith. Anstalt A. Hachmeisters, Sohn des erwähnten Carl Hachrneisters, können wir vom Schloß und Archivhäuschen der von Münchhausens zeigen. Rinteln ist ja reich an alten Burgsitzen, wie wir in der Einleitung schrieben und wir werden noch weitere kennen lemen. Aber gerade die Ritterstraße birgt ja noch mehr geschichtliche Kostbarkeiten, zum Beispiel ganz nahe diesem Bild zwei Gedenktafeln an alten Bürgerhäusern, zur Erinnerung an große Söhne der Stadt: eine für Franz von Dingelstedt. Er 'verlebte seine Jugendjahre' in seinem Elternhaus. 1814 in Hessen geboren, lebte er ab 1816 in Rinteln, war er von 1822 bis 1831 auf dem Gymnasium und war mit 14 Jahren in der Prima. In Rinteln bestand er die Reifeprüfung und war hemach Mitglied des 'Corps Schaumburgia', das aber bald wieder eingegangen war. Von Dingelstedt werden wir noch lesen. Eine weitere Gedenktafel ist dem großartigen Tiermaler Christian Kröner gewidmet, der aus der Düsseldorfer Malschule hervorging und von 1838 bis 1911lebte.

17. In der Rîtterstraße stoßen wir auf weitere historische Gebäude: Kuransta1t Dr. Lehne und Park hof, früher Postehof. Seit 1897 bestand in der Rîtterstraße ein Sanatorium. Jetzt besteht dort die BurghofKlinik von Herrn Dr. Dogs für psychosomatische Erkrankungen mit modernen Ganzheitsbehandlungsmethoden, zu denen auch der Segelflug vom nah gelegenen Flugplatz für zum Beispiel streßgeplagte Manager gehören kann. Im Rücken des Betrachters führt hier die Ritterstraße zum Dingelstedtwall, früheren Befestigungsanlagen, wie wir wissen, die rings um die Stadt führten.

18. Wie überall in Deutschland 'blühte" auch in Rinteln das Vereinsleben! Vom Gartenbauverein bis zum Abendverein. Die vorliegende Karte zeigt ein Jubiläumsbild zum 25 jährigen Bestehen des Vaterländischen Frauenvereins im Jahr 1904, herausgebracht von Arch. G.O. Muller, Rinteln.

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