Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex

Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex

Auteur
:   Stadtverwaltung Ronneburg
Gemeente
:   Ronneburg (Thüringen)
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6705-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ronneburg (Thüringen) - Rex-Simplex'

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7. Der Umzug der Firma Friedrich Hering von Gera-Untermhaus nach Ronneburg fand bei den Ronneburger Bürgern wenig Verständnis. Man lebte noch in der Vergangenheit, als das Badeleben florierte und viele angesehene Persönlichkeiten in der Stadt verweilten. Am 10. und 18. Februar 1902 teilte Max Hering, Inhaber der Deutschen-Automobilindustrie Friedrich Hering, dem Stadtrat zu Ronneburg mit, dass er seinen Betrieb von Gera-Untermhaus nach Ronneburg verlegen will, und bat um Zustimmung. Der Fabrikant Max Carl Traugott Hering wurde als Rechtsträger des Grundstückes Brunnenstraße 16 unter dem 24. Juni 1902 eingetragen. Einsprüche aus der Bürgerschaft gegen die Errichtung eines solchen Werkes wiesen fortschrittliche Kommunalpolitiker zurück.

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8. Am 9. September 1902 teilte Max Hering dem Stadtrat zu Ronneburg mit, dass am 8. September 1902 mit dem Umzug von Gera-Untermhaus nach Ronneburg begonnen wurde. Am 20. November 1902 teilte der Vorstand der 'Sächsisch Thüringischen Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft Leipzig' der Firma 'Friedrich Hering - DeutscheAutomobilindustrie' mit, dass mit Kat. Nr. 3941 die Firma in Gera-Untermhaus gelöscht wurde. Grund der Löschung war der Umzug nach Ronneburg in die Brunnenstraße 16. In den neuen Werkstätten wurde das Sortiment wesentlich erweitert. So wurden bereits komplette Untergestelle angeboten, und der Weg zum Bau eines kompletten Automobils war damit erreicht. Die bisherigen konstruktiven Gedanken zum Bau des Rex-Simplex wurden in dieTat umgesetzt, und so erfolgte bereits Ende 1902 der Bau der ersten Modelle des Rex-Simplex.

9. Das von Max Hering erworbene Grundstück in Ronneburg, Brunnenstraße 16, weist eine sehr turbulente Entwicklungsgeschichte auf. 1 830 erbaut durch die Fabrikanten Hennig und Völker als Webereibetrieb, der Weberaufstand, die verschiedensten Eigentümer, die aber alle durch Zwangsversteigerungen das Fabrikgebäude wieder aufgeben mussten. Erst mit der Übernahme von Max Hering und der damit verbundenen Entwicklung seiner Fabrik trat eine Beständigkeit in dem Areal ein. Die Chronik des Areals verdeutlicht die vielen Eigentumsverhältnisse.

Eigentumsverhältntsse Grundstück Brunnenstraße 16, Ronnehurg

1836

1841 1875·1879 1877

1878

1896 05.11.1896 22.02.1897 1898 01.12.1900 1902

09.09.1902

12.11.1903 09.03.1908

1913

19.07.1919 1929 16.02.1940 14.03.1950 10.05.1951 21.02.1952 06.11.1953 01.01.1970 01.01.1990 1998

erste urkundliche Nennung der Fabrik Hermig & Völker Einbau mechanischer webstühle

Einstellung der Produktion

Fabrik ging an Bankier Gumpel (Leipzig), Weitergabe an Steckner & Querfurtb (Merseburg)

Ûbergabe an Kruschwitz & Zetsche; diese verpachteten die Fabrik an Donner & Debus

Versuch zur Wiederaufnahrne der Produktion durch Hermig & Völker Konkursverfahren der Firma W. Hennig

Zwangsversteigerung des Fabrikgebäudes und des Grundstücks Übergabe all Firma .Ronncburger Schuhfabrik Robert Prüfer & Co." Zwangsversteigerung

Aufkauf des Fabrikgrundstücks ebernals Hennig durch Automobilfahrikant Max Hering aus Gera

Umzug Max Hering von Gera-Untermhaus nach Ronneburg; Bau von Personenkraftwagen ?? Rex-Simplex"

Änderung der Firma in ? Deutsche Automobil-Industrie Hering & Richard" Änderung der Firma in ?? Carl Richard & Co. Sitz Ronneburg GmbH"

Bau von 2,5- und 3-TOIUlen Lastkraftwagen (Elite-Wagen)

Trennung Max Hering von Carl Richard

Gründung der Firma Autorader M. Hering

Aufstellung der ersten Darnpfharnmeranlage zur Produktion Liquidationsvergleich

Firma im Handelsregister gelöscht

lP A VVF Rechtsträger Chemnitz, Kauffahrteistrasse 31 Rechtsträger VVB WMW Chemnitz

Rechtsträger WMW Wälzlagerfabrik Ronneburg Berichtigung als VEB Wälzlagerfabrik Ronneburg Rechtsträger VEB IF A Ronneburg

Rechtsträger Treuhand

Rechtsträger Stadr Ronneburg

;'Iulomobil- Werk jJahnhofslr.

Çruss aus J(onneburg.

10. Die Postkarte zeigt den Gebäudekomplex, wie er 1836 erstmals in den Archivunterlagen durch die Firma Hennig und Völker genannt wurde und 1902 durch Zwangsversteigerung von Max Hering erworben wurde. 1902 kaufte Max Hering das gesamte Areal. Auf der Karte sehr gut erkenntlich der Gebäudekomplex entlang der ehemaligen Amalienstraße noch ohne die Bogenbinderhalle, für welche erst 1909 der Bauantrag gestellt wurde. Eine historische Postkarte, die das ehemalige Automobilwerk in der Brunnenstraße 16, Ecke Amalienstraße/Bahnhofstraße bei der Übernahme der Gebrüder Max und Alfred Hering zeigt.

11. Das Bild zeigt die Rahmenfertigung des Rex-Simplex. Erst wurde der Rahmen zusammengebaut, auf dem dann die übrigen gefertigten Einzelteile angepasst und montiert wurden. Erfolgte die Herstellung der ersten Automobile trotz der aufblühenden Automobilindustrie noch in handwerklicher Kleinarbeit, so wandelte sich im Laufe der Zeit die Fertigung in eine werkstattähnliche Produktion. Die Werkstätten waren in der Regel meist eng, unübersichtlich und düster. Es fehlten auch technische Hilfsmittel, wie beispielsweise Hebevorrichtungen, sodass überwiegend die menschliche Körperkraft eingesetzt werden musste. Bei dieser zeitaufwendigen Arbeit entstanden zwangsläufig sehr lange Lieferzeiten.

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12. Der Bedarf am Rex-Simplex nahm immer größere Formen an. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem erhöhten Absatz wuchs auch der Bedarf an Arbeitskräften mit einer fachlichen Ausbildung. Ein Gesellenbrief aus dem [ahr 1902 zeigt die Freisprechung eines Lehrlings vor dem Vorstand der SchlosserInnung. Über den Inhalt der Prüfungsaufgaben, die von dem Lehrling schon 1902 zur erfolgreichen Freisprechung gelöst werden mussten, ist leider nichts bekannt. Eine Enkelin von OUo Schilling stellte diesen wunderschönen und heute seltenen Gesellenbrief zur Verfügung.

13. Die historische Aufnahme dokumentiert die in handwerklicher Fertigung durchgeführte mechanische Bearbeitung von Teilen für den Rex-Simplex. Heute ist es kaum vorstellbar, unter welchenArbeitsbedingungen produziert wurde; die Decke voll mitTransmissionsantrieben, kein Tageslicht und nur geringe Arbeitsplatzbeleuchtung waren die Arbeitsbedingungen kurz nach der Jahrhundertwende. Für den interessierten Betrachter der Bilder ist sicher von Bedeutung, welche rasante Entwicklung auch der Maschinenpark zur mechanischen Bearbeitung aus heutiger Sicht genommen hat. Es war doch überwiegend der Automobilbau, der mit seinen Stückzahlen leistungsstarke Bearbeitungsmaschinen zur Absicherung derTeilefertigung forderte. Leider sind die Namen der abgebildeten Personen nicht bekannt, die für den Rex-Simplex hier Teile fertigten.

14. Das Bild zeigt den Ronneburger KraftfahrerWalterWesser und den Dipl. Ing. Dr. ErnstValentin (Chefkonstrukteur) bei einer Testfahrt mit dem Rex-Simplex Baujahr 1906. Es handelte sich hierbei um eine Alpen-Winterfahrt, wobei der Rex-Simplex in den Bergen aufHerz und Nieren getestet wurde. Die Fahrt verlief ohne Ausfälle und war eine Bestätigung der Qualität der Fahrzeuge aus Ronneburg. 1907 fuhren beide Teilnehmer mit dem gleichen Fahrzeug zu einer weiteren Testfahrt quer durch Europa. Die Länge der Strecke betrug etwa 4500 km. Aber nicht nur für das Fahrzeug war es eine beachtliche Leistung, auch Fahrer und Beifahrer waren zur damaligen Zeit den Strapazen der Witterung ausgesetzt.

1 S. Durch die Ansiedelung des neuen Unternehmens Automobilfabrik Max Hering in Ronneburg und zur schnelleren Lieferung der Rex-Simplex-Modelle wuchs der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal. Neue Berufsbilder entstanden, und an Stelle des ehemaligen Webers verlangte die aufsteigende Industrie Metallfacharbeiter wie Dreher, Fräser und Monteure. Auch das Automobilwerk Richard und Hering bildete Lehrlinge aus, um den eigenen Facharbeiterbedarf abzusichern.Auf dem Bild sind]ungfacharbeiter zu erkennen, die bereits Einzelteile in Serie fertigen. Leider sind dem Verfasser die Namen der Personen nicht bekannt. Die Originalaufnahme befindet sich im Ronneburger Stadtarchiv.

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16. Das Bild zeigt eine Befähigungsbescheinigung zum Fahren eines Kraftfahrzeuges eines Ronneburger Bürgers aus dem [ahre 1908. Ursprünglich ratterten die Automobile ohne Nummerschilder durch Dörfer und Städte. Auch einen Führerschein gab es noch nicht. So fuhr Geras erster 'Automobil führer' AdolfBaader 1902 ungehindert durch die Lande. EinesTages musste Baader die Fahrprüfung vor einem Gewerberat ablegen. Diese Prüfungsfahrt war die gesetzliche Grundlage für das Ablegen einer Fahrprüfung. Bereits 1901 gab es in Sachsen eine Verordnung, dass Kraftfahrzeuge nur mit polizeilicher Zulassung öffentliche Wege benutzen dürfen. Im [ahre 1906 wurde durch das Herzoglich Sächsische Ministerium zu Altenburg eine Verordnung für das Ablegen einer Fahrprüfung erlassen. Jeder Kraftfahrer musste von diesem Zeitpunkt an vor einem Herzoglichen Gewerbeinspektor eine Prüfung ablegen, danach erhielt er eine Urkunde. Diese Urkunde war somit der Vorläufer des heutigen Führerscheins.

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