Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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9. Neben den ebenerdigen Übergängen wurde der Bahndamm an mehreren Stellen für den Querverkehr untertunnelt. An der Untermühle wurde ein Doppeltunnel gebaut, durch deren eine Hälfte das Bachbett der Beek geleitet wurde. Die 'Königliche Generaldirektion der Eisenbahnen' in Hannover war verpflichtet, die vorhandenen Verkehrswege zu berücksichtigen. Dafür genügten damals die kleinen Tunnelbauten, denn die einzige Konkurrenz der Bahn waren Pferdefuhrwerke. Ausgebaute Durchgangsstraßen gab es im Ort noch nicht, die einzige 'Chaussee' (B 74) von Burg nach Stade führte über Hüderbeck an Ritterhude vorbei. Erst als der Autoverkehr um 1930 zunahm, wurde die Beck verrohet und der zweite Tunnel für den Verkehr freigegeben,

10. Im Jahre 1911 startete die Firma Holzmann einen Großangriff auf unsere Landschaft. Sie hatte den Auftrag, in Bremen das Gelände für einen Verschiebebahnhof aufzufahren, einen neuen Bahndamm zwischen Bremen-Burg und dem Hauptbahnhof aufzuschütten und ein Teilstück der Straße nach Lilienthai zu erstellen. Die gewaltigen Sandmengen wurden in Ritterhude abgebaut. Für den Transport mussten im Bereich der Schleuse und über die Wümme Brücken gebaut werden, für die Feldbahn ein Damm bis Oslebshausen, Bereits diese Vorarbeiten erforderten große Mengen Sand. Für den Transport standen drei Schmalspurlokomotiven zur Verfügung, jede schaffte bis zu sechs Züge mit je dreißig Wagen Sand pro Tag nach Bremen.

11. Schon im Sommer 1912 war der Geestrücken - das Ritterhuder Feld - durenschnitten. Zwei Hochbagger und ein Löffelbagger mit Dampfantrieb waren eingesetzt, Achtzig Arbeiter waren bei dem Sandabbau beschäftigt. Sie kamen überwiegend aus den ländlichen Gebieten Westpreußens, Pommerns und Bayerns. Den Ritterhuder Familien bei denen sie in Kost und Logis waren, brachten sie einen willkommenen Nebenverdienst, Als 1914 der Auftrag erledigt war, blieb eine Sandwüste zurück, Sandverwehungen waren für viele Jahre ein Ärgernis. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Barackenlager in die Sandkuhle gesetzt. 1949 begann die Besiedlung des ehemaligen Sandabbaugebietes Am Großen Geeren.

12. Ritterhudes ältestes Bauwerk ist das Dammgut. Das Bild zeigt die Rückfront des von einer Graft umgebenen Herrenhauses um 1912. Wenig bekannt ist, daß das Dammgut nur selten in seiner Geschichte Wohnsitz der Ritter von der Hude war. Erster urkundlich nachgewiesener Besitzer war um 1350 Martin von der Hude. Schon er vererbte das Gut in der weiblichen Linie. Aus seiner Zeit dürften die ältesten Gebäudeteile stammen. 1775 ersteigerte Dr.jur, Georg Gröning, Bürgermeister zu Bremen, das Dammgut. Dieser ließ vermutlich die beiden im Bild zusehenden Seitenflügel anbauen. Der Bremer Baumeister Diercks beruft sich 1778 in einem Bewerbungsschreiben auf die Bauarbeiten im Wert von viertausend Talern, die er für Herrn Doktor Gröning an dessen Gut in Ritterhude ausgeführt hat.

13. Das Dammgut war der größte landwirtschaftliche Betrieb im Ort. Von einer Heuernte vor 1914 stammt dieses Bild, es entstand in der Übergangszeit zwischen Hand- und Maschinenbetrieb. Zwar ist schon eine Pferdeharke mit im Einsatz, doch die meisten Erntehelfer hatten noch die Holzharken dabei. Hoch zu Pferd überwacht Inspektor Kahl die Arbeiten. Im Schnitt wurden fünfhundert Fuder Heu geerntet. Da die Wiesenländereien überwogen, wurde in erster Linie Viehwirtschaft betrieben. Im großen Stall war Platz für hundertzweiundneunzig Kühe und im Kälberstall standen achtzig Stück Jungvieh. Der Viehbestand erforderte entsprechende Mengen Winterfutter. Milch, Butter und Käse aus der Gutsmolkerei wurden selbst vermarktet. Abnehmer waren Milchhändler in Oslebshausen.

14. Dort wo heute die Riesschule steht, stand einst der Hudenhof, eines der Stammgüter der Familie von der Hude. Das stattliche Herrenhaus, im Grundriss 25 x 16,5 Meter, mit mehreren Nebengebäuden, war von hohen alten Bäumen umgeben. Ein noch erhaltener Baum ist die große Rotbuche auf dem neuen Friedhof. Letzte Besitzer des Hudenhofes waren die Herren von Marschalck. Sie gehörten zu den Patronatsherren der hiesigen Kirche und stellten den Hudenhof, nachdem 1830 das Pfarrhaus abgebrannt war, den Pastoren als Wohnung zur Verfügung, Vor dem Abriss 1928 wurde das Gebäude von Pastor Degener bewohnt. Die Aufnahme entstand 1925. Das Baujahr des Hauses ist nicht bekannt, der verstorbene Ritterhuder Architekt Arend Lührsen hatte die Bauzeit vor 1700 geschätzt.

15. Der Eichhof wird bereits im 16. Jahrhundert erwähnt, als Besitzer wurde der Verdener Domherr Detlef von der Hude genannt. Durch Einheirat kam das Gut später in den Besitz der Familie von der Decken. 1874 erwarb der Bremer Bauer Garbade das Gut von der Erbengemeinschaft von der Decken und errichtete für seinen Sohn die auf der Postkarte von 1910 gezeigten Gebäude. Von dem ehemaligen Gutsgebäude sind heute als letzte Spuren nur noch einige Wappensteine am Giebel des Viehstalles erhalten. Der älteste von ihnen ist mit der Jahreszahl 1574 versehen. Die alten Eichen, die dem Gut den Namen gaben, standen auf der großen Weide zwischen den Straßen Am Mönkhof und Am Eickhof.

16. Alle öffentlichen Gebäude an der Hauptstraße - der heutigen Riesstraße - entstanden in den Jahren vor 1930 als Stiftungen der Gebrüder Ries. Den Anfang machte 1912 die Turnhalle, es folgten 1926 die Apotheke, 1928 das Rathaus, 1929 das Pfarrhaus, 1930 die Riesschule und 1931 das Postamt. Die Stifter, Hermann und Johann Ries, wurden 1847 beziehungsweise 1849 in dem Haus NI. 66 in der Hauptstraße (heute Thölke) geboren. Als sechzehnjährige Jünglinge wanderten sie aus nach Amerika. Durch harte Arbeit und erfolgreiche Geldgeschäfte wurden sie zu Besitzern des damals schönsten und vornehmsten Hotels in New York. Ihren Lebensabend verbrachten die beiden Junggesellen bei ihrer Schwester in Bremen. Dort sind sie 1927 und 1931 verstorben.

17. Am 7. Dezember 1926 wurde die Lindenapotheke eröffnet. Das Gebäude gehört zu den Stiftungen der Gebrüder Ries. Unsere Aufnahme zeigt den Apotheker Niemann im Apotheken-Offizin. Vor der Eröffnung der Apotheke mussten sich die Ritterhuder ihre Medikamente in den größeren Nachbarorten besorgen. Für Hausmittel und oft gebrauchte Medikamente hatte Kaufmann Seiden in der Hauptstraße den Drogenschrank, der nach strengen Vorschriften verwaltet wurde und in vielen Fällen ausreichte. Daneben nahm er die Rezepte an, gab diese in einer Kiste mit dem 18-Uhr-Zug auf zum Apotheker Rust in Lesum (später nach Scharmbeck). Mit dem Gegenzug um 20 Uhr kamen die Medikamente bereits in Ritterhude an und wurden im Laden verteilt.

18. Die feierliche Grundsteinlegung für das Rathaus fand am 19. Februar 1927 statt. Der Bedeutung der Stunde entsprechend waren die Herren des Gemeindeausschusses festlich mit schwarzem Gehrock und Zylinder gekleidet. Auf dem Bild sieht man den Augenblick der Grundsteinlegung durch den Gemeindevorsteher Christian Evers. Klempner Gerdes hat bereits mit dem Spruch: 'Geschrieben Wort dauert fort über Zeit und Ort' die Schatulle verlötet und jetzt schwingt Gemeindevorsteher Evers die Kelle und vermauert sie mit den Worten: 'Den Stiftern zur Ehre, den Bürgern zum Wohle, der Gemeinde zur Zierde!' Das Schlusswort hatte der Leiter der Spar- und Darlehnskasse: 'Mit Gott für Volk und Vaterland.'

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