Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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39. Im Jahre 1834 gab es in Ritterhude bei einer Einwohnerschaft von zweihundertsechzig Familien achtundzwanzig Gast- und Schenkwirtschaften, Wegen der großen Konkurrenz stellten die 'konzessionierten Schenkwirte' bei der Regierung in Stade den Antrag, die Zahl der Wirtschaften zu reduzieren. Zu den Antragstellern gehörte auch der Schenkwirt Engelbert Mulken, der seit 1794 eine Schankerlaubnis besaß. 1854 kam seine Stelle durch Einheirat in den Besitz der Familie Lindemann. Das alte Fachwerkhaus fiel 1892 dem Großfeuer in der Hauptstraße zum Opfer. Die Ansichtskarte aus dem Jahr 1910 zeigt das neue Gasthaus, das nach dem Brand errichtet wurde. Das Gebäude liegt dem Rathaus gegenüber, hier tagte der Gemeindeausschuss, als die Ritterhuder noch kein Rathaus hatten.

40. Ein Blick von der Straße 'Auf dem Berge' auf Wellbrocks-Sommergarten, aufgenommen 1898. Hier in der Nähe der Hamme befand sich von altersher eine Gaststätte. 1847 betrieb Hermann Lürßen hier eine Bäckerei mit Einzelhandel und Gastwirtschaft. Wann Claus Wellbrock die Stelle übernahm, ist nicht bekannt. Das stattliche Gebäude auf dem Bild wurde um 1870 gebaut. Alle abgebildeten Häuser gehörten zu dem Anwesen. Im Hauptgebäude befanden sich neben der Gaststube ein Klubzimmer, die Wohn- und Wirtschaftsräume sowie ein Gemischtwarenladen. Im Keller war die Bäckerei. Vom großen Saal im Obergeschoß führte eine breite Freitreppe in den Garten. An der rechten Seite war eine Kegelbahn angebaut.

41. Im Jahre 1889 entstand dieses Familienbild der Familie Wellbrock. Es zeigt, wie geruhsam es damals an der heute verkehrsreichen Ortseinfahrt zuging. Im Hintergrund des Bildes das Haus der Familie Evers, rechts davor der Gasthof Beisner, In dem Fachwerkhaus, vorn am Bildrand, befanden sich die Stallungen und der Ausspann für Pferd und Wagen der Gäste in Wellbrocks-Sommergarten. In einem Anbau war die Hengststation des Landesgestüts Celle mit Unterkünften für den Gestütswärter und seinen Gehilfen. Wellbrocks-Sommergarten wurde 1903 von dem Schwiegersohn Schröder übernommen. Vielen Ritterhudern ist der Gasthof als Hamme-Gaststätte von Didi Behrens ein Begriff. Heute stehen dort Mehrzweckhalle und Ratsstuben.

42. Auch dieses Bild wurde vor dem Gasthof Wellbrock-Schröder aufgenommen. Im Jahre 1913 belästigte kein Autoverkehr die Frauen, die hier beim Bohnenschneiden vor der Haustür sitzen, Statt des Fernsehens fand man Zeit für Gespräche. Dass die Neuzeit sich ankündigte, sehen wir an dem Werbekasten des Fotografen Krohn aus Osterholz. Ein alter Ritterhuder erinnerte sich, dass er hier das erste Grammophon hörte, Beliebt war die Platte 'Die Schlacht bei Sedan' auf welcher auch der Marsch 'Preußens Gloria' gespielt wurde. Plattenmarke war 'His Masters Voice', sie zeigte einen Hund vor einem Grammophontrichter. Kamen die Kinder zu dicht an die Mechanik, hieß es: 'Pass up, de bitt!'

43. Ein Erntefestwagen zu 'Kaisers Zeiten'. Der erste und auch der letzte Festzug aus dieser Epoche. Der buntgeschmückte Festwagen auf dem Bild gehörte dem Gastwirt Schröder. Er hatte im August 1914 einen Erntefestumzug als schöne Ergänzung zum schon immer gefeierten kirchlichen Emtedankfest angeregt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich dieser Brauch in Ritterhude durch. Am Sonnabend trafen sich die Frauen zum Kranzbinden, anschließend gab es Kaffee und Kuchen im Festzelt, Am Abend war Tanz - in allen Gaststätten an der Hauptstraße - bei freiem Eintritt. Nach dem Festumzug am Sonntag war Kindertanz und am Montag dann ein großes Kinderfest. Ein Tanzabend für altere Jahrgänge Schloss am Montag das Erntefest ab.

44. Am zweiten Dienstag im Mai feierte man den Maimarkt, Die ganze Hauptstraße wurde geschmückt und in den Marktbetrieb einbezogen. Mit dem Perkelmarkt am Vormittag fing es an, ein sechs Wochen altes Ferkel kostete fünfzehn bis zwanzig Mark. Nachmittags war Krammarkt, die Fahrgeschäfte und Buden wurden eröffnet. Die Glocke am Karussel des alten Dralle erklang und mit dem Ruf 'Vörrut seggt Dralle, das Geld is alle' setzte er sein Zugpferd in Bewegung, Drehorgeln spielten, Kinder sangen und lachten, Ausrufer priesen ihre Ware an. Bei Beisner und Schröder war Kindertanz und abends auf dem Marktball war die Harfenjule die Sensation für die Männerwelt. Wie damals die Feste gefeiert wurden, zeigt auch die obige Aufnahme von 1900. Im Vordergrund das Haus Ehlers als Neubau,

45. Beisner's Sommergarten war das zweite große Ausflugslokal am Hammeufer vor der Schlossbrücke. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hier Bier gebraut und der selbstgebrannte Klare ausgeschenkt. Auf der Sandsteinplatte über der Eingangstür stand als Baujahr 1841. Die Aufnahme zeigt das Lokal im Sommer 1904. Den Gästen stand ein großer Garten zur Verfügung. Neben der Gastwirtschaft wurde Landwirtschaft betrieben. In einer Anzeige empfahl sich der Besitzer: 'Beisner's Sommergarten - bekanntes Ausflugsziel der Bremer - angenehmer Aufenthalt - gute, ländliche Verpflegung, frische Milch - freundliche Bedienung, mäßige Preise.' Welcher Ausflügler konnte diesem Angebot widerstehen?

46. Der Gasthof Beisner diente mehreren Ritterhuder Vereinen als Vereinslokal. Der Gesangverein 'Concordia' sang bereits 1888 bei der Einweihung des Saales. Der Radfahrverein 'All Heil', der Arbeiterturnverein und der Kraftsportverein 'Deutsche Eiche' übten und feierten hier. Ein Beisner gehörte 1923 zu den Gründern der Freiwilligen Feuerwehr, die hier auch ihr Vereinslokal hatte. Bis 1937 blieb das Lokal im Familienbesitz, dann wurde es von einem Bierverlag erworben und von verschiedenen Pächtern bewirtschaftet. Der Saal wurde zu einem Kino umgebaut. 1953 wurden die Gebäude abgerissen. Jetzt stehen das Ritterhuder Landhaus und die Kreissparkasse auf dem Grundstück.

47. Wie die Orgelpfeifen stehen die Söhne der Familie Beisner auf diesem Bild aus dem Jahre 1910. Kinderreiche Familien waren früher die Regel. So zeigt uns dieses Bild keine Ausnahme, sondern es ist das einzig vorhandene. Da die meisten Höfe im Ort lange Zeit von den Gütern meierrechtlich abhängig waren, unterblieb die in anderen Gegenden übliche Höfeteilung, Der Lebensunterhalt war immer nur für den Hoferben gesichert. Die anderen Kinder mussten in der Fremde ihr Glück suchen. Viele wanderten aus nach Amerika, das Reisegeld war oft einziger Erbanteil. In den meisten alteingesessenen Familien sind aus dieser Zeit Verbindungen nach 'Drüben' vorhanden. Erst mit dem Ausbau der Industrie in Bremen fanden sich genügend Arbeitsplätze im Lande.

48. Von der Unternehmertüchtigkeit der Familie Beisner zeugte bis in die dreißiger Jahre ein Kalkbrennofen an der Hamme. Schon 1847 wird ein Friedrich Wilhelm Beisner als 'Branntwein- und Kalkbrenner' bezeichnet. Die Aufnahme von 1914 zeigt rechts neben dem konischen Kalkofen das Kalkhaus, hinter den Planken am Kalkhaus war das Muschellager. Im Hintergrund des Bildes die Schlossbrücke. Einst rauchten an unseren Küstengewässern viele dieser Kalköfen. Das Rohmaterial, Muschelschalen und Torf, war auf dem Wasserwege günstig heranzuschaffen. Der feine, weiße Muschelkalk wurde zum Weißen der Räume benutzt und war auch zum Fugen der Ziegelmauern beliebt. Erst die billigen Bahntarife verhalfen dem Steinkalk zu Vorteilen, die das Ende der Kalköfen bedeuteten.

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