Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten

Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Irene Schmidt
Gemeente
:   Rönneburg-Sinstorf
Provincie
:   Hamburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2755-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten'

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19. Andreas Wöhlert war aus Sachsen gekommen und hatte Arbeit bei einem Gemüsebauern in Vierlanden angenommen, wo er dann seine Frau aus Groß-Moor kennenlernte. Im Jahre 1883 kaufte er das Häuslingshaus von 'Mattens Hof' - damals Christian Meyer. Man könnte meinen, das Haus hätte einmal zu Flügges Hof gehört, denn es liegt daneben an der Kanzlerstraße. Andreas Wöhlert fand nun Arbeit an der Eisenbahn beim Stellwerk. Als seine Frau starb, waren es sieben Kinder, die noch eine Mutter brauchten. So heiratete er die Witwe Daasch, die in der früheren Rönneburger Schule wohnte. Auf diesen Foto aus dem Jahre 1923 steht vor dem Haus der Sohn Adolf mit seiner Stiefmutter und der als Waisenkind aufgewachsenen AJice Schilling.

20. Hier in dem Weselmann'schen Häuslingshaus wohnte auch Behnk's Mudder. Sie war eine arme Frau, denn Renten wie heute gab es ja noch nicht. Mit einem 'Gott segn' 's' dankte sie für das tägliche Mittagessen von Weselmann, das sie dann in ihrer sehr spärlich eingerichteten Kammer einnahm. Auch in anderen Häusern erhielt sie Brot und sonstige Kleinigkeiten. Aber sie bettelte nicht, sondern verdiente sie durch kleine Besorgungen, die sie bei ihrem Gang nach Harburg erledigte. Da sie aber weder lesen noch schreiben konnte, ließ sie sich kleine Zettel mitgeben, die sie in ihren vielen kleinen Taschen im Unterrock verstaute. So hat sie dann alles zur Zufriedenheit erledigt. Glücklich war sie, wenn sie mal einen kleinen 'Schluck' oder einen Priem bekam. Das Haus war längst nicht mehr bewohnt, als beim Abholzen des Eichhofes ein Baum auf das baufällige Gebäude fiel. Das Haus links irn Hintergrund steht in der Radickestraße.

21. Ihre erste eigene Schule bekamen die Rönneburger endlich 1836. Die Eltern und auch schon die die Großund Urgroßeltern mußten den Weg nach Meckelfeld machen, wo schon seit langem Schulunterricht gegeben wurde. Da die Kinder schon früh im Hause zur Mitarbeit herangezogen wurden, nahm man es mit dem Schulbesuch damals nicht so genau. Besonders für Mädchen hielt man es für unnütz. Selbst ein Lehrer meinte einst: Daß die Mädchen schreiben lernen, dafûr bin ich ganz und gar nicht. Dann schreiben sie 'mich' immer die verdammten Liebesbriefe. Es stand in der Schulchronik, aber es ging nicht daraus hervor, welcher Lehrer es gesagt hatte. Das ehemalige Schulhaus steht heute noch am Burgberg hübsch renoviert, aber noch mit dem altvertrauten Strohdach.

22. Wegen Mangel an Raum wurde 1868 die Schule an der Ecke Rotbergfeld gebaut. Auch hier war anfangs nur eine Klasse, die übrigen Räumlichkeiten waren für den Lehrer mit seiner Familie vorgesehen. Erst 1899 erhielt Rönneburg einen zweiten Lehrer. Die Schule war inzwischen dreiklassig geworden. Diele und Schweine- und Ziegenställe waren umgebaut worden. Da das Gebäude auf sehr feuchtem Grund errichtet wurde, es hatte schon nach kurzer Zeit zweimal der Fußboden wegen Schwamm erneuert werden müssen, so nahm man dies zum Anlaß, das Schulhaus nach immerhin einhundertzehn Jahren abzureißen, Heute liegt die Fläche eingezäunt und ungenutzt in der Dorfmitte. Vielleicht hätte das Haus doch noch für gemeinnützige Zwecke erhalten werden sollen.

23. Wegen der zweiten LehrersteIle wurde der Antrag zum Bau eines Lehrerhauses gestellt, das irn Mai 1908 bezugsfertig war. Vorher bewohnten die Lehrer mit ihren Familien die im Hintergrund stehende Schule. Auch die Ställe für das Vieh des Lehrers befanden sich im Schulgebäude. Da aber der Schullehrer meist kein eigenes Land hatte, so war ihm gestattet, sein Vieh an den Wegen und Triften weiden zu lassen. Der Lehrergarten war knapp 800 Quadratmeter groß. Hier wohnte auch der Mitverfasser des Heimatbuches 'Zwischen Elbe, Seeve und Este', Heinrich Meyer, der sich als Rönneburger Lehrer unter anderem dafür eingesetzt hatte, daß der Burgberg unter Naturschutz gestellt wurde und damit die Sandabfuhr unterbleiben mußte.

Das kleine Bild zeigt ihn mit seiner Lupe bei der Lieblingsbeschäftigung, der Botanik. Er starb 1954 und wurde auf dem Harburger Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

24. Dieses Schulbild wurde im Schuljahr 1920 aufgenommen und viele, die inzwischen das Rentenalter erreicht haben, werden sich und ihre Mitschüler darauf finden. Auch das Lehrpersonal ist vertreten:

Links im hellen Kleid Fräulein Kluth, rechts mit dunkler Fliege Herr Märtens und in der Mitte mit Bart Herr Meyer. Am Ende des Schulhofes standen die Birken des Burgberges noch bis dicht an die Straße heran. Diese beiden Lehrer haben viel getan, um die Erinnerung an vergangene Zeiten in unserer Heimat wach zu halten: Herr Heinrich Meyer mit den schon genarmten Heimatbüchern und Herr Otto Märtens mit seinen Lichtbildvorträgen 1956 und 1957 im 'Rönneburger Park'.

25. Das Häuslingshaus von Cramer in voller Ansicht vom Burgberg aus. Es war früher das A1tenteilshaus. 1826 heiratete Ernst Heinrich Küster eine Tochter von Cramer und bewohnte anfangs dieses Haus, Er ftihrte zunächst die darin bisher betriebene Schankwirtschaft fort. Da er den Cramer'schen Eichhof mitbenutzen durfte, zäunte er einen Teil davon ein und richtete es mit Blumen, Tischen und Stühlen für seine Gäste her. Dies wiederum war seinem Schwager Cramer nicht recht und so trieb der seine Schweine zur Eichelmast in den Eichhof. Einige Jahre später erwarb Küster dann die Kleinkothstelle Nr. 24 und das war dann der Anfang vom 'Rönnebm:ger Park' am Küstersweg.

26. Das Gasthaus 'Zur Deutschen Eiche' hat Friedrich Oeppert 1928 von Hinze erworben, der den Kaisersaal von Peter Flügge übernommen hatte. Das bisher von Oeppert bewohnte Haus an der Eiche hatte er verkauft. Rechts hatte Adele Meyer damals ihren Krämerladen, die Reklame am Fenster macht ihn kenntlich. Daß aber die Frauen vor dem Laden und damit vor dem Fenster des Gastwirts meistens noch viel zu beklönen hatten, war Friedrich Oeppert gar nicht recht, und so wurde Adele Meyer kurzerhand gekündigt. Hier ist noch die grün-weiße Fahne gehißt. Später ließ der Wirt eine Fahne mit der Eiche drauf und darüber 'Zur Deutschen Eiche' für sehr viel Geld anfertigen. Im Jahre 1929 erhielt das Lokal dann die erste 'Bundeskegelbahn' im Dorf.

27. Alljährlich fand die Rönneburger Jugend auf 'Babens Diek' ihr Vergnügen, wenn der Teich zugefroren war. Auch ohne Schlittschuhe stellten sich schon die Kleinsten ein und es wird manch ein Schulkind auf dem Heimweg von der nahege1egenen Schule hier vergessen haben, daß die Mutter daheim schon lange wartete. Darin hat sich auch heute nichts geändert, nur, daß die Kinder mehr Freiheit haben und daß die Schule in der Kanzlerstraße etwas weiter entfernt ist. Im Hintergrund ist neben dem Haus von Hesse noch das Dach der Schule erkennbar.

28. Hier spielen die Kinder bei Schnell's altem Brunnen. Wasserleitungen gab es hier noch nicht. Es war schon ein großer Fortschritt, einen eigenen Brunnen vor der Tür zu besitzen, denn der Weg zur Quelle war oft recht weit. In der Nähe liegen die kleineren Waldungen beim Twielenberg, wo vor einigen Jahren die Rönneburger Reithalle gebaut wurde. Bei einem Ritt oder aber auch bei einem Spaziergang durch die Felder und Gehölze hier kann man noch einige sprudelnde Quellen entdecken und man hat oft Mühe, trockenen Fußes den Weg zu passieren.

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