Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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19. Auch das Rathaus ist ein Geschenk der Gebrüder Ries an ihre Heimatgemeinde. Am 1. September 1928 wurde es eingeweiht und erfüllt noch heute für die Großgemeinde seinen Zweck. Neben den Amtsräumen waren in dem Neubau eine Wohnung für den Bürgermeister und ein Kassenraum für die 'Spar- + Darlehnskasse' vorgesehen. Die Gruppenaufnahme vor der Rathaustür wurde am Einweihungstag gemacht. Auf dem Grundstück hatte bis 1830 das Pfarrhaus gestanden. es wurde bei einem Feuer zerstört. 'De öle Pastorengarten' hat dann fast hundert Jahre brach gelegen. Als das Grundstück von den Gebrüder Ries aufgekauft wurde, standen große Kastanien darauf.

20. Vor dem ehemaligen Postamt zeigt diese Aufnahme die Postbediensteten des Jahres 1930. Von rechts nach links: Fräulein Schwarze, die Postmeister Horst und Lühlmann, Postassistent Klingemann, Postschaffner Klindfurth, Jeske, Bibber und Brünjes, Mit dem Karren holten sie die Post vom Bahnhof. Das Gebäude in der Riesstraße beherbergte die Post bis 1931. Vorher hatte die Familie Ehlers in der Riesstraße die Posthalterei. Zwischen 1870 und 1885 wird als Postagent der Administrator Brandes genannt. Er wohnte in dem Haus der Tischlerei Lönnecke (Wattenberg) in der Goethestraße und stellte die Post im Schaufenster aus. Beim Kirchgang konnte man seine Post abholen. Erst später wurde die Zustellung zur Regel.

21. Zunächst stand nur eine hölzerne Kapelle in der Ortsmitte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche 'St. Johannis' mehrmals neu- und umgebaut, 1792 entstand der jetzige Bau. Pastor Schilling beschreibt seine Kirche 1861: Ein Turm ist leider nicht da, sondern nur ein ganz unansehnlicher Glockenstuhl von Ständerwerk aus Brettern mit einem niedrigen ebenfalls brettern Dache, dicht an des Küsters Wohnung, ohne Verbindung zur Kirche. Das Aussere der Kirche ist ebenfalls durchaus unansehnlich. Sie ist von Fachwerk erbaut mit sehr dünnen Wänden von gewöhnlichem Ziegelstein. 1892 wurde ein Kirchturm angebaut, ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche bei Umbauten 1908 und 1936. Das Bild zeigt den Bauzustand zwischen 1892 und 1908.

22. Im Sommer 1928 versammelten sich die beiden ersten Klassen der Hauptschule mit Rektor Schnackenberg an der Kirche für diese Gruppenaufnahme. Schnackenberg wurde 1921 als Rektor für die Ritterhuder Schulen eingestellt. Bei seinem Dienstantritt fand er zwei räumlich getrennte Schulgebäude mit je vier Klassenzimmern, ohne Nebenräume, kaum Lehrmittel und veraltetes Inventar vor. Erst der Neubau der Riesschule 1930 schaffte Schulverhältnisse, die vorbildlich waren. Die Hauptschule neben der Kirche wird 1712 erstmals erwähnt. Das Schulgebäude war gleichzeitig Küsterhaus. 1m Pfarrarchiv befinden sich zahlreiche Schriftstücke, die von notwendigen Reparaturen berichten. In allen wird die Raumnot beklagt. 1838 drängten sich in einen Raum, der für fünfundsiebzig Kinder gerade reichte, hundertzehn Schüler.

23. Die Familie des Hauptlehrers Schwarze 1910 vor der alten Oberbecker Schule in der heutigen Schillerstraße. Eine Eintragung im Pfarrarchiv besagt: Diese Schule ist wegen vermehrter Bebauung 1784 errichtet und liegt im Quartier des Ortes, welcher Oberbecker Bauerschaft genannt wird. Im Gegensatz zur Hauptschule neben der Kirche wird diese Schule häufig 'Nebenschule' genannt. In dem abgebildeten Gebäude befand sich neben der Lehrerwohnung ein Klassenraum, 1870 wurde ein weiterer Raum 'angemietet'. 1889/90 wurde mit dem Bau der neuen Oberbecker Schule begonnen. Das alte Schulgebäude diente weiter als Wohnung für den Hauptlehrer.

24. 'Wir ziehen in die Riesschule ein, Juli 1930; steht unter diesem Klassenbild mit der Lehrerin Fräulein Krusewitz. Der damalige Schulleiter Rektor H. Schnackenberg erinnerte sich, dass die Gebrüder Ries eine Bedingung mit ihrer Spende verbanden: 'Wir bauen Ihnen das Haus, wie Sie es haben wollen. Die Kostenfrage spielt dabei keine Rolle. Die Regierung spendet die Kosten für die Einrichtung.' So bekamen die Ritterhuder vor fünfzig Jahren 'die modernste Schule Preußens'. Im Zweiten Weltkriege wurde das Gebäude zweckentfremdet. Teile dienten als Flakbefehlsstand. Ausgebombte und Flüchtlinge fanden in der Schule die erste Notunterkunft. 1945 wurde ein Lazarett eingerichtet. Unterricht war erst Monate nach Kriegsende wieder möglich.

25. Drei heimkehrende Torfkähne vor der Schlossbrücke, eine Ansichtskarte von 1913. Ein fast alltägliches Bild in jenen Jahren. In der Hochsaison der Torfschiffahrt fuhren täglich bis zu fünfhundert beladene Schiffe die Hamme abwärts zu den Löschplätzen an Wümme, Lesum und Weser. Beladen mit dem schweren, schwarzen Backtorf für Öfen und dem leichteren gestochenen Torf für Bäckereien und Ziegeleien. Die Torfkähne der Moorbauern hatten nach der Kolonisierung des Teufelsmoores und dem damit verbundenen Ausbau des Schiffsgrabennetzes ihre hohe Zeit. Sie wurden im Moor gebaut. Von der in Schlussdorf als Museum hergerichteten Werft ist bekannt, dass dort seit 1844 über sechshundert Torfschiffe gebaut wurden.

26. Wo die Hamme vor der Schlossbrücke an der heutigen Badeanstalt ihren Bogen zieht, befand sich einst der Ritterhuder 'Hafen'. Auf dem Bild von 1909 sehen wir die Anlagen hinter dem Gasthaus Schröder. Ein weiterer Anleger befand sich auf der anderen Brückenseite bei dem Gasthaus Beisner. Wir sehen den Torfumschlag aus dem Torfkahn in die Wagen, im Hintergrund lagert Baumaterial. Hinter dem Anleger erkennt man das kleine Hafenbecken, in dem drei bis vier Torfboote Platz hatten. Die große Weserkorrektion 1887/1895 führte zu einer Veränderung des Tidenhubs, Niedrigwasser behinderte den Hafenbetrieb. Bremen zahlte dafür an die Eigentümer der Anlagen hohen Schadenersatz.

27. Der Torf als Brennstoff für Haushalt und Industrie spielte bis in die dreißiger Jahre eine erhebliche Rolle. In Ritterhude gab es im Bereich der Brücken mehrere Umschlagplätze. Bei der Schlossbrücke, hinter dem Gasthof Schröder, befand sich das abgebildete kleine Hafenbecken. Der Torf wurde mit Körben aus dem Kalm in die Kumpwagen geschüttet. Die Wagen waren genau auf den Inhalt eines Halb-Hunt-Schiffes abgestimmt und machten damit eine Mengenkontrolle möglich. Hier wird gerade Weißtorf umgeladen. Das sieht man an der Höhe, der schwerere Backtorf lag höchstens vier Soden über der Bordkante.

28. Die Schlossbrücke auf einer Ansichtskarte um 1908. Wann an dieser Stelle die erste Brücke über die Hamme gebaut wurde, ist nicht bekannt. Schon in ältesten Urkunden wird immer von 'den Ritterhuder Brücken' berichtet. Ein Vertrag zwischen den Adelsherren und der 'Mohrfahrenden bremischen Schiffer-Sozietät' von 1660 regelt die Passagerechte und die Klappenunterhaltung. In Akten werden die Brücken immer dann erwähnt, wenn Kriegsfolgen oder normale Abnutzung Reparaturen dringend erforderlich machten. 1897 heißt es über den Bauzustand: Da bei den Ritterhuder verschobenen Brücken weder von horizontalen noch von vertikalen, sondern durchweg nur von windschiefen Ebenen gesprochen werden kann ... Trotz dieser Mängel hielt diese Brücke noch bis 1926.

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