Roßleben in alten Ansichten

Roßleben in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Sommerburg
Gemeente
:   Roßleben
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6547-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßleben in alten Ansichten'

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20 Nach der Trennung des Dorfes vom Kloster wurde Andreas SchipIer 1668 erster Schullehrer Roßlebens. Die erste Schule nach dem großen Brand von 1686 war an der Stelle der späteren alten Schule, der heutigen Praxis von Dr. Krause in der Schulstraße.

18 00 war diese eine Klasse zu eng geworden und man baute in der neu enstehenden 'Neuen Reihe' (Wendelsteiner Straße) ein zweites Schulhaus. Dieses Schulhaus mußte in der Zeit nach dem großen Brand von 1832 den gesamten Schulbetrieb abdecken, denn die alte Schule war mit abgebrannt. Aber schon am 26. Oktober 1834 konnte die neu erbaute 'alte Schule' eingeweiht werden. Weil nun genug Klassenräume vorhanden waren, wurde das zweite Schulhaus am la. Januar 1835 an einen Herrn Schreck aus Bottendorf verkauft. Seit nunmehr 145 Jahren ist das Haus in Besitz der Schmiedefa-

milie Mehrbach, bzw. deren Nachkommen. Das Bild zeigt das H. Schulhaus als Schmiede. Deutlich ist im Hintergrund die alte Werkstatt zu erkennen. Am Haus selbst ist heute noch der abgebildete Spruch zu lesen.

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21 Der Verkauf dieses Schulhauses reute jedoch die Kommune bald, denn schon 1861 mußte man eine 'neue Schule' bauen, weil der Platz nicht mehr ausreichte. Die neue Schule wurde auf dem Hanfgarten errichtet, an der Stelle, wo bis dahin das Spritzenhaus gestanden hatte. Das Spritzenhaus war schon 1860 an der Unstrut, in der Nähe der

Wörlbrücke neu errichtet worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde es dann Gefangenenlager. Mit den beiden Schulhäusern d.h. in der Schulstraße und am Hanfgarten (Schulplatz) standen nun vier Klassenräume mit den dazugehörigen Wohnungen zur Verfügung. Um es richtig zu sagen, zwei Mädchenklassen und zwei Jungenklassen. Die bauliche

Einrichtung dieser neuen Schule - zwei Lehrerwohnungen im ersten Stock und zwei Schulklassen im Erdgeschoß - erwies sich in den nun folgenden Jahren bald als unzureichend. Es mußte zu einerVergrößerung zu Unterrichtszwecken wiederum geschritten werden, so daß die westlich gelegene Lehrerwohnung im Jahre 1871 zu einer

fünften Schulklasse und der geräumige Dachboden zu Lehrerwohnungen eingerichtet und umgebaut werden mußten, da es Klassenstärken bis 240 Kinder gab. Wie groß die Klassen damals waren, zeigt das Bild von der 1. Knabenklasse 1900.

22 In der langen Reihe der Roßleb ener Vereine nimmt der Gesangverein 'Liedertafel' als ältester Verein eine hervorragende Rolle ein. Es war im Jahre 1833, als der damalige Lehrer der zum Kloster gehörigen Volksschule Gottfried Hellmund, Onkel des später ansässigen Buchbinders, mit einer Reihe sangesfreudiger Bürger unter dem damals üblichen Namen 'Liedertafel' den Verein gründete. Er war bis zu seinem Weggang 1842 Chorleiter. Der Gutsbesitzer Friedrich Gottlob Eigendorffleitete die nächsten acht Jahre die Geschäfte dieses Vereins. Die weiteren Leiter waren: Lehrer August Elias Mansfeld (1850-1876), LehrerWinter (1876-1878), LehrerAugust Wägner (1878-1880), Kantor August Wilhelm Samuel Scharf (1880-1893), danach wieder LehrerWägner(1893-1896) . Trotz viel Bemühungen, wieder einen Lehrer als Chorleiter zu gewinnen, mußte notgedrungen Herr Uhrmachermeister Bruno Becker 32 Jahre die Geschäfte übernehmen. Sein Sohn Willy trat dann das Erbe seines Vaters an und dirigierte noch zur 100-

Jahrfeier. 1933 zählte die Liedertafel36 aktive Sänger und 45 fördernde Mitglieder. Reihe oben:

Weckert, Thieme, Warlich, Renkwitz, Eigendorff, Füchsel, Renkwitz, Weber, Hoffmann, Schönemann und Fischer. Mitte:

Behrend, Loth, Lerche, Schulze, Gröpler, Speckhals, Bohse und

Lüttich. Vorne: Füchsel, Fracke, Fracke, Misch, Becker, Eigendorff, Becker, Fischer, Haase, Leuthäußer und Wetze!.

23 Am 13. und 14.Juni 1909 feierte der Gesangverein Liedertafel seinen 75. Geburtstag. Schon Samstag prangte ganz Raßleben im Festschmuck. Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst. Alle Vereinsmitglieder, aktive und passive, trafen sich zum gemeinsamen Kirchgang. Mit Musik und Fahne zog man zur Kirche, wo Herr Pastor Ullrich die Festpredigt hielt. Anschließend ging es nach den Klängen der Sperberschen Kapelle aus Wiehe zum Bahnhof, um die Gastvereine abzuholen. Von hier zog man gemeinsam zum Festlokal (Krauses Garten) am Deutschen Haus. 14.30 Uhr wurde zum großen Festumzug angetreten. Sechzehn Vereine mit weit über 500 Sängern und eine Gruppe Ehrenjungfrauen bildeten einen Festzug, der fast die halbe Wendelsteiner Straße füllte. Darunter befand sich auch der zweite Gesangverein: der 'Handwerkergesangverein' .

24 Die Schützengilde ging

1849 aus der in der Sturm- und Drangzeit der Revolution von 1848 gegründeten Bürgerwehr hervor. Die Bürgerwehr in Roßleben hatte drei Abteilungen: eine berittene, eine Abteilung Lanziers (Lanzenträger) und eineAbteilung Schützen mit Gewehren. Wie der alte Christian Hattenhauer, 192 2 fast 1 OOjährig gestorben, erzählt hat, mußten sie, mit einem Spieß bewaffnet, im Ried exerzieren oder als Trupp auf den Brücken dem Rechtsanwalt Stockmann aus Bibra, dem Kopf der 48er Revolution in hiesiger Gegend, auflauern. Aus dieser dritten Abteilung bildete

eine Gruppe von etwa zwanzig Mann am 18. Oktober 1849 die Schützengilde, die schon im nächsten Iahr ihr erstes Schützenfest feierte. Ziel war gute Kameradschaft zu halten. In hiesiger Flur wurden einige Acker Land des damals sogenannten Stegmannsgarten gekauft. Nach zehn Jahren waren es schon

sechzig Mitglieder. Es wurden Schießlogen und eine sogenannte Kolonade gebaut. Es gab mehrere Hauptleute, von denen Major Nennewitz einer war. Das Bild zeigt die Schützengilde beim Vogelschießen 1906.

251m Jahre 1857 stifteten die Frauen des Vereins eine Fahne. Kurz nach dem Krieg 1866 stiftete die Witwe des Herrn Rummel aus Kölleda drei Kanonen und nach dem Krieg 1870/71 Herr Hartmann Meitz zwei Trommeln. Zum 50jährigenJubiläum stiftete der frühere Apotheker Kolde, jetzt in Oelde Westfalen, eine Fahnenschleife. Anfang unseres Jahrhunderts wurde das Ver einswesen in Roßleben so groß, daß die Forderung nach entsprechenden Lokalitäten laut wurde. Einen großen Saal gab es in Roßleben nicht. Im Jahre 1908 baute dann Herr Hermann SchipIer das Schützenhaus mit Saal. Er hatte mit der Schützengilde einen Vertrag über mindestens Iûnf Iahre abgeschlossen. Mit einer Ansprache desVorsitzenden und Oberleutnant der Schützengilde Herrn Rentier Bäckermeister Herbst wurde am 6. Oktober1908 der Grundstein für das Schützenhaus gelegt.

26 Schon am 25.Apri119ü9 wurde das Schützenhaus eröffnet und kurze Zeit später der dazugehörige Saal geweiht. Das Schützenhaus wurde zu dem beliebtesten Ausflugslokal Roßlebens. Viele Vereine führten hier ihr Sommervergnügen durch und auch die Roßleber Kirmes war ohne das Schützenhaus nicht denkbar. Nicht nur im Sommer war es ein Anziehungspunkt, sondern auch im Winter fanden im Saal des Schützenhauses Konzerte, Theateraufführungen und Bälle statt. Leider war das Schützenhaus irgendwie vom Pech verfolgt. Herr SchipIer mußte schon vor Ablauf seiner Pachtzeit die Gaststätte veräußern. Am 22. September 1918 ereignete sich hier ein tödlicher Unfall. Die Roßleber Kirmes wurde auf allen Plätzen vom Deutschen Haus bis zum Schützenhaus gefeiert. Vor dem Schützenhaus stand eine Luftschaukel. Der 16jährige Walter Bertram fiel bei einer Wett-

fahrt mit der Schaukel heraus und verstarb noch am Unfallort. Recht und schlecht überdauerte das Schützenhaus den Ersten Weltkrieg und wurde dann von der Zuckerfabrik gekauft, die es aIsWohnungen umbaute.

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27 Nach dem Ersten Weltkrieg erfuhr die Schützengilde eine neue Blüte. Alljährlich fanden im Schützengarten Schützenfeste, wie Vogelschießen und Mannschießen, statt. Man war bemüht, die Wirren der Inflation und der Arbeitslosigkeit durch Geselligkeit zu vergessen. In ihren schmucken Uniformen mit den weißen Hosen gehörten die Schützen bei jedem Volksfest zum Bild Roßlebens. Auf diesem Bild ist der Aufmarsch der Schützen an der Ecke Wilhelmsplatz (Richard-Hüttig-Platz) zur Bahnhofstraße (Ernst - Thälmann -Straße) zu sehen. Im Hintergrund sind das Bürgerhaus, der Lebensmittelladen 'Klingenberg und Garfs Nachfolger Inh. W Möschter' und die Reparaturwerkstatt von Willy Becker zu erkennen.

28 Die Schützengilde wuchs auf fast 100 Mitglieder, wie das Bild (um 1935) zeigt.Wennauchdas Schützenhaus keine Ausflugsgast stätte mehr war, so wurden doch im Schützengarten mit seinen Kolonaden, viele Feste gefeiert. Während der Nazizeit ging dann nach etwa neunzig Jahren eine Tradition für Roßleben zu Ende, die erst nach der Wende mit der Neugründung der Schützengilde ihre Fortsetzung gefunden hat. Der Schützengarten war aber nie ungenutzt. So haben während

der DDR-Zeit die Angler viele Jahre hier ihr Domizil gehabt. Nach der Wende war die inzwischen umgebaute Gaststätte an das Wilhelmsstift aus Bad Frankenhausen vermietet. Anfang 1997 erwarb der Karnevalsverein 'RotWeiß' Roßleben das Gebäude und nutzt es jetzt unter dem Namen 'Narrenschmiede' .

29 Wenn man von Wiehe nach Raßleben fährt, benutzt man heute die Straße, die erst 1869 zu bauen begonnen und im Frühjahr 187 1 vollendet wurde. Links auf dem Bild ist ein Stück der Klostermauer mit der Klosterpfarrei zu sehen. Rechts zweigt die Mühlstraße ab, die an der Klostermühle vorbei mit der anschließenden Langen Straße in frühen Jahren die eigentliche Ortsdurchfahrt bildete. Die Wiehesche Straße bildete hier an dieser Stelle die Grenze zwischen Kloster und Ort Raßleben. Man kann jetzt noch ermessen, welche Anstrengung es den pferden gekostet hat, die Postkutsche oder die schweren Rübenwagen aus dem Ried den Berg hoch zu ziehen. Aber noch bis in die jüngste Vergangenheit hatte dieser Berg seine Tücken. Er war mit Mannsfeldschlacken gepflastert und egalob Regen, Schnee oder Hitze, immer rutschten die Fahrzeuge an diesem Berg. Wie oft ist ein bergab fahrendes Fahrzeug

gegen die Mauer geprallt und wie oft ist ein bergauf fahrendes Fahrzeug ins Rutschen gekommen und nur mit fremder Hilfe wieder flott geworden. Am Berg selbst, leider nur zu ahnen, war die Schmiede des Herrn Gröpler mitTankstelle (quer stehendes Haus im Hintergrund) und da-

neben die 'Restauration Bierhallen' , später die 'Bergschänke' genannt. Hier hielten oft die Bauern und Landarbeiter, die aus dem Ried kamen, Einkehr.

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