Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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29. Um 1900 waren die Verkehrsverbindungen nach Bremen noch schlecht. Es gab nur den Weg über Burg. Erst der für den Sandtransport nach Bremen durch das Blockland angeschüttete Damm machte Pläne für eine direkte Verbindung Ritterhude-Oslebshausen möglich. Bremen baute 1914 auf seinem Gebiet die Straße bis zur Wümme aus. Der Weg auf der Ritterhuder Seite blieb schlecht. Er führte von der Schlossbrücke entlang der Deichlinie bis zur Nordseite. Erst 1926 wurde die jetzige Ritterhuder Heerstraße fertig gestellt und gleichzeitig eine neue Brücke über die Hamme gebaut. Die Aufnahme hält den Zeitpunkt fest, als noch beide Brücken nebeneinander bestanden.

30. Im Herbst 1926, kurz nach Fertigstellung der neuen Straße, brach an der Kreuzwümme der Deich. Die Wassermassen rissen große Löcher in den neuen Straßendamm, Erst im folgenden Jahr konnte die wiederhergestellte Straße freigegeben werden. Die Reparatur des gebrochenen Deiches war Schwerstarbeit. Mit Schubkarren musste der Kleiboden in die Bruchstelle gekarrt werden. Die Aufnahme zeigt die Arbeiter beim Abdichten der Deichbruchstelle. An der Kreuzwümme - dem Zusammenfluß von Hamme und Wümme - beginnt die Lesum. Das im Bild sichtbare jenseitige Lesum-Ufer wird noch heute bei Hochwasserständen regelmäßig überflutet.

31. Dieses malerische Foto zeigt die Dammbrücke um 1900 mit der sogenannten 'Wasserburg'. Diesen Namen trug der Hof Evers mit Gastwirtschaft nicht zu Unrecht. Wo heute der Deich mit der Straße zur Schleuse führt, war um die Jahrhundertwende noch ein Hammealtarm und die Dammstraße wurde durch einen Wassergraben begrenzt. So lag das Gebäude wie auf einer Halbinsel. Die Erbauer des Hauses hatten in ihrem Hausspruch um Schutz vor Blitz und Brand gebeten. Vergebens - 1959 wurde die Wasserburg von einem Feuer zerstört. Schon 1914, bei dem Ausbau der Straße nach Lilienthal, wurde die hölzerne Dammbrücke durch eine Stahlbrücke ersetzt.

32. Zur Verhütung von Sommerüberflutungen in der Hammeniederung wurde 1874/1876 die Ritterhuder Schleuse gebaut. Die Schiffahrtsschleuse war 51,72 Meter lang und 6,15 Meter breit und konnte damit den größten Schiffstyp der Hammeschiffahrt, die sogenannten Böcke, aufnehmen. Die Schleuse war von April bis Ende Oktober in Betrieb, im Winter blieben die Stautore geöffnet. Sie waren für eine Wasserhöhe von zwei Metern berechnet. Die Stautore der Flutschleuse arbeiteten wie ein Sieltor und entwässerten bei ablaufendem Wasser. Auf der Aufnahme von 1890 sieht man die von der Firma Frerichs in Osterholz gebaute Drehbrücke. Am Bollwerk legten die Schiffer bei geschlossener Schleuse an oder wenn sie die Gastwirtschaft des Schleusenwärters besuchen wollten.

33. Durch die große Weser-Korrektion wurde 1895/1898 ein Umbau der Schleuse erforderlich. Der Tidenhub auf der Hamme hatte sich durch den Ausbau der Weser wesentlich geändert. Die Wasserstände sanken so weit ab, dass die Schifffahrt behindert wurde. Deshalb wurde die Entwässerungsschleuse ausgebaut zu einer Stauschleuse nach beiden Seiten. Auf der stromoberen Seite wurden Nadelwehre eingebaut, Im Bild ist das Nadelwehr hinter dem rechten Fluttor gut zu erkennen. Für zusätzliches Schleusenpersonal wurde ein zweites Wohnhaus errichtet. Alle Kosten, die sich als Folge der Weser-Korrektion ergaben, musste das Land Bremen übernehrnen, Die Aufnahme zeigt die Schleuse bald nach dem Umbau.

34. Am Ende der Schiffahrtssaison wurden die Schleusentore und alle Siele des St.-Jürgenslandes geöffnet, bald bedeckte eine weite Wasserfläche das Wiesenfeld. Diese Gruppenaufnahme von Schlittschuhläufern aus Ritterhude entstand 1912 auf dem Kirchenfleet. Im Hintergrund sieht man die Sandloren vom Bau der Straße nach Liltenthal. Erst diese schuf einen hochwassersicheren Weg in das St.-Jürgensland. 1934 wurden die Deiche erhöht und 1936 die Trockenbewirtschaftung der Wiesen und Weiden eingeführt. Damit hatten die Winterfluten ein Ende, aber auch die Zeiten des winterlichen Eisparadieses waren vorbei. Noch heute erzählt man gern von der Zeit, als Schulkinder, Kirchgänger, Hochzeits- und Leichenzüge, ja selbst die Liebespaare im Mondenschein, auf den weiten Eisflächen des St.-Jürgenslandes unterwegs waren.

35. Die Wassermühlen gehörten mindestens drei Jahrhunderte zum Ortsbild. In den Kirchenbüchern wird der Müller Berend Arps, der von 1627 bis 16981ebte, bereits als Müller an der Obermühle und an der Untermühle genannt. Das Bild zeigt die Untermühle und das Müllerhaus im Jahr 1925, beides wurde wahrscheinlich nach einem Brand 1712 neuerrichtet. Die Untermühle war bis 1870 Gemeinschaftsbesitz der Rittergüter und wurde einschließlich des Mühlenteiches an den Pflugköthner Diedrich Heilshorn verkauft. Bis 1943 war sie in Betrieb, 1971 wurden die baufälligen Gebäude bei einer Feuerwehrübung 'warm' abgebrochen. Heute erinnert nur noch der Straßenname an diesen malerischen Zeugen der Vergangenheit.

36. Die Obermühle auf einem Foto um 1930. Im Hintergrund der Mühlenberg. Dort, wo damals noch die Kornfelder wogten, haben inzwischen viele Neu-Ritterhuder ihr Zuhause gefunden. Von der Obermühle sind noch heute Reste des Turbinenhauses erhalten, das Gebäude wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Die Mühle dürfte, genau wie die Untermühle, ursprünglich im Besitz der Güter gewesen sein, da diese die Mühlenrechte besaßen. 1753 heiratete die Müller's Tochter Anna Ilse Arps den Köthner Johann Hinrich Spiering. Seit dieser Zeit, bis zu ihrer Stilllegung, wurde diese Mühle von der Familie Spiering bewirtschaftet.

37. Heute noch erhaltene Windmühlen sind oft nur technische Denkmäler - vom Denkmalschutz restauriert und unterhalten. Das Baujahr der Ritterhuder Windmühle ist nicht bekannt. Besitzer der Mühle war lange Zeit die Müllerfamilie Schilling. Da für drei Mühlen am Ort nicht ausreichend Arbeit vorhanden war, wurde Getreide eingeführt. Es kam auf dem Wasserweg, die Kähne wurden am Bollwerk bei Beisner gelöscht. Um vom Wind unabhängig zu sein, erhielt die Mühle in den zwanziger Jahren einen Motorantrieb. Der Nachfolger von Müller Schilling ließ die Flügel wieder montieren, die zugunsten des Motors abgebaut worden waren. 1926 kaufte Fritz Garbade die Mühle, die dann 1948 nach einem Kurzschluss ausbrannte. Nur der Sockel blieb stehen. Das Bild zeigt die Mühle 1921.

38. Die Gast- und Schenkwirtschaft wird schon seit unerdenklichen Zeiten in diesem an der Chaussee gelegenem Hause ausgelebt, steht 1834 in einer Eingabe an die Regierung in Stade. Nach der Balkeninschrift wurde das Gebäude 1823 errichtet, Es ist anzunehmen, daß sich schon vorher ein Gasthof an dieser Stelle befand. Die Aufnahme vom Gasthof Lürssen in Hüderbeek entstand um 1890. In der Postkutschenzeit war hier eine Relaisstation für den Pferdewechsel. Der Stall hatte ursprünglich abseits gestanden. Er wurde hochgeschraubt, versetzt und mit dem Haus verbunden. Die Gebäude sind noch heute gut erhalten und beherbergen immer noch eine Gastwirtschaft.

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