Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten

Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Irene Schmidt
Gemeente
:   Rönneburg-Sinstorf
Provincie
:   Hamburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2755-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Rönneburg-Sinstorf in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. Der 'Badestrand' der Rönneburger war der Seevekanal, der von der Seeve bei Hörsten abzweigt und über Harburg in die Elbe geleitet wird. Infolge der starken Strömung ist das klare Wasser sehr kalt. Es gab noch keine beheizten Schwimmbäder und so gaben sich die Kinder, zwar mit anfänglichem Gekreisch wegen der Kälte, dem Badevergnügen hin, und es hat auch wohl der eine oder andere mit Hilfe von leeren Milchkannen oder Kanistern das Schwimmen hier gelernt. Mit einer Wassertiefe von durchweg einem Meter war keine große Gefahr für die Kinder. Aber auch mit dem Boot war es ein Vergnügen, den Seevekanal von der Schleuse in Hörsten bis Kanzlershof zu befahren; in umgekehrter Richtung hatte man allerdings Mühe gegen die Strömung voranzukommen. Im Jahre 1936 entstand dann die 'Badeanstalt' an der Rönneburger Brücke. Die 'Umkleidekabinen' bestanden aus einer einseitig offenen Bretterbude mit Trennwand für Knaben und Mädchen. Der Strand war eine Seevewiese mit einem Zugang durch Ufergras und Schilf zum Wasser.

30. Der Häusling Johann Jürgen Müsing steht hier mit seinen Zwillingen Joharm und Peter auf der Schubkarre vor der Tür des Häuslingshauses. Er verrichtete seine Arbeiten auf dem Hof und so pflanzte er auch einmal einen Kirschbaum für seinen Bauern Christian Meyer. Als seine Enkelin rund dreißig Jahre später beim Spielen am Burgberg den Spielgefährten erzählte, daß ihr Großvater diesen Baum gepflanzt hatte, meinten diese: 'Dann gehören euch die Kirschen' und stürmten wie die Stare in den Baum, bis der herbeigeeilte Ch. Meyer die kleinen Stiebitze verjagte. Als das Mädchen viel später einmal die Miete für die elterliche Wohnung in den Gemeindehäusern zum Gemeindevorsteher Ch. Meyer bringen mußte, wurde sie von ihm schmunzelnd an ihre kindliche Diebestour erinnert.

31. Diese beiden sind weit über Rönneburgs Grenzen hinaus bekannt gewesen: Willi Sim on mit seinem niedlichen Pony, das seinen Verkaufswagen zog. Er betrieb über zwanzig Jahre seinen Fischhandel. Seine zweite Frau Lene und seine Töchter Marieehen und Olly waren ihm dabei tüchtige Helfer. Morgens um vier Uhr ging es schon los zum Fischmarkt und auf der Rückfahrt mit dem Harburger Dampfer wurden die bestellten Fische schon abgewogen. Die ältere Tochter hatte den Elbdeich von Neuland bis Over und dann nach Hörsten mit dem Fahrrad zu beliefern und die Jüngere hatte ihre Kunden bis Fleestedt. In der ersten Zeit des Handels mußten die Mädchen anschließend in die Schule und sind dann auch wohl manches Mal dort eingeschlafen. Lene und Willi Simon belieferten den weiteren Kundenkreis, der bis nach Hittfeld reichte. Die große Klingel war nicht zu überhören. Während die Mütter sich mit der Auswahl der Fische beschäftigten scharten sich die Kinder um das Pony, um es zu streicheln.

32. Der 'Bienenkerl' ist einigen älteren Rönneburgern gewiß noch bekannt, heißt doch eine Zeile in einem nicht mehr vollständig bekarmten Spottlied: De Imker achtern Tuun - de Melker de is duun. Jahrelang brachte dieser Imker seine Bienenvölker für einige Wochen zu Busch-Marquard in den Obstgarten, um sie dann zur Heideblüte wieder in die Gegend bei Schneverdingen zu bringen. Es wurde hier dann mit Zucker zugefüttert und der große Topf, in dem der Zucker aufbewahrt wurde, steht heute noch hier im alten Haus,

33. So war Behnk's Mudder damals allen in Rönneburg bekannt: Mit Tragholz (die Dracht) und zwei Körben, in denen sie oft neugeborene Ziegenlämrner, die man ihr im Dorf schenkte, nach Harburg zu Kirchheiß in der Deichstraße brachte und dafür je flinfzehn Pfennige bekam. Sie starb 1913 im Alter von zweiundachtzig Jahren als Insassin der Armenanstalt zu Huckfeld. Der Betrachter dieses Bildes steht in der Vogteistraße beim 'Rönneburger Park' und blickt in Richtung Harburg. Links ist die Abzweigung Küstersweg erkennbar. Große Linden standen hier damals und an die Birken können sich gewiß nur noch wenige Rönneburger erinnern. Ein Pferdefuhrwerk kommt gerade von Harburg.

· -~--

. ".-,,-:.,.

..

" .

34. Friedrich Schnell sen. ist gerade von einer Fuhre nach Hause gekommen. Er hatte drei Pferde und hielt es damit so, daß zwei Pferde angespannt wurden und das dritte jeweils Ruhetag hatte. Wenn er von einer Tour aus Harburg kam, blieben die Pferde schon beim 'Rönneburger Park' stehen, bekamen eine Decke übergehängt und Friedrich Schnell ging auf einen kleinen Schluck hinein - aber wirklich nur einen kleinen. Darm ging es weiter und an der Kreuzung Wittheck/Holzhäuser knallte er mit der Peitsche, dann wußte die Familie, daß der Vater nur noch die 'Freiheit' hinauf mußte.

35. Hier kann der Betrachter einen Bliek in das Innere vorn 'Mattens Hof' tun, der 1906 von Brinckman erworben wurde. Er ließ das halbe Wohnhaus abreißen und bewohnte zunächst die noch stehengebliebene Hälfte, die auch heute noch die Blicke der Spaziergänger am Burgberg auf sich zieht. Kurz vor dem Ersten Weltkriege wurde die neue Villa - das heutige Kinderheim am Burgberg - gebaut. Es sollte der Sommersitz der Familie sein, jedoch schon im Ersten Weltkrieg wurden Zweitwohnungen nicht mehr geduldet, und so zog Adolf Brinckman mit den Seinen ganz nach Rönneburg. Hier sieht man Frau Wischwees, der gute Geist des Hauses Brinckman, beim Kochen. Unter der Balkendecke hing noch Geräuchertes und der Fußboden war mit kleinen Steinen gepflastert. Nach dem Tode Brinckmans kaufte Darboven das Grundstück, jedoch ohne die neuerbaute Villa, die in städtischen Besitz überging.

36. Das Einwecken war die neueste Errungenschaft im Haushalt. Gewiß konnte sich nicht jede Frau diesen Fortschritt leisten und mußte das Obst und Gemüse noch nach der althergebrachten Methode für den Winter haltbar machen. Es wurde meistens gedörrt oder eingesalzen, Nun wurde gewetteifert mit dieser neuen Erfindung. In einem Harburger Haushaltwarengeschäft gab es für gutes Gelingen dann sogar Preise in Form von Weckgläsern. Frau Dora Schnell geborene Küster war Neuigkeiten gegenüber schon immer sehr aufgeschlossen - ihre hervorragenden Fotos aus der Zeit vor der Jahrhundertwende beweisen es - und so wurde auch im Hause Schnell auf diese neue Art konserviert.

".

37. Ludwig Schnell hat mit seinen Leuten Heu eingefahren. Mit der Heugabel steht er in Hemdsärmeln und der goldenen Uhrkette auf der Weste vor dem Leiterwagen, auf dem hinten zwei seiner Töchter mit den blumengeschmückten Holzrechen sitzen. Der Hoferbe Friedrich reitet auf einem der beiden Pferde. Zum Erntedank haben die Mädchen eine Krone gebunden und auch die Wagenräder sind mit Blumen bekränzt worden. Die Kleinköthnerstelle liegt oben an der 'Freiheit' und man hat von dort das ganze Dorf Rönneburg vor sich liegen.

38. Im Jahre 1919 entstand dieses Bild beim Dreschen vor Schnells Scheune. Mähdrescher gab es noch nicht, da waren noch viele fleißige Hände nötig um die Arbeiten zu verrichten. Im Sommer wurde das Getreide erst einmal in der Scheune gelagert, denn zum Dreschen hatte man erst im Winter Zeit, wenn auf den Feldern nichts mehr zu tun war. Das Korn war dann so richtig trocken und der Staub wirbelte nur so herum. Die Personen dieses Bildes sind (stehend von links): Hermann Gebel, Frieda Marquard, Utsicht-Weseloh, der Eisenbahner Heinrich Marquard, genannt 'Dubberin', Erna Marquard, Martha Marquard, Minna Jürgs und Hermann Marquard.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek