Rostock in alten Ansichten

Rostock in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Phil. Horst Witt
Gemeente
:   Rostock
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1608-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rostock in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Rostock, das ist heute eine Großstadt im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland mit rund 250 000 Einwohnern. Es ist eine Stadt, die sich seit 1945 mit neuen Berrieben, vor allem der maritimen Wirtschaft, neuen Stadtteilen und vielen Einrichtungen der Bildung und Kultur, der Erholung und der Sport stark entwickelte. Betrachten wir das Antlitz dieser Stadt, so ist es geprägt von den Neubauten unserer Zeit, gepaart mit den ehrwürdigen baulichen Zeugnissen einer traditionsreichen Vergangenheit. Diese reicht bis in das Jahr 1218 zurück, da Rostock das Lübische Stadtrecht bestätigt bekam.

Als Hansestadt, reich und mächtig, besaß sie großen Einfluß im Ostseeraum. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts hatte sich der Handel der Rostocker Kaufleute auf alle Meere West- und Nordeuropas ausgedehnt. Mit der Gründung der Universität im Jahr 1419, der ersten im Küstengebiet der Ostsee und von Bedeutung für ganz Nordeuropa, entwickelte sich die Stadt auch zu einem Zentrum des geistigen Lebens. Mit dem Niedergang der Hanse aber, verstriekt in kriegerische Konflikte bis ins 18. Jahrhundert, verlor Rostock seine hervorragende Stellung und blieb bis 1945 eine ziemlich unbedeutende Stadt 'in einem versteekten Winkel des Reiches', der da Mecklenburg hieß.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Rostocker Schiffahrt

noch einmal einen Aufschwung, der bis 1870 anhielt. Rostocker Schiffe mit dem 'Vagel Grip', dem Wappentier der Stadt, waren auf allen Meeren anzutreffen. Das industrielle Wachstum Rostocks vollzog sich relativ spät und langsam. Seit 1890 entwickelte sich die Neptunwerft mit 2 000 Arbeitern zum größten industriellen Unternehmen Rostocks. Nach 1820 wuchs die Stadt über ihre mittelalterliche Begrenzung hinaus. Zunehmend stieg die Zahl der Einwohner, die 191967 000 und 1933 90 000 betrug.

Wenn mit diesem kleinen Bildband das alte Rostock vorgestellt wird, so sei es nicht im Sinne einer nostalgischen Reminiszenz, sondern zur Erinnerung an eine Zeit, in der die Bürger Rostocks ihre Stadt sicher nicht weniger liebten als heute, sie gestalteten, allerdings nicht immer glücklich. Zwei Weltkriege durchlebte die Stadt, von denen der letzte Rostock schwer in Mitleidenschaft zog. Nach mehreren anglo-amerikanischen Bombenangriffen lag die Stadt am Ende des Krieges zu 40 Prozent in Trümmern, und wertvollste historische Bausubstanz wurde vernichtet.

Vieles, was auf den Bildern zu sehen ist, existiert heute nicht mehr. Manches aber konnte der Nachwelt durch eine aufwendige denkmalpflegerische Arbeit erhalten werden.

Saeven Doehren tau Sanct Marien-Karcke, Saeven Straten van den groten Marckte, Saeven Doehre so dar gahn to Lande, Saeven Kopmanns-Bruggen by dem Strande, Saeven Thoeren so up den Rathuß stahn, Saeven Kloeken so da daegliclt schlan, Saeven Linden up den Rosengarden.

Dat suent der Rostocker Kennewahrden.

Rostocker Nachrichten und Anzeigen 9. Dezember 1752, S. 199 b

1. So sah im Jahre 1900 der Rostocker Hauptbahnhof aus. Er war 1886 mit der Eisenbahnstrecke (Berlin -) Strelitz-Rostock-Warnemünde in Betrieb genommen worden. Zunächst nannte er sich LloydBahnhof nach der Eisenbahn- und Dampfschiffs-Aktien-Gesellschaft 'Deutsch-Nordischer Lloyd', die ihn erbauen ließ. 1895 erhielt er die Bezeichnung Centralbahnhof, und seit 1920 führt er seinen heutigen Namen. Ursprünglich lag er ganz am südlichen Stadtrand, dicht an Wiesen und Feldern. Die ankommenden Reisenden konnten mit Droschken und Pferdebahn, vorbei an Villen und Gärten der Steintor-Vorstadt, in das zwei Kilometer entfernte Stadtinnere gelangen. Der alte Bahnhofsbau wurde 1913 durch den heute noch bestehenden halbrunden Vorbau, mit Halle und Fahrkartenschaltern, verdeckt.

2. Das bereits 1676 nachweisbare Gasthaus 'Alto na' lag einst vor dem Steintor gegenüber dem alten Schützenplatz an der Landstraße nach Schwaan und Bützow. Hier fanden Reisende, die nach Torschluß vor der Stadt anlangten und nicht mehr hinein konnten, eine Herberge. Zwischen 1803 und 1817 diente es auch dem Amt (Zunft) der Wassermüller als Lokal für Versammlungen und die sich daran anschließenden opulenten Schlemmereien. 1874 fiel es einem Brand zum Opfer. Bis dahin war es ein beliebtes Bürgerlokal. Seinen Namen verdankt es dem Volksmund, denn seit seiner Entstehung war das Gasthaus für die Wirte in der Stadt eine ärgerliche Konkurrenz, da es al to na (allzunah) vor dem Steintor lag. Bekanntlich geht auch der Name des Hamburger Stadtteils Altona auf ein solches vor den Toren der Stadt al to na gelegenes Wirtshaus zurück.

3. Die Reeperbahn in Rostock, hier ein Bild von 1903, war ein ebener, etwa 400 Meter langer Platz auf dem mehrere Reeper ihre Bahnen nebeneinander hatten, von denen jede der Länge nach durch Bäume vom Nachbarn abgesondert war. Auf dem Bild ist links hinten eine überdachte Bahn zu sehen, davor ein Teerkessel, das Dach eines Spills (Winde) und ein Galgen zum Aufhängen der Taue. Während Reeper das seit alters in Mecklenburg übliche Wort war, unterschied der fachsprachliche Gebrauch zwischen Reeper und Seiler. De Seilers maakten finen Kram, Sägeltwiem usw., de Reepers de Taue for de Wanten, Liens, Parduuns, soweit eine Aussage aus Rostock irn Jahre 1900. Die letzte der Rostocker Bahnen wurde 1930 abgebrochen. Heute ist die Reiferbahn eine kleine Grünanlage.

4. Das ehemalige Rostocker Stadttheater befand sich anstelle des heutigen Ostsee-Druck-Gebäudes. Es entstand 1894/95 unter der Leitung des Berliner Baumeisters Heinrich Seeling. Der für damalige Verhältnisse monumentale Prunkbau besaß 943 Sitz- und 64 Stehplätze. Als das Theater am 5. Oktober 1895 mit Szenen aus Schillers 'Wilhelm Tell' eingeweiht wurde, war unter den Darstellern in der Rolle des Stauffacher als Debütant der später berühmte Schauspieler Paul Wegener (1874-1948). 1m Bereich der Oper wurden in diesem Hause die 1854 in Rostock mit der Vorstellung des 'Tannhäuser' begonnenen Wagner-Aufführungen in so starkem Maße fortgesetzt, daß sie der Stadt Rostock den Namen eines 'Norddeutschen Bayreuth' einbrachten. Bei den Bombenangriffen im Jahre 1942 wurde das Theater völlig vernichtet.

5. Das Steintor um 1900. Es entstand anstelle des alten 1566 abgerissenen Tores nach Plänen von Antonius Wahrholt von 1574 bis 1577 im Stil der niederländischen Backsteinrenaissance. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme war es leider verputzt. Rechts am Tor sieht man das alte Polizeiamt und ganz rechts noch eine Ecke der ehemaligen Gewerbeschule. Links am Tor, das Gebäude mit dem 'gedrehten' holländischen Zierschornstein, ist die 1860 erbaute neue Polizeiwache. Das kleine Eckgebäude direkt davor war das Wirtshaus 'Zur Krim', das alten Rostoekern als 'Scheben Tweebeek' (Schiefer Zwieback) bekannt war. Im Verlauf der Jahre, bis 1937, mußten alle die hier genannten Gebäude rings um das Steintor neuen Verkehrslösungen weichen.

Ieuer Markt mit Eingang 'z~r Steinstr,

6630

6. Die Südseite des Neuen Marktes mit ihren schönen Fronten ging 1942 im Bombenhagel unter. Im Hotel 'Zur Sonne' fand am 9. März 1848 im Apollo-Saal eine Versammlung der bürgerlichen Opposition statt, die von dem mecklenburgischen Landesherrn die Einberufung der Stände zwecks Reform der Landesverfassung forderte. Das war der Ausgangspunkt der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 in Mecklenburg. Das etwa an dieser Stelle 1967/68 errichtete Seemannshotel trägt zur Erinnerung den Namen 'Haus Sonne'. Im kleinen Haus mit dem Treppengiebel in der Mitte des Bildes betrieb der Schankwirt Hans Hahn im Gasthaus 'Mond und Sterne' sein Gewerbe. So waren Sonne, Mond und Sterne auf einer Marktseite gastronomisch firmiert. Die gesamte Front rechts der erheblich verbreiterten Steinstraße wird heute von dem 1953-1956 errichteten Hauptpostamt eingenommen.

7. Der Neue Markt war einst berühmt wegen seiner geschlossenen Bebauung mit alten Bürgerhäusern. Sie gaben dem täglichen Markttreiben einen schönen Rahmen. Bauern und Bauersfrauen kamen mit Handkarren, Pferd und Wagen aus den benachbarten Dörfern und boten ihre Waren an, vor allem Gemüse und Obst. In den vielen Wirtshäusern rings um den Markt herrschte stets reger Betrieb. Einmal im Jahr füllten sich der Platz und die anliegenden Straßen mit Buden und Ständen des traditionellen Pfingstmarktes, der seit 1390 in Rostock stattfand. Auch die hier abgebildeten Häuser wurden durch Bomben schwer zerstört und ihre Ruinen nach 1945 abgetragen. So öffnete sich der heutige ErnstThälmann-Platz mit großzügiger Verkehrslösung zum Norden hin in die Lange Straße.

8. Der Neue Markt, entstanden als Markt der 1232 erstmals genannten Mittelstadt, zeigt sich um 1900 noch in seiner schönen geschlossenen Umbauung. Die sieben Türme des Rathauses sind bis in die Gegenwart ein Rest der alten Rostocker Kennewohrn (Wahrzeichen). Der barocke Vorbau geht auf das Jahr 1727 zurück, Der Bliek von der Marienkirche reicht weit über das südöstliche Gebiet der Stadt. Im Hintergrund zieht sich die Warnow entlang. Links erhebt sich die Nikolaikirche, in der Mitte hinten blickt man auf den über die Warnow führenden Mühlendamm und weiter rechts auf einen der Gasbehälter der 1856 auf der Niederbleiche entstandenen Gasanstalt.

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