Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Fischer
Gemeente
:   Rodach bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2073-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Stadt Rodach bei Coburg kann auf eine über tausendjährige und sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Im Jahre 899 wurde Rodach unter dem Namen 'Radaha' erstmals urkundlich genannt. Kaiser Arnu1f von Kärnten gab den damaligen Königshof Rodach an den Markgrafen Poppo 11. zurück. Diesem hatte man einige Höfe abgenommen, weil er für die Ermordung des Bischofs Arno von Würzburg verantwortlich gemacht wurde. Da er sich jedoch als treuer Diener seines Herrn erwies, erhielt er jene Güter im Jahre 899 zurück. Ab 1120 wurde die Stadt abwechselnd Rotaha und Rotha und seit dem I 7. Jahrhundert Rodach genannt. Die nächste urkundliche Nennung Rodachs fällt in das Jahr 1135. Damals schenkte Bischof Otto von Bamberg den St. Geergenberg mit der Propstei dem Prämonstratenserkloster Veßra im Werrata1. Drei Jahre später wird erstmals das Bethaus in Rodach, die jetzige Stadtkirche, erwähnt. Hier, nahe der Quelle, die noch heute den Marktbrurmen speist, liegt der Ursprung Rodachs. Der

'Hof Radaha' war zur Siedlung 'Rotaha' geworden. Im 14. Jahrhundert gründeten Kaufleute auf Veranlassung des Landesherrn um den heutigen Marktplatz eine weitere Siedlung gleichen Namens mit städtischem Charakter.

Beide Gemeinden, Alt- und Neustadt genannt, verschmolzen miteinander und wurden 1386 mit einer Steinmauer umgeben, die ab 1531 zu einer Landesbefestigung ausgebaut wurde. 1529 wurde das Städtchen aus seinem Alltag herausgehoben, als Abgesandte evangelischer Fürsten und Städte in seinen Mauern tagten. Nach den Bekundungen der Chronisten war das Protokoll darüber, das in der Stadtkirche aufbewahrt wurde, Anlaß für die furchtbare und sinnlose Zerstörung Rodachs im Jahre 1632. Nur schleppend vollzog sich der Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Während andere, einst mit Rodach gleichbedeutende Orte als aufblühende Städte Ansehen und Bedeutung erlangten, blieb Rodach zwar ein idyllisch gelegenes, aber vergessenes Landstädt-

chen im Nordwesten des Coburger Landes.

Die allgemeine Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts übte auch auf Rodach eine gewisse befruchtende Wirkung aus. Der Bahnbau im Jahre 1892 schaffte eine weitere wichtige Voraussetzung zur wirtschaftlichen Entfaltung der Stadt. Nach dem Zusammenbruch des Jahres 1945 ist Rodach wieder Grenzstadt geworden wie zu Beginn seiner Geschichte. Heute steht die Stadt nach der erfolgreichen Erschließung der Thermalquelle und der staatlichen Anerkennung zum Erholungsort mit Heilquellenkurbetrieb an der Schwelle zu einer neuen städtischen Entwicklung.

Bisher forschte man vergeblich nach Abbildungen Rodachs aus früheren Jahrhunderten. Ein wertvolles und dokumentarisches Bildmaterial zur Ortsgeschichte stellen daher alte Ansichtskarten und Fotos aus der Zeit von ungefähr 1880 bis 1930 dar. Die vorliegende Auswahl soll dem Betrachter einen optischen Eindruck vermitteln, wie sich die Klein-

stadt baulich veränderte, sie soll an bekannte oder vielleicht längst vergessene Namen erinnern, sie soll ein bißchen das Leben ihrer Einwohner widerspiegeln. Ein Großteil der Aufnahmen zu dieser Veröffentlichung stammt von den Fotografen Max und Adolf Günther, die in rund 50 Jahren die Geschehnisse Rodachs auf die Platten bannten. Zu der eigenen Sammlung stellten mir freundlicherweise noch verschiedene Bilder zur Verfügung: Frau Eng1maier, Frau Müller, Frau Rieß und Herr Bähr.

Der Text wurde nach eigenen Ermittlungen und unter Benutzung der gängigen Literatur geschrieben. Insbesondere fanden Verwendung:

F. Berner: Ein Gang durch Rodach, 1925.

Dr. W. Heins: Ein Jahrtausend Stadt Rodach, 1949. Dr. F. Rauscher: Die Stadt Rodach, 1950.

Eestschrift für die 1 050-Jahrfeier, 1949.

E. Friedrich: 1 075 Jahre Rodach, 1974.

1. Das älteste bekannte Bild vom Marktplatz um 1890 zeigt das Rathaus noch mit der hohen Freitreppe. Im Mittelalter war das Erdgeschoß das einzige Wirtshaus der Stadt. Es hieß 'Schlund'· oder 'Bohnhaus'. Als Getränk wurde ursprünglich nur Wein ausgeschenkt. Die Rodacher Weinberge lagen am Ostabhang des St. Georgenberges und an der Südseite der 'Welschenkehl'. Auch die teilweise hohen Treppenaufgänge zu den Häusern rings um den Markt sind längst verschwunden.

RODACfi

2. Ein Bliek von der Villa Hauser an der Heldritter Straße über die Altstadt nach Westen. Er reicht vom Gasthof 'Zum goldenen Löwen' am Marktplatz (links im Bild) zum Rathaus und Kupferturm bis zur 'Alten Schule' und Stadtkirche. Zwischen Rathaustürmchen und Kupferturm sieht man den Straufhain, der mit der Geschichte Rodachs eng verbunden ist. Auf dem Bergkegel erbaute man um 800 eine Ritterburg, die 1525 im Bauernkrieg zerstört wurde.

3. Bis 1913 konnte man rings um den Marktplatz ein einheitliches und geschlossenes Bild bewahren. Anstelle des landwirtschaftlichen Anwesens Schlitter, links neben dem Rathaus, errichtete dann Baumeister Fladt ein viergeschossiges Geschäfts- und Wohngebäude. Der Marktplatz lud stets zur Rast und Einkehr ein. Auch heute noch hat er von seiner zentralen Lage und Bedeutung nichts eingebüßt.

Rodach (Herz. Cob.)

4.-5. Den schönsten Bliek auf Rodach hat man vom St. Georgenberg aus. Die Aufnahme stammt vom Jahre 1912. Hinter der Talrnulde im Norden der Stadt erstreeken sich die Langen Berge und am Horizont die Berge des Thüringer Waldes. Bei klarem Wetter reicht der Bliek vom Dolmar bei Meiningen (ganz links, auf dem Bild nicht ersichtlich) bis zum Bleßberg (auf dem nächsten Bild rechts oben).

Die rechte Bildhälfte zeigt nun das Industrieviertel Rodachs. Im Vordergrund erkennt man das Sägewerk Ritz, daneben hinter den Bäumen das Schießhaus, in der Bildmitte die Brauerei Grosch mit dem Eiskeller, ganz rechts die Feinsteingutfabrik Roesler. Am Rand der Langen Berge liegt etwas versteekt die Ortschaft Heldritt.

6. An der Nordwestseite des Marktplatzes (hinter dem Marktbrunnen) steht das Erffenhaus, das nach dem Dreißigjährigen Krieg Besitz der Herren von Erffa war. Nach öfterem Besitzerwechsel erwarb es im 19. Jahrhundert der Postmeister Hohnbaum. Es blieb von 1861 bis 1892 die Post. Die rechte Bildseite zeigt die Apotheke (hier seit 1829) und das Anwesen von Baumeister F1adt (1913).

7. Wer auf dem Marktplatz steht, wendet stets seinen Bliek einmal in die Kirchgasse hinauf zur Stadtkirche St. Johannis. Im Jahr 1138 wurde von dem damaligen Bischof Otto von Bamberg die erste Kirche erbaut. 1457 war ein Neubau erforderlich. 1632 sprengten wallensteinische Truppen die Kirche, weil sie die von den evangelischen Ständen im Jahre 1529 in der Kirche niedergelegten Artikel vorgefunden hatten. Die Einweihung des jetzigen Kirchengebäudes fand 1758 in Anwesenheit des Herzogs Franz Josias statt.

8. Der Marktbrurmen erhält sein Wasser aus einer Brunnenstube, die sich im ehemaligen Wallgraben bei der Stadtkirche befindet. Früher hatte er einen hölzernen Trog und eine hölzerne Säule. 1891 erhielt er seine jetzige steinerne Umfassung und eine schöne Wappensäule. Der in Stein gehauener Löwe wurde unterdessen durch einen aus Bronze ersetzt, Auf dem Schild steht nun die Jahreszahl1873.

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