Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Fischer
Gemeente
:   Rodach bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4935-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rodach bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Der vorliegende zweite Bildband wurde mit neuem Bildmaterial zusammengestellt. Natürlich findet sich in beiden Ausgaben eine Reihe von Aufnamen mit ähnlichen Motiven. Seit dem Ausbau Rodachs zur Landesbefestigung um 1530 veränderten sich Größe und Anlage des Stadtkerns nur wenig. Erst der Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert verlieh der Kleinstadt ein neues Antlitz.

Das Hauptinteresse gilt stets dem Geschehen um den Marktplatz, dem Herz Rodachs. Weitere Schwerpunkte bilden diesmal die industrielle Entwicklung im 19. Jahrhundert - hier vor allem die Spielwarenindustrie - , das Wirken der örtlichen Vereine und Hinweise zur Geschichte der eingemeindeten Ortsteile.

Zur Ergänzung des ersten kurzen geschichtlichen Überblickes soll hier noch auf einigen Daten hingewiesen werden. Kaum Beachtung fand vor einigen Jahren das Jubiläum '850 Jahre St-GeorgenBerg'. 1135 übereignete Bischof OUo von Bamberg die 'cella Rotaha' , die Propstei auf dem St.Georgen-Berg dem Kloster Veßra. Damals mußte sich Rodach schon zu einem ansehlichen Dorf ent-

wiekelt haben, denn das Kloster besaß hier 7V2 Hufen. Diese Ansiedlung lag nahe der St.Johannis-Kirche nördlich der Coburger Straße mit seinen unregelmäßigen Grundstücken und Gassenverläufen.

Im hennebergischen Urbar von 1317 wird Rodach erstmals als Stadt bezeichnet. Es werden der Markt und dort ansässige Kaufleute erwähnt.

1346 heiratet Katharina von Henneberg den Markgrafen von Meißen in Sachsen (Haus Wettin). Sie bekommt als Mitgift neben Coburg unter anderem die Orte Neustadt und Rodach, die sogenannte Pflege Coburg. 1347 erhält dann Rodach sein Stadtwappen: schwarzer Löwe im gelben Feld (Meißner Löwe). Markgraf Friedrich III. verleiht 1362 offiziell Rodach das Stadtrecht.

Bei jedem Stadtrundgang erinnern Stadttürme und die Reste der Stadtmauer an den 5. Oktober 1632, an die Zerstörung Rodachs durch Truppen des kaiserlichen Generals Wallenstein. Auch in späteren Jahren wurde die Stadt von durchziehenden Truppen wiederholt heimgesucht, und wen die feindlichen Soldaten am Leben ließen, den packte die mörderische Krankheit der Pest. So ließ der

große Krieg des 17. Jahrhunderts ein großes Trümmerfeld zurück, aus dem sich erst nach langem mühseligem Wiederaufbau ein neues Gemeinwesen erhob.

Die Industrialisierung des vorigen Jahrhunderts brachte der Stadt durch Einführung moderner Erwerbszweige neuen Aufschwung. Schon kurz nach 1800 kannte man die Herstellung von Spielwaren aus Papiermaché. Es waren sicher nur Familienbetriebe, die sich darauf verstanden, aus Kreide, Mehl und Papier oder Pappe kleine Kunstwerke zu produzieren. Die erste Fabrik gründete 1825 Samuel Krauß, in der Spielwaren aus Papiermaché hergestellt und beliebte Exportartikel wurden. Es entstanden neben der Krauß'schen Fabrik in der Folge noch mehrere derartige Unternehmungen. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts gründete Kommerzienrat Max Roesier die Feinsteingutfabrik. Hunderte von Arbeitern fanden hier einen sicheren Arbeitsplatz. Weithin bekannt wurden auch die beiden Glanzgoldfabriken.

Die Bürger können auf das Vereinsleben in der Stadt und den Ortsteilen recht stolz sein. Vor allem die Schützengesellschaft, die Sport- und Gesangvereine oder der Gemeinnützige Verein blieken

auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurück. Seit Öffnung der innerdeutschen Grenzen (November-Dezember 1989) ist Rodach wieder an der alten Staatsstraße Coburg-Hildburghausen zu einer belebten Pforte ins nahe Thüringen geworden. Der Begriff 'Grenzstadt' wird hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

Nach der Erschließung einer zweiten Thermalquelle und der Einweihung des Kurparkes im vergangenen Jahr ist Rodach auf dem Weg, als Badeort anerkannt zu werden, ein großes Stück vorangekommen.

Freundliche Unterstützung bei der Zusammenstellung des zweiten Bildbandes erhielt ich vom Stadtarchiv Rodach, von Frau Feiler und Frau Großmann.

Der Text wurde nach eigenen Ermittlungen und unter Benutzung der gängigen Literatur geschrieben. Insbesonderefanden Verwendung:

DI. W. Heins: Ein Jahrtausend Stadt Rodach, 1949 Dr. F. Rauscher: Die Stadt Rodach, 1950

E. Friedrich: 1075 Jahre Rodach, 1974

E. Friedrich: Rodacher Almanach, 1986

Dr. R. Hambrecht: Stadtbuch von Rodach, 1988.

1. Diese erste Ansichtskarte von Rodach stammt aus dem Jahre 1891. Für den Sammler zählt sie zu dem 'Vorläufern'. Der Zeichner hob besonders die rauchenden Schornsteine der Brauereien, Ziegeleien und Sägewerke hervor. Um diese Zeit säumten Pappeln die Coburger Chaussee, die beim Straßenbau kurz nach 1800 angepflanzt wurden und den Straßenverlauf weithin sichtbar kennzeichneten. Das Rathaus zeigt noch die alte Fassade.

2. Die Ansichtskarte 'Gruß aus Rodach in Thüringen' gab 1893 der Gemeinnützige Verein heraus. Der Verein förderte besonders die Heimatverbundenheit der Rodacher und ist heute noch der Hüter des St.-Georgen-Berges. Von hier oben aus erkennt man am besten die anmutige Lage der Stadt. Der Straufhain und die Gleichberge im Westen, die HiJdburghäuser Höhe und der Reith im Norden rahmen die Rodacher Mulde ein. Vor rund einhundert Jahren leitete Postverwalter Kar! Geiger den Gemeinnützigen Verein Rodachs.

3. Für Ansichtskarten war neben der Fotografie die Lithographie eine beliebte und anspruchsvolle Drucktechnik. Eine Reihe Rodacher Kaufleute wie Carl Hauser, Fridolin Hoffmann oder Julius Rieß ließen die schönsten Ansichtskarten dieser Art drucken. Die Karte aus dem Jahre 1898 zeigt markante Gebäude der Stadt und vermittelt so einen guten Gesamteindruck des Städtchens und der umgebenden Landschaft. Der Bliek vom St.-Georgen-Berg aus reicht bis zu dem Höhenzug des Thüringer Waldes, aus dem sich der Bleßberg emporhebt.

4. Der Marktplatz Rodachs ist seit früheren Zeiten das Herz der Kleinstadt. Hier laufen mit Coburger, Hildburghäuser und Heldburger Straße die wichtigsten Verkehrsadern zusammen. Ringsum pulsiertdas geschäftliche Treiben, hier trifft man sich zu einem kurzen Plaudern oder auch zu den großen festlichen Veranstaltungen. Auf dem Bild von 1900 sieht man noch die hohen Treppenaufgänge zu den Häusern, die längst nach innen verlegt wurden. Nur wenige Einwohner können sich noch an den vierarmigen Kandelaber beim Marktbrunnen erinnern.

5. Diese Aufnahme des Marktplatzes wurde wenige Jahre später aufgenommen (1904). Verschwunden sind die hohen Treppenaufgänge vom Rathaus und den übrigen Häusern. Man konnte nun auf dem Trottoir gehen. Das einheitliche und geschlossene Bild des Marktplatzes blieb bis 1913 erhalten. Anstelle des landwirtschaftlichen Anwesens Schlitter, links neben dem Rathaus, errichtete Baumeister Fladt ein viergeschossiges Geschäfts- und Wohngebäude. Er wollte damit vermutlich die Stadtväter ärgern, weil er nicht den Auftrag zum Umbau des Rathauses erhielt.

6. Das Rathaus hat eine wechselvolle Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg 1632 wurde es ein Raub der Flammen. 1664 wurde es wieder aufgebaut. Es hatte ursprünglich eine hohe Freitreppe, die man bei neuerlichen Umbauten wegriß. Die neue Fassade, 1904 fertiggestellt, verdeckt das alte schöne Balkenwerk. Das Erdgeschoß diente im Mittelalter als Wirthaus ('Schlundoder Bohnhaus'). Die Räume wurden später als Dienstwohnungen verwendet. Im Jahre 1904 siedelte die Städtische Sparkasse in dieselben über.

7. An der nördlichen Ecke der Westseite des Marktplatzes befindet sich das Erffenhaus. Es ist in seinem Unterstock massiv und alt, das Obergeschoß ist aus Fachwerk. Im Jahre 1873 brannte das ganze Anwesen bis auf den massiven Teil nieder. Zum Wiederaufbau wurden vom Besitzer das Schloß des 'Dunkelgrafen von Eishausen' erworben und abgebrochen. Die schöne Treppe und die großen Türen lassen noch die frühere Bestimmung erkennen.

8. Der 9. Juni 1906 war ein großer Tag für die Stadt, die sich festlich herausschmückte. Herzog Carl Eduard und Herzogin Victoria Adelheid kamen zu ihrem Antrittsbesuch nach Rodach. Sie wurden von Bürgermeister Ludwig Strecker und den Stadtverordneten feierlich empfangen. Am 19. Juli 1905 erfolgte der Regierungsantritt des Herzogs und am 11. Oktober 1905 heiratete er Victoria Adelheid, Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlÜcksburg.

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