Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wie kommt ein Neubürger dazu, Bilder und Geschichten aus dem alten Ritterhude zusammeln? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Jahren oft gestellt. Nun, ein bisschen Neugierde, ein bisschen Sammelleidenschaft und dazu das nötige Interesse an der Historie allgemein sind erste Voraussetzung.

Als 1972 auf einer Veranstaltung des Heimat- und Bürgervereins behauptet wurde, über die Vergangenheit Ritterhudes gäbe es kein Bildmaterial, wollte ich das nicht glauben. So fing das Sammeln an. Inzwischen habe ich aus vielen Einzelbildern ein ansehnliches Bild-Archiv zusammengetragen. Der vorliegende Bildband faßt erstmals eine Auswahl dieser Bilder zu einem Gesamtbild unseres Heimatortes zusammen. Der Bildband soll keine Ortsgeschichte in Bildern sein, sondern mit seinen Bildern die Erinnerung an die Zeit bis 1930 festhalten. Den vielen Neubürgern können die Bildtexte Informationen über ihre Wahlheimat geben. Schriftliche Unterlagen über den Berichtszeitraum mussten genau wie die Bilder aus vielen Quellen zusammengetragen werden. Die Akten des Staatsarchivs in Stade wurden herangezogen und der Nachlass des Heimatkundlers Friedrich Wäbekindt durchgesehen. Wichtige Hinweise kamen aus dem Ritterhuder Pfarrarchiv , welches von Ernst Schütze aufgearbeitet wird. Ein nicht unwesentlicher Teil der Bildtexte wurde durch Befragung der älteren Mitbürger gesammelt.

Ende des vorigen Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts gab es erst wenige Amateurfotografen. Das vorliegende Bildmaterial besteht aus Ansichtskarten und aus Erinnerungsfotos die von Berufsfotografen gemacht wurden.

Die Postkarte wurde 1870 als 'Correspondenzkarte' eingeführt. Zunächst glaubte niemand so recht an einen Erfolg dieses neuen Nachrichtenmittels. Wer sollte wohl private Mitteilungen auf einer offenen Karte schreiben? Eine Seite war für die Anschrift, die andere für Mitteilungen vorgesehen. Bald tauchten die ersten Ansichtskarten auf: Stadtansichten, Portraits, Schiffe und Soldaten schmückten die Schriftseite. Der Raum für die Mitteilung wurde knapp und wer etwas zu sagen hatte, füllte die Ränder und die hellen Partien der Postkarte mit Grüßen und Informationen. Sehr zum Bedauern der Motivsammler, bei denen diese alten Karten sehr begehrt sind. Für den Heimatkundler sind sie wertvolle Quellen für die Ortsgeschichte, er kann auch aus den Texten manche Information erhalten. 1905 erhielt die Anschriftenseite ihre heutige Aufteilung. Für die Datierung der Karten ist dies ein wichtiges Merkmal. Die Datierung alter Bilder ist nicht leicht. Einen ungefähren Anhaltspunkt gibt der Poststempel, ein Glücksfall ist es schon, wenn dem Empfänger mitgeteilt wird: 'Schicken Dir die neuste Ansicht von Deinem Heimatort'.

Wer schrieb damals aus Ritterhude Ansichtskarten? Ein Großteil ging an Familienangehörige und Freunde die fern der Heimat waren. Daneben waren Ansichtskarten schon immer beliebte Reisegrüße. Ritterhude war bevorzugtes Ausflugsziel für viele Bremer. Die Sommergärten, von denen es mehrere gab, waren beliebte Ausflugslokale Bremer Bürger. Der Ort mit dem alten Baumbestand und malerischen Bauernhäusern war vielen Gästen eine Reise mit der Bahn, mit dem Boot oder auch per Pedes wert. In einem zeitgenössischen Reiseführer heißt es: Ritterhude, ein ausgedehnter ansehnlicher Ort an der Hamme, mit hübschen Dorf- und Flusspartien. Im Winter, wenn das überschwemmte St.-Jürgensland eine weite, blanke Eisfläche war, kamen die Bremer auf Schlittschuhen nach Ritterhude und die Gastwirtschaften hatten wieder Hochsaison. Die Leib- und Magenspeise der Bremer, der Braunekohl, wurde in großen Kesseln vorbereitet. Wenn man dann gemütlich zusammensass, schrieb man an Freunde und Bekannte eine Ansichtskarte. Aus diesem Grunde sind wohl gerade von den Gastwirtschaften die meisten Ansichtskarten. Aber auch andere Geschäftsleute nutzten die Werbekraft der Karten.

Neben den Postkarten findet man die Erinnerungsfotos. Die ganze Familie versammelte sich vor dem Haus, das Gesinde im Hintergrund, und dann wurde geknipst. Alle waren zufrieden: Der Auftraggeber hatte für das gleiche Geld Familie und Besitztum auf dem Bild, der Fotograf hatte gutes Licht und die Hoffnung, auch noch an Magd und Knecht ein Bild zu verkaufen. Ein weiterer Anlass für Fotos waren die lokalen Feste: Turn- und Sängerfeste, Fahnenweihen, Festumzüge. Zum Schluss möchte ich allen danken, die mich bereitwillig bei der Arbeit unterstützt haben. Den Leihgebern der Bilder ebenso wie jenen, die mir durch Informationen und Hinweise weitergeholfen haben.

Kurt Müller

1. 'Grüße aus Ritterhude' verlegte um die Jahrhundertwende Heinrich Steffen in seiner 'Photografischen Anstalt' in Scharmbeck. Die Karten wurden in verschiedenen Druckverfahren hergestellt. Die Rückseite war auf den ersten Karten noch ungeteilt und nur für die Anschrift vorgesehen. Deshalb ließ man unter den Bildern einen Platz für Mitteilungen frei. Neben den beliebten Motiven von Hamme und Schleuse befinden sich die Abbildungen der öffentlichen Gebäude. Die auf dieser Karte abgebildete Hauptschule war seinerzeit gerade umgebaut worden. Das Gebäude steht noch heute an der Riesstraße Ecke Windmühlenstraße.

2. Diese Teilansicht zeigt den Ort vom Hammedeich aus gesehen. Die Karte wurde 1929 geschrieben, die Ansicht wird aber etwas älter sein. Auf den ersten Blick hat sich kaum etwas verändert. Die Windmühle ist nicht mehr da, an ihrer Stelle steht jetzt ein Getreidesilo. Auch von den hohen Bäumen sind nur noch wenige erhalten. Dafür ist die Bebauung dichter geworden. Von den Riessauten ist nur der Turm der Turnhalle zu erkennen. Schule, Post und Apotheke, die in den Jahren 1926-1931 gebaut wurden, fehlen noch. Wesentliche Veränderungen in der Ortsmitte kündigen sieh für die Zukunft an. Der 1979 aufgestellte Strukturplan sieht die Erschließung der Flächen zwischen Riesstraße und Hamme var.

3. Die Aufnahme von 1928 ist als Totalansicht betitelt, sie zeigt aber nur einen kleinen Ausschnitt der heutigen Goethestraße mit der dahinterliegenden Windmühle. Echte Gesamtansichten vom alten Ritterhude sind nicht bekannt. Von der Lage her war es nie möglich, mehr als Teilbereiche aufzunehmen. In der Bildmitte steht das Haus der Familie Köhler, in dessen rückwärtigem Anbau bis 1918 die Tabakwarenfabrik Schröder & Co. ihre Fabrikationsräume hatte. Bis zu zwanzig Zigarrenarbeiter waren dort beschäftigt. Es war die einzige Zigarrenfabrik am Ort. Die vielen Heimarbeiter in Ritterhude stellten ihre Zigarren für Fabriken in Osterholz und Burgdamm her.

4. Diese Ansicht zeigt die Hauptstraße - die heutige Riesstraße um 1914. Zweiundzwanzig Jahre zuvor hatte in diesem Straßenabschnitt ein Großbrand fast alle Höfe eingeäschert. Gerettet werden konnte das vorn im Bild zusehende schöne Fachwerkhaus des Bauern Plump. Die Gebäude, die in den Jahren nach dem großen Brand neu errichtet wurden, bestimmen noch heute zum großen Teil das Bild. Seit dem Entstehen dieser Aufnahme wurde die Riesstraße wesentlich verbreitert und modernisiert. Die gemütliche Dorfstraße von einst ist längst passé. Das Kopfsteinpflaster wurde erst bei dem Ausbau im Jahre 1964 beseitigt.

5. Nur wenige Schritte weiter auf der Hauptstraße stand der Fotograf bei dieser Aufnahme 1910. Noch einmal im Bild das Plumb?sche Bauernhaus. An der Einmündung der heutigen Rathausstraße in die Hauptstraße stand die Friedenseiche. Am 29. August 1875 erteilte der Gemeindeausschuss dem Kriegerverein die Genehmigung zur Anpflanzung einer Gedenkeiche. Die Friedenseiche wurde allerdings mit Verspätung gepflanzt - der Friede nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, an den sie erinnern sollte, war lange geschlossen. Der Baum gedieh prächtig - auf späteren Bildern reichen die ausladenden Zweige über die gesamte Straßenbreite. Mit dem Frieden ging es leider nicht so gut. Zwei Weltkriege gingen an der Eiche vorüber, bis sie 1951 bei einem Wirbelsturm entwurzelt wurde.

6. Die Neue Landstraße war im Jahr 1928 noch eine wirkliche Landstraße, gesäumt von Schatten spendenden Birken. Neben dem gepflasterten Teil verlief damals ein unbefestigter Sommerweg. Der Straßenausbau erfolgte 1869. Vorher gab es nur eine gepflasterte Verbindung vom Wiesenfeld zur Chaussee (B 74) - am anderen Ende des Ortes, die heutige Ringstraße. Alle anderen Straßen waren ausgefahrene Sandwege. Da viele Geestbauern in den Hammewiesen Grasland in Besitz oder Pacht hatten, war die Verbindung zur Dammbrücke besonders stark ausgefahren. Im Antrag zum Straßenausbau steht: In der Heuernte werden die Heuwagen ausschließlich von Kühen gezogen und es ist in der Tat ein Jammer, wenn man dieses arme Vieh vor hochbeladenen Wagen durch den Sand ziehen sieht.

7. Die ersten Pläne für eine Bahnverbindung von Bremen nach Geestemünde tauchen bereits 1826 auf. Ein Bahndamm wäre um ein Viertel billiger gewesen, als die erforderliche Straße. Es wäre eine der ersten Eisenbahnen auf deutschem Boden gewesen - doch es dauerte noch bis 1862 bis die Eisenbahnstrecke dem Verkehr übergeben werden konnte. Mit dem ersten Zug wurden am 17. Januar 1862 Auswanderer nach Geestemünde gebracht. Der Zug auf unserem Bild, aufgenommen um 1900, passiert gerade das Bahnwärterhäuschen am Übergang des damaligen Bunkenburgsweges über die Bahn. Der Weg verlief etwa im Zuge der heutigen Bach- und Hegelstraße zu diesem Übergang.

8. Als die Bahnlinie gebaut wurde, erhielt Ritterhude nur eine Haltestelle. Doch schon bald wurden Stimmen laut, die einen Bahnhof wünschten. Besonders die Geschäftsleute drängten den Gemeindeausschuss, entsprechende Anträge zu stellen. 1870 war es dann soweit, Die betroffenen Grundstückseigentümer wurden vom Amt Osterholz zu einem Treffen mit den Vertretern der Königlichen Eisenbahndirektion im Gasthof Lindemann eingeladen, um über den Verkauf der benötigten Grundflächen zu verhandeln, Geladen waren: Gerd Lürßen, Conrad Rotermund, Heitlands Erben, Hinrich Schmidt und Lüer Rolfs. Alle mußten Teile ihrer Gemüsegärten dem Fortschritt opfern. Die Postkarte zeigt den Bahnhof um 1900.

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