Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex

Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex

Auteur
:   Stadtverwaltung Ronneburg
Gemeente
:   Ronneburg (Thüringen)
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6705-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex'

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R0üneburg (Thüringen) Rex -Simplex

Stadtverwaltung Ronneburg

Dem Autor dieses Buches, Herrn Erwin Pause, dankt die Stadt Ronneburg für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Stadtchronist und seinen unermüdlichen Fleiß bei der Zusammenstellung dieser interessanten Lektüre.

Manfred Böhme, Bürgermeister

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© 2002 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande

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Vorwort

Anknüpfend an die bereits erschienenen Bücher 'Ronneburg (Thüringen) in alten Ansichten' Band 1 und Band 2 soll nun ein 3. Band in der 'Darnals Reihe' folgen. Der überwiegende Teil des Buches soll der Automobilindustrie, die in den frühen [ahren des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle in unserer Stadt gespielt hat, gewidmet sein.

Der Quell aller technischen Errungenschaften war die Neugier des grübelnden Forsehers sowie Technikers und Unternehmers. Es war ein langer Weg - vom Radkarren bis letztendlich zu den Anfängen des Automobilbaues. Erst durch die technischen Erfindungen von Nikolaus Otto und RudolfDiesel setzte der Siegeszug der Kraftmaschinen ein. Aber dieser technische Fortschritt erforderte auch fachlich versierte Arbeiter. Der Dorfschmied entwickelte sich zum Wagenbauer, und der Stellmacher fertigte Holzkarosserieteile an. Das Bestreben, 'Kutschen ohne pferde' herzustellen, regte weltweit die Erfindergeister an. Die Benzinautomobile von Benz (1886) und DaimIer (1887) zeigten noch den Kutschenaufbau. Betrachtet man die neue Entwicklung, so dominierte das Experimentieren. Erst in den späteren [ahren gestaltete sich die Entwicklung in der bewusstenAnwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis.

Auch Friedrich Hering experimentierte mit seinem Zubehörsortiment für den sich entwickelnden Automobilbau. Als 1899 Friedrich Hering verstarb, führten seine beiden Söhne Max und Alfred Hering den Betrieb weiter, der in Gera-Untermhaus schnell zu klein wurde. Im Februar 1902 teilte Max Hering, Inhaber der 'Deutschen Automobil-Industrie Friedrich Hering', dem Stadtrat von Ronneburg mit, dass er seine Firma von Gera-

Untermhaus nach Ronneburg verlegen möchte. Die Ronneburger Bürger sträubten sich anfangs gegen eine Industrialisierung ihrer Stadt. Man lebte noch in der Zeit der [ahre, als das Badeleben florierte und viele honorige Persönlichkeiten in Ronneburg weilten. Die friedliche Idylle des Ronneburger Bades wurde gestört durch den Bau der Eisenbahn und die Ansiedlung von Fabriken. Trotz Proteste erfolgte im September 1902 der Umzug von GeraUntermhaus nach Ronneburg in die Brunnenstraße 16.

Die Produktionsschwerpunkte blieben zunächst bei den Zulieferteilen für den Automobilbau. Das Sortiment umfasste vor allem Achsen, Räder, Federn und Untergestelle. Der Ehrgeiz der HeringSöhne reichte aber weiter; sie wollten ein eigenes Auto bauen. Max und Alfred Hering beschäftigten sich intensiv mit den Auswertungen der technischen Erfindungen und deren Anwendung in der Praxis. Ausgehend von diesen Erkenntnissen war der Weg nicht weit, selbst Autos herzustellen. 1902 wurde in Ronneburg das erste Automobil unter dem Namen Rex-Simplex gebaut. Es folgte eine Vielzahl von verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Motorenleistungen. Ausgerüstet wurden die ersten Automobile des Rex-Simplex mit einem Dion-Einzylindermotor, der bei 1500 U/min zirka 7 PS als Spitzenleistung abgab. Das Einzylindertriebwerk geriet mit steigender PS-Zahl rasch an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Bereits 1905 wurde der Rex-Simplex mit 12/15 PS-Motoren der Firma De Dion oder Fafnire ausgerüstet. Diese Mehrzylindermotoren wirkten in ihren Konstruktionsmerkmalen wie zusammengesetzte Einzylindermotoren. AufGrund der ständigen Entwicklung des Automobilbaues sowie des neuen Werkes sah sich Max Hering veranlasst, nach Betriebs-

kapitalAusschau zu halten. Dies fand er bei dem jungen und vermögenden Carl Richard aus Berlin. 1904 erfolgte eine Fusion mit der Firma Carl Richard (Berlin) zur 'Deutschen AutomobilIndustrie Richard & Hering' .

ZurVerbesserung der Konstruktion der verschiedenen Rex-Simplex- Typen wurde 1911 der Konstrukteur Dr. Ernst Valentin verpflichtet. Der Rex-Simplex wurde in der Fachpresse 'Ronneburger Mercedes' genannt. Die Fahrzeuge genossen einen guten Ruf und stellten die Qualität bei verschiedenen Fernfahrten unter Beweis. Goldmedaillen und Auszeichnungen zu Automobilausstellungen zeugten von dem hohen Standard der Fahrzeuge.

Aber nur wenige Firmen konnten dem harten Konkurrenzkampf in der aufsteigenden Automobilbranche standhalten. Max Hering sah bereits die Zukunft seiner Produktion in der Spezialisierung derTeilefertigung. Mit dem Fabrikanten Otto Biel aus Gera schloss sich Max Hering zusammen, trennte sich vom Automobilbau und gründete ein eigenes Unternehmen in Ronneburg, das sich nur mit der Räderproduktion für den sich immer stärker werdenden Automobilbau beschäftigte. Durch diese Trennung kam es danach zu einer Fusion von Carl Richard mit der 'EliteWagenAG Berlin' . Die Produktion wurde umgestellt auf den Bau von Lastkraftwagen mit 2,5 und 3 Tonnen Nutzlast als Elite-Nutzfahrzeuge.

Vieles gäbe es noch zu berichten, aber der Platz ist begrenzt. Die nachfolgenden Bilder mit näheren Erläuterungen sollen dazu beitragen, die Geschichte der Automobilherstellung in unserer Stadt Ronneburg als dritter Band weiter zu vervollständigen.

An dieser Stelle sei all denen Dank gesagt, die durch Wort und

Bild zur Gestaltung von Band 3 unserer 'Damals Reihe' beigetragen haben.

Das Büchlein versteht sich als Bildband 'Ronneburg - eine Automobilbauerstadt' . Es erhebt keinen Anspruch aufVollständigkeit und ist keine wissenschaftliche Abhandlung.

Ronneburg, Februar 2002 Erwin Pause

1. Das Bild zeigt Friedrich Hering, geboren am 29. Juni 1845, mit seiner Ehefrau Emma Hering geborene Winter, geboren am 16. November 1849. Friedrich Hering, ein Schrittmacher des Fahrzeugbaues, von BerufSchmied und Wagenbauer, betrieb zunächst sein Unternehmen in Gera, Friedericistraße (neben der alten Gasanstalt), und später in der Südstraße, heute Plauensche Straße. Die Platzverhältnisse dort waren sehr beengt; man befand sich in einem sich entwickelnden Wohngebiet und zog im [ahre 1888 nach Gera-Untermhaus. Dort führte Friedrich Hering neben Wagenbau und Hufbeschlag einen Handel mit Fahrrädern.

2. In der Wilhelmstraße 4, heute Leibnitzstraße, in Gera-Untermhaus gründete der Wagenbauer Friedrich Hering 1888 sein neues Unternehmen. In der herkömmlichen Wagenbauerei sah er keine Zukunft mehr. Zwar wurde das Straßenbild noch von Pferdewagen bestimmt, doch machten auch ganz andere Gefährte von sich reden. Darin sah der vorausschauende Unternehmer seine Chance. In seiner Werkstatt fertigte er zunächst Fahrradteile. Die Nachfrage nach Zweirädern und den dazugehörigen Teilen war sehr groß. Das Geschäft entwickelte sich, doch das reichte Friedrich Hering nicht; er wollte teilhaben am wachsenden Automobilbau. Die Produktionsstätte in Untermhaus wurde zu klein. Eine Erweiterung war jedoch nicht möglich, da sich das Gelände der Firma Friedrich Hering in einem Wohngebiet befand.

illustrierter Preiscourant

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Deutsehen Automobil-Industrie

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Gegründet 1888.

Export naeh allen Ländern.

3. Durch die rasante Entwicklung der Automobile wuchs das Unternehmen sehr schnell, sodass man die Produktion auf den Bedarf von Teilen wie Achsen, Räder, Federn für den aufstrebenden Automobilbau umstellte. Die betrieblichen Erfolge spiegelten sich in der Verleihung vieler Auszeichnungen auf Ausstellung wider: 1891 Silbermedaille Prag, 1893 Erster Preis von Gera, 1894 Medaillen von Kiel, Erfurt und Gotha, 1899 Medaille in Berlin, 1900 Medaille in Nürnberg, 1900 Medaille zur Weltausstellung von Paris.

Der Betrieb entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Fabriken für Zubehörteile, die unter dem Namen 'Deutsche Automobil- Industrie Friedrich Hering' vertrieben wurden.

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4. Die Firma Friedrich Hering hatte schon 1897 eine verbindliche Fabrik-Ordnung. Diese Ordnung wurde jedemArbeiter bei Einstellung übergeben. Jeder Arbeiter musste mit seiner Unterschrift die Kenntnisnahme und Einhaltung bekunden. Diese Fabrik -Ordnung beinhaltete: I. Aufnahme der Arbeiter, 11. Auflösungsverhältnisse (Kündigung), lIl. Arbeitszeit, IV. Lohnberechnung / Lohnzahlung, V. Verhalten bei Ausführung der Arbeit, VI. Wahrung der Sicherheitsordnung, VII. Schadenersatzpflicht der Arbeiter, VIII. Ordnungsstrafen, IX. Bestimmungen. Die Fabrik Ordnung war für die damalige Zeit einmalig. Eine vom Gewerbeamt geforderte Arbeitsordnung für Lehrlinge gab es allerdings in der Firma nicht. Die Kosten für die Fortbildungsschule der Lehrlinge hatten die Eltern zu tragen.

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S. Friedrich Hering stellte seine Erzeugnisse von der Fahrradteilefertigung um auf die Fertigung von Einzelteilen für den sich immer stärker entwickelnden Automobilbau. In seinem Spezial-Katalog von 1902 wurdenAutomobil-Achsen, -Räder, -Federn, -Schaltgetriebe und komplette Untergestelle angeboten. Auch die verschiedensten Karosseriemodelle für Motorwagen wurden empfohlen. Der Weg zum Bau eines eigenen Automobiles war nicht mehr weit, und speziell durch die beiden Söhne Max und Alfred Hering wurde der Gedanke immer mehr Wirklichkeit.

Markenzeichen 1901 - 1918

6. Im Iahre 1899 starb Friedrich Hering; seine beiden Söhne Max undAlfred Hering führten den Betrieb weiter. Max Hering (18741949) lernte noch im väterlichen Betrieb das Schmiedehandwerk. Alfred Hering (1877-1955) erlernte den Beruf eines Drehers. Noch zu Lebzeiten von Friedrich Hering nahm das Unternehmen in Gera-Untermhaus, Wilhelmstraße 4 einen beträchtlichenAufschwung. Das Interesse am Bau eines komplettenAutomobils wurde immer stärker, und mit dem Kauf des ehemaligen Fabrikgebäudes Brunnenstraße 16 in Ronneburg ergab sich die Möglichkeit, das Sortiment zu erweitern, aber sich auch mit dem Bau eines kompletten Automobils zu beschäftigen. Es war die Geburtsstunde des legendären Rex-Simplex.

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