Roßlau in alten Ansichten

Roßlau in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Johannes Schmidt
Gemeente
:   Roßlau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5346-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßlau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Roßlau ist eine kleine, nicht gerade bedeutende Stadt, wie es viele in Deutschland gibt. Wer mit der Bahn oder dem Auto durchreist, wird nichts Besonderes feststellen, sein Interesse verlieren und sich in den Sitz zurücklehnen.

Doch wie anders für den, der hier lebt - ob hier geboren oder zugezogen -, mit seinen Verwandten, seinen Mitbürgern, auf die er mehr oder weniger angewiesen ist. Er erlebt das Gemeinwesen anders, ist mit den Geschehnissen, den großen und den kleinen, verbunden und stellt sich den sich daraus ergebenden Problemen. Und so wird die Stadt zu seiner Stadt. So erhält die nicht gerade bedeutende Siedlung durch ihn etwas Einmaliges, was sie von den vielen anderen unterscheidet. Ihm ist die Stadt vertraut, und ihn interessiert auch ihre Geschichte.

Und was macht nun die Besonderheit unserer Stadt Roßlau aus? Einmal: sie liegt an der Eibe und wurde und wird von dieser Lage geprägt; ohne Elbe gäbe es keine Elbeschiffahrt, keine Elbeschiffer , keine Schiffswerft, keine Brücken, die über den Fluß führen. Hier mündet auch die Rossel in die Elbe, ein kleiner Fluß, der, ausdem Fläming kommend, dortviele Mühlen getrieben und bei Roßlau die Burgbewohner vor Feinden geschützt hat. Zum anderen: nicht weit von Roßlau entfernt beginnt der Fläming. Sein Holzreich-

turn hat über Jahrhunderte vielen Bewohnern Roßlaus Lohn und Brot gegeben. In den noch immer dichten Waldungen findet der Roßlauer Entspannung und Erholung. Und wo soll er sonst Pilze und Beeren suchen? Hier fanden auch keine weltpolitischen Ereignisse statt. Nur einmal, als Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg, am 25. April des Jahres 1626, die Schlacht gegen die Mansfeldischen an der EIbebrücke schlug, wäre Roßlau in die 'Schlagzeilen' gerückt. Doch dann wurde es wieder still um die Stadt.

Im Jahre 1215 wurde der Ort Roßlau zum ersten Male im Zusammenhang mit der Burg indirekt erwähnt. Daß die Ortschaft aber schon älter sein muß, steht außer Zweifel. Ausgrabungen an der Burg und an der Küchenbreite weisen nach, daß das Alter der Burganlage schon in graue Vorzeit führt. Doch der Ort, der 1603 Marktgerechtigkeit und damit Stadtrecht erhielt, schlummerte weiter. Um 1600 hatte Roßlau höchstens 600 Einwohner. Etwa 80 Häuser und vier Ackergüter standen hier. Der Dreißigjährige Krieg ließ noch 14 Häuser übrig, Als 1841 die Bahnstation der BerlinAnhaltischen Eisenbahn an ungefähr der heutigen Stelle gebaut wurde, lag die weitab von der Stadt. Erst die Industrialisierung ließ Roßlau größer und bedeutender werden. 1844 gründeten Gottfried, Friedrich und Wilhelm Sachsenberg, die Söhne des findigen Roßlauer Schmiedemeisters Gottlieb Sachsenberg, die Sachsenbergsche Maschinenfabrik, und sie errichteten 1866 die Schiffswerft. Die hier erbauten Schiffe aus Stahl wurden bald überall in der Welt geschätzt. Auch die Eisenbahn wurde für Roßlau wichtig. 1877 wurde der Güterbahnhof, der sich noch ständig erweiterte, seiner Bestimmung übergeben. Roßlau entwikkelte sich zu einern Eisenbahnknotenpunkt, 1882 wurde die Strontian- und Pottaschefabrik gegründet. Und nun begann Roßlau zu wachsen. 1907 zählte Roßlau

10 987 Einwohner, die in 1013 Häusern wohnten. 1916 wurden die Tetralin-Werke (heute Hydrierwerke) bei Roßlau gegründet, deren Beschäftigtenzahl ständig zunahm. Eisenbahner errichteten ihre Wohnhäuser westlich der Eisenbahnlinie nach Magdeburg. In den fünfziger Jahren begann der Bau von Wohnvierteln, hauptsächlich im Westen der Stadt. Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen folgten. 1952 wurde Roßlau Kreisstadt. Heute wohnen in Roßlau ungefähr 15000 Menschen.

Die meisten der nachfolgenden Bilder aus Roßlau entstanden zwischen 1880 und 1930. Sie wollen ihren älteren und jüngeren Bürgern und deren Freunden deutlich machen, wie man in Roßlau zur Zeit industriellen Fortschreitens lebte und arbeitete. Die Bilder sollen aber auch verstanden werden als ein Bindeglied für die Entwicklung Roßlaus von einer kleinen Stadt zu einer Industriestadt.

Unser Dank gilt den Mitarbeitern in der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte in Roßlau, die in oft mühevoller Arbeit die Bilder zusammentrugen. Wir bedanken uns aber auch bei den vielen Roßlauer Bürgern, die uneigennützig Aufnahmen zur Verfügung stellten, um 'Roßloo an de Bache' so gegenständlich wie möglich zu machen.

1. Um 1885 nahm der Wanderer aus Dessau, um naeh Roßlau zu gelangen, diesen Weg: Er ging am rechts liegenden Elbzollhaus vorüber und betrat die Elbebrücke. Rechts über die einige Jahre zuvor angebaute Brücke fuhren die Eisenbahnzüge. Unter sich sah er die EIbe. Zu jener Zeit schleppten die Dampfer ihre Kähne noch an der Stahlkette. Links nahm er die 1866 von den Gebrüdern Sachsenberg gegründete Schiffswerft wahr , und rechts waren schon die Anlagen der noch im Bau befindlichen Strontianfabrik zu sehen. Und die Stadt Roßlau lag noch weiter nach rechts und wuchs erst langsam an die Elbe heran. Schon damals bildete die Elbebrücke einen wichtigen Übergang über den Fluß und war eine Voraussetzung für die Entwicklung Roßlaus vom kleinen Landstädtchen zur Industriestadt.

2. Die Ansichtskarte stamrut aus dem Jahre 1926. Es war keine Seltcnheit, daß Spaziergänger auf der EIbebrücke den langen Schleppzügen zusahen, die sich langsam, aber stetig stromauf bewegten. Voran der Dampfer, der seinem Namen alle Ehre machte. Er konnte bis zu 3 600 Tonnen ziehen. und das entsprach ungefähr der Last von 12 Schleppkähnen. Die Kähne verfügten über keine eigene Antriebsanlage, sie wurden stromauf gezogen, stromab trieben sie mit dem Flusse, hin und wieder half ein Segel. Die Eibe ist hier bei Normalwasser etwas über 100 m breit. Die Kilometermarkierung bei Roßlau gibt an, daß die Schiffbarkeit des Flusses vom Oberlauf her 257 km beträgt.

3. Hier die EIbebrücke (Bliek auf Roßlau) um 1930. Sie wurde als vierte feste EIbebrücke von 1834 bis 1836 erbaut, nachdem die vorherige am 18. Oktober 1806 in den Napoleonischen Kriegen zerstört wurde. Baurat Heinrich Vieth aus Dessau führte den Bau aus. Die Kosten betrugen 146000 Taler. Nachdem der Herzog von Anhalt-Dessau die Genehmigung erteilt hatte, wurde auf der Brücke auch das Gleis der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn verlegt. Es wurde bis 1885 genutzt. Von 1907 bis zu ihrer Zerstörung am 7. März 1945 befuhr die Straßenbahn der Linie Dessau-Roßlau diese Brücke. Heute führt eine 1960 eingeweihte Straßenbrücke ungefähr 200 m stromauf über die Eibe.

4. Ungefähr zur gleichen Zeit entstand diese Aufnahme von der EIbebrücke unterhalb. Als der Eisenbahnverkehr über die EIbe zunahm und das auf der Straßenbrücke verlegte Gleis nicht mehr ausreichte , entschloß sich die Eisenbahndirektion, eine Eisenbahnbrücke anzubauen. Stromab wurden neue Pfeiler errichtet. Am 28. November 1885 wurde die Eisenbahnbrücke mit zwei Gleisen dem Verkehr übergeben. Nun verliefen Eisenbahn- und Straßenverkehr getrennt. Auch diese Brücke wurde am 7. März 1945 durch Kriegseinwirkungen zerstört. Behelfsmäßig wicderhergestellt, versah sie ihren Dienst bis zum Bau der heutigen Eisenbahnbrücke im Jahre 1971.

5. Durch die damalige EIbebrücke floß auch die Rossel, die nur wenige Meter stromab in die Eibe mündete. Die Rossel entspringt bei Cobbelsdorf und fließt in südwestlicher Richtung durch den Fläming. Auf der Aufnahme, die ungefähr 1925 entstand, ist noch die Wehranlage zu erkennen, die das Wasser der Rossel staute, um der Strontianfabrik zu jeder Jahreszeit genügend Brauchwasser zu liefern. Links auf dem Steilufer ist deutlich das Bürogebäude der Strontianfabrik zu sehen, das seit der Stilllegung des Werkes 1953 als Polizeiamt genutzt wird.

oßlau (Anh)

Ilafen im Winter

6, Der Winter war auch für die Roßlauer Schiffer eine Ruhezeit. Nicht selten machte schwerer Eisgang auf der Elbe die Schiffahrt unmöglich. In besonders kalten Wintern fror die Elbe zu, was heute durch die Verunreinigung des Elbewassers und die Einleitung von Kühlwasser (Vockerode) so gut wie nicht mehr möglich ist. Die Schiffer brachten ihre Schlepper und Kähne noch rechtzeitig in den heimatlichen Hafen, wo die Fahrzeuge überwinterten und notwendige Reparaturen ausgeführt werden konnten.

7. Große Hochwasser auf der Eibe wie hier 1926 waren nicht selten. Besonders die Hochwasser im Frühjahr ließen den Fluß zu einem reißenden Strom werden, wenn mit dem Aufbruch des Eises die Schneeschmelze einsetzte. Weite Teile der EIbeniederung zwischen Roßlau und Dessau verschwanden unter dem Wasser, und nur die erhöhte Fernverkehrsstraße und die Eisenbahnstrecke mit ihren Flutbrücken ragten aus dem Wasser. Teilweise wurde jedoch auch die Straße überspült. Schiffahrt war nur sehr bedingt möglich, oft auch unmöglich.

8. Bei Hochwasser war auch die Roßlauer Burganlage fast vollständig eingeschlossen und von der Stadt abgeschnitten. Nicht selten war auch die Rosselbrücke vor der Burg überflutet. Wallanlagen sicherten hier die Stadt vor Überschwemmung. Und trotzdem stand das Wasser oft in der Elbstraße, der Schloßstraße und sogar in der Hauptstraße vor dem jetzigen Kino. Anfang der fünfziger Jahre entstand die südliche Umgehungsstraße, die mit ihrer Aufschüttung das Hochwasser von den Roßlauer Straßen fernhielt.

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