Ritterhude in alten Ansichten

Ritterhude in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Müller
Gemeente
:   Ritterhude
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1056-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ritterhude in alten Ansichten'

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49. 'Wer Gott vertraut hat wohlgebaut - im Himmel und auf Erden,' stand in abgekürzter Schreibweise über der Grootdör dieses 1713 erbauten Bauernhauses. Es ist eines der ältesten Ritterhuder Häuser, die uns im Bild erhalten blieben. Die Postkarte wurde 1903 geschrieben. Das alte Haus der Familie Semken wird noch manchem in Erinnerung sein; es stand im unteren Teil der Riesstraße und wurde erst Mitte der sechziger Jahre abgerissen, Die im Bild nebenstehende Scheune ist bereits seit 1927 verschwunden. Bauer Christian Semken, 1868 geboren, war im Nebenberuf ein bekalmter Tierheilkundiger. Sein Hauptarbeitsgebiet war das St-Jürgensland. Besonders geschätzt war er bei den kleinen Leuten, denen er echte soziale Preise berechnete.

50. Das Dorf Ritterhude bestand aus drei Bauerschaften: Der Dammbauerschaft, der Mittelbauerschaft und der Oberbeckerbauerschaft. Zur Oberbeckerbauerschaft gehörten diese stattlichen Höfe. Die Aufnahme wurde 1930 gemacht, der Fotograf stand in der Straße 'Im Orth' mit Blick auf die Beckstraße. Das Bauernhaus im Hintergrund gehörte zum Hof Plump, die Fachwerkscheune vorn im Bild zum Hof Lürßen. Bei einem Bombenangriff im September 1942 fiel ein Phosphorkanister auf das Haus von Johann Raake in der Beckstraße. Der Funkenflug entzündete schnell die weichgedeckten Dächer der Häuser Heilshorn, Lürßen und Plump. Vier Wohnhäuser und Nebengebäude brannten damals ab, dazu gehörten die im Bild gezeigten.

51. Es gab nicht nur große Höfe - besonders in der Oberbeckerbauerschaft siedelte sich eine zunehmende Zahl von Handwerkern und Arbeitern an, Unser Bild zeigt das Haus Husen im Vielenbruchsweg. Auf der Aufnahme von 1900 die Familie Mahlstedt in zwei Generationen: Großvater war Schiffszimmerer und Vater war Arbeiter bei der Reichsbahn. Im Hintergrund der typische Ziehbrunnen für die Wasserversorgung. Das Wasser war in den meisten Brunnen und Pumpen gut, schlecht bis ungenießbar war es nur im unteren Bereich der Dammstraße und an der Untermühle. Erste Pläne für eine Wasserleitung im Ort entstanden in den dreißiger Jahren. Als im Zweiten Weltkrieg die Lager im Sandberggebiet entstanden, wurde für diese eine Wasserversorgung gebaut. Die Gemeinde erwarb die Anlagen und baute sie aus.

52. Ein häufig vorkommender Haustyp waren die Rauchhäuser. Sie besaßen keinen Schornstein, der Rauch suchte sich von der Feuerstelle im Flett seinen Weg über die Diele und zog durch die große Tür ins Freie. Das abgebildete Haus der Familie Bleckmann (früher Stellow) steht noch heute in der Ringstraße. Als der Fotograf um 1900 die Aufnahme machte, bevölkerten die Nachbarn als Statisten das Bild. Auch der Mann mit dem Dreschflegel auf der Schulter kam aus der Nachbarschaft. Da die Aufnahme im Sommer gemacht wurde, Dreschzeit aber im Winter war, ist seine Statistenrolle besonders deutlich. Nähere Angaben über die Personen im Bild waren nicht zu erfahren.

53. Bis aufwendige Ausnahmen waren die Wohnhäuser an der Hauptstraße mit der Grootdör zur Straße ausgerichtet, wie auf diesem Foto, das um 1915 entstand. Heute betreibt Erich Block sein Malergeschäft auf diesem Grundstück. Als die Aufnahme gemacht wurde, war die Witwe Caroline Block Eigentümerin der Stelle. Nur selten wurden die alten Fachwerkhäuser wegen Baufälligkeit abgerissen, die meisten wurden ein Opfer von Feuern. Auch das abgebildete Haus brannte ab, In der ehemaligen Hauptstraße, der Riesstraße, stehen heute nur noch zwei dieser alten Häuser: Das Haus Plump neben dem Rathaus und das Haus Blendermann (Red Balloon).

54. Das Feuer war die größte Gefahr für die weichgedeckten Bauernhäuser. In den Jahren 1890 bis 1923 wurden bei 56 Bränden 63 Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen vernichtet. Bei einer Brandkatastrophe im Mai 1712 wurden 54 von 150 Häusern zerstört, im August 1892 brannten in der Hauptstraße 8 Wohnhäuser und 4 Scheunen ab! Feuerbekämpfung war eine Gemeinschaftsaufgabe und alle männlichen Einwohner zur Löscharbeit verpflichtet. Der Einsatz dieser Pflichtfeuerwehr galt meistens nur dem Schutz der Nachbarhäuser, um wenigstens diese vor Schaden zu bewahren. Jeder Hausbesitzer war verpflichtet, Feuereimer, Haken und Leiter für den Notfall zur Verfügung zu haben,

55. Größeres Löschgerät wurde durch Umlagen beschafft, später auch aus der Gemeindekasse bezahlt. Die Brandkassen gaben bei größeren Anschaffungen Zuschüsse. So auch 1875, als die Ritterhuder für 3 600 Mark einen neuen Anbringer kauften. Der Anbringer, mit dem das Wasser durch pumpen von der Löschwasserstelle zum Brandherd gedrückt wurde, wurde von zwei Pferden gezogen. Als im April 1923 gleich zwei Häuser in der Neustadt gänzlich abbrannten, beschloss man, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Diese neue Wehr übernahm die vorhandenen Geräte der Gemeinde, schon 1924 wurde die erste Motorspritze angeschafft. Beide gezeigten Bilder stellen die Freiwillige Feuerwehr Ritterhude 1925 vor.

56. Dieses Haus in der Goethestraße Ecke Windmühlenstraße, ist in besonderem Maße mit der Ortsgeschichte verbunden. Es wurde 1815 gebaut und befand sich bei Aufstellung des Urkatasters 1873 im Besitz der Witwe des Administrators Martin Schröder. 1888 erwarb es der Malermeister Poel von den Erben des Gerichtsvogts Stemme. Schröder und Stemme waren beide als Steuereinnehmer und Gerichtsvögte für das Gericht Ritterhude tätig. Bei Umbauarbeiten in den dreißiger Jahren fand der damalige Hausherr Ernst Rehme im Dachgeschoß zahlreiche Schriftstücke aus ihrer Amtszeit. Auf der Aufnahme, die um 1900 gemacht wurde, sieht man vor dem Haus sitzend das Ehepaar Poel, deren Töchter und die Lehrjungen, die beim Meister wohnten.

57. Die Aufnahme von 1905 zeigt das Geburtshaus der Gebrüder Ries. Lüer Ries, der Vater der Ritterhuder Ehrenbürger, hatte hier seinen Laden. Um 1840 ließ er sich als Kaufmann nieder. Da seine Söhne auswanderten und kein Nachfolger da war, wurde das Geschäft 1887 an den Kaufmann Johann Seiden verkauft. Zum Gemischtwarenhandel kam damals eine Schuhrnacherei, die dem Bruder von Joharm Seiden gehörte. Durch Fahrlässigkeit eines Angestellten brannte das alte Geschäftshaus 1925 nieder. Mit einem Darlehen der Gebrüder Ries konnte ein Neubau errichtet werden. Sie knüpften daran die Bedingung, dass auf dem Grundstück ihrer Eltern auch in Zukunft ein Geschäftshaus stehen sollte. Durch Einheirat kam das Geschäft an die Familie Thölke. Das Kaufhaus Thölke ist das älteste Geschaft in der Riesstraße,

58. Der Schneider Garfes, welcher anwesend war, ilbernahm die Anfertigung des Rockes und der Mütze, mit 8 Tagen zu liefern, in guter echter Qualität. Der Stoff muss von blauem Tuche sein. Die Uniform die der Gemeindeausschuß laut Protokoll im Dezember 1873 bestellte, war für den neugewählten Gemeindediener Stöckmann bestimmt. Die Familie des Schneiders Gatfes blieb der Branche treu, Zur Schneiderei kam der Handel mit Herrenkonfektion, Spezialität Hüte und Mützen. Mit der Warenklepe auf dem Rücken besuchte man die Märkte der Umgegend. 1901 wurde der Geschaftsneubau an der Kiepelbergstraße eröffnet. Stolz präsentiert sich vor dem damals größten Geschäftshaus des Ortes die Familie: Großvater, Vater und Tante des heutigen Firmeninhabers.

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